Tag 2563 – Kunst.

Morgen hat Pippi Geburtstag und deshalb sind wahrscheinlich alle Kinder um sechs Uhr wach, deshalb nur kurz:

Wie Sie bei Frau Wunnibar nachlesen können, waren wir heute in einem Museum für moderne Kunst und genau wie Frau Wunnibar habe ich gewisse… Probleme damit, in einer Marmor-Wurst namens „Relief“ die Kunst zu erkennen. Genau genommen denke ich, dass moderne Kunst zum Teil halt auch seine eigene Parodie ist. Weitere zweifelhafte Highlights: eine graue Steinfläche an der Wand (wohl Marmor-Bruch? Sah aber eher aus wie Rohputz), ein Po-Abdruck in Gips, eine Lichtinstallation aus sage und schreibe vier Leuchtstoffröhren und ein Merkur mit Tennissocken. Kann man machen, verstehe ich nur nicht. Einmal ne Runde als Banausin fühlen. Demnächst dann wieder Tanz mit Schreien und Menstruationsblut und Musik ohne Tonart, Rhythmus und vorgeschriebenes Tempo. HURZ!

Die Kunst darin ist wohl, es als Kunst anerkannt zu bekommen.

(Zum Teil. Zum Teil war es auch wirklich toll und das Gebäude ist auch wunderschön. Der Draußenbereich mit Skulpturenpark (der Bienenstockkopfmann, HURZ!) und Springbrunnen war wirklich schön, man konnte da sehr gut sitzen, ordentlichen Kaffee trinken und die Kinder, die die Kunst auch eher so naja fanden, herumdölmern lassen. Da kommt Banausinnen wie mir die Augenbraue auch wieder runter.)

Vielleicht eine gute Faustregel fürs nächste mal: wenn die*r Künstler*In Bücher zur Ausstellung liefert, in denen die Kunst erklärt ist, ist es nichts für mich.

Tag 2561 – Steine und Plantschen.

Hitzewelle in Dänemark sind entspannte 25 Grad, zumindest da, wo wir sind. Hehe.

Heute machten wir trotzdem einen kleineren Ausflug, nämlich ins Vikingermuseum Lindholm. Bei strahlendem Sonnenschein packten wir mehr oder weniger begeisterte Kinder ein, bei noch strahlenderem Sonnenschein wieder aus und dann unterlief uns ein Fehler, nämlich der, einer Touristengruppe hinterherzugehen. Die gingen zuerst auf einen Hügel und auf der anderen Seite des Hügels waren… Steine. Viele. In Kreisen angeordnete und in Dreiecken angeordnete Steine. Wir waren auf einem Vikingerfriedhof. Da waren zwar auch ein paar Texttafeln aufgebaut, aber das interessierte die Kinder einfach mal gar nicht. Michel flippte auch direkt aus und proklamierte, das sei kein Museum, denn Museen haben Wände. Und einen Souvenirladen. Interessante Definition von Museum, aber er machte seinen Standpunkt, dass er nicht für „doofe Steine und Rumlaufen auf toten Leuten ohne schlechtes Gewissen“ gekommen sei, überaus deutlich.

Zum Glück fanden wir nach einer Weile doch noch den von Wänden umgebenen Teil des Museums. Wir drehten eine Runde durch die Ausstellung, die sich von der Jungsteinzeit bis zur Vikingerzeit erstreckt. Ich fand das sehr interessant, beim Rest war es durchwachsen, von sehr interessant (einzelne Erwachsene) bis unzumutbar (einzelne Kinder).

Nach einer Stärkung mit Eis und Kaffee im Museumscafé wollten wir wieder nach Hause, aber unsere Kinder mussten erst mal sauer sein, weil wir ihnen keine Met-Hörner im Shop kaufen wollten.

Irgendwann waren wir aber erfolgreich wieder unterwegs und dann auch wieder zu Hause und überlegten spontan, den geplanten Freibad-Ausflug durch Plantschbecken-Aufbau zu ersetzen. Davon muss ich aber morgen erzählen, weil mir grade beim Tippen die Augen zufallen und mir grad das Handy ins Gesicht klatschte.

Tag 2559 – 50% Legoland.

