Tag 175 – Komischer Tag

Pippi geht es besser. Ihr Immunsystem ist scheinbar aus Stahl und hat die Bindehautentzündung nahezu über Nacht weggezaubert. Von Michel kenne ich das so nicht, bei dem wurde es immer schlimmer, irgendwann gingen die Augen kaum noch auf, alles verklebt und nur Antibiotika halfen. Pippi hatte heute morgen nur ein bisschen gelbe Krüstchen in den Wimpern hängen und das Auge war noch rot und geschwollen. Das hat aber gereicht, um Michel zu Tode zu erschrecken. Der arme musste furchtbar weinen, weil er fand, dass das ganz schlimm aussah. Ich verstand diese heftige Reaktion nicht so ganz, Pippi war ganz zufrieden eigentlich, aber Michel machte das offensichtlich große Angst. Nun ja. Er beruhigte sich dann, als ich gesagt habe, dass ich deshalb mit Pippi zum Arzt gehe. Bis zum Arzttermin, den ich erst für 13:00 Uhr ergattern konnte, war das Auge schon kaum noch rot und nur ein minibisschen geschwollen – klassischer Fall von Spontanheilung angesichts des Arztbesuchs. Aber ich hab ja nicht aus Spaß 7 Minuten das Warteschleifengedudel der Arztpraxis ertragen und im Anschluss 45 Minuten mit Pippi in der Trage das Auto aus seinem Neuschnee-Kokon befreit. Allerdings: was sagt man dann bei der Ärztin? „Ja, äh, ich weiß man sieht jetzt nix mehr, aber gestern wars ganz arg. Und bei meinem anderen Kind ist das nie von selber weggegangen, ehrlich!“ So ähnlich wars, aber wenigstens sagte mir die Ärztin zu, dass ich, sollte es nochmal schlimmer werden, auf SMS-Zuruf ein E-Rezept für Augentropfen kriege. Es war also nicht ganz umsonst, ans andere Ende der Stadt zu gurken (Memo an mich: nochmal gucken, ob hier in der Nähe ein Hausarzt Kapazitäten hat. Möglichst die Ärztin von Michel, die ist nett.) Und wo ich schon mal am anderen Ende der Stadt war, hab ich nochmal schnell beim Stoffladen vorbeigeschaut und mir Nähgedöns gekauft, das geht immer. Sonst geht auch immer Stoff, aber ich muss erstmal meine Vorräte wegnähen, bevor ich neue Stoffe kaufen darf. Das hab ich mir selbst auferlegt. Dann noch schnell Maiskringel für Pippi und im Hurra-sie-hat-einmal-zufrieden-am-Schnuller-genuckelt-Überschwang ein Schnullerband besorgt. Zu Hause etwas ferngesehen und Pippi bei ihren Krabbelversuchen beobachtet – hätte ich mir ja denken können, dass sie sich mit Robben nicht zufrieden gibt. Aber ein Knie und den gegenüberliegenden Arm anheben klappt schon ganz gut. Nur geht’s halt noch nicht vorwärts. Aber das wird sicher nicht mehr lange dauern. Danach habe ich gespült, gekocht, lecker gegessen, eigentlich ist alles gut, es war auch eigentlich ein friedlicher, guter Tag, trotzdem habe ich total schlechte Laune und bin müde und angekotzt von allem. Und liege auch schon im Bett. Hmm. Mal sehen, wies morgen ist. 

