Tag 477 – Matratzenmeeting. 

Heute langes Meeting mit Leuten aus Dänemark zu meinem eigentlichen Projekt gehabt. Noch nicht fertig verdaut. 

Nach ewigem Gebrüll von Pippi (Backenzähne, ey. Ist zum Kotzen.) aus dem sie sich nicht helfen ließ, aus Verzweiflung Mausclips auf dem Handy angemacht. Nach fünf Mausclips und einem Ritter Rost-Lied drehte sie sich weg. Ich machte es aus und sie schlief langsam ein. Ich auch. 

So müde. Gute Nacht.

Tag 475 – Grummeltag. 

Eigentlich guter Tag, einiges geschafft, aber dank PMS ne Laune zum alles anzünden bei jeder Kleinigkeit. Ich spare mir die Worte jetzt auch und notiere nur kurz was gut war:

  • Super aussehendes Paderborner gebacken. 
  • Mein Roggensauer hat sich erholt. 
  • Die Austernpilze sind zum Teil sehr bald erntereif. 
  • Der Rotwein den ich gestern aufgemacht hab schmeckt echt saulecker und macht keine Kopfschmerzen. 
  • Pippi hat total niedlich gesungen heute. Sie singt die Lieder, die sie aus dem Kindergarten kennt, man erkennt es bloß nicht sofort. Heute: „Aaahhhhh hödeldödeldödel Aaaahhhh hödelblödelblödel aaaaaahhhhh blödelblödelblödel… Daaaaaa!!!“ *klatschen*. Übersetzt heißt das „Ooohhhh boogieboogieboogie, Ooohhhh boogieboogieboogie, Ooohhhh boogieboogieboogie, og så er vi klar igjen!“. Es. Ist. So. Niedlich. Vor allem, wie sie beim Singen schräg nach oben schaut. Man weiß direkt, wie die Kinder im Kindergarten beim Singen gucken. 
  • Michel hält oben genanntes Lied für ein Weihnachtslied, weil sie das auf der Weihnachtsfeier singen werden. 
  • Michel zieht sich jetzt alleine um, wenn er ins Bett will. Scheinbar geht die Taktik „wenns irgendwie einrichtbar ist, helfe ich ihm bei Sachen, die er eigentlich schon kann, weil er sich dann besonders lieb gehabt fühlt“ endlich auf und er will endlich mal Dinge selbst machen. 
  • Ich hab das Bad geputzt und Haare gefärbt. (Gleichzeitig. Ammoniak, Chlor, Essigsäure. Vielleicht fällt mir jetzt ein paar Tage lang mal nicht auf, wie schlecht manche Menschen riechen.)
  • Punkt. 

Gute Nacht. Morgen dann: Post vom Schwimmkurs. Denken Sie, Deutsche hätten einen Hang zum Orgawahn? Dann waren Sie noch nicht in Norwegen.

Tag 474 – Fertig!

Ich und Pippi haben heute Abend die 7. Staffel Gilmore Girls zu Ende geguckt. Pippi wurde nämlich beim Ablegen wach und ließ sich nicht wieder zum Einschlafen bewegen. Auch nicht nach den zwei Folgen, eineinhalb Bananen, einem halben Becher Milch und einem halben Becher Wasser, mehrmaligen Rumtrageversuchen, Singversuchen und Kuschelversuchen. Irgendwann legte ich mich mit ihr einfach ins Bett ins dunkle Schlafzimmer und wartete (ohne Handy, bloß keine Licht- oder Ablenkungsquelle!) bis sie schlief. Dabei versuchte ich selbst nicht einzuschlafen, weil ich ja noch bloggen wollte. Es dauerte fast ne Stunde. Wissen Sie, wie müde man nach einer Stunde im Dunkeln ist? Sehr, sehr müde. Und viel Lust auf bloggen hat man dann auch nicht mehr. 

In diesem Sinne: gute Nacht!

Tag 473 – Schön, schön. 

