Tag 2188 – Sommerferien in Zeiten von Corona.

Heute haben wir mit (Teilen) der Babysitterfamilie gegrillt, nachdem wir uns seit… ewig ja fast gar nicht gesehen haben und wenn, dann immer nur mit riesigem Abstand. Nun ist S. aber schon eine ganze Weile wegen ihrer Vorerkrankungen voll geimpft und das Wetter ist gut genug, um die ganze Zeit draußen zu sitzen und sogar – dank Wind – im Haus für Durchzug zu sorgen. Man muss ja auch mal aufs Klo.

Das war sehr schön, wir schnackten einfach ewig lang und holten ein bisschen auf, was in den letzten anderthalb Jahren einfach nicht ging.

Dabei wieder festgestellt, dass ich wirklich keine Lust mehr auf diese Dreckspandemie habe. Für mich und viele andere ist sie nicht vorbei, es läuft immer im Hinterkopf ne ganze Menge Coronakram mit und das nervt. So. Uff.

Etwas lustig war, S. und A. Schnelltests zum Selbstgebrauch zu erklären. Die kann man hier zwar für nichts offizielles gebrauchen, aber sie sind ein gutes Mittel zur Beruhigung bei unspezifischen, leichten Erkältungs- oder auch Heuschnupfensymptomen, die „allerhöchstwahrscheinlich nicht Corona sind, aber man weiß ja nie“. Schnelltests kommen hier überhaupt grad erst auf, seit kurzem kann man sie in einer Art Drogeriekette und wohl auch einer Baumarktkette für Profibedarf kaufen. Wenn man nen offiziellen Test braucht, kann man zu einer Privatklinik fahren, die dann genau so einen Schnelltest mit einem machen und dafür 120€ (!!!) kassieren. Mit dem Ergebnis kann man dann aber beispielsweise verreisen. Und dann werden ständig die Farben von allem geändert und man kommt nicht mehr problemlos zurück, aber das ist eine ganz andere Geschichte.

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Weiterhin haben wir Michel heute erklärt, wie wir uns das mit meiner Operation vorstellen, dass nämlich die Babysittertochter bei uns schlafen wird, damit sie da ist, wenn die Kinder aufwachen, bevor Herr Rabe wieder da ist. Davon war Michel ganz und gar nicht begeistert, nach einigem Getobe und Gemotze bekam ich aus ihm raus, dass er wohl schlimm fand, dass ein mal morgens Oma in unserem Bett lag statt uns. Das war, als Pippi geboren wurde, da war er also noch nicht mal drei Jahre alt und wir dachten eigentlich damals, dass das alles recht gut geklappt hätte – hoppla, Kind traumatisiert. Für die Operation einigten wir uns dann darauf, dass wir Bescheid sagen, wenn wir fahren und ihn dafür auch wecken, damit er Bescheid weiß. Damit konnte er sich anfreunden und nun hat er ja auch noch ein paar Tage Zeit, um das sacken zu lassen und auf seine Art zu planen. (Beim ins Bett bringen kam dann noch die Frage auf, wie wir das machen, wenn Herr Rabe mich aus dem Krankenhaus wieder abholt. Da haben wir noch gar nicht groß drüber nachgedacht, ich denke, Herr Rabe nimmt die Kinder einfach mit. Auch damit war Michel zufrieden.) Generell scheint seine Art der Vorbereitung, was ja auch Bewältigung von Ängsten* ist, auf „alles wissen“ hinauszulaufen, was ich gut verstehen kann, ich bin und war immer schon genau so. Vermutlich mochte er auch schon als Kleinkind keine Überraschungen und hat es einfach noch nicht so mitteilen können. Und wir dachten damals halt, wenn wir fahren, wenn er noch wach ist (ich hatte mich ja extra aufs Sofa gesetzt, um die wirklich ordentlich anziehenden Wehen zu veratmen, während Herr Rabe ihn ins Bett brachte), kommt er sicher nicht zur Ruhe und wenn er die Oma morgens erst suchen muss und das Bett ganz leer ist, wäre er sicher verwirrt. Tjanun, jetzt im Nachhinein können wir es auch nicht ändern.

