Tag 2249 – Allein, buhuhuuu.

Herr Rabe ist SCHON WIEDER auf einem Wochenendtrip, empörend! Nein, Quatsch, es sei ihm sehr gegönnt.

Ich bin heute morgen ordentlich erkältet aufgewacht, das kommt von den Kindern und bei niemandem von uns ist es Corona. Was gut ist, auch wenn erkältet sein ziemlich saugt.

Weiterhin habe ich heute viel zu lange gearbeitet, aber so ist das leider öfter mal bei uns. Wir bekommen eine*n weitere*n Inspektør*In nach Ausschreibung und Bewerbungsrunde plus Kündigungsfrist, sowie eine Consultant im Herbst und Winter, weil unser Corona-Backlog plus Backlog von vorher plus IT-Projekt leider machen, dass wir sonst absaufen. Mein Arbeitstag zum Beispiel wurde so lang wegen des IT-Projektes. Ich hoffe wirklich sehr, dass die Prognosen passen und wir bis Ende des Jahres damit fürs erste durch sind, aus verschiedenen Gründen.

Leider hab ich die Vermutung, dass ich nicht die einzige bin, die ziemlich rotiert, sondern dass das quer durch die Organisation geht.

Heute wurde der Plan für die Sitzplatzorganisation im Büro vorgestellt, den ich ja sozusagen mit ausgeheckt habe. Ich hoffe, es kündigen jetzt nicht gleich alle. (Liebe Arbeitgeber*Innen, überlegen Sie sich wirklich, WIRKLICH gut, ob es sich nicht vielleicht doch rechnet, mehr Platz zu mieten, wenn man dadurch sehr großen Unmut, ein paar Kündigungen und Produktivitätsverluste (wegen viel Unruhe, Umstellung, etc.) vermeiden kann. Besonders wenn Sie keine hippe Designbude sind, sondern eine leicht staubige Behörde.)

So, jetzt muss ich sehr dringend schlafen, begleitet vom Schnurcheln der Kinder geht das bestimmt gut. Hach, hach.

Tag 2238 und 2239 – Im Kaninchenbau.

Eigentlich könnte ich vermutlich die nächsten Tage auch gleich mit drauf schreiben. Es kommt grad vieles zusammen: Inspektion generell (viel Arbeit), erste on-site Inspektion seit fast einem Jahr (aufregend!), sehr viele Menschen auf einmal, sehr enger Kontakt mit Menschen, die ich seit vielen Monaten nur auf Bildschirmen gesehen habe und dass ich all das auch vermisst habe.

Trotzdem schlaucht das natürlich ungemein. Gestern bin ich abends über einer Folge RuPauls Drag Race eingeschlafen und habe dann beschlossen, nicht zu bloggen sondern einfach das Licht auszuschalten.

Anekdoten:

  • Meine Kollegin wurde bereits Mette-Marit genannt. Die Ähnlichkeit ist, äh, frappierend, oder so, so wie bei Äpfeln und Melonen ca.
  • Heute haben wir in schicker Krankenpflegekluft gearbeitet
  • Ich habe zwar alles Metall aus meinen Ohren entfernt bekommen, aber den einen Ring kriege ich nicht mehr rein
  • Eigentlich hätte ich hier nur ein paar Socken mit hinnehmen müssen (merken für‘s nächste Mal)
  • Es gibt hier zwei brauchbare Restaurants, plus das Hotelrestaurant, aber der Koch des Hotelrestaurants ist krank, also fällt das weg. Es gibt also wohl 2 x Pizza und 2 x Sushi.

Ich lieb meinen Job sehr. Er ist bekloppt aber liebenswert.

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Norwegen hat binnen einer Woche Dänemark und Schweden überholt und ist jetzt Pandemie-Erster aber wir haben die Pandemie überhaupt nicht losgelassen, nein nein! Üüüüüberhaupt gar nicht! (Hier hartes Augenzucken vorstellen.)

Tag 2223 – -_- .

Hui so müde.

Irgendwann gegen vier kam Herr Rabe und legte sich dazu.

Es folgte ein langsames Frühstück und dann Aufräumen und Musiker wiederfinden. Pavilions wurden abgebaut, Teppiche getrocknet und Musikanlagen und Bühnenteile in Lager zurückgefahren. Menschen wachten in Zelten, Hängematten, Studios und Betten auf und sahen wesentlich zerknautschter aus als gestern.

Um viertel vor sieben wurde ich wach von Gesang und Klavierspiel im Raum nebenan, und das war schön (wenn auch wirr und sehr früh) – bis sie auch noch anfingen, zu Joiken. Joik ist auch schön aber auch laut. Da stand aber dankenswerter Weise auch Herr Rabe auf und sagte Bescheid, dass im Raum nebenan Leute schlafen. Daraufhin verschwanden die Musik spielenden Menschen und tauchten zur leichten Verzweiflung des Restes ihrer Band auch bis zum frühen Nachmittag nicht mehr auf. Wir schliefen noch bis viertel vor neun, dann war Leben in der Küche, Pippi war eh wach, die Gastgeberkinder auch und es war sehr hell.