Mit tatsächlich nicht viel Verspätung brachen wir heute allesamt in Richtung Legoland auf (brutal früh, dafür dass schließlich Urlaub ist). Leider ging die Reise für Familie Wunnibar nur bis zum Supercharger, die drehten dort schweren Herzens um, nachdem einem Kind im Auto sehr sehr schlecht geworden war (ja, mit Konsequenz, ein Hoch auf (Kunst-)Ledersitze) und das andere Kind Auto fahren generell unzumutbar fand. Wir entschlossen uns, den Plan durchzuziehen, auch, weil Michel mindestens so unflexibel ist wie ich und Planänderungen, ähm, mit gewissem Unmut begegnet (lies: Ausraster vorprogrammiert).

Und das war einfach richtig cool. Alle Daumen nach oben, da ist für alle von Kleinkind bis Uropa was tolles zu finden und zu machen. Man muss nicht mal hardcore Legofan sein, um das cool zu finden.

Der Kern des Legolandes ist das „Miniland“, wo alle möglichen Miniaturen aufgebaut sind, vom Kopenhagener Hafen bis zum Kennedy Space Center.

Im Miniland.
Der älteste Teil vom ältesten Teil.
Selbst in Lego riesig.
Offshore.
Mit Flugzeug!
Die Uhr geht sogar richtig!
Ich konnte nicht widerstehen, das Bild aus diesem Blickwinkel zu machen, das Original sieht nämlich so aus:

Rund um das Miniland sind verschiedene Themenwelten, wie das Ninjago-Land, das Piratenland oder das Märchenland. In allen gibt es abgefahrene Lego-Figuren…

Monster-Spinne.

… Fressbuden, Bau-Möglichkeiten und Fahrgeschäfte für groß und klein.

Vom Essen war ich tatsächlich positiv überrascht. Wir hatten Burger und Pommes zum Mittagessen und zwischendurch Popcorn und Eis. Einziges Manko: für die Burger habe ich ca. eine halbe Stunde angestanden, allein fürs Bestellen. Bis die dann fertig waren, vergingen noch mal 15 Minuten. Aber was dann kam, war durchaus sehr lecker.

Es war auch gar nicht so schlimm, aufs Essen warten zu müssen, weil wir Reserve&Ride-Pässe gekauft hatten, mit denen man sich virtuell in die Schlange zu Attraktionen stellen kann. Wenn die Wartezeit (berechnet an der tatsächlichen Schlange und anderen Reservierenden) um ist, kann man durch eine extra Schleuse direkt durch gehen. Dadurch kann man halt was anderes machen, während man in der Schlange steht, zum Beispiel essen, was im Miniland angucken, oder ein kleineres Fahrgeschäft mit kurzer Schlange einschieben. Das war sein Geld wert, zumal ich auch echt nicht gern stundenlang Schlange stehe, eingeklemmt zwischen massenweise Fremden. Man kann auch nur an einer Attraktion anstehen, insofern besteht moralisch nicht wirklich ein Unterschied zum sonst so beliebten Modell „Papa geht sich schon mal anstellen, Mama holt derweil mit den Kindern ein Eis“.

Essen mit Lego.
Bauen.
Devotionalien.

An Fahrgeschäften gibt es auch alles mögliche. Zuerst nahm ich mit Michel den Flying Eagle, was er gut fand. Dann das Kanu, das fand er langweilig. Dann überredete ich ihm zum X-treme Racer, was echt Banane von mir war, weil er danach ziemlich fertig war. Es war zu hoch. Ich hatte nach der erfolgreichen Adler-Fahrt halt angenommen, dass er jetzt Achterbahnen doch gut findet. Tut er auch, aber nicht SO. Ok. Den Dragon (naja) und den Polar X-plorer (whoah! Das hätte Michel NICHT gefallen. Hoch, schnell und mit einem, wenn auch nur kleinen, Drop, bei dem ich doch ordentlich quietschen musste) nahm ich dann ganz am Schluss mit Herrn Rabe alleine. Pippi fuhr „Riesen“-Rad, Monorail, Kinderkarussell mit Pferden und Feuerwehrauto und fand das alles super. Dann fuhren wir zusammen auch noch „Viking River Splash“ (mit Vikingermäusen!) und ich bin ja zum Glück keine Mimose, was nass werden angeht, weil…

Da kam ein großer Schwapp direkt in meinen Nacken.