Ein Tag, der sehr viel Potential hatte, richtig bescheiden zu werden, das aber nie tat. Angefangen hat es mit Kindern, die sich beim Abliefern im Kindergarten kaum noch verabschieden, weil sie es so eilig haben, mit Peers und Betreuer*Innen zu spielen und Weihnachtslieder zu singen und Raritäten für die Weihnachtszeit anzufertigen. Bei der Arbeit setzte ich mich dann direkt an die Präsentation, die ich um zwölf halten sollte, was ich seit, hmmm, drei Monaten weiß. Gestern hatte ich schon meine Daten eine Stunde lang mit meinem german stare sauer angestarrt, leider wurden sie davon auch nicht besser. Das war allerdings auch schon alles, was ich für die Präsentation bisher getan hatte. Also bastelte ich gute drei Stunden an der Präsentation, verzichtete auf so gut wie allen Text (keine Zeit!) und ein paar unwichtige Ergebnisse (keine Zeit!!!), machte aber ein paar hübsche Bildchen und Modelle in Power Point, weil ich das auch selber mag, hübsche Bildchen und Modelle gezeigt zu bekommen. Um zwanzig vor zwölf war ich fertig, wog kurz zwischen Kaffee und richtigem Mittagessen ab, schmierte mir dann ein Brot und aß es auf dem Weg zum Kaffee holen. 

Exkurs: ich hasse es, vor Leuten zu reden. Selbst, wenn es nur zwanzig sind und die alle meine Kollegen sind und ich wirklich, wirklich weiß, dass die mir nix böses wollen, ich mag es einfach nicht. Gar nicht. 

Der Vortrag war auf zwanzig Minuten ausgelegt, aber quasi dreigeteilt, weil das Projekt momentan drei lose Enden hat. Nach jedem Teil der Präsentation hatte ich sozusagen eine Diskussionsrunde eingeplant, weil wir teilweise echt festhängen und nicht weiter wissen und ich bat also um Input. Und Input und Diskussion bekam ich, niemand hielt mich für blöd, weil ich festhänge oder die Daten zu schlecht oder zu unaussagekräftig zum Publizieren sind. Voll supi, echt. Jetzt habe ich ein paar neue Ideen, was ich noch machen kann, um die losen Enden festzuzurren und etwas neue Motivation. Allerdings zog sich die Präsentiererei durch die viele Diskussion auf, tadadaaa, fast eineinhalb Stunden. Was mich am meisten überraschte, war dass ich hinterher von zwei Seiten spontanes Feedback zum Vortrag bekam, nämlich, dass das sehr gut gewesen sei, so viel Raum für Austausch zu schaffen und ich hätte eine unterhaltsame Art* zu präsentieren, schöne Modelle seien das gewesen. Sehr klar und übersichtlich**. Ich schaffte es sogar, das Kompliment einfach anzunehmen und nicht irgendsowas wie „ach, das hab ich heute morgen schnell zusammengeklöppelt, das war echt nicht der Rede wert“ rauszuhauen, wie sonst meistens. Ich muss mir dafür selbst mal auf die Schulter klopfen. Ich werde besser. (Also nicht beim Prokrastinieren, da werde ich schlimmer.)

Danach hatte ich mörderische Kopfschmerzen, aber noch Laborarbeit zu machen, das lief so lala. Zwischendurch trank ich noch einen (widerlichen Brüh-)Kaffee mit einem meiner Lieblingskollegen, der heute morgen schon angefragt hatte, was ich aber wegen des Vortrags ablehnen musste. Wir schnackten ein bisschen über sein neues Haus und Arbeit und mit wem von unseren Kollegen man lieber nicht zusammenarbeiten möchte, dann ging ich zurück ins Labor um weitere verrückte Ergebnisse zu erzeugen und dann war endlich, endlich Feierabend. Der gemeldete Starkregen passierte gerade, im Bus saßen viele nasse Menschen, meine Kopfschmerzen wurden nicht besser, dafür meldete sich mein Magen ziemlich deutlich. Insgesamt eine eher unschöne Heimfahrt. 