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* das ist grad eh ein Thema, ganz alterstypisch passiert da bei ihm grad viel und jetzt glaubt er, seine kleine Schwester sei „tougher“ als er. Ich habe ihm dann erklärt, dass Pippi solche Ängste (vor Tod etc.) einfach noch nicht hat, weil sie noch zu klein ist und sich das erst später im Gehirn entwickelt, nicht weil sie tougher ist. Das fand er spannend und scheinbar auch einleuchtend und ich hoffe, damit konnte ich ihm einen Teil der Angst vor der Angst nehmen. Und ich muss jetzt vermutlich erst mal kindliche neurologische Entwicklung studieren, um Michel das alles erklären zu können.

Tag 2186 – Müdemüdemüde.

Wir sind wieder zu Hause, nachdem wir heute noch den „Kinderbauernhof“, der zu dem Freizeitpark gehört, besucht haben. Alle Beteiligten hatten eine gute Zeit (vielleicht mal abgesehen von den Streichelzootieren) und sind jetzt extrem bettschwer, beziehungsweise schlafen schon eine geraume Weile (die Kinder), in eigenen Betten, aus denen sie nicht herausfallen können. Ich muss auch sagen, so eine vernünftige Matratze hat schon was und genug Platz, um sich von einer Seite auf die andere rollen zu können, ohne wurschteln zu müssen, ebenfalls. Aber insgesamt waren es zwei wirklich schöne Tage.

Etwas, das nicht bis morgen warten kann: Bitte cremen Sie ihre Kinder mit Sonnenschutz ein oder, wenn Sie das nicht möchten oder das nicht geht, sorgen Sie dafür, dass sie ihre Haut mit Kleidung bedecken. Hautkrebs ist ein Ding, ein beschissenes (es ist im Normalfall nicht mit „halt größeres Muttermal wegschneiden“ getan und mit ein wenig Pech ist die Prognose auch nicht berauschend), und ich sehe zur Zeit sehr viele Kinder mit Sonnenbrand im richtigen Leben und auf Social Media und möchte weinen. Also bitte schützt euch und vor allem eure Kinder vor der Sonne.

Tag 2182 – Ausflug in die Großstadt.

Heute war noch einmal eine Vorbesprechung für die Chirurgie. Ich wurde über Risiken aufgeklärt, die ich eigentlich gar nicht so super dringend wissen wollte, mir wurde ein Haufen Fragen zu Medikamentenallergien etc. gestellt und ob ich herausnehmbaren Zahnersatz habe (nein, alles selbst gewachsen und alles fest, danke der Nachfrage). Es wurde erklärt, was danach passiert, welche Tabletten ich vorher noch nehmen soll, wie lange ich nicht baden darf, wie lange ich am besten ein Narbenpflaster tragen sollte und so weiter und so fort. Ich hoffe, die geben mir so Scheißegalmedizin, sonst werde ich leider ein nervöses Wrack sein, ich finde Vollnarkose so schrecklich gruselig. Und es darf ja keiner mit, ich muss da also irgendwie alleine durch. Befürchtend, für immer stumm und mit einem Rohr im Hals zum Atmen aufzuwachen, auch wenn das laut dem Chirurgen in diesem Krankenhaus noch nie vorgekommen ist und es auch Sicherheitsmaßnahmen gibt, die verhindern sollen, dass das passieren kann, „aber ich muss Ihnen das sagen“ ja toll, lalala, ich kann Sie gar nicht hören!

Um dem Tag noch was positives abzugewinnen, besuchte ich danach noch meine Freundin A., wir holten uns Eis und Kaffee und machten einen langsamen, wetter- und schwangerschaftskonformen (nicht ich!) Spaziergang mit Abstand und viel Schnacken. Das war wirklich sehr schön und wir vergaßen ein wenig die Zeit. Ich bin auch gar nicht so kaputt jetzt, Eins-zu-Eins funktioniert offenbar ganz ok.

