Tag 1420 – Erster richtiger Ferientag.

Heute also das erste mal richtige echte Schulferien für Michel. Kein Hort, keine Ferienspiele*, nichts. Wow. Mir ist glaube ich das erste mal so richtig aufgegangen, wie groß Michel im letzten Jahr geworden ist. Von schüchternem Kindergartenkind zu… naja immer noch relativ schüchternem aber auch wilden und Neunmalklugen Grundschüler. Die Erwachsenenzähne wachsen, die Haare sind im Nacken gestern raspelkurz rasiert worden – von Herr Rabe, wie immer – und in Verbindung mit der Nackenbräune sieht der weiße Rand jetzt zwar etwas lustig aus, aber es macht ihn schon optisch größer. Natürlich ist er schlacksig wie eh und je, aber morgen wollen wir Sandalen kaufen, mal gucken, was uns da am unteren Ende des Körpers für Überraschungen erwarten. Die größeren Überraschungen erwarte ich da aber bei Pippi, die hat immer schon recht große Füße gehabt und da grad schon wieder alle Socken „aaaaaaltfor liten!“ (Vieeeeeel zu klein) werden, bin ich mal gespannt. Jedenfalls morgen also Ausflug in die große Stadt. Mit einem großen Kind und einem noch größeren Kind. Hach, ich freue mich. Ich hab schon tolle Kinder, meistens weiß ich das auch. Heute sind sie beide ohne Körperkontakt eingeschlafen, ich saß nur noch vor dem Bett, nicht mehr drin. Ich habe Hoffnung, dass wir nach den Ferien nicht mehr Einschlafbegleiten müssen.

Doch, war schön heute. Wirklich schön.

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*nächste Woche ist eine Art Ferienspiele für Michel, Montag bis Donnerstag, eine Artisten-/Parcouring-/Balanceschule. Das wird bestimmt spannend, Michel macht das mit seinem Freund und die beiden freuen sich schon sehr darauf.

Tag 1419 – Faulsein.

Ach ja. Viele zu grobe Pläne gehabt, um sie in die Tat umsetzen zu können, dafür halt ausgiebig rumgegammelt. Auch mal sehr schön. Auch für den Besuch, dem durch die frühe Anreise gestern doch reichlich Schlaf fehlte.

Es ist schön, Besuch zu haben. Ich mag das. Ich mag den Besuch auch. Ich bin sehr froh, dass es meinem Bruder grad so gut geht, das war auch schon ganz anders und das letzte Mal ist gar nicht so lange her, man kommt da ja aus der Rolle als große Schwester auch nicht mal eben so raus, deshalb freue ich mich super doll, dass es grad alles gut ist. Und hoffe, dass es lange hält.

Apropos: die Kinder haben heute zwei mal so süß gekuschelt, beim Maus gucken und dann nochmal beim abendlichen Vorlesen, es war zum dahinschmelzen.

Ich bin heut ganz hachzig und ansonsten hab ich leider nichts zu erzählen, hachz.

Tag 1410 – Rührselige Liebesbekundungen…

… waren noch nie so unser Ding. Aber wer weiß, vielleicht kommt ja auch das noch. Ich meine, wenn mir wer vor 10 Jahren gesagt hätte, dass wir heute in einem (let’s face it) arschteuren Luxus-Spa etwas südlich von Oslo im Jacuzi knutschen würden, oder dass ich unserem Babysitter vom Abendessen unentspannte „Na, wie läuft’s?“-Helikopternachrichten schicken würde, das hätte ich ja auch nicht geglaubt. Wer weiß, was die Zeit noch bringt. Ich bin jedenfalls gespannt drauf. Nach den letzten 10 Jahren und allem, was wir darin gemacht haben, bin ich jedenfalls sicher: wir meistern das, egal was kommt.

Niemand sieht mit einem Haufen Schaum wie eine weiße Raupe eingepackt so lustig aus, wie du. Ich lieb dich. Murch!

Ok, den Teil mit dem Bier hätte ich auch vor 10 Jahren geglaubt. Verlangt hätte ich den! Jawohl.

Tag 1409 – Versöhnlich.

Heute ging schief, was schief gehen konnte, von morgens bis abends, Sachen vergessen, falsche Sachen mitgenommen, Rechner will nicht, dann will Datenbank nicht, alles irgendwie Mist im Homeoffice, aber den Großteil meiner Aufgaben kriege ich doch irgendwie fertig, Rest muss ich am Wochenende machen.

