Tag 327 – Schlafen wie ein Baby, wer will das schon?

Pippi ist vom Wochenende total geschafft. Gestern waren wir auf einem ersten Geburtstag und da fiel der Mittagsschlaf bis auf 5 Minuten im Auto für sie aus. Als wir dann nach Hause fuhren, schlief sie natürlich wie ein Stein ein und wir mussten sie zum Abendessen wecken, was sie uns ziemlich übel nahm. Die Nacht war dann furchtbar. Dauergestille vom Feinsten. Das heißt, sie stillt ja nicht mehr richtig, und das Dauergenuckel habe ich auch scheinbar erfolgreich unterbunden. Also nuckelt sie kurz, ich docke sie ab, sie rollt sich weg und schläft weiter. Aber letzte Nacht wollte sie halt jede Stunde (oder öfter?) kurz Nuckeln. Vielleicht lag es auch dran, dass sie, scheinbar angepisst, weil ich auch das Kneifen und Kratzen nicht möchte, nach ausgiebigem Stillen dann erst noch herumlabern und zappeln wollte, bevor sie ohne Brust einschlief. Neben mir, einfach so. Vielleicht war das noch zu viel Neues. Jedenfalls war sie heute auch einfach k.o. und machte zwei Stunden Mittagsschlaf auf Herr Rabe. Danach war sie den ganzen Nachmittag wach, ohne das sonst übliche zweite Schläfchen. 

Ich glaube langsam, dass sie sich auf den Kindergartenrythmus vorbereitet. Ein ausgedehnter Mittagsschlaf, ansonsten Spielen, Quatsch machen, Sachen lernen. Abends dann nach dem Essen direkt ins Koma fallen. 

Mir solls recht sein. Solange ich irgendwann auch mal wieder etwas Schlaf am Stück kriege. 

Tag 326 – Versteckkönig. 

Michel hat gestern die Fernbedienung vom Apple-TV als Telefon benutzt und danach fanden wir sie nicht wieder. Heute morgen sagte dann Herr Rabe auf Michels Nachfrage, dass wir gerne gleich Sendung mit der Maus gucken könnten, aber zuerst müssten wir die Fernbedienung wieder finden. 

Michel: „Warte kurz, ich gucke Fernbedienung finden!“ *sprintet zum Sofa, reißt alle Polster auseinander, triumphiert* „Guck ma, ich entdeckt hab, hahaha!“ 

Er hält die Fernbedienung wie Arthus das Schwert gehalten haben muss, damals. Als wir ihm alle gebührenden Respekt gezollt haben, steckt er sich die Fernbedienung vor unseren Augen unter den Pulli. Es macht eine riesige Beule direkt auf seiner Brust. 

„Oh, nein, Mama! Fernbedienung wieder verschwunden ist! Du suchen!“

Ich frage Quatschmäßig verschiedene Orte ab, Michel verneint lachend. 

Ich: „Ooooder ist die vielleicht in deinem Pulli?“ 

Michel zieht unter Gekicher die Fernbedienung hervor. Geht zum Regal und holt ein Buch. Legt die Fernbedienung rein und klappt das Buch zu. Die Seiten des Pappbilderbuches klaffen auseinander. 

„Mama? Wo Fernbedienung ist?“ *giggelgiggel*

Ich frage wieder diverse Orte ab, bis ich beim Buch angekommen bin. Unter einem Lachanfall wird die Fernbedienung herausgezogen. Danach stapft Michel zum Regal, zieht eine Box raus, steckt die Fernbedienung (immer alles vor unseren Augen, ne?) rein, schiebt die Box zurück, geht einen Schritt zurück, begutachtet sein Werk, geht zurück zum Regal, schiebt die Box etwas extra rein und bleibt direkt vor dem Regal breitbeinig stehen, damit wir die Box nicht sehen.

„Mama, du Fernbedienung noch mal suchen! Wieder verschwunden!“ *breitestes Grinsen der Welt*

Tja, und da konnte ich meinen Lachanfall leider nicht mehr zurückhalten. Dieses Kind, ey. Zum Knutschen. 

Tag 322 – Da sind sie. 