[Hier habe ich wohl versehentlich einen Absatz gelöscht, so ein Mist.]

Wir frühstückten langsam und machten uns dann an die Aufräumarbeiten, während überall Leute aufwachten, in Zelten, Hängematten, Betten und Kellerstudios. Alle sahen sehr zerknautscht aus und ich versuchte zu raten, wann sie wohl, auf einer Skala von eins bis acht, ins Bett gegangen waren.

Kurze Anmerkung: das war richtig schön gestern, aber ich frage mich auch, wie ich das vor 15 Jahren jedes Wochenende und dann noch oft Mittwochs habe durchziehen können, ohne ständig wie ein Zombie rumzuschleichen. Ich war ja mit halb zwei noch zu einer relativ zivilisierten Zeit im Bett und fühle mich trotzdem heute wie vom Zug mitgeschleift.

Aufräumen hieß: Pavilions abbauen, Stühle zusammenstellen, Teppiche trocknen, Bierdosen einsammeln, die Spülmaschine laufen lassen und so weiter. Alles in dem Tempo, was eine Horde mehr oder weniger verkaterter Menschen um die 40 und aufwärts halt noch so an den Tag legen können.

Was man mit 38 zum Trocknen aufgestellten Schirmen alles anfangen kann.

Zwischendrin wuselten vier Kinder und bauten Hütten aus den Regenschirmen, die ein Büroausstatter aus der Gegend gesponsert hatte. Ich glaube, für die Kinder waren die Regenschirme ein großes Highlight. Es wurde damit gebaut und die größeren Kinder versuchten, ob zwei Regenschirme einen signifikant bremsen, wenn man von der Schaukel (hinterm Haus) aufs Trampolin springt. Beide fanden ganz subjektiv ja und verifizierten das ca. 3.000 mal. Ich tat so, als würde ich diese halsbrecherische Aktion nicht sehen.

Irgendwann krochen wir sehr müde nach Hause, es fühlte sich jedenfalls so an, obwohl wir das Auto da hatten. Zu Hause war dann auch nicht so viel mit uns los, wir hingen alle mehr oder weniger stark durch, reinigten uns ausgiebig und machten ein improvisiertes Abendessen aus Washaltdaist.

Ich mag diese Freunde, die da mal eben mit Einsatz der ganzen Familie ein kleines Festival veranstalten, sehr. Und fühle mich so langsam in unserem Dorf hier auch wirklich angekommen, auch dank denen, die hier zwar tief verwurzelt sind, aber trotzdem herzlich gegenüber „Neuen“. Hach.

Tag 2208 – Eigenes Bett ist bestes Bett.

Tatsächlich war das Schlafen in der „Podhytte“ sehr angenehm, trotz (oder wegen?) nächtlichem Regen, aber so eine richtige Matratze hat ja schon auch was. Vor allem in unserem *hust* fortgeschrittenen Alter, in dem man auch gar nicht mal so unbedingt den vom Freizeitparktag geschundenen Körper über eine Sitzbank in das halbhohe Hochbett wuchten will.

Aber schön war’s, insgesamt. Jetzt morgen noch Wäsche waschen und den letzten Urlaubstag genießen und dann geht es wieder los mit der Erwerbsarbeit, und Pippi fängt im Hort an, huiiii, so aufregend!

Tag 2206 – Uuuuuufffffff.

Ich gehe nie wieder einen Schritt.

Dieses Mal Freizeitpark ist wesentlich anstrengender als das letzte, keine Ahnung warum.

Hier ein Suchbild mit Löwe:

Ich muss sagen, für einen Tierpark (!) ist das hier wirklich ok, die Tiere haben alle sehr, sehr viel Platz vor allem die, die auch sehr viel Platz brauchen, und das führt halt dazu, dass man die meisten Tiere nicht sieht.

Wettermäßig heute leider eher scheiße, launemäßig hatten wir ein Kind, das dauernd vorrannte und ein Kind, das wir dauernd antreiben mussten und zwei Eltern sind jetzt sehr sehr müde und heiser vom ständigen rufen.

Was ich mir auch lieber gar nicht erst vorstellen will: wie voll der Park sein muss, wenn sie die Besucherzahl nicht begrenzen.

Morgen noch mal, mit laut Vorhersage besserem Wetter und Fokus eher auf Freizeit- als auf Tierpark.

Protipp für Eltern: wenn man mehrere Kinder hat, die NIEMALS irgendwelche Glücksspiele machen lassen. Wenn ein Kind gewinnt und ein anderes nicht, haben sie den Super-GAU.

Tag 2205 – Grüße vom Campingplatz.

Das Puzzleteil ist wieder aufgetaucht, es war in Michels Hosentasche, aus welchen Gründen auch immer.