Abends fahren wir zum Vikinger-Babysitter, denn die Kinder übernachten da morgen, es ist sehr aufregend für alle. Der Vikinger-Babysitter hatte letztens Geburtstag, ich versuche also erst online einen Gutschein bei einem Laden zu kriegen, der Sachen anbietet, die Teenie-Jungs cool finden, gebe aber nach dem dritten auf. Ich versuche Geld zu holen, bin schon wieder zu Hause, da fällt mir auf, dass ich kein Geld habe, hab das wohl im Automaten stecken lassen. Fahre zurück, treffe den Geldautomatentechniker, der mir erklärt, der Automat sei leer, es käme gar kein Geld raus, er fülle den nun auf, ich solle in einer halben Stunde wieder kommen. Also wieder nach Hause, zu spät zu spät, die Kinder nölig und aufgeregt, ich finde noch zwei 50-Kronen-Scheine und schaue anschließend ein Video, in dem jemand ENERVIEREND LANGSAM Geldscheine zu kleinen Hemden faltet. Wir packen den Kram für die Kinder und fahren dann los, 25 Minuten zu spät, nochmal zum Geldautomaten, 100 Kronen erscheinen mir etwas lächerlich für einen Teenie, treffe den Geldautomaten-Techniker, der mir erklärt, der Automat sei gar nicht leer gewesen sondern kaputt, aber jetzt ginge er wieder, er hätte den nämlich repariert. Im Auto also noch mal Geld falten und 30 Minuten zu spät beim Babysitter aufschlagen. Die Kinder sind jetzt jedenfalls auf Übernachten eingestellt, Pippi ist indifferent, Michel freut sich. Das hat eine Woche gedauert von Totalverweigerung mit Tränen bis zu Vorfreude. Uff. (Was hat den Dreh ausgemacht? Naja, erklären von uns aus natürlich. Augenhöhe! Außerdem haben die ein Trampolin und Minecraft und es gibt Pølse zum Abendessen.)

Als Herr Rabe die Kinder ins Bett brachte, räumte ich die Rucksäcke aus. Heute war nämlich letzter Schultag und auch Pippi macht morgen Ausflug (zum Flughafen. Fragen Sie nicht.) und hat nächste Woche Umgewöhnung in die neue KiTa-Gruppe, die Schränke leeren wir also jetzt schon nach und nach. Da fand ich Michels Schreibbuch im Rucksack und herrje, das ist so niedlich, ich musste ein bisschen vor Rührung weinen.

Ja, mein Kind malt wie ein Vierjähriger, aber das ängstliche Männchen, ich geh tot! (Aufgabe war: Gefühle malen. Froh, Traurig, Ängstlich, Wütend.)

Das ist Ostern. Das sind die zwei Bäumchen, die wir Ostern gepflanzt haben! Auf der da noch ganz braunen Wüste! *heuli*

Und hier: Jahresabschluss. Er sagt seiner Lehrerin Tschüss. Und er trägt den blauen Raketenrucksack vom Midimonsieur, an den er ein kleines Werbe-Bärchen gehängt hat, das jetzt immer mit muss. *heulipopeuli*

Dass man über sowas mal flennt denkt man ja auch nicht als junge Frau ohne Kinder.

Tag 1361 – Ausgang.

Wir futtern uns munter durch Oslo, das ist sehr schön, leider auch sehr teuer aber yolo oder so. Heute vegane Lasagne zum Mittag und mexikanisches Viel zum Abendessen, weiterhin einfach nur mit J., es ist so super. Dann noch Gin und ein bisschen Freiheit und ganz viel Leute gucken und Geschichten ausdenken, die Frau, die ein Limettenbäumchen herumträgt, das ungleiche Paar und ihre beste (unbegeisterte) Freundin, die rätselhaften Typen am Nebentisch (was sie wohl arbeiten? Deuten karierte Oberhemden auf irgendwas mit Ingenieur hin? Aber keine Nerds! Mysteriös…) und der Freundinnen-Betriebsausflug (irgendwas mit Agentur) einen Tisch weiter, der Essensliefermann, der auf die Straße rotze.

Weiterhin alles wunderbar, auch wenn wir* am Abend, als uns** Herr Rabe um 23 Uhr vom Bahnhof abholte, die goldene Eltern-Himbeere verliehen bekamen – als wir nach Hause kamen (um 23:08) war Pippi nämlich wach und stand weinend hinter der Tür. Arme Maus.

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*Herr Rabe und ich

**J. und mich

Tag 1360 – Suppe aus Brot und Spargel.

Weiterhin alles sehr hachz. Es ist schon sehr schön, mit einer erwachsenen Person und ohne Kinder dabei Zeit zu verbringen. Mit Herrn Rabe ist es auch noch mal anders, da steht ja ständig irgendwas an, und sei es nur den Urlaub endlich zu planen oder wer den nächsten Elternabend übernimmt oder den Wocheneinkauf. Irgendwas ist immer. Mit Frau Halbesachen ist sowas nicht, da ist nur viel Austausch und das ist ganz und gar wunderbar. Wir reden natürlich auch über die Kinder, die Familie und die Wunderlichkeiten des Reihenhausbesitzes und all das, aber eben nicht nur und, ach, dass mir sowas fehlt merke ich ja immer erst nachher, ne? Ich sollte echt mehr socializen.

