Tag 2949 – Warten aufs Wasser.

Der Bahnhof läuft voll und am Fluss sind so Flutsperren aufgestellt worden. Da, wo ich Montag das Bild gemacht habe, steht man jetzt bis zur Hüfte im Wasser. Es wird noch ein weiterer Meter (ca.) Wasseranstieg erwartet. Das alles scheint die Norweger hier im Ort (und im Nachbarort, wo ich heute mit Michel beim Kieferorthopäden war) aber kaum groß zu beeindrucken. Für mich/uns ist es aber die erste Flut und offen gestanden ziemlich gruselig.

Tag 2948 – Insel.

Bei uns ist weiter alles gut – aber in alle Himmelsrichtungen sind die Überschwemmungen, Erdrutsche, weggespülten Straßen und gebrochenen Dämme nicht weit. Man kann praktisch nicht mehr nach Norden fahren, ab Lillehammer ist alles gesperrt, weder Zug noch Auto geht. Falls man von Oslo nach Trondheim oder umgekehrt muss, hat man also momentan nur die Option, zu fliegen. Da eine Brücke einzustürzen droht, kann das auch dauern, bis man wieder Zug fahren kann. Man kommt von uns aus noch ganz gut (also normal – aber irgendwie sind heute alle gefahren wie Sau, so viele Drängler und halsbrecherische Überholmanöver hab ich auf der Strecke noch nie erlebt) bis Hamar und das haben wir heute auch gemacht, ich und die Kinder, auf der Strecke ist alles trocken* und so konnten wir kurz Mjøsa sehen. Norwegens größter Binnensee ist noch nicht sichtbar stärker gefüllt als normal, aber der ist halt auch enorm groß und tief, da geht einiges an Wasser rein, bevor es auffällt. Die Zu- und Abläufe sind stärker betroffen. Bisher haben 15 Ortschaften 50-Jahres-Fluten. In Drammen wird zum Wochenende hin eine Jahrhundertflut erwartet, da kommt das ganze Wasser nämlich am Ende an. Unser Fluss hier ist schon gestiegen, der Weg, von dem aus ich Montag das Bild gemacht habe, steht inzwischen unter Wasser, geschätzt so knöcheltief. Hier wird der Höhepunkt am Freitag erwartet. Entwarnung ist also anders, auch wenn es jetzt von oben trocken ist. Meine Gedanken gehen immer wieder an die, die evakuiert sind und nur Daumen drücken können, dass ihr Haus noch steht und noch bewohnbar ist, wenn sie zurück kommen.

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* Ein Hoch auf vegvesen.no, wo man alle aktuellen Verkehrsdaten für eine geplante Route einfach abrufen kann

Tag 2947 – Unverändert.

Wir grüßen aus dem Dauerregen, der hier aber, anders als anderswo (nicht sonderlich weit weg von uns, vor allem nach norwegischen Maßstäben nicht…), nichts weiter macht als es draußen ungemütlich. Keine Erdrutsche, keine Überflutung. Aber Verlängerung der Gefahrenlage, was ja jetzt auch nicht so unbedingt auf Entwarnung hindeutet.

Aber, wenn man nichts besseres zu tun hat, kann man ja das Taj Mahal fertig bauen. (Sehen Sie über den Kram im Hintergrund einfach hinweg und die falsch herum verbauten Simse wurden noch umgedreht.)

Das war ein meditativer Zeitvertreib, aber nach dem Zusammenbauen von 72 kleinen „Säulen“ aus je 6 klaren „Einern“ weiß ich nicht, ob das Gefühl in meiner rechten Zeigefingerspitze jemals zurück kommen wird.

Tag 2946 – Persönlich alles gut.

Wir sind am Rande der roten Zone und es hat zwar ordentlich geschüttet hier, aber das war’s dann auch. Keine schlimmeren Dinge sind uns passiert, auch insgesamt ist Eidsvoll wohl ganz glimpflich davon gekommen. Andere Orte hatten und haben es da deutlich schlimmer, aber auch dort ist das schlimmste wohl vollgelaufene Tunnel und Keller und unterspülte und dadurch eingesackte Straßen.

Die Vorma ist allerdings schon recht voll und auch sehr bewegt jetzt gerade:

So viel kann da nicht mehr zukommen, bevor die Anlieger nasse Füße bekommen. Und das Haupt-Niederschlagsgebiet ist da, wo das Wasser in der Vorma herkommt.

Tag 2945 – Vorbereitungen.

