Tag 3713 und 3714 – Vorbereitungen.

Nächsten Dienstag geht es für mich mal wieder in die USA. Nur haben sich die USA ja ein wenig verändert und es ist nicht mehr so „jaja, wird schon gehen“ sondern eher so „ach du sch… ich lasse lieber mein privates Telefon zu Hause“. Also habe ich jetzt ein Reisetelefon, auf dem ich nur so überlebenswichtige Apps installiert habe wie Duolingo. Nein, Spaß, ich hab auch ein paar Arbeitsapps, so 2-Faktor-Authentifizierungskrams, Spotify und sogar WhatsApp – aber letzteres nur mit meiner Job-Telefonnummer, damit ich mit den anderen Inspekteuren kommunizieren kann. Heute habe ich außerdem eine e-SIM für Daten gekauft und mich mal wieder sehr gewundert, dass das bei uns nicht Vorgabe ist. Ich könnte nämlich auch so Auslandspakete von unserem Job-Telefonanbieter kaufen. Das kostet schwindelerregende 70€ für 5 GB und gilt auch nur eine Woche, ich brauche aber eine Woche *und einen halben Tag*. Für die e-SIM habe ich jetzt für 10 GB 10 USD bezahlt und habe 30 Tage Zeit, das zu verbrauchen.

Ansonsten versuche ich alles mögliche auszudrucken, aber zu Hause macht das keinen Spaß, der Drucker kriegt nämlich seine Aufträge immer nicht richtig abgeschlossen und hängt dann am Ende des vorhergehenden Auftrags fest. Es hilft da nur, den Computer runter- und wieder hochzufahren. Sehr nervig. Und das, nachdem der Drucker noch nicht mal 14 Jahre alt ist! Schweinerei.

Weitere Vorbereitungen: ich habe noch mal meine Haare nachgefärbt und überlege, wann ich wohl am besten zum Friseur gehe. Ordentlich aussehen ist mir ja durchaus sehr wichtig. Ich hab nur ne andere Vorstellung von „ordentlich aussehen“ als gewisse andere Personen.

Beim Burlesque war ich gestern unvorbereitet und in ungeeigneter Kleidung. Ich hatte extra morgens noch in der Facebookgruppe nach Infos, was wir mitbringen sollen, geguckt, aber nichts gefunden und dann halt so das übliche eingepackt – Handschuhe, Strümpfe und Pasties – und bin zur Arbeit gefahren. Beim Burlesque dann ungläubige Augen und „Ist DAS dein Kleid?“ beim Anblick meines engen Jersey-Schlauchkleides ohne jeglichen Verschluss und mit langen, engen Ärmeln, was ich halt im Büro so anhatte, weil ich da morgens Lust drauf hatte. Aber aus dem Teil rauskommen geht nur über den Kopf und nur sehr unelegant, niemals würde ich das bewusst zum Burlesque mitnehmen. Aber da musste ich dann eben durch und ich glaube, am Ende habe ich mich im Angesicht meines schlecht geeigneten Materials recht wacker geschlagen. Man kann ja auch eine Show draus machen, dass es schlecht auszuziehen ist. Geht alles.

Leider war das dann jetzt für mich das letzte Mal Kurs für dieses Jahr, ich bin so viel unterwegs bis Weihnachten, dass ich das nicht priorisiert habe.

Tag 3710 – Grüße aus Amsterdam!

Morgen und übermorgen ist hier Kurs für Inspekteur*innen bei der EMA. Das ist das erste Mal, dass ich bei der EMA in Amsterdam bin und das zweite Mal, dass ich überhaupt bei der EMA bin. Das letzte Mal war, als ich mich dort beworben habe, 2017, 2018? Hat nicht geklappt, obviously, aber jetzt bin ich ja indirekt trotzdem da. Ha. Ätsch.