Es ist ja aber typisch, dass ich in den Ferien ausgerechnet eine Nacht durchmache, wo ich am nächsten Tag nicht einfach bis ewig schlafen kann, sondern an dem wir eigentlich um 11 Uhr aufbrechen wollten, um 4,5 Stunden plus Laden nach Kristiansand zu fahren. Naja, aus 11 Uhr wurde aus diversen Gründen (unter anderem damit ich wenigstens so 4 Stunden geschlafen hatte) 14 Uhr und dann war auch noch Stau, aber jetzt haben wir unsere Planwagenähnliche Hütte bezogen, ein Würstchenabendessen abgehalten, die Sanitäranlagen inspiziert und jetzt schlafen die zwei völlig überdrehten Rübennasen hoffentlich gleich mal (und ich auch).

Die zwei haben sich dauernd in den Haaren, wenn die so weitermachen, könnte es gut sein, dass wir sie im Tierpark einfach irgendwo vergessen, bei den Erdmännchen oder so, hups, über die Mauer gefallen, gar nicht gemerkt.

Ich habe gestern das Pflaster gewechselt, todesmutig, weil es halt eh nur noch in der Mitte hielt. Hab mir das ganze beschaut, ja, auch Fotos gemacht, die sind auch nicht schlimm, aber manche Leute wollen frische OP-Narben vielleicht trotzdem nicht ungefragt sehen. Es sieht super aus, alles ist schön geschlossen, kein Faden ist zu sehen, es ist nicht sonderlich wülstig, und nachdem ich mit viel Geduld und viel Reinigungsöl gaaaaaaaanz vorsichtig die Pflasterreste entfernt hatte, auch nicht mehr verfärbt (diese durchsichtigen Film-Pflaster die man im Krankenhaus manchmal kriegt, werden irgendwann gelb, weiß ich jetzt, und die Haut darunter sieht auch gelb aus, das war bei mir aber nur Schmodder von abgestorbenen Hautschüppchen plus Pflasterkleber). Das, was für einen dezenten Frankensteineffekt gesorgt hatte, war wirklich nur getrocknetes Blut vom Nähen gewesen, und jetzt, mit neuem Tape drauf, sieht es so aus:

(Ja, asymmetrisch, das stört mich mehr als Sie, das können Sie mir glauben.)

Von den Einstichstellen für die Stimmbandnervstimulation sieht man schon gar nichts mehr.

Außerdem hab ich mich gestern gefreut, dass auch Musiker, die auf einem ganz anderen Level operieren als ich, mit Tonarten mit vielen Kreuzen oder bs kämpfen und fluchen. Achtung, Bratschenwitze, 40 Stunden am Tag.

Tag 2201 – Luft raus.

Müde und schlapp hier. Es ist warm, sehr, und wir hatten jetzt drei Tage Besuch und so entspannt und schön der Besuch auch ist – mich schlaucht das, 24/7 von „fremden“ Menschen umgeben zu sein.

Morgen „muss“ ich auch relativ früh aufstehen, weil ich dringend Unkraut jäten muss, wirklich sehr dringend, und das ist nicht schön, wenn man das in der prallen Mittagssonne machen muss. Hier wird es ja den Tag über nur immer wärmer, wenn es denn warm ist, früh ist also die einzige Lösung.

(Jaha, ich strenge mich nicht doll an und heile so vor mich hin, aber mir geht es bis auf dieses furchtbare Jucken unter dem Pflaster wieder wirklich gut. Ob das Pflaster aber echt zwei Wochen dran bleiben kann, bezweifle ich inzwischen stark, es löst sich schon an den Kanten.)

Tag 2186 – Müdemüdemüde.

Wir sind wieder zu Hause, nachdem wir heute noch den „Kinderbauernhof“, der zu dem Freizeitpark gehört, besucht haben. Alle Beteiligten hatten eine gute Zeit (vielleicht mal abgesehen von den Streichelzootieren) und sind jetzt extrem bettschwer, beziehungsweise schlafen schon eine geraume Weile (die Kinder), in eigenen Betten, aus denen sie nicht herausfallen können. Ich muss auch sagen, so eine vernünftige Matratze hat schon was und genug Platz, um sich von einer Seite auf die andere rollen zu können, ohne wurschteln zu müssen, ebenfalls. Aber insgesamt waren es zwei wirklich schöne Tage.

Etwas, das nicht bis morgen warten kann: Bitte cremen Sie ihre Kinder mit Sonnenschutz ein oder, wenn Sie das nicht möchten oder das nicht geht, sorgen Sie dafür, dass sie ihre Haut mit Kleidung bedecken. Hautkrebs ist ein Ding, ein beschissenes (es ist im Normalfall nicht mit „halt größeres Muttermal wegschneiden“ getan und mit ein wenig Pech ist die Prognose auch nicht berauschend), und ich sehe zur Zeit sehr viele Kinder mit Sonnenbrand im richtigen Leben und auf Social Media und möchte weinen. Also bitte schützt euch und vor allem eure Kinder vor der Sonne.