Tag 174 – ;(

Pippi und ich waren heute mal wieder beim Muttisport. Soweit nichts besonderes. Auf dem Rückweg schlief sie im Kinderwagen ein, ich schleppte sie also (zum zweiten Mal heute) mitsamt Kinderwagenoberteil die 42 Stufen in die Wohnung und stellte sie im kalten Schlafzimmer ab. Dann aß ich die zwei restlichen Pfannkuchen von gestern kalt auf (dabei denke ich immer an meinen Opa, der die auch kalt sehr gerne aß). Um 14:40 wurde Pippi wach und ich holte sie aus dem Kinderwagen. Und sah direkt: Matschauge. Ihr linkes Auge war verklebt und schleimig und gerötet und geschwollen. Tadaaaa: Bindehautentzündung. Michel hatte das so oft als Baby, diese Diagnose traue ich mir durchaus ohne medizinische Kenntnisse zu. Ich rief also nach kurzem Check, ob nicht im Kühlschrank doch noch antibiotische Augentropfen sind, direkt beim Arzt an. Die Telefonsprechstunde schließt um 14:30, sagte das Band. Hmmm, toll, 10 Minuten zu lange geschlafen. Dann rief ich die Notfallpraxis an. Und landete in der Warteschleife. Nach 15 Minuten (!) gab ich auf, legte auf und rief nochmal an, in der Hoffnung, an einem anderen Endgerät zu landen, wo vielleicht schneller jemand antworten würde. Diesmal antwortete tatsächlich schon nach 5 Minuten jemand. Trotzdem war ich so schockiert davon, dass ich statt den Lautsprecher auszumachen aus Versehen auflegte. Gnaaaaaa. Also nochmal angerufen. 7 Minuten später sprach ich endlich mit einem Menschen. Ich kam direkt zur Sache, Baby, Bindehautentzündung, Schleim, rot, juckt offensichtlich. Und bekam als Antwort: Mit Wasser saubermachen, Hände gut waschen, dafür sorgen, dass sie nicht im Auge pult (hahahaha) und morgen den Arzt anrufen, wenns noch da ist. Ehm ja. Danke für nichts, ne? Meine Hoffnung war gewesen, dass die Notfallpraxis (eventuell sogar ohne Hinfahren, man darf ja noch Träume haben) ein E-Rezept für Augentropfen ausstellt, das ich dann einfach in der nächsten Apotheke abhole. Statt dessen versuchen wir uns jetzt in Schadensbegrenzung, machen das Auge mit Kamillentee und Muttermilch sauber so gut es geht und scheitern daran, Pippi am Augen reiben zu hindern. Pippi sieht aus wie Karl Dall, ist ziemlich nöckelig und findet den ganzen Augensaubermachscheiß total daneben. Der Hausarzt darf sich morgen auf den Besuch einer wütenden Löwenmama (mir) freuen. Schön den Scheiß in die Länge ziehen. (Ich wette, bis morgen sind es dann beide Augen. Und/Oder es steckt sich noch schnell wer an. Grrrrrrr…)

  

Tag 173 – Erdkunde: 4

In Erdkunde war ich immer ziemlich schlecht. Also, nicht Defizit-schlecht, das hatte ich, ähhhh, nie glaub ich. Also ne 5 oder 6 in irgendwas. Ich bin durch Chemie gefallen im 1. Semester im 1. Anlauf und durch Mathe auch. Aber in der Schule waren Geschichte, SoWi und eben Erdkunde meine mit Abstand schlechtesten Fächer. Also mit Vieren. Mal. Erdkunde hab ich dann super schnell abgewählt, das ging mit Geschichte und SoWi leider nicht. Ich glaub zwar auch nicht, dass mir das Weitermachen mit Erdkunde da irgendwie weitergeholfen hätte, aber heute habe ich auf Google Maps geguckt, wo eigentlich Zypern ist. Da ist es nämlich im April schon (sehr) warm, schön und günstig ist es auch. Ergo: da muss ein Haken sein. Ich finde keinen, außer relative Nähe zu Ägypten und dem Libanon/Syrien. Allerdings mehr als 100 km Wasser. (Hatte das irgendwie weiter westlich verortet, möglicherweise mit Kreta verwechselt. Aber die Türkei liegt ja auch teils in Asien, das ist auch verrückt irgendwie. Und Sizilien ist ja ganz nah am italienischen Festland dran! Sachen gibt’s…) Ok, die politische Lage in Zypern ist auch irgendwie… interessant aber nun ja, in Irland war ich auch schon zweimal, da isses auch nicht besser was das angeht. Die Urlaubsplanung wird nämlich langsam, es wird wohl auf Kreta, Korfu oder eben Zypern rauslaufen. Mal sehen. 

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Herr Rabe ist wieder da. Er hat Punschrullar mitgebracht und mehrere Kilo Käse. Mjammi. 