Man muss fairer Weise dazu sagen, dass alle anderen in dem „Boot“ wesentlich weniger nass wurden, die meisten bekamen nur Spritzer ab. Ich hatte echt Pech. Die Kinder fanden das immens lustig. Und es gibt Familienföhns. Also, da kann man sich reinstellen und dann wird man, wenn nicht trocken, doch immerhin warm geföhnt.

Im Föhn.

Zuguterletzt haben wir noch den Lego-Shop leer gekauft. Tschö, Urlaubsgeld, du bist jetzt Hartplastik. Tatsächlich waren auch der Shop und die Burger-Schlange die einzigen Anlässe, wo ich kurz vor Overload durch zu viele Menschen auf zu engem Raum war*. Michel im Shop auch, der dann hektisch an mir herumfummelt, was es für ihn vielleicht besser, für mich aber nur noch anstrengender macht. Aber auch den Einkauf haben wir geschafft, ich habe jetzt eine Orchidee, die garantiert nicht eingeht und Michel hat eine Lego Architecture Freiheitsstatue. Wir alle haben diverses anderes Zeug und müssen daraus vielleicht für die Heimfahrt einen Anhänger für‘s Auto bauen oder so.

Jetzt sind wir jedenfalls in einer halben Stunde zu Hause, alle rechtschaffen platt. Meine Hose und mein Rücken wurden von der Sitzheizung getrocknet. Wir freuen uns alle aufs Bett und morgen auf das Basteln an neuen Lego-Sets. ich freue mich auf eine Dusche, ich glaube, dieses Wasser war nicht so sonderlich sauber.

Edit: die Bilder laden nicht hoch, also werde ich wohl hoffentlich erst veröffentlichen, wenn wir im Ferienhaus angekommen sind und alle mit geputzten Zähnen (und ich geduscht) im Bett liegen.

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* Legoland ist diesbezüglich deutlich erträglicher als das Aquarium.

Tag 2556 – Mehr Meer (hinter Glas).

Erster richtiger Ausflug des Urlaubs! Wir waren im Oceanarium in Hirtshals, so wie gefühlt zwölftausend andere Touristen inklusive zehntausend Kindern. Das schlechte zuerst: das ist sehr unübersichtlich, verwinkelt und dunkel da, dazu war es eben auch noch voll. Das ist nichts für Leute wie mich, so ganz grundsätzlich, da stresst mich schon die Architektur und die Tatsache, dass zwei Kinder sofort in unterschiedliche Richtungen in die labyrinthmäßige Ausstellung verschwinden. Davon abgesehen war es aber wirklich gut (mit etwas weirden Auswüchsen hier und da, aber dazu später).

Weil die Kinder in verschiedene Richtungen rannten, behielt jeder eins und ich ging mit Michel mit. Der war Feuer und Flamme, Tiere! Fische! Natur! Yeah!!! aber dann halt auch sehr unruhig und ungeduldig. Während ich mir gerne noch die kleinen Schollen weiter angeguckt hätte, die je nach Untergrund die Farbe wechseln, war er schon mit der kompletten Etage fertig. Aber bei manchen Becken konnten wir doch noch etwas länger stehen bleiben.

Einäugige Schnecke (Ich fühle das).
Versteckter Octopus (Ich fühle auch das).
Baby-Steinbeißer, sehr sehr viele.
Ähm, interessante Übersetzungen. Einen Mondfisch gibt es auch, den haben wir auch gesehen, aber nur Michel hat Fotos gemacht. Der Mondfisch, den sie mal hatten, ist wohl gestorben, jetzt haben sie ein Baby, so groß wie ein Basketball.

Dass der große Mondfisch gestorben ist, entnehme ich dem Film kurz vorm Restaurant, in dem sie den zerlegen. Schön Stück für Stück das Fleisch runter schneiden, was man in dem Film auch alles detailliert sieht. Gut, dass keines der Kinder da so genau hingeschaut hat.

Baby-Quallen! (naja, Quallen-Embryos. Polypen halt.)
Quallen.
Mehr Quallen.
Kleine Quallen.
Bewegte Quallen.