In Oslo selbst nicht so arg, aber sonst überall ist Pandemie anscheinend vorbei, auch wenn jetzt gar nicht mehr behauptet wird, Delta würde hier nicht so schlimm. Delta wird kommen, sagt man jetzt, schon im Sommer, und kann im Spätsommer/Herbst auch eine 4. Welle verursachen, nämlich „unter 15-18-Jährigen“. Jüngere Kinder kriegen also weiter kein Corona, so ein Glück aber auch. Es gibt auch weiter keine Aerosole, langsam* wird das ein wenig** lächerlich. Wegen Delta wurde jetzt sogar die letzte Öffnungsstufe verschoben, allerdings ist gar nicht so mega viel übrig, was man noch öffnen kann, das ist also reine Symbolpolitik. Wahlkampf eben. Bloß keinem mehr so richtig an den Karren pissen auf den letzten Metern.

Fun fact: über… Wege erfuhr ich heute, dass unser Arbeitgeber wohl gesagt hat, auch wenn jetzt keine Homeofficepflicht mehr herrscht, sollten wir unnötige Reisen vermeiden und deshalb weiter nicht ins Büro kommen. Zur Arbeit kommen*** ist also per Definition unnötig, das ist ja gut zu wissen. (Meine Quelle stimmt dieser Deutung der Botschaft zu, ich bin da also nicht alleine.)

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* seit einiger Zeit ist es

** vollständig

*** tatsächlich, Spaß beiseite: ich werde genau das, genau diesen Satz, nutzen, um für ausgedehntes Post-Pandemisches Homeoffice zu argumentieren. Da kann man „oben“ noch so sehr „wünschen“****, dass wir „so viel wie möglich“ im Büro arbeiten. Unnötige Reisen tätigen widerstrebt mir, außerdem hab ich zwei recht kleine Kinder, pendle ne Stunde pro Weg und reise im normalen Berufsalltag schon rollenbedingt sehr viel mehr als die allermeisten im Werk. Ich hab, wie so viele, im Homeoffice eher mehr gearbeitet als im Büro, eben wegen des Pendelns. Mehr als zwei Tage die Woche sehe ich meine Anwesenheit im Büro nicht als notwendig an. Da spare ich mir diese unnötige Reise doch gerne.

**** wie ich immer gerne sage: jaja, und ich wünsch‘ mir ein Pony.

Tag 2177 – :).

Michel hatte heute keinen Sport-Hort, sondern eine Ferienaktivität des Handarbeitsvereins. Das war anfangs wegen Rabeninterner Kommunikationsschwierigkeiten etwas holprig, aber er ist dann doch da geblieben mit der Aussicht auf Schnitzen. Und siehe da: er fand es super gut und noch besser als das Schnitzen war das Nähen. Er hat sich einen Turnbeutel gemacht, in seinen Lieblingsfarben. (Turnbeutel war vorgegeben, Stoff durften sie aussuchen, Kordel wurde selbst geflochten.) Weitere Ausbeute: diverse Lesezeichen, ein geschnitzter Zauberstab und ein gestickter Smiley.

Ich habe derweil die Küche aufgeräumt und tatsächlich die Füße hochgelegt, weil diese Kommunikationsschwierigkeiten mich ein paar zu viele Nerven gekostet hatten. Nachmittags habe ich einen Ausflug zur Miljøstation gemacht, Müll wegbringen. Es hatte sich schon wieder einiges angesammelt und da wir uns endlich committed haben, am Samstag Pippis Geburtstag vorzufeiern*, dachte ich, es sei gut, dann hier nicht noch jede Menge große Pappkartons und Styroporverpackungszeugs unterm Carport herumfliegen zu haben.

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*brillante Ideen für 500

*der Aberglaube stark in mir ist, aber Vorfeiern ist in Norwegen total normal und da denkt sich außer uns bekloppten Deutschen keine*r was bei

Tag 2176 – Schon wieder…

Wieder so Wetterveralberung, angekündigtes Gewitter und dann kamen so fünf Tropfen runter. Immerhin ist es jetzt windig, da wird die stickige Luft weggeblasen.

Heute habe ich das Wohnzimmer aufgeräumt statt zu entspannen bevor ich die Füße wenigstens ein wenig hochgelegt habe.

Außerdem war ich mal wieder mit einem Meerschwein bei der Tierärztin, diesmal allerdings mit Marshmallow. Hin sind wir wegen geschwollener Zitzen, raus kamen wir mit einer genommenen Probe aus einer neu entdeckten Beule. Das Schwein bekommt jedenfalls ein Sternchen ins Heft geklebt, es hat keinen Mucks gemacht (hat wahrscheinlich drauf gebaut, so unsichtbar wie möglich zu werden).