Wir haben hier ab und an mal Flut- und Erdrutschwarnung, wenn dann immer gelb und uns betrifft das auch nicht direkt, weil wir weder am Wasser noch am Hang wohnen. Die Vorma ist zwar nicht weit, aber sicher 30 Meter tiefer als wir, da müsste schon einiges passieren. Außerdem haben wir den Sommer über eigentlich immer eine gelbe oder orange Waldbrandwarnung, da gewöhnt man sich auch dran und macht halt kein Lagerfeuer.

Neu ist allerdings eine rote Niederschlagswarnung. Morgen und übermorgen soll es schütten wie aus Eimern. Es werden 80-100 mm Niederschlag im Laufe von 24 Stunden erwartet, sagen die Medien. Das ist dann schon echt viel. Da sagen die Medien dann auch, dass man Sachen aus dem Keller, die man behalten will, lieber aus dem Keller herausholen sollte. Wohl denen, die keinen Keller haben (wie wir). Nie war ich darum so froh.

Ansonsten können wir nicht viel machen außer Daumen drücken, dass es nicht so schlimm wird. Im Garten sind die Dinge soweit wie möglich gesichert, Dachrinne ist frei, Meerschweinchen können bei Bedarf sehr kurzfristig ins Haus umziehen. Heute habe ich den Tag genutzt um noch schnell 2,5 kg Himbeeren zu pflücken, damit wir wieder ein Jahr lang Marmelade haben. Ich werde morgen früh direkt einkaufen fahren, damit wir nicht noch mal losmüssen, richtig schlimm soll es erst ab Mittags sein. Herr Rabe macht Homeoffice, weil die Züge zum Teil nicht fahren. Im Zweifel können wir den ganzen Tag Lego bauen, es ist genug da. Trotzdem ist mir ein bisschen mulmig. Was, wenn wir einfach wie ein Hausboot davon schippern, wenn es große Mengen Oberwasser gibt. Ich sehe uns schon den Hang runter rutschen und unten in die Vorma fallen.

Es wird schon werden, ne? Schiff ahoi.

Tag 2944 – And the winner is…

Ich bin noch nicht sicher. Vielleicht wird es ein geteilter 1. Platz, das kommt auch ein bisschen drauf an, ob ich Lust habe, zwei Parfums zu kaufen, die sind ja jedes nicht billig.

Ich mache das jetzt so, ich schreibe erst mal den Plan auf und dann was tatsächlich geschah. Nur damit Sie Bescheid wissen.

Nach dem anfänglichen Hyperventilieren, weil „mein“ Parfum nicht mehr verfügbar ist, wobei immer noch nicht so ganz klar ist, ob es denn tatsächlich aus dem Programm genommen wurde, googelte ich zuerst mal Webseiten, die mir „ähnliche“ Parfums vorschlagen könnten. Oder, noch besser, irgendwas in die Richtung „Leute, denen dieses Parfum gefällt, gefällt oft auch jenes“. Und siehe da: Fragrantica und ähnliche Webseiten machen exakt das und liefern noch einen Haufen extra Information dazu, wie zum Beispiel wer das Parfum komponiert hat, welche Noten darin sind, ob Leute es als eher maskulin, feminin oder unisex bewerten und ob es eher langanhaltend ist oder nicht und so weiter. Da war ich schon mal beruhigt, weil ich keine Webseite erstellen muss, die Parfums aufdröselt und Leuten, die Vanille hassen und Zitrus mögen und die nicht gern in Parfümerien gehen, Parfums vorschlagen kann. Phew.

Im nächsten Schritt gab ich Parfums an, die ich mag (fand dabei heraus, dass auch das andere Parfum, das ich besitze und das ich allein aus dem Grund, dass ich das besser in einen Reiseflakon abfüllen kann, nahezu immer bei Inspektionen trage, nicht mehr erhältlich ist) und ließ mit ähnliche Parfums vorschlagen. Die ich dann nach Ähnlichkeit und dann noch mal nach Beliebtheit sortierte. Die Schnittmenge ging ich dann durch und schrieb mir die anhand der Beschreibung vielversprechendsten Kandidaten raus. Das waren sieben Düfte, wobei einer in Norwegen gar nicht (mehr?) zu bekommen ist und einer nur als Eau de Toilette erhältlich ist und auch nur in verdächtig wenigen Parfümerien vorrätig ist – Discontinuation ick hör dir trapsen! Also fünf Kandidaten. Einen davon hatte ich früher mal, aber das muss ja nichts heißen, weder in die eine noch in die andere Richtung.