Und sie leben auch alle, als wir nach Hause kamen von unserem Ausflug (wir kauften den Fahrradanhänger einer Kollegin von mir, blieben spontan zum Essen/Spielen/Eis…) dachten wir nämlich erst, sie wären ausgebüchst, dabei hatten sie sich nur unter den Gurkenscheiben versteckt. Ich freu mich sehr. Michel freut sich auch und ist total fasziniert und würde wohl am liebsten 24/7 Schnecken gucken: „Mama da guckt so bisschen raus! Guck ma, Mama, der da hinschwimmt! Der Gurke essen will elleicht!“.

Ach ja: Michels Bett wurde auch geliefert, dass muss jetzt nur noch vom Laden abgeholt werden. Und ich habe heute die kompletten Daten vom RNA-Versuch gesehen: es ist ein Traum. Echt jetzt. Ich muss mir da kurz ein bisschen auf die Schulter klopfen. Replikate top, Fehlerbalken winzig, und sogar das Ergebnis macht Sinn. Die Daten sind so gut, dass ich meinem Chef sogar heute gesagt habe, dass ich es sinnvoller fände, das von der Proteingeschichte abzuspalten und separat zu veröffentlichen. Das wird sonst nur unübersichtlich und weniger zitiert. Da kam ich mir sehr mutig vor. (Ab morgen hat er drei Wochen Urlaub, er fliegt nach Bali, da kann man schon mal mutiges Zeug vorschlagen vorher.)

Alles in allem ein sehr erfolgreicher Tag. 

Tag 319 – Vielleicht ein kleiner Fortschritt. 

Wochenende mit müden Kindern, also alle drei, irgendwie. Dafür schlief Pippi gestern immerhin zwei mal zwei Stunden im Beistellbett, und heute schläft sie da auch schon seit halb neun, mit einer Unterbrechung wegen durchgeschwitzt, als ich gerade Tanken war. Entsprechend sitze ich jetzt mit Bier auf dem Sofa und höre Fußball und kann mein Glück kaum fassen. 

Überhaupt gestern das mit dem Schlafen, das war ja so ne Sache. Ich fuhr gestern mit Michel zu IKEA, um den Matratzenkauf für sein neues Bett vorzuziehen. Unsere aufblasbare  Gästematratze ist nämlich im Eimer (die Kackdinger, echt mal, das ist schon die dritte!) und wir wollten A. samt Baby nicht einfach aufs Sofa verweisen. Bei IKEA war Family-Tag und die Hölle los. Es war schrecklich. Echt. Michel findet das Småland auch einfach gruselig und dann gab es noch an jeder Ecke Gedöns zum Probieren und Quatsch zum Gewinnen und und und. Furcht-bar. Jedenfalls, zurück zum Thema, kaufte ich eine Matratze und Laken und ein Pee-sheet und eine zusätzliche Bettdecke und ein zusätzliches Kissen. Denn, so dachten wir, Michel kann ja, wenn er nachts angetrottet kommt, im Beistellbett schlafen, der passt da ja noch ganz gut rein und Pippi schläft da ja eh nicht drin. 

Einmal probierte ich es gestern noch. Die letzten Abende war Pippi immer aufgewacht, sobald ich mich rührte. Nicht so gestern: ich stillte sie im Beistellbett, sie schlief ein, ich stand auf UND SIE SCHLIEF WEITER! Der Hammer. Irgendwann wurde sie wieder wach, ich quetschte mich noch mal zu ihr, sie nuckelte und schlief wieder ein. Ich stand auf UND SIE SCHLIEF IMMER NOCH WEITER! Wie geil* das ist in der Position einzuschlafen, die man selbst bevorzugt, merkt man ja auch erst, wenn man seit über einem Jahr (in den letzten Schwangerschaftsmonaten schläft man ja auch nicht mehr irgendwie, sondern eher wie ein an Land gespülter Wal) in suboptimalen Stellungen geschlafen hat. 

