Tag 2314 – Weiter geht’s.

Pippi hat keine Symptome, aber einen wirklich eindeutigen Schnelltest. PCR-Ergebnis von ihr, mir und Herrn Rabe kommt vermutlich morgen oder Dienstag. Herr Rabe und ich hatten heute negative Schnelltests, Herr Rabe ist aber verschnupft und ich habe ziemliches Magengrummeln und Bauchkrämpfe. Wenn ich was falsches gegessen hab, wäre es komisch, dass nur ich das habe, wenn ich irgendwas nicht vertragen habe, wäre das eine neu entwickelte Unverträglichkeit von irgendwas, das ich regelmäßig zu mir nehme. Beides kann natürlich trotzdem sein. So oder so ist es unangenehm.

Weil ja vermutlich auch nächste Woche unsere Putzhilfe nicht kommen kann und wir langsam im Chaos versinken, haben wir heute gemeinschaftlich aufgeräumt und wenigstens das nötigste (Küche und Bäder) geputzt. Ein sauberes und aufgeräumtes Haus haben ist sehr schön, aber der Weg dahin so lästig. Die Putzhilfe ist hier wirklich jede Øre wert, denn letztlich erkaufe ich mir damit Freizeit, Herr Rabe erkauft sich Freizeit und wir beide erkaufen uns erleichterte Harmonie, weil ein Punkt, der in allen Zeiten, in denen wir selbst putzen mussten, regelmäßig zu Streit geführt hat, wegfällt. Freizeit und Harmonie sind eigentlich unbezahlbare Güter. Hoffentlich ist das hier alles bald vorbei, damit wir unsere normalen Routinen wieder aufnehmen können.

Apropos Routinen: morgen dann weder für mich noch für Herrn Rabe Office-Tag. Falls mein PCR-Test positiv sein sollte, freue ich mich auch schon drauf, eine sehr bissige Nachricht ans Werk zu schreiben, weshalb ich leider, leider Dienstag nicht am Hurra-Pandemie-vorbei-Tag teilnehmen kann. (Falls er negativ ist, kann ich trotzdem bissig schreiben, immerhin scheinen meine beiden Kinder diese Krankheit, die wir ja jetzt nicht mehr bekämpfen müssen, genau jetzt durchzumachen und ich kann mich die nächsten Wochen als Bonus noch ein bisschen vor PIMS und LongCovid gruseln.) Ich könnte natürlich trotzdem hingehen, wenn ich keine Symptome habe, auch ohne Test, und gegebenenfalls ein paar meiner älteren Kolleg*Innen anstecken. Mal gucken, ob ich die Impfgegner*Innen ausfindig machen kann, indem ich alle gezielt anatme und dann Buch drüber führe, wer übernächste Woche krank ist. 5 Stunden Seminar, 2 Stunden „Vorspiel“ (norwegische Bezeichnung fürs Fest vor dem Fest, kann ich ja auch nichts für, dass das so heißt) und 3 Stunden Essen im Restaurant, alles mit Hunderten von Leuten in geschlossenen Räumen ohne Masken klingt für mich wie das Rezept für ein Superspreadingevent.

So müde von allem.

Tag 2298 – Sollte…

… nicht schreiben mit diesem Müdigkeitslevel. Wirklich einfach nein. Ich nehme mir jetzt zu Herzen, was ich Michel neulich gesagt habe, nämlich dass alles, was vorm einschlafen schlimm, schrecklich und furchtbar erscheint, morgens meistens schon viel besser ist.

(Das Meerschwein ist es nicht, auch wenn es dem nach wie vor nicht gut geht.)

Tag 2288 – Nichts zu erzählen.

Den halben Tag verbrachte ich in Wollsocken, Wollpuschen, Strumpfhose, T-Shirt und Onesie vorm Computer (den Strompreisen bockig trotzend). Den Rest des Tages kreiste ich um die Kinder, abends fuhr ich zum Ballett. Die Babysittermama weiß jetzt aus erster Hand, wie das mit Michel und Schlafen momentan* ist und immerhin teilt jemand meine Sicht, dass das nicht mehr so ganz innerhalb des Normalen liegt. Was wir machen sollen, weiß sie aber auch nicht.

___

*momentan as in „seit Monaten, oder Jahren, eigentlich schon immer, seit er aus dem Säuglingsalter raus ist“

Tag 2281 – Muss Augen zumachen.

Pippi heute Morgen im Bad: „Mama? Warum hast du so rot auf den Augen?“ (auf Deutsch, faktisk.) „Weil ich müde bin. Sehr müde.“ „Dann musst du wohl früher ins Bett gehen!“ (wieder auf Norwegisch.)

Pippi ist ein sehr kluges Kind. Überhaupt habe ich sehr kluge Kinder und einen klugen Mann und hoffentlich morgen was schriftliches raus, damit endlich mal ein paar Tage Ruhe ist.

(Und Hey – es kommt was an von dem, was ich versuche, den Kindern mitzugeben. Es geht nicht zum anderen Ohr wieder raus, sondern biegt im Kopf ab und kommt durch den Mund wieder raus. Ich bin ganz fasziniert.)

Tag 2260 – Noch platter.

Sport, also, warum macht man das überhaupt. Au Füße. Au alles.

Ich hoffe wenigstens auf guten Schlaf zur Belohnung.

Ansonsten ist Homeoffice ja auch ganz schön, Homeoffice alleine hat auch was für sich. Das muss alles in die Planung der teilweisen Rückkehr ins Büro mit einfließen.

Michel hatte heute wie jeden Dienstag Korps und fand das zwar nach dem Hort erst eine totale Zumutung, nachdem er was gegessen hatte gar nicht mehr so schlimm und dann war es wie immer gut. Was haben sie gemacht? „Na Musik.“ Ja, ach so. Hinterher meinte er zu mir, ich könne mich doch auch beim Korps anmelden, einem für Erwachsene und mit Geigen. Das gäbe es nämlich. „Meinst du ein Orchester?“ Ja, das meinte er. Aber Korps für Erwachsene mit Geigen find ich auch gut.

(Tatsächlich hab ich da schon öfter drüber nachgedacht, aber ich hab so unregelmäßig Zeit, das macht mich als Ensemblespielerin nun nicht sonderlich attraktiv. Naja, mal gucken.)

Mehr war heute nicht. Doch – ich hab eine Erinnerung bekommen, doch bitte mal wieder zur Gebärmutterhalskrebsvorsorge zu gehen. Sind schon wieder drei Jahre rum, na sowas. Mache ich natürlich, man muss hier in Norwegen jede Vorsorge mitnehmen, die man kriegen kann.

Tag 2259 – Platt aber happy.

Der Ausflug in die Großstadt war schön, sehr schön, ich hab sehr produktiv gearbeitet, fühlte mich sehr professionell und all das, danach wie so ne Supermutti Pippi pünktlich abgeholt, alle Kinder zu Freizeitaktivitäten gefahren und wieder abgeholt und mit Michel Post abgeschickt, und danach noch mit selbstgebackenem (!) Kuchen zum politischen Treffen. Das klingt jetzt wirklich alles sogar in meinen Ohren, als wär ich irgendsoein Übermensch, aber ich liege jetzt im Bett und bin so müde wie seit langem nicht mehr.

Ab und zu so ein Tag ist bestimmt trotzdem gut fürs Selbstwertgefühl. Vielleicht ist es doch ne gute Idee, sich auf 2 Tage Büro die Woche einzustellen und an den Tagen dann zwischen den Meetings all den Kleinscheiß wegzuschaffen, der mit seinen 5 Minuten hier, 15 Minuten da die To-Do-Liste verstopft.