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Wenn der Anreiz groß genug ist, kann Pippi jetzt robben und dabei tatsächlich Entfernungen >20 cm zurücklegen. Ausreichenden Anreiz bieten: Kabel, Steckdosen, Wasserpfützen, Schuhe, Michels Körperteile (vor allem wenn sie nackt sind) und Michels Autos. Michel darf niemals erfahren, dass ich Pippi mit seinen Autos spielen lasse, wenn er im Kindergarten ist oder schläft. Dann ist hier die Hölle los. Pippis Robb-Style ist übrigens ein Army-mäßiges Mit-den-Ellbogen-vorwärts-rudern-Hüfte-und-Beine-hinterher-schlängeln. Michel hat ja mehr so die Robbe gemacht und die Beine leblos hängen lassen. Auf jeden Fall interessant, was sich die Zwerge so einfallen lassen, um an Mehrfachsteckdosen zu lutschen. 

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Restobst-Smoothie gemacht. Michel so: (trinkt einen Schluck) „Hmmmmm, lecker! Lecker emacht, Mama!“ (Trinkt einen zweiten Schluck) „Bläh! Smeckt nicht! Du trinken.“ . Ich hab dann sehr viel Smoothie getrunken. 

Tag 172 – Kurzmeldung

Heute nur so viel: Wir leben alle noch, wir waren (pünktlich um 09:15 Uhr) beim Kindertanzen, wir haben Dinge gegessen, die Wohnung sieht nicht aus, als hätte hier ein Kindergarten Abrissparty gefeiert, wir haben alle geputzte Zähne oder Kauleisten, haben nicht mehr als sonst Ferngesehen, die Kinder schlafen, obwohl das Einschlafen bei Pippi wieder mit einer halben Stunde herumtragen und sich Gebrüll anhören verbunden war und bisher sind alle Betten trocken. 

Ich bin zufrieden mit mir. 

Tag 171 – Skitrip my ass

Der Herr Rabe ist auf dem jährlichen Skitrip seiner Firma. 

Das heißt für ihn: Durchschlafen, gutes Essen, Skifahren (Downhill, weil in Åre) und, Hmm, naja:

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Preparing this weekend's ski-trip 😁

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Für mich heißt das: mit zwei Rübennasen alleine, morgen alleine Kindertanzen überleben, Seelenessen (heute Nudelauflauf mit massig Käse, morgen Fischstäbchen), hoffen, dass niemand ins Bett pinkelt. 

Tolles Timing auch, Pippi ist total anhänglich und nur zufrieden, wenn sie was zu essen hat (heute so: ein kompletter Champignon, 6 Vollkorn-Spirelli, etwas Kartoffelrest, ein Zwieback, 6 (?) Mais-Hirse-Dinger (Skumpinner. Danach klebt das ganze Baby und ist mit Stärke beschichtet.), 2 Becherchen Wasser) oder an mir dranhängt, Michel ist sehr traurig, dass Papa weg ist und heute morgen „sein“ (mein) Auto wegen norwegischem Äquivalent zum TÜV nicht da war, sondern in der Werkstatt. Außerdem ist er heute zum ersten Mal mit wegen Nasenbluten blutverkrustetem Gesicht aufgewacht, ich glaub, sein Tag war schon mit dem Aufstehen gelaufen. 

Wenigstens gehen die in Schweden noch Einkaufen. Alle anderen vermutlich Fleisch, Herr Rabe Schoki (mir ist noch eingefallen: das leckere Steinofenbrot!!! :* ), alle: Alkohol. Herr Rabe hat sich schon was zum Systembolaget bestellt. 

Ich geh mir dann mal Stilltee holen. 

(Merkt man fast gar nicht, dass ich langsam etwas angenervt vom Milchkuh-Trageesel-Dasein bin, ne?)

Tag 170 – Moooaaahhh

Pippi: (auf allen Vieren, streckt ein Bein seitlich weg, verdreht die Hüfte, kippt zur Seite) Wewewewewewe! (Übersetzung: Maaaamaaaa, ich kann das immernoch nicht, guck mal hier, ich mach das so aber dann fall ich immer hin!)

Ich: Du machst das schon ganz prima. Bald hast dus raus. 

Pippi: (rollt sich zurück auf den Bauch, auf alle Viere, drückt sich auf den Fußrücken hoch in den nach-unten-schauenden Hund, kippt zur Seite) Weeeeeemememememe! (Übersetzung: Nein, guck mal, so geht’s auch nicht, das ist doch alles total kacke hier!)