Jedenfalls konnte ich dann ca. zwei Stunden so schlafen, dann war Pippi wach und ich holte sie rüber und sie schlief wieder ein. Dann kam irgendwann Michel und ich bugsierte ihn ins Beistellbett. Pippi machte sich sehr breit, aber immerhin waren wir nur zu dritt im Bett, das geht schon. Gegen acht wurde Michel wach und wollte kuscheln, Pippi lag eh inzwischen quer in unserem Bett, also quetschte ich mich zu Michel. In das 70 x 140 cm Kinderbett, jaja. Michel wurde das recht fix zu eng (Überraschung) und er weckte Herrn Rabe um aufzustehen. Ich checkte die Lage im großen Bett: Pippi belegte es sozusagen im Alleingang. Ich blieb einfach im Kinderbett liegen. So schliefen Pippi und ich weiter: bis zehn. So schön. Zehn. Hach. (Natürlich haben wir nicht durchgeschlafen. Pippi wacht nach wie vor ca. alle zwei Stunden auf, nuckelt kurz und schläft dann weiter. Ich bin jedes Mal kurz mit wach. Ohne Scheiß*: es ist ein Wunder, dass ich noch lebe. Hätte mir das vor den Kindern wer gesagt, dass es so übel werden würde, ich hätte geschworen, das nicht zu überleben. Aber Tadaaa: irgendwie geht’s doch.)

Also so war das gestern. Mal sehen, ob es heute wieder Reise nach Jerusalem mit Bettplätzen veranstaltet wird. Bis jetzt sieht es ganz gut aus. 

*Ja, es gibt schönere Wörter. Ist mir egal. 

Tag 317 – Mix. 

Ich habe jetzt Zugang zu einem der „Fahrradkäfige“ am Krankenhaus. Es kostete mich ein etwas weirdes Gespräch mit einem der Zugangskontrollentypen, in dessen (ausgesprochen kurzemund sachlichem) Verlauf er es schaffte, dreimal meinen Vornamen zu nennen. Ich finde sowas komisch. Aber das Fahrrad in so einem Ding abgestellt zu wissen, beruhigt ungemein. 


Wir haben seit heute Abend Besuch von unserer Osloer Freundin A. und ihrer Babytochter. Babys, die noch nicht mal drei Monate alt sind, sind sehr klein. Und sehr sehr niedlich. Pippi hat das Baby auch zweimal etwas verschämt angefasst und dann ganz schnell zu einem Erwachsenen geguckt, um zu überprüfen, ob wir gesehen haben, wie mutig sie ist. 

Nach dem Kindergarten waren Pippi, Michel und ich Zeug für die Schnecken kaufen. Und ein Fahrradschloss. Als wir zu Hause waren, nölte Michel erst ein wenig rum, wollte sich dann nicht die Hände waschen sondern legte sich stattdessen auf den Badezimmerfußboden und… schlief einfach ein. Herr Rabe packte ihn dann schlafend und mit ungewaschenen Händen in einen Schlafanzug und ins Bett. Und er schläft noch immer. 

Bei der Arbeit heute viel Lob für was bekommen. Also für was gearbeitetes. Und für den Kuchen. Aber „wow, this is awesome, look at those error bars“ ist mir im Arbeitskontext doch wichtiger als Kuchenlob. Obwohl der Kuchen auch einfach echt lecker war. 

Und weil ich das so supidupi gemacht hab, darf ich jetzt in der Zeit wo alle anderen Urlaub haben ein paar wichtige Dinge tun und das ist auch ganz schön. 

Dafür hat der Quatsch, den ich an meinem eigenen Projekt gemacht hab, einfach mal gar nicht geklappt. Wir bestellen jetzt ein neues Kit (und vielleicht hasse ich dieses Drecksprotein inzwischen gar sehr).

Die Schneckenfrau nervt mich etwas. Ich sollte alles was ich brauche schon vor dem Verschicken besorgen. Ich tat, wie mir geheißen. Jetzt will sie Fotos vom eingerichteten Terrarium* sehen. Ich überlege, ihr Fotos von Michel und Pippi zu schicken, damit sie sieht, dass ich mich durchaus um Lebenwesen kümmern kann. 

Das Ganze erinnert mich an die Geschichte, wie meine Ex-Kollegin mal Garnelen fürs Aquarium kaufen wollte. Der Verkäufer wollte genauestens wissen, was für ein Aquarium sie hat, mit welchen Pflanzen drin, welchen Fischen usw. Am Ende verlangte er von ihr, ihm zuerst Wasserproben aus dem Aquarium zu schicken, bevor er die Garnelen an sie verkaufen würde. Sie kaufte dann woanders welche. 

*aufgrund der noch nicht vorhandenen Größe der Babyriesenschnecken ist das erste Terrarium eine Plastikbox mit Deckel, in die ich noch Luftlöcher bohren muss. Das hat die Schneckenfrau mir so geraten und vermutlich ist das auch schlau so. 