Auch eine eher unschöne Ankunft, denn nachdem Herr Rabe mit Blick auf seinen Kontostand*** meinte, wir könnten doch mal wieder auswärts Pizza essen, rastete Michel aus und wollte zu Hause bleiben. Tja, ich (mühsam unterdrückt) hangry, Michel (ohne es zu wissen) hangry, ungute Kombi. Wir kamen trotzdem ohne Mord im Restaurant an und nachdem die Kinderpizza auf dem Tisch stand war auch Michel wieder mehr als verträglich. Er aß sogar ein Stück von Herr Rabes und meiner**** Pizza und bat um extra viel Ruccola. Salat, so erklärte er mir beim ins Bett gehen, ist nämlich sein Lieblingsessen*****. Überhaupt war das Essen total lecker, die Kinder friedlich und niedlich und auch halbwegs sauber und insgesamt gesellschaftsfähig. Das kann man ja von einem 4- und einer 1-Jährigen auch weder erwarten noch immer behaupten. 

Dank Espresso nach und Cola zum und Ibuprofen vorm Essen waren wieder zu Hause sogar die Kopfschmerzen weg, Ich gönnte mir ein Mini Glas Rotwein (jaja, die Leber schreit, ich weiß) zu Gilmore Girls****** und Stricken und ja, doch, das war ein richtig feiner Tag. Meist. 

* Galgenhumor

** gezwungenermaßen, ain’t nobody got time for mehr als ein Ribosom pro RNA

*** im Dezember zahlen wir nur die Hälfte der Einkommenssteuer*******

**** wir hatten jeder eine, aber tauschten nach der Hälfte

***** und Zebra, sagte er. In echt ist sein Lieblingsessen nach wie vor Nudeln ohne alles. 

****** noch nicht die neuen Folgen, ich bin jetzt bei S07E20

******* Dafür zahlen wir sonst halt mehr. Die Jahressteuer teilt sich auf 10,5 Beitragsmonate auf. Im Juni zahlen wir keine, im Dezember nur die halbe Einkommenssteuer. So hat man, unabhängig von irgendwelchen Betriebs- oder Gewerkschafts-Vereinbarungen quasi Urlaubs- und Weihnachtsgeld, das man übers Jahr selbst anspart. Ist ne nette Sache, aber nicht(!) ein Geschenk vom Staat, wie es gerne mal auf Facebook behauptet wird. 

Tag 466 – Alter. 

Michel sitzt ja gerne auf dem Schoß, eh und im Moment noch mehr, weil hier leider A-Phasen-bedingt dauernd die Fetzen fliegen. Zum Vertragen ist er dann sehr kuschelig, trifft sich gut, ich nämlich auch. Jedenfalls saßen wir so gestapelt da und ich scrollte durch meine Twitter-Timeline. 

„Mama? Bist das du?“ Michel zeigt auf das Bild von Frau, Ähh, Mutti. Ich lache ein bisschen, Frau Mutti sieht mir einfach Null ähnlich. „Nein, das ist Frau Mutti. Die hat auch Kinder, die sind aber schon groß.“ „Hmm, so… fünf, oder?“ Fünf ist bei Michel der Maßstab für ‚Großes Kind‘.  „Nein, die sind schon ganz groß. Erwachsene sind das schon.“ „Ah. So wie du? … Ist das dann deine Mama?!?“

Manchmal ist er ja schon putzig, der Zwerg. Nur das mit Altersangaben und Verwandschaftsverhältnissen, das üben wir noch. 

Ich soll übrigens weiter ausrichten, das das eine lustige Geburtstagskrone ist. 

Tag 462 – Meh. 