Ich: Ja, Pippi, so geht’s auch nicht, ich weiß. Du schaffst das schon bald, mein Mausemädchen.

Pippi: (rollt sich zurück auf den Bauch, auf alle Viere, rockt vor und zurück, zieht beide Knie gleichzeitig bis an die Handgelenke nach vorne, fällt auf die Nase) Wäääähähääää!!! (Übersetzung: Auuuaaaa, meine Nase!!! Maaaaamaaaa, das ist kacke ich hab keine Lust mehr! Ich will auf den Aaahaaaarm!)

Ich: (drehe Pippi auf den Rücken und mache Bauchpupse mit ihr) Na, langsam haste keinen Bock mehr, ne?

Pippi: Gnehe! Gnehehe! Chrrreeehehehehe! (Übersetzung: Hahaha, Bauchpupse sind total witzig!)

Pippi: (dreht sich auf den Bauch, auf alle Viere, hebt einen Arm, hebt ihn immer weiter, fällt zur Seite) Memememe. (Übersetzung: Mimimimi.)

Ich: Och ja, Nörgelliese, du hast ja heute auch ne Laune… Guck mal hier, dein Motorikdings! (Legt Motorikdings vor Pippis Nase)

Pippi: (dreht sich auf den Bauch, auf alle Viere, rockt vor und zurück, rutscht rückwärts weg. Wiederholt das, bis das Motorikdings 2 Meter entfernt ist) Weeeeehehehehäääää! (Übersetzung: Maaaaamaaaaa! Jetzt ist es ganz weit weeeeeg! Schieb mich wieder raaaaan!)

Ich: (sammelt Pippi vom Boden auf und legt sie direkt vor dem Motorikdings wieder auf den Boden) So, Mäuschen, und nicht wieder wegschieben, ne?

Pippi: (drückt sich auf Knie und Unterarme, zieht die Knie ran, schmettert den einen Unterarm samt offener Hand auf den Boden, saugt sich mit den Speckhänden am Laminat fest, schiebt mit den Füßen, zieht mit dem Arm, kommt ca. 5 cm weit nach vorne) Wääääähähähähähääääää!!! (Übersetzung: So, ich habs jetzt einmal gemacht, jetzt reichts aber auch, war ja auch eh wieder ganz falsch und das ist viel zu anstrengend, was soll denn der Scheiß? Maaaamaaaa, ICH MAG NICHT MEEEEHR! ICH BIN VOLL MÜDE! LOOOOOS!!! AAAARM!!!)

Ich: Moah, ey, na gut. Ich hol die Trage. Nörgelliese. (Holt die Trage.)

Tag 169 – Namensänderung 

Wir haben uns überlegt, die Kinder umzubenennen. Also nicht in echt, das ist ja auch mal nicht so einfach, aber hier im Internet. Der Grund dafür ist recht einfach: das Baby wird nicht ewig ein Baby bleiben, genau genommen ist die Hälfte seiner Babyzeit ja schon rum, und dann? Kinder durchnummerieren? Ist ja sehr beliebt bei Blogs, aber dadurch auch ausgelutscht. „Welches K2 bist du denn jetzt? Ach, das vom Rabensalat, ok.“ Außerdem finde ich das im Grunde doof, das sind ja Menschen und keine Inventarnummern. Deshalb haben wir uns für Pseudonyme entschieden und dann haben wir tausend Jahre über passende Namen für unsere Kinder nachgedacht, einen fürs Baby hatte ich schon aber dann fiel mir kein dazu passender fürs Kind ein und kurzum Michel und Pippi. So. 

Michel, weil die kleine Rübennase sich mehr und mehr zu einem kleinen Michel aus Lönneberga entwickelt, was zwar anstrengend, aber auch sehr unterhaltsam und niedlich ist (und ja, ich weiß, dass der nur in Deutschland so heißt, aber bei Emil denke ich an Emil und die Detektive und der ist 1. älter und 2. sehr viel braver als unser Kind…).