Tag 315 – 11 Monate

Ach du kleine Pippimaus,

Ich hab dich so lieb. Kannst du nicht noch ein bisschen weiter mein Baby bleiben? Also, das ist zwar ganz schön, dass du jetzt stehen kannst und eifrig mit dem Laufwagen durch die Gegend tappst. Oder an meinen zwei Händen unermüdlich deine Runden drehst. Und nie hab ich niedlichere Hasenzähnchen gesehen. Aber letztlich sind das ja alles Zeichen, dass die Babyzeit vorbei geht. Schon fast vorbei ist, um genau zu sein. 

Klar, nicht alles am Babys haben ist toll. Der Schlafentzug ist mies. Geschrei im Ohr ist unschön über nervig bis zermarternd, je nach Dauer und Intensität. Windeln wechseln ist so geht so, vor allem wenn man dabei angebrüllt wird. 

Trotzdem ist auch ein futzikleines Tränchen in meinem Augenwinkel, wenn ich dich so angucke, wie du dir die Nudeln reinschaufelst. Eben noch wolltest du nur gestillt werden. Eben noch wolltest du auch nur getragen werden. Immer bei mir sein. Auf mir schlafen, auch nachts. Und jetzt brauchst du das alles nicht mehr. Du findest das Stillen zwar noch ganz nett, aber richtig aus Hunger scheinst du das nicht mehr zu machen. Das eigene Bett wird immernoch abgelehnt, aber du willst jetzt in unserem Bett deine Freiheiten haben und zappelst herum, bis du die beste Mischung aus Nähe und Wärme und Distanz und frischer Luft gefunden hast.  

Aber unter der Decke werden mir immer heimlich die Füßchen rübergeschoben.


Ich gebe gerne zu, dass ich die Babyzeit vermissen werde. Ich vermisse auch die Babyzeit mit Michel, die ersten Male, die Babygrinser und Babyschmatzer und die leuchtenden Babyaugen, wenn man Quatsch mit euch macht. Glucksendes, quietschiges Babylachen. Echte, ungespielte Begeisterung über die simpelsten Dinge. Oder die Konzentration, mit der ihr Dinge tun könnt. Die Phase, das weiß ich immerhin, wird noch etwas andauern. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie Michel ewig probierte, den sternförmigen Klotz durch das runde Loch zu prömmeln. Immer und immer wieder. Irgendwann gab er frustriert auf. Nahm den Deckel von der Box und pfefferte den Klotz so rein. Legte den Deckel wieder drauf und suchte sich was anderes zum Spielen. Ich war in dem Moment sehr stolz und dachte: mein großes Kind. Hach. 
Aber das ist eben was er da wurde und du jetzt auch langsam wirst: ein großes Kind. Eins mit starkem Willen und großem Ausdrucksvermögen, auch wenn noch keine Worte außer „Mamamamamama“, „Dada“ und „Banane“ dabei herauskommen. Man weiß bei dir sehr schnell, was du meinst. Du kuschelst auch noch gerne, keine Frage. Doch es ist etwas anderes, ein winziges Baby zu bekuscheln, das Haut spüren und riechen und Herzschlag hören möchte, als ein großes Baby, fast Klein(st)kind, das sich aktiv anschmiegt und die perfekte Position sucht, um die Nase in meinem Hals zu vergraben. 

Die Babyphase kommt nicht zurück. Deine ist fast vorbei. Es bleiben nur Erinnerungen, Fotos, dieses Blog. Ein Hauch von Babygeruch, eine ganz schwache Ahnung, maskiert durch Sonnencreme, Dreck und Kinderschweiß. Ein Anklang an Babyzeiten, wenn mir am Morgen zwei bis vier Füße zwischen die Beine geschoben werden. Ein gemurmeltes „Hand halten, Mama.“ statt verliebter Blicke beim Stillen. 

Wird alles anders. Wird alles gut. Und ein bisschen werdet ihr wohl immer meine Babies bleiben. 

<3

Deine Mama

Tag 311 – Fußball nach Michels Art 

Michel hat heute mit Herrn Rabe etwas Fußball geguckt. Ich sach mal so: ich würde ihn jetzt nicht morgen im Fußballverein anmelden. Michel jubelte nämlich jedes Mal „Tooooor!“, wenn das Tor nur irgendwie im Bild zu sehen war. 

