Tag 3115 – Hübsch!

Wir haben heute im Homeoffice rumgehangen, während es draußen mal wieder schneite, aber mal wieder anders. Heute kam bei -1 Grad sehr feuchter Schnee, der zwar scheiße zu schippen und zum Auto fahren auch furchtbar ist, aber dafür macht er sogar auf den dünnsten Ästchen kleine Haufen und Wälle. Das ist schon sehr schön anzusehen, alles sieht wirklich aus wie mit Watte abgerieben.

Irgendwo da unter dem Wall ist übrigens der kümmerliche Rest unserer Hecke. Der Wall ist die Erklärung, warum die Hecke eingegangen ist.

(Das Beste an Schnee ist ja seine Schalldämpfende Wirkung. Danach der Weichzeichner.)

Tag 3114 – Das Leben in vollen Zügen genießen.

Ich war im Büro, und wie auch gestern schon musste ich auf dem Rückweg im Zug stehen. Irgendwie haben zwar alle, mit denen ich rede, teilweises Homeoffice, aber irgendwie sind die auch immer alle mit mir zusammen im Zug. Und mit mir zusammen auf dem Parkplatz (wo ja im Winter zwei Phänomene aufeinandertreffen, die sich ungünstig beeinflussen: es sind Schneehaufen auf Teilen des Parkplatzes, weil der geräumte Schnee ja irgendwo hin muss, und die Autos werden magisch größer. Also nicht die Autos selbst, sondern die Auren der Autos. Sobald man die Linien nicht mehr sehen kann, parken die Leute mit mindestens einem halben Meter Abstand zwischeneinander, als bräuchte jedes Auto im Stehen noch eine kleine Pufferzone um sich rum, falls das Nachbarauto spontan seitwärts springt. Das geht so weit, dass ich in manche dieser Sicherheitslücken Cardos quetsche und dann halt Herr Rabe am Telefon beschimpft wird. Aber ich schweife ab). Es sind einfach generell viele Leute und zumindest scheinbar genau so viele wie vor der Pandemie. Nach zwei Tagen in Folge habe ich auch wieder genug vom Büro und bleibe morgen glücklich im Homeoffice, da ist auch der Kaffee besser.

Gestern habe ich auf dem Rückweg obendrein noch eine Bekannte getroffen und war völlig unvorbereitet für fast eine Stunde sozial, ich glaube vielleicht sogar einigermaßen erfolgreich, aber danach war ich eigentlich gar. Vor allem nach vorgestern. Uff ey.

Anyway, ansonsten alles beim Alten. Es ist dabei nur nicht mehr so absurd kalt, sondern schwankt konstant um null Grad herum. Darüber beschwere ich mich nicht, unter minus 20 ist mir echt viel zu kalt.

Tag 3112 – Kurz Bloggen.

Kurzes Update zur Schulgeschichte von gestern: das ist natürlich alles gar nicht so gewesen und überhaupt. Kann ich ja gut ab, wenn Erwachsene gleich in eine Abwehrhaltung gehen, ne?

Ansonsten muss ich zu meinem Tag mal später vielleicht irgendwann einen Sammelbericht schreiben. Jetzt grad und seit heute Nachmittag bin ich eigentlich hauptsächlich ziemlich geschlaucht. Es war ein anstrengender Termin mitten am Tag, zu dem ich obendrein zu spät kam, weil ich zuerst im falschen Gebäude (genau genommen sogar in beiden Teilen des falschen Gebäudes) war. Am Ende des Termins habe ich dann doch lieber das Navi benutzt, um nach Hause zu finden, obwohl ich da (also nicht zu Hause, sondern da woher ich nach Hause fahren musste) schon echt oft war (im falschen Gebäude, zu anderen Anlässen aber richtig). Aber wenn ich schon kaum den Weg aus dem Flur finde, benutze ich im Zweifel selbst für den Weg zum Bäcker (haha, als gäbe es hier Bäcker, aber für das Bild muss er herhalten) das Navi. Ich habe mich schon an den absurdesten Orten verfahren und verlaufen, better safe than sorry.

Abends versuchte ich erst, für Michel das nächste Kornettlehrbuch im lokalen Musikhandel zu kaufen, aber leider erfolglos. Michel ist von seinem Kornettlehrer gestern sehr gelobt worden und im quasi selben Atemzug bekamen wir eine Einkaufsliste, was er alles braucht. Unter anderem das nächste Lehrbuch. Hach ja, so schnell geht das von pröt pröt pröt, pröt pröt pröt, pröööt, pröt pröt, pröööt pröööt zu richtiger Musik.