Pippi, weil Ida nicht geht und ich doch sehr hoffe, dass die kleine Rübennase Nummer 2 sich zu einem starken und unabhängigen Mädchen entwickelt (und vielleicht krieg ich dann ja auch ein Pferd auf der Veranda? Ach nee, ich bin dann ja tot… Lassen wir das.) und nicht ewig ein Kleinstkind in Kittelschürze bleibt. Außerdem hat das Baby (Pippi) auch in echt als absolute Ausname in unserer Familie mehr als einen Vornamen. Aber auf Rullgardina ausschreiben jedes Mal hab ich jetzt auch keinen Bock. 

Gut, dass es in Bullerbü, der Krachmacherstraße und auf Saltkrokan noch massig Kinder gibt, falls die Kinderzahl hier noch steigt. 

Und jetzt muss ich mich daran erstmal gewöhnen.

Tag 168 – Hausarbeit

Ich so heute:

  • Spülmaschine ausgeräumt
  • 2 Maschinen Wäsche zusammengefaltet
  • Den Wäscheständer leergefaltet und die Wäsche weggeräumt
  • „Rot“ gewaschen und aufgehängt
  • Komplette Wohnung gesaugt 
  • Komplette Wohnung gewischt
  • Essensplan für die nächste Woche gemacht
  • Einkaufszettel geschrieben
  • (Mit allemann) Einkaufen gewesen

Und ja, das Baby war die ganze Zeit dabei, die meiste Zeit wach, viel in der Trage und insgesamt etwas nörgelig. Ich hab ihm nämlich nicht erlaubt, das schicke Lightning McQueen-Pflaster von meiner Hand abzuknibbeln und es kann trotz extensiver Bemühungen immer noch nicht krabbeln. 

Jetzt sind wir beide total alle und Bingen noch ein bisschen Call the Midwife (Frauenkram), bzw das Baby schläft. 

Tag 166 – Schlittenfahren für Anfänger und Fortgeschrittene

Wir sind heute zum See gefahren, also zu einem der drölfzig Seen hier in der Nähe, die Wahl fiel auf den mit dem Schlittenhügel. Außerdem kommt man da gut hin, man muss nämlich nur mit der Trikk bis zum Ende fahren und dann ist man da. 

Leider war das Wetter ziemlich bescheiden, es regnete ein bisschen aber wir zogen trotzdem los in der Hoffnung, dass es auf dem Berg etwas weniger regnen und dafür vielleicht schneien würde. Dann mussten wir doch tatsächlich 10 Minuten auf einen Bus in die Stadt warten und danach auch noch zur Trikk hasten. Was passiert, wenn man das Kind hetzt? Genau. Es wird immer langsamer. Witzig, dass ausgerechnet Herr Rabe, der mitunter sehr ähnliche Tendenzen hat, das scheinbar nicht weiß (ab jetzt dann schon). Nun ja, wir erwischten die Trikk. Nur um drei Minuten später für 15 Minuten in selbiger herumzusitzen und einem Rudel aufgescheuchter Autofahrer beim verzweifelten Versuch zuzuschauen, ihr Auto mit Achsbruch von den Schienen zu bekommen. Für das Kind natürlich ein unerwartetes Highlight, denn die Automenschen (da saßen echt mindestens sechs Leute drin, war aber auch ein LandRover) versuchten zunächst, das abgefallene (?) Rad wieder dranzubekommen. Das Kind meint ja eh immer, Autos gehen bevorzugt an den Rädern kaputt, deshalb war das für ihn nur logisch. Die Automenschen scheiterten allerdings schon am Aufbocken des Autos und im Endeffekt musste so ein norwegisches-ADAC-Äquivalent-Heini kommen und die Anweisung geben, das Auto doch einfach auf den drei verbliebenen Reifen etwas beiseite zu rollen. 