Nach dem Essen spielte er aber trotzdem alleine Fußball und das ging so:

  • Fußballtasche packen: Becher (zum Trinken), Fußballhandschuhe (zwei Waschlappen), Ball (eigentlich ein kleiner, weicher Handball, mit dem er auch drinnen spielen darf), Brot, alles in einen alten, viereckigen Waschmitteleimer gestopft. 
  • Losgehen: „Tschüss Mama, Papa, ich jetzt Fußball schon mal vor gehe, ihr gleich kommen und mich angucken, Pippi* auch! Tschühüüüss!“. Dabei kräftig winken. 
  • Im Wohnzimmer: Ball auspacken, Waschlappen an die Hände ziehen. 
  • Ball losschießen, Richtung egal. 
  • Auf den Boden schmeißen und wild herumwälzen.
  • „Tooooor!!!“ brüllen. 

So geht das wenn man alleine ist. Wenn dann das Publikum angereist ist und Papa  spontan als Gegenspieler verpflichtet wird, geht es etwas abgewandelt weiter:

  • Mama eine Flagge organisieren (eine norwegische, andere haben wir nicht). 
  • Die ratlose Mama anleiten, das Startsignal zu geben. 
  • Auf „Achtung, fertig, los!“ und das Hochnehmen der Flagge den Ball irgendwo hinschießen oder werfen.
  • Enthusiastisch „Toooooor!!!“ brüllen.
  • Mama die Flagge aus der Hand reißen, Papa „Jetzt du so schießen!“ zurufen.
  • Den von Papa gekickten Ball mit der Flagge über den Boden schieben, schlagen oder dribbeln.
  • „Yeeessss!!!“ brüllen und Papa die Handschuhe übergeben. 

So ist Fußball viel einfacher und lustiger, als es mir bisher vorkam. 

*Pippi ist natürlich Michels größter Fan. Vor Freude quietschend und Duplo-Klötze aneinanderhauend stand sie am Hocker und kriegte sich gar nicht mehr ein.  

Tag 309 – Playdate deluxe

Wir waren heute zum Grillen und Spielen eingeladen, bei H. In Michels Kindergarten ist nämlich direkt nach dem Fahrrad-Hype die Besuch-Seuche ausgebrochen. Wirklich jeden Tag wenn ich Michel abhole nölt irgendein Kind seine Eltern an: „XYZ søøøp mæææ!“. Beim ersten Mal musste ich eine Betreuerin um Übersetzung von Kinder-norwegisch ins norwegische bitten. Es heißt eigentlich „XYZ (skal) besøke meg!“ also „XYZ soll mich besuchen!“. Letzte Woche war deshalb H. hier und wir heute bei H.

Kurzer Exkurs: ich mag keine Playdates. Meistens bin ich angespannt weil ich versuche, auszuloten, wie viel Einmischung in das Spiel von mir erwartet wird. Das perfekte Playdate für mich wäre eines, bei dem ich nicht bei sein muss. (Oh, was freue ich mich darauf, dass eines Tages die Kinder einfach sagen „Ich geh zu XYZ zum Spielen! Zum Essen bin ich wieder da! Tschüss, bis nachher!“) Das zweitbeste ist, wenn ich und eventuelle andere Betreuungspersonen einfach rumsitzen und Kaffee trinken und schnacken, während die Kinder das Kinderzimmer (oder eine sonstige Spielfläche) auseinandernehmen. 

So gesehen war das Playdate heute nahezu perfekt. Michel und H. ölten rum, Pippi ölte mit, Herr Rabe beaufsichtigte das ganze im Garten und feuerte derweil den Grill an, ich machte mit H.s Mama (M.) den Rest fürs Essen fertig. Wir gingen raus, aßen, dann gingen Michel und H. rein und nahmen das Kinderzimmer auseinander, Pippi schlief total fertig nach drei Schlucken Stillen ein und wir Erwachsenen schnackten einfach im Garten weiter. Nach einiger Zeit, in der man nichts von drinnen gehört hatte, nahm ich schon fast an, Michel und H. schlafend im Bett vorzufinden, aber nein,