Quallen sind ja wirklich hübsch und faszinierend. Quallen-TV ist auch sehr meditativ. Ich liebäugele ernsthaft mit der Anschaffung eines Quallen-Aquariums. Anderseits haben wir ja schon Schnecken.

Zweifelhafter Streichelzoo.
Scholle mit Kind.
Scholle ohne Kind.
Meerschwein? Also unsere sehen anders aus…

Rechts sieht man einen Teil der „was wir alles mit angespülten Walen machen“-Bilder, die ich ziemlich… unappetitlich fand. Aber die wollen offenbar ehrlich und offen sein, da gehört das dazu, wie die Ausstellung zu kommerziellem Fischfang. Ich hätte aber auf beides verzichten können.

Alles in allem aber ein wirklich gelungener Ausflug, und ich würde das Oceanarium auch empfehlen. Allerdings vielleicht eher nicht in den Sommerferien, wenn nicht halb Dänemark und DeutschLand da ebenfalls sind. Jedenfalls, wenn Sie das genauso gut bzw. schlecht abkönnen, wie ich.

Danach vegetierten wir allerdings alle nur noch vor uns hin.

Tag 2322 – Kultur.

Heute Abend war ich relativ spontan in der Osloer Philharmonie, nämlich da: Beethoven Violinkonzert mit Veronika Eberle als Solistin. Dazu kam es, weil ich ein Facebook-Werbeopfer bin und alle meine Apps (obwohl ich Tracking immer ablehne) wissen, wofür ich mich auf anderen Kanälen interessiere und mir deshalb Montag eine Werbung für Tickets zum halben Preis für eben dieses Konzert angezeigt wurden. Aber kann man ja dann tatsächlich mal machen und ich bereue nichts, das war sehr schön, sowohl mal aus dem Haus zu kommen, um was schönes nur für mich zu machen, als auch das Konzert an sich. Sogar die Kadenzen haben mir gefallen, auch wenn ich ja keine spezielle Anhängerin von moderner Kunst bin und auch sagen muss, die hätten auch mit einem Tacken weniger Gedön gewirkt. Man muss ja nicht zwingend sämtliche alternativen Techniken* (inklusive Stampfen beim Spielen) einbauen, bloß weil man‘s kann. Schreien fehlte noch, das ist ja sonst auch sehr beliebt. Jedenfalls, moderne Kadenzen in Beethoven… kann man erstaunlicher Weise machen. Gibt dem Ganzen tatsächlich noch mal eine spezielle Note, die man aber mögen muss. Wie Koriandereis.

Hach ja. Das war wirklich schön.

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*was ich mich ja frage: so jemand benutzt ja zur Stradivari nicht nen 150€-Bogen. Da wird sicher auch der Bogen den Wert eines Kleinwagens haben. Aber spielt man mit so einem Bogen dann col legno (also mit dem Holz)? Da geht doch der Bogen von kaputt! Andererseits spielt man ja auch nicht 99% des Konzerts mit dem guten Bogen, um dann für die drei, vier mal col legno fix auf den 150€-Bogen zu wechseln. Naja whatever. Vielleicht hat sie ja auch einen Carbon-Bogen.

Tag 2206 – Uuuuuufffffff.

Ich gehe nie wieder einen Schritt.

Dieses Mal Freizeitpark ist wesentlich anstrengender als das letzte, keine Ahnung warum.

Hier ein Suchbild mit Löwe:

Ich muss sagen, für einen Tierpark (!) ist das hier wirklich ok, die Tiere haben alle sehr, sehr viel Platz vor allem die, die auch sehr viel Platz brauchen, und das führt halt dazu, dass man die meisten Tiere nicht sieht.

Wettermäßig heute leider eher scheiße, launemäßig hatten wir ein Kind, das dauernd vorrannte und ein Kind, das wir dauernd antreiben mussten und zwei Eltern sind jetzt sehr sehr müde und heiser vom ständigen rufen.

Was ich mir auch lieber gar nicht erst vorstellen will: wie voll der Park sein muss, wenn sie die Besucherzahl nicht begrenzen.

Morgen noch mal, mit laut Vorhersage besserem Wetter und Fokus eher auf Freizeit- als auf Tierpark.

Protipp für Eltern: wenn man mehrere Kinder hat, die NIEMALS irgendwelche Glücksspiele machen lassen. Wenn ein Kind gewinnt und ein anderes nicht, haben sie den Super-GAU.