Ich sachs mal so: krank sein ist scheiße. Und auch wenn man nebenbei die halb kranke Pippi (Vormittag gut, Nachmittag leichtes Fieber) betreut, kommt man nicht dazu, sich selbst zu erholen. Immerhin macht Pippi Mittagsschlaf, so konnte ich mich nochmal zwei Stunden mit ihr hinlegen. Erstaunlich gut hat da auch geklappt, das Kindergarten-Programm durchzuziehen: wir haben Mittag gegessen, dann gab es eine frische Windel, sie bekam ihr Bärchen in die Hand und wir legten uns hin (gut, im Kindergarten legt sich keiner zu ihr ins Bett, obwohl sie am Anfang auch auf den Betreuerinnen schlafen durfte, was ich denen wiederum hoch anrechne!). Nach drei Minuten schlief sie. Mit ihrem Bärchen im Arm. Und schnarchte. So niedlich. Nicht ganz so niedlich: Dauergekreisch in den fiesesten Tonlagen, wenn ihr was nicht passt. Können Kinder mit 16 Monaten schon in die Autonomiephase kommen? Und wenn ja: ist das nicht extra gemein den Eltern gegenüber, wenn sie da noch nicht sprechen können? Im Moment verbringen wir nämlich viel Zeit damit, zu raten, was das Kind will. Um es uns dann um die Ohren hauen zu lassen, weils das falsche war. Das macht keinen Spaß. 

In diesem Sinne: gute Nacht (ja, echt, das muss ja irgendwie mal besser werden mit mir)!

Tag 458 – Krank, haha. 

Heute morgen wachte ich in Michels Bett auf, in dem ich die Nacht mit ihm verbracht hatte (fragen Sie nicht…). Ich wusste gleich: Arbeiten wird heut nichts. Also machte ich den Wecker aus und schlief direkt wieder ein. 

Irgendwann stand Herr Rabe im Zimmer. Ich krächzte hustend irgendwas, er verstand mich auch ohne stimmvolle Vokale und wollte dann Michel mitnehmen. Der protestierte. Und protestierte. Und protestierte. Im Dämmerzustand hörte ich ihn brüllen. Er hörte einfach nicht auf. 

Irgendwann stand Herr Rabe wieder im Zimmer, mit fröhlicher, kindergartenfertiger Pippi und schluchzendem Michel im Schlafanzug. Michel wolle nicht in den Kindergarten. Er sage, er habe Kopfschmerzen. Ich rang Michel mit Müh und Not das Versprechen ab, dass er morgen wieder in den Kindergarten geht und zwar ohne Nöckeln. Außerdem stellte ich klar, dass heute kein Fernsehen geguckt wird. 

Und so verbrachte ich, krank, den Tag mit Michel, gesund. Wir räumten die Waschmaschine aus („Ich mach schon, Mama! … *Waschmaschinenausräumgeräusche* … „Ich tue das alles in den Trockner!“) und hängten die nicht trocknergeeignete Wäsche auf, verräumten trockene Wäsche, Ich krächzte Michel ein paar Bücher vor, wir diskutierten ein paar Male das mit dem Fernsehen aus, wir duschten, ich schaffte es, Michel zum Arzt zu quatschen (Ja, der Husten ist irgendein Virus, ja, wenn er kein Fieber hat, kann er in den Kindergarten), dann wollte er gerne seinen besten Freund besuchen, ich holte mit ihm Pippi vom Kindergarten ab, dann fuhren wir ihn zu seinem Kumpel. Mehr als ein Kind hätte ich wohl nicht auf einmal geschafft und Herr Rabe musste nach dem chaotischen Morgen länger arbeiten. 

Erholung ist anders. Morgen gehe ich wieder arbeiten, da kann ich wenigstens in Ruhe vor mich hin leiden. 

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Nachtrag: das mit dem Puzzle hab ich noch vergessen. Ich bin vermutlich die schlechteste Mutter der Welt, weil: Puzzeln mit Michel macht mich komplett wahnsinnig. Unstrukturiert und chaotisch und rundum unlogisch geht er da dran. Ich kann so nicht arbeiten. Genau genommen kann ich dabei knapp ruhig bleiben. Orrrr. 

Tag 456 – Ein paar Häppchen. 