Apropos Ätsch. Was am Freitag wirklich gut war, war, dass ich Komplimente gekriegt habe. Nämlich bei der Inspektion. Erst sagten die zwei Qualitätsdamen, dass die Lieblingskollegin und ich so angenehm seien, so ruhig und entspannt und eine gute Stimmung schafften, dass sie und die anderen Angestellten sich auch schnell entspannten und es insgesamt eine für alle angenehme Inspektion wurde. Das ist exakt unser Ziel, da mache ich zumindest auch keinen Hehl draus. Denn wenn die Leute vor mir in erster Linie Angst haben, fangen sie an, Sachen zu verstecken und dann wird es für alle blöd. Respekt ja, Angst nein. Respekt verdiene ich aber eher durch fachliche Kompetenz und Einladung zur fachlichen Diskussion, als durch Raushängenlassen meiner Machtposition. Das sind jedenfalls meine Gedanken dazu. Es ist aber wirklich, wirklich schön, das auch zurückgemeldet zu bekommen. So auch apropos meine Chefin und ihre „Bewertung“, die sie vornehmen will. Was dann aber noch sowohl Sahnehäubchen als auch Kirsche war, war, dass eine Dame beim Hersteller mich noch auf dem Weg zur Tür raus ansprach, wie toll sie meinen Stil fände, und dass alle Details so toll zueinander passten. Haare zum Lippenstift, beides zur Bluse, Ohrringe zum Blazer und beides zu Bluse und Hose, so toll sei das. (Anmerkung: das ist auch alles nicht Zufall.) Ich wurde ganz rot, das ist ja doch SEHR selten, dass einer in Norwegen jemand solche Komplimente macht. Und auch: Ällabätsch, Chefin.

Hier Beweisbild.

Jetzt liege ich hier in meinem absurd riesigen Hotelbett und müsste mal langsam schlafen, aber ich bin doch ein bisschen aufgeregt, fürchte ich. Mein Zimmer ist riesengroß und die EMA wirklich nebenan, ich weiß jetzt, warum der Lieblingskollege unbedingt auf DIESES Hotel umbuchen wollte.

Schade, dass ich kaum Zeit haben werde, auf der Bank im Fenster zu sitzen.

Lacher des Tages: im Hotelrestaurant gab es „Piepkuiken“. Niederländisch ist schon eine sehr lustige Sprache.

Tag 3708 – Wäh.

Ich hatte eigentlich einen okayen Tag, der sogar kurz einen richtig, richtig guten Moment beinhaltete… und dann kam ich nach Hause und das war ein dermaßener Antiklimax , dass ich jetzt sehr traurig bin und mich gar nicht mehr über das freuen kann, was eigentlich gut war.

Um nicht in Selbstmitleid zu versinken und andere, eigentlich liebe, Menschen zum Trocknen rauszuhängen, mache ich an dieser Stelle lieber Schluss.

Der Vollständigkeit halber.

Tag 3707 – Nichts zu erzählen.

Inspizier, inspizier. Noch einen Tag, dann nach Hause. Heutiger (eigentlich letzten Sonntag passierter) fail: statt schwarzem Eyeliner hatte ich taupe-farbenen Augenbrauenstift eingepackt. Das hab ich aber erst gemerkt, als ich bereits versucht hatte, mir damit einen Lidstrich zu malen. Was sehen die auch quasi gleich aus! Pfft. Also hatte ich heute taupe-farbenen Lidstrich. Öfter mal was Neues.

Tägliches Angeberinnenfoto:

P.S. Es ist nicht so spät, weil wir so viel arbeiten. Aber ich hab noch Yoga gemacht und dann im Internet rumgedödelt und gepackt und geduscht und dies und das und schwupps, ist es fast halb eins. Hoppla.

Tag 3706 – Papier und Treppen.

Ich bin den halben Tag durch eine Produktionsanlage gekraxelt. Das waren sehr, sehr viele Treppen, einige sehr steil und sehr eng und sehr mit Metallgittern, was ich ja nicht so gut abkann. Immer stur geradeaus gucken, das hilft ein bisschen. Aber schön ist das nicht.

Ansonsten war heute das spannendste, dass ich morgens vergessen hatte, Feuchtigkeitscreme in mein Gesicht zu schmieren und mich total wunderte, dass meine getönte Tagescreme sich so schlecht verteilen ließ und sich mein Gesicht irgendwie viel zu trocken und wie Papier anfühlte. Aber als ich das merkte, war es viel zu spät und dann musste ich halt den Tag über mit der Angst leben, dass mein Gesicht einfach abbröselt. Tat es nicht.