Tag 2111 – Durchgepustet.

Wo sich ein Bollogg hinsetzt, wächst tausend Jahre kein Nattifftoffenmoos mehr.

Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär

Wir waren den halben Tag draußen, es war Sonnenschein bei 8 Grad versprochen, es kam die meiste Zeit bewölkter Himmel und irgendwelche Grad, die sich wegen eisigem Wind anfühlten wie -3. Brrrr. Es war voll (ein beliebtes Ausflugsziel für Familien), bumsvoll, um genau zu sein, aber dank des ständigen Windes kann sich da kein Aerosol irgendwo gehalten haben und abgeleckt haben wir niemanden. Da war auch ein ganz toller “Kletterpfad” für Kinder, über den sich eine kleine Prozession von Kindern schob (hangelte, balancierte, kletterte…), das war schon sehr schön. Michel hatte lange ein paar Baustellen, was Balance angeht, das hat sich aber offenbar inzwischen gegeben, das finde ich sehr erfreulich.

Vor lauter frischer Luft und Menschen in 3D möchte ich jetzt gerne ins Bett gehen, ganz sofort. Michel schläft schon, der war auch platt nach dem Ausflug.

Aber schön war’s. Nächstes Mal nur gerne in etwas wärmer.

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Vermelde: bei Pippi ist der erste bleibende Backenzahn durchgebrochen. Immerhin noch nicht alle vier, wie bei Michel, als ich dann auch mal bemerkte, dass da was im Gange war. Natürlich erklärt „wackeln die Zähne, wackelt die Seele“ vieles, Herr Rabe und ich haben auch generell viel Verständnis, dass es schwer ist, 5 3/4 und bald ein Schulkind zu sein, aber uffuffuff lass es einfach bald vorbei sein. Bitte.

Tag 1837 – Null Pilze.

Ich war mit den Kindern im Wald, aber ich fürchte, wir waren viel zu spät dran um noch Pilze zu finden. Ein Mann kam uns zwar mit einem Korb voller Pfifferlinge entgegen, aber der kam auch aus dem Wald-Wald, während wir uns wegen Michels Fuß Ja eher auf den Wegen halten mussten. Michel fand den ganzen Ausflug eh scheiße und motzte in einer Tour, es war wirklich kaum auszuhalten, aber ich hatte Herrn Rabe gesagt, wir würden ihn ein bisschen arbeiten lassen. Tja. Da muss man dann durch.

Immerhin den Hurdal-See haben wir gefunden. Da kann man bestimmt auch baden, aber wir hatten keine Badesachen dabei. Warm genug wäre es wohl gewesen, mir war in langer Hose und langem, dünnen T-Shirt ziemlich warm.

Bild ohne Ton, das Gemotze hören Sie also nicht.

Auf dem Rückweg kam wirklich recht plötzlich eine fette schwarze Wolkenwand von hinten, weshalb ich kurzerhand beschloss, den kürzeren Weg an der Straße lang zurück zum Auto zu gehen, statt durch den Wald. Das war auch gut so, denn kaum waren wir am Auto, fing es an zu tröpfeln und fünf Minuten später goss es, wie gestern, wie aus Kübeln.

Pippi hat versucht, auf einen Baum zu klettern, wollte nicht hören, als ich gesagt habe, sie soll das lieber lassen, die Zweige seien zu kraaaach, direkt die dünnen Ästchen abgebrochen und fies am Bein aufgeschrabbt. Da hat sie ja morgen im Kindergarten was zu erzählen. Bis dahin war Pippi aber gut drauf und hat begeistert Blaubeeren gesammelt, auch die waren zwar schon sehr abgegrast, aber ich mag die eh nicht und Pippi steckte sie eben sofort in den Mund, da wäre eh keine Marmelade draus geworden. Am Ende hatte ich dann halt ein Kind mit roten Fingern, einer dunkelroten Zunge und einer Kriegsverletzung Schramme, und eines das auch in Stunde zwei noch unverändert motzte.

Abends habe ich unseren Kartoffeleimer abgeerntet. Ich weiß ja nicht. Soll das so? Gefühlt haben wir aus drei großen die selbe Nettomenge Zwergenkartoffeln gemacht. Lecker waren sie aber.