Mit dieser Liste wollte ich in eine Parfümerie gehen, notfalls mit Nasenklammer, und mir Papierproben holen. Gut vorbereitet mit Bleistift (zum Beschriften der Streifen) und Kaffeebohnen, damit ich nicht tot umfalle. Die Papierstreifen galt es dann außerhalb der Parfümerie in Ruhe und vor allem ohne eine Schrillion Hintergrundgerüche und ohne lauernde Verkäufer*Innen zu beriechen und auf maximal drei Kandidaten zu reduzieren.

Dann würden ich und meine Nasenklammer in die Parfümerie zurück gehen und um Pröbchen bitten. Ich habe schon mal gesehen, dass eine Parfümerieangestellte einer Kundin ein paar Spritzer in so ein Pröbchenröhrchen abgefüllt hat. Ok, das war in einem anderen Land, aber ist ja sicher universell möglich, dachte ich.

Diese maximal drei Pröbchen würde ich dann ganz in Ruhe zu Hause ausprobieren, jeden Tag eines. Es ist schließlich nicht zu unterschätzen, dass das auch mit meinem Eigengeruch zusammen passen muss und dass sich Parfums auch – und das wie ist wieder von der individuellen Körperchemie abhängig – über die Zeit entwickeln. Man sollte sich also echt Zeit lassen und auch aus anderen Gründen gehört es verboten, sich in der Parfümerie mit 5 verschiedenen Düften einzudieseln. Oder noch schlimmer im Duty Free Shop oder GANZ SCHLIMM IM FLUGZEUG.

Den Gewinner würde ich dann in dem freundlichen, Proben abfüllenden Laden kaufen.

Dann kam die Realität. Nasenklammer war mir dann doch unangenehm. Ich wählte also eine verhältnismäßig leere Parfümerie aus und nahm Emotional-Support-Michel mit. Der kann besser in Parfümerien sein als ich. Meine Anspannung kann man ganz gut daran erkennen, dass ich auf die Frage „Kann ich Ihnen helfen?“ unangenehm lange überlegte, was die Antwort sein könnte und dann eloquent mit „Nein, ich, äh, nein danke“ antwortete.

Ich fand vier von fünf Parfums selbst, sprühte die beschrifteten Streifen ein und fand dann schon die Idee, nach dem 5. auch noch zu suchen oder mit der eben noch abgewimmelten Verkäuferin zu reden, unzumutbar. Ich bugsierte also Michel aus dem Laden und wir suchten uns ein Plätzchen zum Schnuppern. Da reduzierte ich die Auswahl dann auch tatsächlich auf 2. Eines war mir zu süßlich, das andere zu langweilig.

Nein, der Laden füllt keine Proben ab. Aber probieren könne ich gerne. Ich erklärte, dass mir ja nichts bringe, mich gleich mit 2 Parfums einzusprühen, wie soll ich denn da beurteilen, welches mir besser gefällt – und blickte in ein nicht wirklich verständnisvolles Gesicht. Aber wo wir grad so nett plauschten, fragte ich noch nach dem 5 Parfum und nahm mit dann davon auch noch eine Papierprobe mit. Der vom Papier her vielversprechendste Kandidat durfte dann auf meine Unterarme, allerdings allein.

Das war auch erst echt gut – und nach ner Stunde waren leider kaum noch frische Noten übrig sondern nur noch süßlich-rosige, die leicht in die Oma-Richtung gingen. Damit wurde das gestrichen.

Einer der jetzt noch zwei verbleibenden Kandidaten ist das Parfum, das ich früher hatte. Das einfach zu kaufen erschien mir aber zu unkreativ. Also probierte ich heute in einer Parfümerie mit abgeschlossenen Schränken erst mal das zweite, mir bis dahin nicht wirklich präsente, Parfum aus. Die Angestellte meinte es seeeehr gut und sprühte mich sehr gründlich damit ein, naja, dann roch ich eben sehr intensiv bei meiner Geigebstunde.

Ich roch aber echt gut, fand ich, und als ich das auf dem Heimweg immer noch fand, bestellte ich kurzerhand dieses Parfum im Internet, zu 30% geringerem Preis, als das, was ich im Laden, der keine Proben abfüllt, hätte bezahlen müssen.

Nur ist da ja jetzt noch das von früher. Das ist immer noch echt richtig gut und deutlich anders als das, was ich bestellt habe. Vielleicht geht der Trend doch zum Zweitperfum. Mal sehen.

Tag 2943 – Urlaubig.