Ich habe zwar eine lange To-Do-Liste (sehr lang), aber auch eineinhalb kleinere Projekte nur für mich, aber erzählen tue ich das erst wenn es geklappt hat, hähä. Das eine ist bisher… huff! Das andere (halbe) schon besser.

Tag 2175 – Was schaffen.

Ja, also ich hab ja Urlaub, ne? Dementsprechend habe ich heute lange geschlafen, im Bett Kaffee getrunken und ein Buch auf der Terrasse gelesen.

Nicht.

Ich hatte um neun einen Termin zur Blutabnahme, war um viertel nach neun im Baumarkt, habe den noch bewölkten Himmel zum Unkraut jäten genutzt und dann zum Fenster putzen. Jetzt kann man zwar wieder rein und raus gucken, aber das mit dem Urlaub machen, das muss ich noch üben, scheint mir.

Ich möchte dafür weder Lob noch Mitleid. Es ist eine reine Feststellung, dass ich immer erst mal irgendwas „arbeiten“ muss, bevor ich was „zum Vergnügen“ machen „darf“. All das kommt rein aus mir, niemand steht mit der Peitsche hinter mir, ich höre nicht mal irgendeine konkrete Stimme in meinem Kopf oder sehe einen konkreten tadelnden Blick. Nichts. Einfach ganz tief verwurzelte, von allen Seiten schon immer vorgelebte, protestantische Arbeitsethik. Plus Frausein, vermutlich, Frauen haben ja auch sonntags nicht frei, wer macht denn dann den Braten. Und ein Tacken Zwanghaftigkeit kommt bei mir auch noch dazu, ja.

Wie gesagt. Ich übe das noch. Die Fenster sind ja jetzt auch geputzt.

Tag 2170 – Geschafft.

Einen entspannten Arbeitstag hinter mich gebracht, jetzt fertig und bereit für Urlaub. (Ok, Freitag arbeite ich ein bisschen, aber echt nur ein bisschen und ich möchte da nicht reingeredet bekommen, danke.)

Heute Abend hätte ich deshalb gerne ein Bier aus dem Norden in Regenbogendesigndose auf der Terrasse getrunken, wegen Kopfschmerzen (natürlich, ist ja jetzt Urlaub) wurden es aber nur YouTube-Videos im Bett. Tjanun. Es wird schon noch genug Entspannung geben, bis auf kurz Freitag sieht mich die Arbeit erst im August wieder.

Tag 2091 – Ostern rum.

Puh. Das waren die Osterferien 2021. Genauso Lockdown-öde wie 2020. Fast noch öder, letztes Jahr habe ich in der Karwoche ja Montag bis Mittwoch noch gearbeitet und mich schrecklich beliebt gemacht (lies: alles andere als das) mit einer Art Fern-Inspektion. Außerdem hatte Herr Rabe Kurzarbeitsstress. Dieses Jahr hatten wir einfach frei, was auch schön ist, und auch nötig war, und ich hab auch keine Lust, morgen wieder an meinen Homeofficearbeitsplatz zurückzukehren, aber keinen treffen dürfen ist halt schon langweilig.

Ich glaub auch langsam, wir sind eher die Ausnahme als die Regel, was das weitere Befolgen der Empfehlungen und Regeln und Vorschriften angeht. Nachdem selbst Erna (Solberg, norwegische Staatsministerin) ihren 60. mit 14 Personen (erlaubt wären zu dem Zeitpunkt und dort 10 gewesen) auf der Hütte gefeiert hat, nimmt das alles keiner mehr so richtig ernst, fürchte ich.

Noch ein paar Monate.

Ich fürchte, danach muss ich mal zum Zahnarzt und mir ne Knirscherschiene anpassen lassen. Ich beiße scheinbar nicht nur metaphorisch die Zähne zusammen, zumindest ist mein Kiefer immer öfter immer verspannter und ich merke, dass mir das locker lassen zunehmend schwer fällt.

Es ist zum Mäuse melken. Alles.

Tag 2081 – Corontäne v3 Tag 5.