Danach ging ich zum Ballett, wo ich mich zwischenzeitlich fragte, ob es eventuell sogar gut ist, dass ich mental so geschlaucht war, weil ich über einzelne Dinge gar nicht mehr nachdenken konnte, sondern mich drauf verlassen musste, dass mein Körper schon irgendwie macht – und plötzlich funktionierten diese Dinge. Sehr komisch, aber höchstwahrscheinlich einfach purer Zufall. Man hat ja manchmal so Tage, wo das Tanzen plötzlich überraschend gut läuft und sich alles anfühlt, als hätte man super viel Zeit. Und dann kommt auch wieder ein Tag, an dem man sich anstellt als hätte man drei linke Beine, eins davon falschrum angewachsen. Trotzdem hätte ich heute gern eine dieser superweich und kontrolliert gelandeten Pirouetten gefilmt, um fürs nächste mal, wenn ich über meine eigenen Füße falle, einen Beweis zu haben, dass es auch anders geht.

Tag 3111 – Schule like it’s 1948.

Nach den -25 Grad und dem absurd vielen Schnee ist es jetzt überall glatt, jucheh, kommt man also deshalb jetzt nicht zur Arbeit.

Michel hat morgen Draußentag, und die Kinder sollen jeweils ein Holzscheit mitnehmen. Sie grillen darüber dann Würstchen am Lagerfeuer, aber mich amüsiert es immer wieder (das passiert ja regelmäßig), wenn wir den Kindern Holzscheite einpacken. Vielleicht noch ein Henkelmann? Sechs mal gestopfte Wollsocken? Eine Schiefertafel?

Leider war Schule heute auch aus anderen Gründen für Michel mal wieder etwas unschön, der Unterrichtsstil und Umgangston der Klassenlehrerin ist halt auch eher so aus Schiefertafelzeiten.

Tag 3110 – Tautröt.

Wir haben die Kinder wieder abgeholt, und wie üblich gab es ein Abholkonzert. Ich finde immer wieder erstaunlich, was man mit knappen eineinhalb Tagen zielgerichteter Musikpädagogik aus einem Haufen halbmotivierter Kinder und Jugendlicher herausholen kann. Es war wirklich gut, was die gemacht haben, und ich glaube alle hatten auch wie immer eine gute Zeit, was ja das wichtigste ist. Zurück bekamen wir zwei müde, aber sehr zufriedene Kinder.

Was nicht so schön war, war das fahren. Es waren da wo die Kinder waren heute 28 Grad mehr als gestern, also grade noch so Minusgrade. Dazu schneite es sehr feucht und dicht und die Straße war so lala geräumt. Auf fest gefahrenem Schnee (der wird hier auch oft noch „aufgerauht“ mit so einem Kratzedings am Räumfahrzeug. Man kann auch einfach ein paar mal mit nem Traktor drübermöllern, das macht auch Struktur in den Schnee) kann man ja noch relativ gut fahren, aber wenn sich das langsam auflöst und mit frischem Schnee so eine lose Masse macht, macht Auto fahren keinen Spaß mehr. So war das heute. Heute Nacht soll es dann regnen, auf all den Schnee. Herr Rabe und ich folgen der Empfehlung und machen Homeoffice, was wir mit den Kindern machen, wissen wir noch nicht. Sport-Hort bittet darum, die Kinder nach der Schule abzuholen, Taxis und Busse werden wohl nicht fahren, es ist Chaos vorausgesagt – aber die Kinder sollen bitteschön antanzen, in einer Kommune, in der nur wenige Kinder zur Schule laufen können. Hrmpf.

Es kommt bei mir persönlich hinzu, dass ich mit der Unsicherheit, was morgen früh sein wird, echt schlecht umgehen kann. Aber was will man machen.

Tag 3108 und 3109 – Börps!

Gestern… war. Ich verdaue da noch dran rum und weiß auch noch nicht, wie ich darüber bloggen will.

Heute früh fuhren wir die Kinder nach Kaff-im-Wald, wo minus 29 Grad waren und ein Korps-Seminar mit Übernachten. Pippi fand das super, Michel so naja. Es war aber auch früh und kalt und viele Leute. Aber nachdem die Kinder abgeliefert waren, hatten wir FREI.