Ich habe ja weiterhin frei (dank zahlreicher „Flexiarbeitszeit“stunden aka Überstunden ohne Überstundenzuschlag aus dem ersten Halbjahr), so langsam ist es etwas langweilig. Andererseits auch ganz schön. Ich kann schlafen so lange ich möchte, was nach gründlicher Erholung überraschender Weise gar nicht 12 Stunden ist, sondern eher so bis acht, halb neun. Luxus ist, dass ich dann noch im Bett rumgammeln kann, bis die Thyroxintablette so weit verdaut ist, dass ich Kaffee trinken kann. Dann kann ich Pippi gemütlich zum Hort bringen, in Ruhe Duolingo daddeln, Sudokus machen, Frühstücken, Geige spielen, Lego bauen, Spazieren gehen… und dann ist immer noch reichlich Tag übrig! Sogar häusliche Pflichten und Kinderfahrdienste kann ich problemlos erledigen! Schön, mal nicht auf der Felge zu laufen. Aber so langsam könnte trotzdem alles wieder mehr Struktur bekommen.

Mehr war heute dann auch nicht. Morgen fahre ich in die Hauptstadt, eine Geigenstunde haben und möglicherweise, wenn ich früh genug loskomme, mir neue Ballettschuhe kaufen. (Schlechtes Gewissen: seit Wochen kein Ballett gemacht. Da knirscht und krampft dann doch wieder alles nach den Ferien.)

Tag 2942 – Palindrom palim.

Nix zu erzählen außer der lustigen Zahl. Blödes politisches Meeting gehabt und starke Allergie gegen Populismus festgestellt. So stark, dass ich nicht glaube, dass ich das dauerhaft aushalten könnte, mit solchen Menschen zusammen zu sein. Kann ich den Geriatrieausschuss bitte noch mal sehen? (Ja, kann ich, nach der Sommerpause, also bald.)

Tag 2941 – Einmal Hamar und zurück.

Michel hatte sein Portemonnaie bei dem Korps-Sommerkurs (aka Kinderfolter allerschlimmster Art) verloren, das wussten wir schon seit wir zu Hause angekommen waren. Ich hatte auch direkt die Sommerkursmenschen angeschrieben, die mir versprachen, sich zu melden, sollte es auftauchen. Das passierte nie, deshalb ging ich davon aus, dass es weg war. Aber heute tauchte es, wahrscheinlich beim Großputz zum neuen Schuljahr, wieder auf, Herr Rabe wurde von der Schulleitung/ dem Hausmeister dort angerufen und Michel und ich machten dann einen kleinen Ausflug nach Hamar, das Portemonnaie abholen. Wir setzten dann auch direkt einen Teil des (leicht modifizierten) Plans des Parfumkaufes in die Tat um, da aber noch nichts beschafft wurde, erzähle ich das lieber wenn ich auch das endgültige Resultat habe. Es war jedenfalls aufschlussreich, auch was die Erwartung „normaler“ Leute an Kund*Innen in einer Parfümerie angeht. Offenbar sprühen sich „normale“ Leute gleich mehrere Parfums irgendwo hin und entscheiden dann im Laden noch, was sie haben wollen. Ich wäre dazu nicht im Stande, selbst wenn ich wollte, ich könnte im Leben keine verschiedenen Gerüche an mir auseinander halten, während um mich rum die olfaktorische Kakophonie einer Parfümerie tobt. Da riecht doch alles gleich, nämlich hauptsächlich laut! Selbst in Hamar an einem ruhigen Mittwoch Mittag.

Da ich nicht so ganz normal bin, denke ich jetzt aber ernsthaft darüber nach, mir ein paar Kaffeebohnen in so ein Mini-Hotelmarmeladenglas oder ähnliches zu füllen, als erste Hilfe bei olfaktorischen Notfällen. Mein Sonnenschirm, meine Kopfhörer, meine Calmer*, meine Sonnenbrille, meine Glitzerflasche/Perlenkette**, mein Kaffeedöschen. (Mein Haus, mein Auto, mein Boot…)

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*so Stöpsel zum ins Ohr stecken, die hochfrequente Störfrequenzen mechanisch reduzieren, ohne das Gesamtvolumen der Geräusche zu verringern. Ich hab inzwischen die Pro, weil das bei mir tatsächlich funktioniert, wenn ich grundsätzlich hören will oder muss was um mich rum passiert, aber halt nicht… SO! (Wildes Gewedel und Gestikulieren mit den Händen vorstellen.) Googeln Sie Flare Calmer, falls es Sie interessiert.

**meine Oma hatte als eins ihrer vielen Handarbeitshobbies Perlen häkeln. Eine dieser Ketten fand ich neulich durch Zufall wieder und die ist ein super Fidgettoy und dazu noch Flugreisenkompatibel. Man kann sie um den Finger wickeln, reiben, drehen, den Magnetverschluss schnippen lassen, Knoten reinmachen und die ganze Zeit fühlt es sich sehr schön an und macht ein sehr angenehmes Knistergeräusch. Sie darf nur leider nicht kaputt gehen, sonst muss ich am Ende noch selbst anfangen mit Perlen häkeln.

