Tag 827 – Bastel, bastel.

Hahaha, dachten Sie an Papier? Nein. Ich habe mich heute, weil ich noch immer und mit zunehmender Ungeduld auf die Massenspektrometrieergebnisse warte, die ich für das dritte Manuskript brauche, an die zweite Abbildung für die Einleitung meiner Thesis gemacht. Die ersten zwei Stunden und mehrere ans Lächerliche grenzende Versuche mit verschiedenen iPad-Apps habe ich darauf verwendet, mich zum Benutzen von *Trommelwirbel* PowerPoint durchzuringen. Ich schäme mich dafür auch gebührend, aber ich habe grade leider gar keine Zeit mich erst ewig in irgendwas einzufuchsen. Um das wieder gut zu machen, habe ich mir aber alle Mühe gegeben, trotzdem etwas optisch ansprechendes zu kreieren, das sich auch harmonisch* ins Gesamtbild einfügt. Und ich muss mir mal ein bisschen auf die Schulter klopfen: das ist schon ganz gut** geworden.

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*“Palatino Linotype“ entspricht fast ganz genau „kp-fonts“. Falls Sie das mal brauchen.

**ok, die DNA ist immernoch nicht ganz perfekt oben und unten gleich breit aber das bleibt jetzt so. Das hat schon genug Zeit und Nerven gekostet. Effizienz und so. So wichtig.

Tag 692 – Knapp daneben ist auch vorbei. 

Tja. Gestern war ich ja irgendwie… kaputt, da ist mir das durch die Lappen gegangen, auf das ich mich seit Wochen ein bisschen freue. 

Weil damit nämlich die Halbzeit überschritten war. Jetzt lebe ich länger in Norwegen mit Blog, als ohne. Und das Leben mit Blog ist viel, viel besser, als ohne. Echt. Ich hätte das auch nicht gedacht, ich hätte auch nie (nienieniemals!) damit gerechnet, dass hier nach knapp zwei Jahren täglich hunderte* Menschen mein Leben mit mir teilen, über meine unheimlich niedlichen** und manchmal anstrengenden*** Kinder und meinen spannenden**** und manchmal ätzenden***** Job und dieses Leben in einer Stadt in einem Land, die zwei Tage sowas wie Sommer hat und heute regnet es wieder bei kuschligen 13 Grad. 

Ich mag Sie. Ich behalte Sie auch noch ne Weile. Sie müssen halt jetzt noch die nächsten 6 Tage****** mit mir durchhalten, dann gibt’s auch wieder mehr Content und weniger Gejammer. 

*ich höre die großen Blogs leise schmunzeln, bis hierher!

**Alle beide, oft. Heute Michel: „Mama? Warum musst du so viel arbeiten?“ – Ich: „Ich muss meine Doktorarbeit schreiben, das ist viel Arbeit und ich hab nicht viel Zeit.“ – „Warum musst du das schreiben?“ – „Damit ich einen Doktortitel bekomme.“ – „Wirst du dann ein Doktor?!?“ *hier weit aufgerissene Augen vorstellen* – „Ja, aber nicht für Leute. Nur für Gene.“ – „Hmm… Warum willst du das dann überhaupt?“ (Da musste ich dann schon sehr lachen, er hat ja recht, irgendwie. Ich hab’s dann aber noch erklärt,) „Damit ich beweisen kann, dass ich da ganz viel drüber weiß.“ – „Dann musst du nochmal in eine Erwachsenenschule gehen.“ (So ist das also. Schau an.)

***Alle beide, manchmal. Michel besonders, ich glaube, bei dem brechen bald die bleibenden Backenzähne unten durch, der, ähh, spinnt manchmal echt gehörig rum.

****Epigenetik ist ja mal echt spannend! Und taugt auch als schwurbeliges „Ich weiß nicht so genau“-Argument: irgendwie lässt sich fast alles mit Epigenetik erklären. Hihi. Das werde ich bestimmt nochmal nutzen. 

*****Mal eben ne Dissertations-Einleitung in drei Wochen runterschreiben, wenn man dafür nicht in die Transsilvanischen Berge in Klausur gehen kann? Nicht zu empfehlen. Wirklich absolut gar nicht. 

******Sie müssens ja nur lesen, ich muss das leider selbst tun. Aber wie sagte schon Farin Urlaub so treffend: „Aber ich werds überleben und mit Glück bleibt nur eine Narbe zurück.“. 

Tag 685 – Knappe zehn Seiten.

Fast zehn Seiten habe ich jetzt. Nur Text und Anmerkungen „hier muss ein Bild hin“ und „hier eine Tabelle“. Ca. 100 Referenzen. Das größte Kapitel ist fast abgeschlossen, nur noch ein bisschen die bypass-Mechanismen aufschreiben (4 Mechanismen, maximal 8 Sätze) und an einer Stelle muss ich nochmal ran, das gefällt mir so noch nicht, da muss ein Teilaspekt rausgearbeitet werden und dafür andere Teile glaube ich raus. Aber das ist ja kein Problem in LaTeX, wird halt einfach auskommentiert und gut ist, ist ja trotzdem noch da, wenn der Chef dann meckern sollte.

Apropos Chef: der hat sich heute endlich aus seinem Urlaub gemeldet. Ich soll den Antrag für die „Aufstockung“ der Forschungsgelder selbst schreiben und dann „signiert“ er das (will ich sehen, wie er ein online-Dings signiert, aber egal). 

In den letzten Tagen viel Meta-Zeug über wissenschaftliche Veröffentlichungen gelernt, aber das ist ein Thema für einen eigenen Post, wenn es mal noch nicht ganz so spät ist.