*** grade hat Pippi auf Veröffentlichen geklickt, toll, Pippi! ***

aber nein, sie saßen in einem Haufen Brio-Schienen und lasen. H. Hatte sich Regenzeug und einen Fellhut angezogen und schwitzte wie ein Schwein, war aber glücklich. Da die beiden ja direkt vom Kindergarten ins Playdate gestartet waren, schickten wir sie gemeinsam duschen. Auch das ging ohne Probleme. Danach bekam Michel noch saubere Sachen von H. („Da passt der eh nicht mehr rein!“) und Michel und H. von M. vorgelesen und dann verabschiedeten wir uns und trugen und schoben und quatschten unsere übermüdeten Kinder nach Hause. Zu Hause fix Zähne geputzt und ab ins Bett und Michel schlief wie ausgeknipst ein. 

Das war echt schön, ein echt schöner Nachmittag und Abend. 

Und das was daran am verwunderlichsten ist? M. ist Norwegerin. 

Tag 308 – Was wurde eigentlich aus…?

Stoffwindeln?
Tja, hmm, sagen wir mal so: Pippis Po hat entschieden, dass er Stoffwindeln nicht gut findet. Es gehen nur die FuzziBunz (Microfaserfleece innen, die alles was nass ist zum Saugkern ableitet), (nasse) Baumwolle direkt auf der Haut geht überhaupt nicht, die FuzziBunz halten aber keine 3 Stunden dicht, also für nachts sind die definitiv nichts. Nun ja, mir geht die Gesundheit der Haut meines Kindes vor einer gefühlten Weltrettung, also probieren wir nicht weiter rum sondern es gibt eben nachts und unterwegs und wenn wir mal wieder zu faul zum Wäsche zusammenlegen waren Wegwerfwindeln.

… dem E-Rad?
Ist unterwegs, auf einem LKW. Gestern bekam ich einen Anruf vom Zoll in Oslo, heute eine Email mit der Rechnung für Umsatzsteuer und Zollgebühr (wie erwartet). Das habe ich dann überwiesen, dann vergessen, denen den Überweisungsbeleg zu schicken, das aber heute Abend nachgeholt. Es sollte also bald weiterfahren, mein Fahrrad. 

… der Haut?
Ich teste fleißig neue Produkte, im Moment die Paulas Choice „Clear“-Serie (normal stark). Wenn das alle ist (soll etwa zwei Wochen reichen, ich glaube es wird deutlich länger reichen, scheinbar bin ich sparsam. Dabei lässt mein innerer Monk mich immer sehr genau mit der Abschätzung von ca. 1 mL pro Portion sein. Vielleicht ist 1 mL doch mehr, als ich bisher glaubte (und aus meiner Pipette kommt).) habe ich noch die „Resist“-Serie zum Testen da (normale bis ölige Haut). Bisher bin ich von der Clear-Serie nicht so ganz überzeugt, aber ich brauche die Tester auf jeden Fall auf, bevor ich mich entscheide.

Babyfüßen?
Voll supi. Machen Sie Babyfüße! Es schuppte und futzelte und machte und tat zwar geschlagene zwei Wochen, aber das Ergebnis spricht echt für sich. Hornhaut ist zwar noch da, also mit Pippis Füßen kann ich nicht mithalten, aber mit Michels durchaus. Und ein bisschen Hornhaut unter den Füßen hat ja durchaus auch einen Sinn. Rissige, trockene Hornhaut braucht aber kein Mensch und die ist jetzt komplett weg. Jetzt versuche ich immer nach dem Duschen eine gute Portion Handcreme auf die Füße zu machen, um den Status längstmöglich zu erhalten.

Laufen und anderem Sport?
Ja, also Laufen ist nach wie vor nicht mein Ding. Obwohl die Schuhe echt unglaublich bequem sind. Bei anderem Sport war ich in den letzten Monaten sehr faul. Leider weiß ich mir aber auch keinen Ausweg, außer einer Wieder-Anmeldung beim rosa Fitnessstudio und dann da zu den Abend-trainings gehen. Ich würde auch gerne ab Sommer wieder Ballett machen, aber das ist außerhalb der Uni sehr sehr teuer und in der Uni gefiel mir der starke Fokus auf die Vorführung nicht. Kurz: ich weiß es nicht. Muss aber was machen, sonst roste ich ein.