Habe heute das erste mal seit Montag das erste mal „so richtig“ das Haus verlassen, weil ich zur Post musste. Bin dort natürlich direkt in eine Nachbarin gerannt, die mich natürlich auch direkt Sachen fragen wollte, die ich gar nicht sagen darf, erst recht nicht mitten in einem Supermarkt.

Ansonsten: jetzt Ferien. Wird Zeit. Nur eine Woche (und Ostermontag), aber immerhin.

Kontakt mit dem Gesundheitswesen war heute eher unerfreulich. Kontakt mit dem Bogenbauer war da schon erfreulicher, vermutlich kann ich Montag oder Dienstag meinen Bogen wieder abholen. Wir werden sehen. Passt ja gut, dass wir Urlaub haben, da habe ich Zeit nach Oslo und zurück zu gondeln. Im Garten rödeln wird über Ostern noch nicht wirklich möglich sein, es liegt einfach noch zu viel Schnee, oder besser, graue, matschige Haufen halb gefrorenen Wassers. Bah.

Tag 2001 – Spazieren gehen. (Wooozaaa.)

Ich hab heute wenig wirklich sinnvolles getan, aber dafür war ich zwei mal eine knappe Stunde draußen unterwegs. Vormittags ging ich zur neuen Vertretung meiner Hausärztin (aus Gründen hier ein kleines Augenrollen einfügen), nachmittags ging ich einkaufen. Vormittags bekam ich so sogar richtiges Sonnenlicht ab. Auch wenn das ja furchtbar „weit weg“ ist, tut es gut. Und bei der klirrenden Kälte über die weißen Wege laufen tut auch gut. In meinen dicken Schneesachen bin ich zwar nicht so schnell wie sonst, aber was sollst. Licht und Luft. Hach.

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Großes Kopfschütteln über den deutschen „Lockdown“. Warum ist das so unfassbar schwer in Deutschland, Homeoffice da, wo es möglich ist, auch anzuordnen, also die Arbeitgeber*Innen zu verpflichten, das möglich zu machen? Das funktioniert hier zum Beispiel ja auch und ich sag es mal ganz vorsichtig: zur Zeit stehen wir im Vergleich relativ gut da…

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Auch Kopfschütteln über das Impfgemotze, hüben wie drüben. „Man“ hätte eigene Verträge mit den Lieferanten machen müssen, „man“ hätte viel mehr bestellen müssen, „man“ müsste jetzt viel schneller und so weiter. Ich frag mich, wie groß der Aufschrei wäre, hätte zum Beispiel Norwegen mit irgendeinem Lieferanten nen Vertrag gemacht und 10 Millionen Dosen bestellt und dann kommt das Zeug nicht durch die Zulassung und die Kohle für 10 Millionen Dosen ist weg. Oder, der Lieferant auf den man gesetzt hat, kann halt erst in Q2 2022 liefern, und man hat ja 10 Millionen Dosen bestellt, soll man also ernsthaft doch noch was anderes einkaufen, um *jetzt* mit dem Impfen anfangen zu können. So schnell ist die europäische Solidarität dahin, wenn’s um „wer kriegt wieviele Dosen“ geht, ist sich jeder plötzlich wieder selbst der nächste.

Und da hab ich noch nicht mal was dazu gesagt, wie lange sich diese Impfkampagne hinziehen wird und dass man nicht wirklich groß lockern kann, bevor genug geimpft sind, um eine gewisse Herdenimmunität zu haben. Da ist es wahrlich wumpe, ob man in den ersten paar Tagen 20.000 oder 50.000 Dosen verimpft. Das Personal fällt ja auch nicht von den Bäumen, ich kann mir auch vorstellen, das große Teile des Personals, das dafür qualifiziert wäre, zur Zeit damit beschäftigt ist, kranke Menschen zu versorgen.

Als wäre irgendwas, irgendwo, jemals an Tag 1 perfekt rund angelaufen. In ner Krise, in der alles am besten gestern aus dem Hut gezaubert werden muss, kann man das dann natürlich erst recht erwarten.

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So, rant over, ich gehe morgen wohl doch noch ein paar mehr Stunden spazieren, sonst rege ich mich ja nur auf. Ganz offensichtlich.