Michel wachte heute morgen auf und weinte sofort los: „Festen Schnodder wegmachen!“ Dann sprang er aus dem Bett, rannte zu Herrn Rabe und sagte „Ich bin krank!“. Tatsache, das Kind ist krank. Schon die Temperatur seiner Füße irgendwo zwischen glühender Kohle und flüssigem Lava (als er noch schlief) hatte Fieber angedeutet. Dazu kommt ein ordentlicher Husten. Herr Rabe lieb also heute Vormittag mit ihm zu Hause, ich ging kurz arbeiten und kam zum Mittag nach Hause um Herrn Rabe abzulösen, der dann seinerseits kurz arbeitete. 

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Als ich Pippi in den Kindergarten brachte, waren kaum „große“ Kinder da. Herr Rabe sagte heute Nachmittag, von den 8 Ü3-Kindern seien 6 krank. Tja. Da wundert einen auch nix mehr. 

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Total beknackte Idee: „Nur mal kurz Zellen zählen, danach kann ich ja noch was essen.“ Dann ging die Essenszeit fürs Zählen drauf (und für den Kampf mit dem Zählgerät, das erst meinte, meine Zellen, die im Mikroskop noch total gut ausgesehen hatten, seien alle tot) und das erste mal aß ich dann um halb eins was, als ich wieder zu Hause war. Mein Körper dankt es mir mit Kopfschmerzen. 

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Gestern kamen meine bestellten Fahrradreifen mit Spikes an und Herr Rabe zog sie mir gestern Abend noch aufs Rad. Ich kann jetzt also wieder fahren. Auch wenn das bei -9 Grad nicht so ganz viel Spaß macht. Aber die Reifen machen Spaß, damit kann man echt über die spiegelglatten Parkplätze radeln ohne sich vor Angst in die Hose zu machen. 

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Es sind -9 Grad. Unsere Wohnung ist kalt. Zwei Heizkörper sind ein Witz, selbst mit Kamin an kriegen wir es nicht in der ganzen Wohnung warm. Also holte Herr Rabe heute die Zusatzheizungen (kleine Ölheizungen auf Rollen) vom Dachboden. Der Stromanbieter dankt. 

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Ich hab beim Nähen einen Bock geschossen. Genau genommen habe ich schon beim Ausschneiden des Schnittmusters einen Bock geschossen, das aber nicht gemerkt, bis ich mich heute am bereits zusammengenähten Pulli fragte, warum der Ausschnitt am Rücken genauso groß ist wie vorne. Äh ja. Da war ich wohl wegen zu vieler zu bunter Linien und gestrichelt/gepunktet/durchgezogen für vorne/hinten/gerader Schnitt durcheinander gekommen. Tjanun, so verbrachte ich heute einige Zeit damit, über das Fixen von Fehlern zu Sinnieren. Meine Strategie auch dieses Mal: es auffällig korrigieren, damit es aussieht, als wäre es Absicht. So mache ich es immer dann, wenn es sich nicht so fixen lässt, dass man den Fehler wirklich gar nicht mehr sieht oder bemerkt. 

 Bilder gibt es, wenn der Pulli fertig ist. 

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Pippi die kleine Fressmaschine kommt jetzt immer aus dem Kindergarten und wetzt direkt zu ihrem Hochstuhl. Wenn man sie dann nicht reinsetzt, versucht sie unter demonstrativem Gemecker selbst reinzuklettern (Danke, Stokke, dass das nahezu unmöglich ist). Der Grund: auf dem Tisch steht meistens noch ein Rest vom Frühstücksgrøt. Und Pippi hat offensichtlich nach dem Kindergarten erstmal riesigen Hunger. Dann wird alles gegessen, was man ihr vorsetzt: der Frühstücksrest, der Rest aus ihrer Brotdose, Brot, Obst, whatever, Hauptsache schnell und viel. Heute war sie laut Herrn Rabe schon beim Abholen enttäuscht, dass keine Brotdose mit Resten in ihrem Rucksack war. Spielen macht wohl sehr hungrig. (Ich finde das gut, dann muss ich mir vielleicht nicht noch mal von der Helsesøster anhören, dass Pippi ja ruhig etwas zulegen könnte, weil sie ja „leicht unterdurchschnittlich groß und schwer“ ist.)