Migräne?
Ich werde nicht schreiben, dass ich seit Ewigkeiten keine Triptane nehmen musste. Ich werde nicht schreiben, dass ich seit Ewigkeiten keine Triptane nehmen musste. Ich werde nicht schreiben, dass ich seit Ewigkeiten keine Triptane nehmen musste. Ich werde nicht schreiben, dass ich seit Ewigkeiten keine Triptane nehmen musste. Ich werde nicht…

Pippis Bett?
Haha. Pippi schläft weiterhin in unserem Bett. Michel meist auch etwa die Hälfte der Nacht. Das Babybett wird verschmäht, obwohl es direkt an unserem steht. Es ist sehr eng bei uns nachts. Vielleicht probieren wir es noch mal mit einem eigenen Bett, das eben nicht direkt an unserem steht, sobald sie halbwegs durchschläft. Wovon wir im Moment noch weit entfernt sind. Ich bemühe mich aber, das nächtliche Stillen und vor allem das Nuckeln ohne Stillen stark einzuschränken und hoffe, mir langfristig eine siebenstündige Stillpause schaffen zu können. Da Pippi aber ja noch nicht mal ein Jahr alt ist, will ich sie nicht einfach abrupt entwöhnen, sondern mache das so sanft wie möglich. Wir sind jetzt bei nur noch einem kurzen Meckerer, wenn ich sie nach kurzem Genuckel (ohne Trinken) wieder abdocke. Gefühlt schläft sie dann auch besser, wenn sie ohne Brust im Mund einschläft und das dann beim Aufwachen ja auch so ist.

Michels Bett?
Gute Frage. Wir haben Entscheidungsschwierigkeiten, wie eigentlich immer. Kaufen wir lieber ein Modulbett, zu dem es neue „Teile“ auch in ein paar Jahren noch geben wird, das man dann zum Beispiel zum Etagenbett umbauen kann, oder zum Hochbett, oder zu zwei einzelnen Betten? Man könnte da sogar ein Spezialmaß bekommen, vielleicht passt ja doch was zu der runden Ecke? Aber das kostet natürlich, leider auch nicht zu knapp. Oder kaufen wir lieber zwei IKEA-Betten, und machen so fancy-schmancy „einfach mal“ ein Etagenbett draus, das Internet ist ja voll von Beispielen? Aber das braucht dann Zeit und Hingabe und hahaha, haben wir ja beides grade nicht. Und dann ist das auch wieder nicht mehr ganz so billig, mit extra Material und so. Es gibt sogar eine Excel-Tabelle mit allen möglichen Kombinationen und Preisen dazu und Pro und Contra. Hilft trotzdem nicht. Sie sehen: es ist schwierig. 

Pippis Schielen?
Pippi schielt nicht. So wurde es Herrn Rabe beim Augenarzt bestätigt. Wahrscheinlich ist sie aber auf einem Auge kurzsichtig. Wie soll ich sagen: es würde mich nicht wundern. Sorry, Pippi, für die Gene. Nächste Kontrolle ist in ein paar Monaten, bis dahin müssen wir ihr beigebracht haben, auf die Katze zu zeigen, das konnte sie nämlich beim Sehtest nicht, weil sie halt einfach noch nicht zeigen kann, egal ob Katze oder Hund.

Baby Led Weaning?
Super gut, kann ich nur empfehlen, man sollte sich aber vor Dreck und Sauerei beim Essen und danach jedes Mal über Kind, Tisch, Stuhl und Boden wischen müssen nicht scheuen. Dafür kenne ich kein anderes Kind in dem Alter, das so klar machen kann, was sie will und das derartige Mengen an ganz normalem Essen isst. Wir achten eigentlich nur noch darauf, dass es nicht zu heiß ist und dass sie es irgendwie klein kriegt (erstaunlich, was zwei halbe und zwei viertel Zähne da ausrichten!), den Rest macht sie selbst. Und beim Trinken müssen wir noch helfen.

… Stillen?
Machen wir trotzdem noch. Hauptsächlich nachmittags und abends. Sie hat aber nach dem Stillen schnell wieder Hunger und will was anderes.

… den Wartepflanzen?

Leicht übergriffige Minigurke. (Foto von 22 Uhr.)

Wachsen und gedeihen. Seit heute auch die Minigurken und die extrem schnell gewachsenen Zuckererbsen draußen (nachdem die Minigurke schon seit ein paar Tagen versuchte, das kleine Sukkulentenbäumchen auf der Fensterbank mit ihren Festhalteschnurpseln zu erwürgen).