Irgendwann waren wir dann aber doch am See, es regnete auch hier, aber wir und ca. 150 andere Menschen ließen uns davon nicht beeindrucken. Das Kind wollte direkt den großen Hügel runter, Herr Rabe meinte, das geht schon, ließ sich aber durch den Anblick einiger Eltern, die mitsamt ihren Kindern und Rodelgeräten sehr schnell und unsanft im Schnee landeten eines besseren belehren. Ich suchte den Idiotenhügel, fand aber keinen. Herr Rabe handelte derweil das Kind auf den halben großen Hügel runter. Nun gut, wissend, wie das enden würde, stellte ich mich schon mal unten hin (ich habe es geschafft, dem Mann zu vertrauen, dass er sicher nicht mal auf die Idee kommen würde, sich mit dem Baby in der Trage auf den Schlitten zu setzen), der Mann wies das Kind ein und ab ging die Post. Der Schlitten hat einen Lenker. Das Kind kann aber nicht lenken und lenkte direkt scharf nach rechts, sodass es quer über die gesamte Rodelbahn schoss. Dabei wurde es immer schneller und sein Gesichtsausdruck immer panischer, bis es nach ein paar Sekunden schließlich kopfüber im Schnee landete. Der Schreck war natürlich groß, aber nach Pusten, Trösten und „Ganz schnell eflogt, Mama, Schlitten runter fallt!“ war es dann schnell wieder gut. Inzwischen hatte ich auch sowas wie einen Idiotenhügel entdeckt: an einer Stelle übten norwegische Eltern mit ihren (Klein-)Kindern das Hügelhochklettern mit Langlaufskiern. Norweger werden wirklich mit Skiern an den Füßen geboren und verstehen auch nicht, wieso andernorts so viel Abfahrt gemacht wird. Langlauf ist das einzig wahre, halbwegs ok ist noch Skispringen. Aber das nur am Rande. 

Den Idiotenhügel traute sich das Kind zuerst nicht alleine runter, also quetschte ich mich zum Kind auf den Schlitten und wir rodelten gaaaaanz laaaaangsam den Hügel runter. Dabei schafften wir es, niemanden umzufahren und auch nicht umzufallen. Das Kind hatte sein Vertrauen in den Schlitten, die Technik und seine Rodelfähigkeiten dann auch zurück und Herr Rabe hatte eine wenig benutzte Strecke entdeckt, die vom Steilheitsgrad her ein Mittelding zwischen dem Großen und dem superkleinen Hügel war. Da rodelte das Kind dann ein paar mal alleine und ein paar mal mit mir runter und es hat super Spaß gemacht, also mir zumindest, dem Kind glaube ich auch. 

Danach sind wir dann ziemlich nass nach Hause gefahren, haben Kekse in der Trikk gegessen (in der Trikk sah es aus wie in einem Skierwald) und auf dem Weg noch ein David Bowie-Plakat bewundert:

Kind: „Mama, der Mann hat Esicht annemalt!“

Ich: „Ja, das stimmt. Der hat sich immer gerne das Gesicht angemalt.“

Kind: „Sieht schön aus!“

Ich: „Ja, das fand der sicher auch schön.“

Kind: „Augen auch zu, auch annemalt.“

Ich: „Der hat die Augen bestimmt zu, damit man noch besser sieht, wie schön der sich angemalt hat.“

Kind: „Aber nich vergessen abwaschen, rausgeht. Geht weg sonst.“

Das hat er sich also gemerkt. Wenn man raus geht, muss man die Schminke vorher abmachen, weil die sonst im Regen oder Schnee abgehen könnte. Hoffentlich wusste David Bowie das auch. 

Tag 163 – Warum bin ich so müde?

Muhahaha, die Antwort ist ca 70 cm groß, knapp 8 Kilo schwer und schläft grade auf meinem Arm, ganz im Gegensatz zu letzter Nacht, als sie lieber mal anderthalb Stunden wie am Spieß herumbrüllte und nur nach ewigem Herumgeschleppe schluchzend wieder einschlafen konnte. 

Aber es hat auch was gutes, zum Umfallen müde zu sein: so rege ich mich viel weniger darüber auf, dass das Bundesamt für Ausbildungsförderung letztes Jahr meine Darlehensschuld falsch berechnet hat und mir heute einen neuen Bescheid mit Rückzahlungsforderung über gut 700 € zugestellt hat. Wenn ich bis Ende Februar überweise, knapp 500. Hrmpf. (Ich wollte für einen neuen Computer nächstes Jahr sparen. Dann kaufte ich mir ein Paar Schuhe (Hupsi), ein Paar Schlittschuhe (brauche ich, fragen Sie mal das Kind!) und jetzt das. Fängt voll gut an mit dem Sparen.)