Am Besten am Besuch haben ist aber super Essen. Heute Abend gab es echten! Spargel! Richtigen, echten, weißen, frischen Spargel, aus Deutschland mitgebracht. Grünen Spargel gibt es hier ja das ganze Jahr über, wie Paprika oder Mango, aber der ist immer (!!!) labberig oder holzig. Letztes Jahr in Trondheim sah ich erstmals in Norwegen weißen Spargel, er lag im Supermarkt hübsch auf Eis dekoriert und war so holzig, dass er schon aufriss. Und das dann für 10€/kg. Das heute allerdings war köstlich. Und J. macht super Sauce Hollandaise, so richtig mit Ei und Wasserbad und allem, und dabei noch mit Pippis Hilfe. Ich bin schwer beeindruckt.

Auch heute Mittag aßen wir super, nämlich in Oslo Suppe aus Brot. Mit ordentlich Knoblauchbutter und Limo und ohne Gin-Tonic (Preis auf Anfrage). Das war sehr lecker.

In Oslo ist alles schon ganz grün und die Tulpen blühen, es ist wirklich so schön! Morgen muss ich davon mal Fotos machen.

Tag 1359 – Hach, hach!

Heute sind drei tolle Sachen gewesen:

  • Frau Halbesachen ist da und es ist wunderbar
  • Pippi ist bis ins Dorf und zurück bis auf wirklich kleine Pausen Fahrrad gefahren und ist dann abends auf meinem Arm eingeschlafen
  • Michel hat geduldig ein im Dunkeln leuchtendes Dino-Skelett ausgebuddelt und war dann völlig aus dem Häuschen darüber, dass das IM DUNKELN LEUCHTET, GUCK MAL MAMA, ES LEUCHTET WIRKLICH, J., DU MUSST AUCH KOMMEN UND GUCKEN, ES LEUCHTET!!!

Alles sehr glücklich machend heute.

Tag 1358 – Zackizacki.

Heute Dinge erledigt. Zeitdruck macht das, weiß ich ja, kenne ich schon. Die SOP ist an die Kolleg*Innen zur Durchsicht verschickt. Der Report, der Freitag raus soll, enthält nun auch alle meine Notizen. Die Checkliste für nächste Woche ist… naja zu 50% fertig, aber ganz fertig muss sie ja auch nicht sein, ich gehe da ja nicht alleine durch alles. Zu Hause dann endlich die meine Bügelwäsche weggebügelt und einen groben Plan gefasst, was ich nächste Woche anziehen könnte und entsprechend einpacken muss. Jetzt kann morgen die Frau Halbesachen kommen und wenn ich heute Abend noch durch ein bis drei Dokumente durchkomme, muss ich morgen nicht mehr ran und kann Spargel essen Wein trinken. Ach ja, Blumen gegossen habe ich auch, den Rasen gesprengt und die Einkaufslieferung verräumt. Die Brotdosen aus den Kinderrucksäcken geholt. Wenn ich’s nicht besser wüsste, würd ich mich für Superfrau halten, aber ich bin nur ich und ohne den Zeitdruck wäre das meiste davon nicht passiert (bzw. sind ja große Teile davon schon seit Wochen nicht passiert).

Was schön war, war Michel beim Erfinden zuhören weil Pippi beim Fernsehen eingeschlafen ist. Ich hab ein ganz wunderbar kreatives großes Kind. Und ein sehr gesprächiges auch. Und niedliches. Und kluges. Und überhaupt. Auch wenn ich mich ein biiiiisschen drauf freue, vier Nächte am Stück allein in einem Bett zu schlafen, ich werd die alle vermissen.

Tag 1355 – Some less drama, baby.

Wochenende. Ausschlafen (für mich), Frühstück, dann fertig machen zum 7. Geburtstag der Klassenkameradin von Michel. Ich hatte angeboten zu helfen und hatte Pippi dabei, die mit dem kleinen Bruder des Geburtstagskinds spielen sollte. Diese zwei Dinge waren ein wenig inkompatibel, aber alle hatten eine gute Zeit, das ist ja das wichtigste. Es war auch wirklich nett, wenn ich auch wieder weiß, weshalb ich nicht (!!!) die ganze Klasse einladen werde.

Abends dann dem (gestern) frisch gesäten Rasen beim Wachsen zugesehen und 15 der drülfzig Aronia-Büsche mit unserem neuen, extra stabilen Spaten ausgegraben. Halleloo. Und die Narzissen (im Sonderangebot für 10 Kronen pro Pott gekauft) hab ich bewundert. Ich freue mich immer wieder über den Garten, das ist alles so schön, hach. Im Sommer müssen dann noch die Löcher im Beet voll gepflanzt werden, aber das wird kein Problem, die Ringelblumen zum Beispiel sind eigentlich schon startklar. Hach, hach, hach!

Radieschenbabies sprießen auch bereits!

Doch, ein schöner Wochenendausklang.