Hab ich noch was vergessen? Fragen Sie mich ruhig, wenn Sie noch lose Fäden irgendwo aufgesammelt haben!

 

Tag 304 – Heute nur Gemotze

Hrmpf. Alles ist heute Hrmpf.

Haut: Hrmpf. Eine Woche mit dem teuren Zeug und der Gegen-Akne-Reihe und ich habe exakt so viele Pickel wie vorher, meine Poren sind genauso groß, mattierende Tagescreme mattiert nix, Mitesser sind auch noch da. Also entweder ich mache was grundlegend falsch, oder ich hab da noch nicht die richtige Pflege für mich gefunden. (Wobei sich die Tagescreme schon gut auf der Haut anfühlt, auch der Reiniger fühlt sich gut an, nur gehen eben die Probleme nicht weg. Und dafür ist das Zeug dann einfach zu teuer, in Norwegen ja eh, weil Norwegen.)

Arbeit: Hrmpf. Gestern ewig lang im Meeting gesessen, versucht mit dickem Kopf schlaue Fragen zu stellen, versucht dem wirren Hin-und-her meines Chefs und eines unfassbar selbstverliebten Doktoranden zu folgen. Am Ende dann sagte ich: „Also ich warte jetzt einfach auf Zellen von dir?“ – „Jupp.“ Naja also das hätten wir schneller haben können. Und weil das Meeting so ewig dauerte, gerade irgendwelche Deadlines sind, mein Chef heute nicht da war und so weiter wird mein Es-brennt-mir-unter-den-Nägeln-Thema mindestens auf Montag verschoben. Hrmpf. 

Mutter: Hrmpf. 

Pippi slash Nachtschlaf: HRMPF! Schrieb ich nicht vor ein Paar Tagen noch, dass sie ja halbwegs schlafen würde? Das war dämlich von mir, damit habe ich Murphy heraufbeschworen und jetzt sind wir bei Wenn-Du-mich-nicht-pausenlos-an-dir-rumnuckeln-lässt-brülle-ich-alles-zusammen. Ich werde bekloppt. Seit Tagen kaum noch Schlaf, es kommt auch kaum noch Milch nachts, weil sie nachmittags und abends alles wegtrinkt (für mich voll ok) und es aber etwas braucht um nachproduziert zu werden. Sie will aber ja eh erstmal nur Nuckeln, das macht mich aber (vor allem in Verbindung mit Bauchkneifen und -kratzen) wahnsinnig und wird dann von mir unterbunden. Dann schreit sie sich wach (HRMPF!!!) und hungrig (AAAARRGGH!!!) und weil aber eben keine Milch musste Herr Rabe mit ihr in den letzten Nächten wirklich mitten in der Nacht Banane essen. Als sie dann letzte Nacht es schaffte, sich auf meine (leergepumpte, einstmals jugendlich-feste, jetzt nur noch traurige) Brust zu KNIEN war ich kurz davor, sie an die Wand zu klatschen. Also so geht das nicht weiter. Selbst Michel war komplett im Eimer heute. 

Nach Flügen geguckt nach Wien und zur Hochzeit meines Schwagers im Oktober: Hrmpf. Mit zwei Kindern wird sowas immer gleich unheimlich teuer. Wir werden wohl nicht zu beiden Veranstaltungen alle hinkönnen. Weil wegen zu teuer, nach Korfu (und Fahrradkauf)  möchte auch erstmal wieder etwas Geld auf die Konten eingezahlt werden. Was machen eigentlich Leute mit mehr als zwei Kindern? Nie Urlaub? Ich könnte es verstehen. 

Und dann ist ja jetzt auch noch EM. Ich finde fast nichts langweiliger, als Fußball im Fernsehen gucken. Fast nichts, weil: Langlaufski. Das löst bei mir augenblicklichen komatösen Tiefschlaf aus. Bei Fußball dämmere ich eher langsam weg. Am liebsten gucke ich es aber einfach gar nicht. Herr Rabe schon, deshalb haben wir wohl in den nächsten Wochen unterschiedliche Auffassungen von der optimalen Abendplanung. Hrmpf. 

So, und morgen geht’s wieder. Hab mich ja jetzt hier gründlich ausgehrmpft.