„Ich kaufe 200 Gramm Kartoffeln…“

Die hier war die allerkleinste:

Eher Erbse als Kartoffel.

Wie gesagt, war aber lecker. Der gefüllte Patisson-Kürbis dazu war auch ok, die Füllung aus veganem Hack, Schafskäse, Zwiebeln, Tomaten und frischen Kräutern ist sehr lecker, der Kürbis selbst schmeckt allerdings wirklich nach gar nichts. Da ist jede Zucchini geschmacksintensiver. Also, kann man machen, sieht hübsch aus, aber vom Geschmack her fülle ich dann doch lieber eben eine Zucchini oder so ca. jede andere Kürbissorte. Die Konsistenz war aber schön knackig, das ist vielleicht was für Leute, denen andere Kürbissorten schnell zu schlonzig werden.

Vielleicht probiere ich es nächstes Wochenende noch mal mit den Pilzen. Falls ich dafür die Motzekinder zu Hause lassen darf. Man kann Kürbis mit mehr Eigengeschmack bestimmt auch super mit Pilzen füllen.

Jetzt zackig schlafen. Morgen ist wieder Präsenztag im Büro!

Tag 1449 – Technikmuseum.

Heute hat es geregnet, das heißt, es ist nicht mehr schwül, nicht mehr heiß und wir mussten die Blumen draußen nicht gießen. Alles win. Das nicht mehr zu Baden im See verpflichtende Wetter nutzten wir zu einem Ausflug ins Technikmuseum Oslo. Das war… Tjanun. https://twitter.com/rabensalat/status/1156200848541831168?s=21

Michel war ein bisschen überfordert mit allem, Pippi hat andere Interessensgebiete als er und so richtig cool wurde es für mich deshalb erst, als ich Michel mit der restlichen Familie in der Cafeteria zusammenführen konnte und mir wenigstens einen Teil der restlichen Ausstellung allein anschauen konnte. Ich setzte dabei einen deutlichen Schwerpunkt auf das norwegische Medizinmuseum, das war super cool, aber auch beklemmend.

Das seltsame Gefühl, wenn die Dinge, die man selbst vor gar nicht so langer Zeit mit sich rumschleppte, jetzt im Museum ausgestellt sind.

Tuberkulose. Schlimm. Und auch heute noch schlimm, besonders multiresistente Tuberkulose ist zum Beispiel in Archangelsk wirklich ein großes Problem. Besonders nahe gingen mir die Berichte über Kinder, die zum Teil Jahre in Lungensanatorien fern der Heimat und der Familie verbrachten. Diese Lungensanatorien waren wohl auch oft nicht der pädagogische Himmel auf Erden und… puh.

(Mit besonderem Gruß an alle Impfgegner*Innen.)

Fazit jedenfalls: super cool, aber fast zu groß und zu viel für einen Tag mit (meinen) Kindern. Mit anderen Kindern geht das unter Umständen besser, mit meinen in ein paar Jahren eventuell auch, aber heute wünschte ich mir irgendwann, ich wäre allein da, ohne Kinder. Zu lernen und zu gucken gab es da nämlich wirklich viel.

Tag 1242 – Bremse.

Heute ein wenig Zen praktiziert. Unfreiwillig. Mir war gar nicht so richtig klar, wie schnell ich meist gehe, wenn ich zu Fuß unterwegs bin. Selbst mit Kindern, aber da ist ja auch Michel dabei, der meistens rennt. Immer rennt. Oder nicht mehr kann. Heute war Michel aber bei seinem Kumpel und die Kombination aus Pippi, meinem sturzängstlichen Schwiegervater und meiner kniegeschädigten Schwägerin verlangte mir einiges an Geduld ab. Trotzdem schafften wir es durchs Vikingerschiffhaus und, of all things, das Freilichtmuseum. Letzteres hat im Januar quasi keine Aktivitäten, man wandert also nur so durch die Gegend und guckt alte Häuser an, das ist ziemlich kalt, wenn man sich halt in etwa der Hälfte der normalen Geschwindigkeit bewegt. Tjanun. Es war trotzdem ein sehr schöner Tag und ich starte jetzt total entschleunigt in die neue Woche.