Tag 2940 – Kein zurück.

Also erst mal ein kleiner Disclaimer: ich spreche hier nur von meiner eigenen, sehr begrenzten Erfahrung. Es gibt sicher noch viel viel mehr Dinge, von denen man nicht mehr so einfach loskommt, wenn man damit ein Mal angefangen hat.

Im Wesentlichen sind es drei Dinge, die ich vor relativ kurzer Zeit angefangen habe, und die jetzt (leider?) ein Teil meines Lebens sind.

Das erste sind Barfußschuhe. Ich finde nach nur nem halben Jahr die meisten anderen Schuhe sehr bis furchtbar unbequem, vor allem, wenn sie nicht breit genug sind. Für meine Füße sind selbst manche Barfußschuhe zu schmal, in einer Marke habe ich deshalb die extra breiten. Bonus für super flexibles Obermaterial. Die dünne Sohle ist für mich nicht ausschlaggebend, wenn auch nett, weil die Füße beim Gehen eigentlich nie kalt werden. Außerdem habe ich in manchen anderen Schuhen das Problem, dass mir Teile des Fußes einschlafen, das passiert aber nicht, wenn die Füße einfach machen können, was sie wollen und sollen. Nach anfänglichen Plantarsehnenüberforderungssymptomen kann ich sagen: so wenig Aua in den Füßen hatte ich schon lange nicht mehr. Ewig. Also so… seit mehr als 20 Jahren. Außerdem kann ich in den Schuhen jederzeit mit den Zehen wackeln, also stimmen. Das bin aber nur ich.

Das nächste, was ich mir sehr schnell angewöhnt habe, ist schlafen mit Ohrenstöpseln. Herr Rabe schnarcht seit ein paar Monaten regelmäßig, davor schnarchte er nur bei Erkältung und dergleichen und wer tut das dann nicht, aber jetzt ist es ein anderes Kaliber des Schnarchens. Eines, das mich vom Schlafen abhält. Ich hatte also die Wahl zwischen Mord und Ohropax und wählte Letzteres. Ich schrieb schon mal hier, dass die Lufthansa Ohrenstöpsel die besten sind, aber eben schwer zu bekommen. Ich testete mich durch diverse Alternativen, vom Klassiker zu 3M Industriestöpseln zu extra Schlafstöpseln von Flare. Aber bis auf Lufthansa saßen die alle immer nur in einem Ohr gut, aus dem anderen fielen sie raus. In einem Anfall von Kaufrausch kaufte ich auch mal Musik-Ohrstöpsel mit Filter, die in einen Lamellen-Konus eingesetzt werden. Seither weiß ich: mein linkes Ohr ist halt nur Größe S, rechts ist aber Größe M. Aus dem kleineren Ohr drücken sich die One Size Fits All Schaumstoffstöpsel deshalb einfach selbst raus. Und dann entdeckte ich Silikon-Ohrenstöpsel und wurde erweckt. Die sind nämlich wie Wachs-Ohtenstöpsel formbar, nur ohne das Schmierige vom Wachs. Ich benutze die ca. einen Monat lang, danach sind sie so dreckig, dass ich sie nicht mehr in mein Ohr prömmeln möchte. Jetzt kann ich nicht mehr gut ohne schlafen, es ist wirklich angenehm, Geräusche aller Art einfach auszublenden.

Das dritte Ding ist auch ein Schlafding – nämlich eine Schlafmaske. Ich kann die normalerweise nicht tragen, weil die mir aus anatomischen Gründen auf den Augapfel drücken, was dazu führt, dass ich nach dem Aufwachen sehr lange nicht richtig sehen kann. Dann hatte ich eine, die aussah, wie ein BH für Teddybären, mit leicht vorgeformten Cups. Aber auch die lag noch zu eng an. Da erinnerte ich mich an die „Influencer-Maske“ mit extra tiefen Cups für die Augen. Das Symbol der Marke ist ein Rochen, wenn Sie das googeln möchte. Und oh Boy, ich möchte nicht mehr ohne dieses Ding schlafen. Wenn Sie sich gefragt haben, wie man in einem Ferienhaus mit Wänden aus Papier trotz um halb sieben wacher Kinder und nichts verdunkelnder Lamellengardine vorm Fenster noch bis halb zehn (oder länger, hust…) weiterschlafen kann: Silikonohrstöpsel und die Rochen-Maske. Chef‘s kiss!