Kein Absolut fishing for compliments sondern und Dokumentation für meine Chefin.

Tag 3704 – Bett, aber zackig!

Ich bin sehr müde. Das ist aber auch ok, ich liege bereits im Hotelbett. Das ist ein sehr… interessantes Hotel, in einem dieser norwegischen Orte, die im Sommer total überlaufen und außerhalb der Saison total tot sind. Ich muss morgen früh mal die Fliesen im Eingangsbereich/Frühstücksraum fotografieren, dann können Sie auch rätseln, ob das so Absicht ist oder nicht. (Sicher keine Absicht ist, dass wohl seit einiger Zeit niemand mehr mal den Staubsauger in die Richtung der Ventilationsöffnung im Bad gehalten hat, da ist eine kleinere Wollmauszucht im Gange.)

Die nächsten Tage werden potentiell anstrengend, also wünschen Sie mir ruhig Glück. Um das einzuläuten habe ich heute früh auch gleich mal beim Training übertrieben und seither mit Kopfschmerzen zu tun. Derweil gießt es wie aus Eimern. Es ist alles sehr schön.

Tag 3686 und 3687 – Nur noch ein bisschen…

Gestern habe ich für 230 km geschmeidige 5 Stunden nach Hause gebraucht. Ich stand im Grunde von Drammen bis Kløfta (das sagt ihnen wahrscheinlich nichts, aber future me schon) im Stau. Danach war mit mir nicht mehr so viel los. Den Aufbau des Flohmarkts des Korpses habe ich geschwänzt. Sonst wäre ich auch heute nicht um halb sieben aufgestanden um um acht bei diesem Flohmarkt zu sein. Um 10 Uhr öffnete der seine Türen. Ich habe Bilder und -Rahmen verkauft. Vier Stunden lang. Der Flohmarkt findet in der alten Schule statt, und da ist jetzt auch keine Ventilation mehr. Es war unglaublich warm und stickig in der Turnhalle, und dazu sehr viele Leute und dieser ganze Kram und Chaos. Aber was tut man nicht alles für die Kinder, ne? Es sind auch heute schon Rekordeinkünfte zusammen gekommen. Aber ich muss jetzt dringend schlafen, denn um 12 Uhr muss ich wieder Bilder und -Rahmen verkaufen. Dabei bin ich total erschossen eigentlich. Jaja. Ein bisschen noch. Bald vorbei. Bis nächstes Jahr.

Tag 3614 – so lala, so lala.

Herr Rabe hat alles gegeben, aber es war trotzdem nur eine Person da, um das Haus anzugucken. Eine, von vier angemeldeten. Tjanun, ne? Wird schon werden, irgendwie.

Ich konnte deshalb nicht schlafen und bin entsprechend jetzt auch gar. Außerdem war der Tag anstrengend. Die Anlage hier ist riesig und wir waren oben und unten und über drülf Etagen in drülf Gebäuden. Mit Helm mit runterklappbarer Brille und Sicherheitsschuhen (aua, meine Zehen). Irgendwann am frühen Nachmittag war dann auch meine Kapazität, plötzliche Zisch-, Klapp-, Pfeif- und Dröhngeräusche zu ignorieren, erschöpft und alles war dann einfach nur noch laut und ein einziger Lärm-Brei. Davon, von zu wenig Wasser getrunken, von der Runterklappbrille und dem wenigen Schlaf habe ich dann heute Abend Migräne bekommen. Da ich bei dem ganzen Gelaufe heute und unzähligen Treppen (wahhhh, Gittertreppen, nur gut, dass bei dem Lärm keiner hört, wie ich summe, um mich selbst zu beruhigen) weder Handy noch Uhr dabei hatte (Explosionsschutz), kann ich leider nicht dokumentieren, dass ich heute total aktiv war. Ganz entgegen der Inspekteurinnen-Gewohnheit sage ich aber ganz einfach: das macht es nicht weniger wahr. Und ich darf jetzt schlafen. So.