Die Freizeit verbrachten wir jeder auf seine Art: Herr Rabe zockte, ich ging ausgiebig baden, kaufte ein und spielte dann Geige. Ich habe zwei neue Stücke (das 2. und 3. hiervon: https://youtu.be/BTghQEzMEqw?si=e9Z6d4icatbqk-vK) und huiui, die sind schwieriger als sie sich anhören, zum Teil sind da wirklich seltsame Rhythmen und Phrasierungen bei. Aber so für einen ersten Anlauf war es ok.

Für abends hatte ich einen Tisch in einem indischen Restaurant reserviert, wo ich schon länger mal hin wollte. „Der Peppern Gror“ (Wo der Pfeffer wächst) sollte nämlich ausgezeichnet gutes indisches Essen haben. Und hat es tatsächlich. Und typisch für Indien: man rollt am Ende zur Tür hinaus. Klar, es ist auch alles mit Sahne und Butter (Ghee) und wahrscheinlich haben wir ca. 6000 kcal alleine da gegessen, aber es war auch einfach alles so gut! Chefs Table (Deluxe Tastingmenü) for the win, ein bisschen was von allem und ALLES war lecker. Mein Favoritt ist eigentlich immer alles aus dem Tandooriofen, heute bekamen wir unter anderem marinierten, gegrillten Maiskolben, der dann noch mit Limette und Gewürzen (nach Geschmack, Achtung, das Chilipulver brennt wahrscheinlich auf die Dauer auch Löcher in die Teller) eingerieben wurde. Das war Mega lecker. (Ich aß in Indien mal Tandoori Pineapple, das war, zusammen mit Tandoori Paneer, mein absoluter Favorit bisher.) Aber wie gesagt, alles war lecker und wir entschieden aus Gründen danach zum Bahnhof zu laufen statt die Trikk zu nehmen.

Beweisfoto aus 20 Grad mehr als heute Morgen beim Kinder abliefern:

Schon wieder Schnee…

Das war ein sehr schöner Abend, auch wenn ich jetzt nie wieder irgendwas essen kann.

Tag 3107 – Kaaaaaalt!

Bei den Temperaturen ist es echt blöd, wenn man am Bahnhof ankommt, da Cardos aufschließt – und keinen Eiskratzer vorfindet. Bei den Temperaturen wird Cardos nämlich auch nicht warm. Also nicht nur nicht 20 Grad warm, sondern es bleiben Minusgrade im Auto. Zur Erinnerung: man muss innen und außen kratzen, weil Cardos scheinbar nicht ganz dicht ist.

Das ist echt blöd und dann muss der Ehegatte eine retten kommen, Eiskratzer liefern und die Frau wieder auftauen. Während die Frau versucht, die Körpertemperatur wieder auf normal zu bekommen, muss der Ehegatte auch noch Cardos freikratzen.

All das ist echt blöd, ja. Auch nicht um Kurven kommen ist echt blöd. Grade in diesem Moment Monat bin ich echt angepisst von Cardos. Aber ich hab den Trick mit der Kreditkarte jetzt gelernt – es hat doch alles immer noch eine positive Seite*.

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*als würde ich sowas ernsthaft denken oder glauben

Tag 3105 und 3106 – Schnee zu verschenken.

Hier ist nicht soooo viel passiert, außer sehr viel Schnee. Aus allen Richtungen. Mit Wind. Die Konsequenzen davon waren heute vollständiges Verkehrschaos, zeitweise ging gar nichts, weder Flugzeug, Zug, T-Bane, Trikk, Bus oder Taxi, eigenes Auto eh nicht, es sei denn man mag den Nervenkitzel, blind auf unsichtbaren Straßen herumzurutschen. Herr Rabe und ich hatten wetterbedingtes Homeoffice, ich durfte aber trotzdem kurz helfen, Herr Rabe anzuschieben, der 50 Meter von unserer Haustür entfernt mit zwei Rädern im unsichtbaren Graben hängen geblieben war, als er Pippi abholen wollte. Als ich abends Pippi zum Klettern brachte, kamen wir an insgesamt vier gestrandeten Fahrzeugen vorbei. Ich glaube Ski sind grad das sinnvollste Fortbewegungsmittel, wenn man damit denn umgehen kann.

Das ist unsere Terrasse:

Reicht jetzt echt langsam mit diesem bekloppten Winter, wo sich Kälte- mit Schneerekorden abwechseln.