Tag 452 – Endlich Wochenende. 

Ich weiß auch nicht so richtig, warum, aber diese Woche war furchtbar anstrengend. Hier ist eine Mischung aus PhD-Letztjahr-Panik, Backenzahntralala und allgemeinem Autonomiephasenhorror ausgebrochen. Ich möchte am liebsten eine Woche lang schlafen, dabei hab ich gar nicht mal wenig geschlafen in letzter Zeit. Das Wachsein ist grade nur sehr anstrengend. Da bin ich dann Freitag Abend auch einfach froh um ein Glas Rotwein, ein bisschen Schoki und die letzte Folge der ersten Staffel von Sherlock (nochmal geguckt, weil wirs können!). Selbst mit Pippi halb auf dem Schoß, weil Schlafen ohne uns im Moment mal wieder gar nicht geht. 

Und jetzt: Bett. Morgen kein Wecker. Uff. 

Tag 446 – Michel spielt. 

„Mamaaaa? Du bist der Braunbär und ich die Giraffe!“. Ich kann kaum noch meine Augen aufhalten, so müde bin ich. Beim Vorlesen eben bin ich mitten im Satz eingeschlafen. Das heißt, nicht mitten im Satz. Ich sagte einen total falschen. Auf die Frage „Warum sind die Autos so platt?“ (Weil es ein Schrottplatz ist) kam aus meinem Mund ein schläfrig gelalltes „Es ist ein LKW-Unfall.“. Hallo Unterbewusstsein. Jedenfalls kriege ich in dem Zustand einen Duplo-Bären in die Hand gedrückt. Und gleich wieder weggenommen: „Hallo Bär, wir müssen so Westen anziehen. Und Stiefel. Und einen Helm. Wir bauen jetzt ein Haus.“ Michel zieht dem Bäten und der Giraffe imaginäre Bauarbeiterausrüstung an. Meine Augen rollen schon wieder lustig rum beim Versuch, nicht einzuschlafen. Aber brav setze ich, also der Bär, Klötze auf die Duploplatte. Dann holt Michel ein Flugzeug. Der Bär und die Giraffe fliegen in ein fremdes Land und finden einen Apfelbaum. „Die Äpfel sind aber nur Nachtisch. Giraffe isst eigentlich Blätter und der Bär Fisch. Und auch Blätter vielleicht.“ Jetzt fängt Michel an, zu Brummen. „Was ist das?“ fragt er in Giraffenstimme den Bären. Der Bär sagt „Mmm, mal überlegen, vielleicht ein Eisbär?“. Michel wühlt in der Duplokiste und zieht einen Eisbären raus. „Ich bin der gruselige Eisbär, roooaaar!“ „Oh nein, Bär, komm, wir müssen das Haus schneller bauen, dann können wir uns verstecken!“. Michel und ich, also Giraffe und Bär bauen ganz schnell. Michel findet einen zweiten Eisbären. „Mama, das ist der beste Freund vom Bären. Der hat einen Kran.“ Sprachs und baute einen Kran. „Der kann so laufen, der ist nämlich ein Roboter.“ Der Kran kommt angewackelt und wir bauen am Haus, ständig begleitet vom bedrohlichen Grummeln des gruseligen Eisbärs. Irgendwann ist es fertig, wir setzen gerade das Dach drauf, als „ROOOOAAR!!!“ der gruselige Eisbär angreift. „Hä? Wo sind die denn hin? Hallo? Bär? Giraffe? Wo seid ihr?“ Der gruselige Eisbär sucht uns. Aber wir sind versteckt, uns findet keiner. Da zieht der gruselige Eisbär beleidigt ab, fällt vom Sofa und ertrinkt im Meer. 

Und ich bin jetzt wach.