Tag 285 – Grinsebacke

Pippi ist heute genau 10 Monate alt. Hachja, Kinder, wie die Zeit vergeht. Wir waren auf einem Kindergeburtstag und sie war so unfassbar niedlich, dass glaub ich die Hälfte der anwesenden Damen Milcheinschuss bekam. So ein fröhliches, freundliches Baby, nein wie süß, und spielt so schön! Ja, ich weiß. Ich bin auch unheimlich froh, dass die Fremdelphase von vor ein paar Wochen vorbei ist. Überhaupt ist Pippi tatsächlich im Moment ein Sonnenschein sondergleichen*. Und das trotz zweitem Zahn, der (total untypisch) oben durchbricht, gegenüber dem ersten Zahn. Leider ist sie auch um sieben Uhr morgens ein Sonnenschein. Naja.


Ich wollte eigentlich einen ausführlicheren Eintrag über mein Superduperbaby schreiben, aber mir fällt nichts ein, ich komme auch nicht ins Gefühl rein, ich bin einfach zu kaputt.

Sorry, Pippi. Morgen vielleicht.

*morgen dann nicht mehr, Murphy war da bisher immer zuverlässig. Aber egal, ich lass das jetzt so.

Tag 283 – Käsetag. 

Heute gab es Frühstück. Mehr positives lässt sich über meinen Arbeitstag kaum sagen. Erst ne halbe Stunde Rumgerenne und tausend Meinungen einholen um dann doch zu beschließen, dass wirs genau so machen wie immer (nicht ich, ich bin 1. experimentierfreudig und 2. hab ich das noch nie gemacht, es gibt also bei mir noch kein „wie immer“). Aber egal, immerhin gab es am Ende einen Beschluss. Leider ging es danach noch weiter: Ich habe ein neues Kit und die Anleitung liest sich so „add dies und das, spin for 15 seconds, fertig“. Also, zumindest so ähnlich. Am Ende war es eine elendige Friemelei mit kleinen Säulchen, die in kleinen Röhrchen stecken und die man da dauernd rein- und rausbasteln muss, drölfzig Waschschritte, alles peinlich sauber natürlich, manche Schritte muss man zweimal machen, in die Zentrifuge passen für manche Schritte wegen der doofen Deckel nur 18 Proben, ich hab aber 21, und so weiter und so fort. Und schwuppdiwupp waren 4 Stunden vergangen, mein Magen schrie mich an, den Herrn Rabe musste ich anrufen, dass ich es nicht schaffe, Michel aus dem Kindergarten abzuholen und um meine Zellen musste ich mich ja auch noch kümmern. Das sind so Arbeitstage, die braucht kein Mensch. 

Danach so kaputt, dass ich eigentlich ins Bett hätte gehen wollen, aber da sind ja auch noch die Kinder, der Haushalt, das Abendessen. Wenigstens ein bisschen mit den Kindern getobt und gekuschelt hab ich. Und Duplohäuser mit runden Fenstern (naja, kreuzförmigen, weil aus Duplo irgendwas Rundes machen?Hmmnee.) habe ich gebaut. Und mit Pippi geduscht. Die hatte sich nämlich freudestrahlend bis zum Haaransatz und ins Ohr rein mit Tomatensuppe slash Soße eingeschmiert. 

Also: Alles Käse, außer der Kinder. Die sind höchstens kleine Babybels. 

Jetzt Bett. 

Tag 261 – The making of Wartepflanzen

Eigentlich wollte ich eine Zusammenfassung von unserem Urlaub schreiben. Aber jetzt ist es schon so spät und ich bin schon fast beim Stillen mit eingeschlafen und mein Handy hat in den pissgelb-Modus gewechselt (soll die Augen schonen durch geringeren Blauanteil, ich hab das mal von 22:00 Uhr bis 06:00 Uhr eingestellt. In zwei Monaten ist es hier zwar wieder durchgängig hell draußen, aber wenigstens das Handy schont dann meine Augen). Deshalb verschiebe ich das mal. 

Dafür kann ich berichten, dass 

  • Michel heute ohne Gemecker oder Weinen und mit Spaß und Hopsen in den Kindergarten gegangen ist
  • Wir ohne Meckern oder Diskussion unseren Kinderwagen repariert bekommen haben (ein Druckknopf war ab), sogar mit einem Lächeln und kostenlos
  • Herr Rabe einen freundlichen Tipp bekommen hat, wie er sein Ladekabel (an dem *hust* Pippi gelutscht hat) wieder hinbekommt
  • Michel echt so super Laufrad fährt, dass wir ihm bald ein richtiges Fahrrad „mit Padilen“ besorgen werden
  • Wir Blumenerde besorgt haben und viele viele Wartepflanzen* eingepflanzt haben und ich sogar die zwei Pflanzen umgetopft habe, die selbiges auch schon seit nem halben Jahr nötig hatten
  • Wir drölfzig Maschinen Wäsche gewaschen, getrocknet und GEFALTET UND VERRÄUMT haben (hier frenetischen Applaus einfügen)
  • Wir morgen eine potentielle neue Babysitterin kennen lernen werden

Jetzt ab ins Bett.
*Minigurken (Michels), Bielefelder Siggi Stockrosen, Silbertaler, Basilikum und Chili (Herr Rabe ist ambitioniert)

Tag 231 – Abgekommen. Korfu Tag 1

Alter, um 2:45 Uhr aufstehen. Geht sogar halbwegs, vor allem wenn man vor lauter „Oh nein, noch nicht geschafft!“ und „Da müssen wir UNBEDINGT morgen früh noch dran denken!“ nicht einschlafen kann und im Grunde eigentlich gar nicht geschlafen hat. Man ist dann aber am nächsten Abend sehr müde. Zum Umfallen müde. Also ich jedenfalls bin jetzt grade so platt, dass mir mein Handy beim Tippen schon aus den Fingern zu rutschen droht. Aber nun gut, wir sind angekommen, es hat alles geklappt, die Vermieter sind sehr nett, das Wetter ist feucht und diesig, aber immerhin bei 17 Grad und nicht bei 3, also ein Fortschritt. Morgen mehr. Jetzt nur noch schlafen. 

Ach ja, Vergessenes bisher: Michels grünes Auto, Pippis Schwimmwindel (aka stramm sitzende Badehose, sodass „Groß“ nicht gleich durchs Wasser treibt), die Knoblauchpresse, Ersatzwickelunterlagen. 

Tag 217 – Müüüüde!

Wir haben Pippis nicht genutztes Beisteillbett gegen die größere Variante eingetauscht. Es sieht aus als wolle sie sie nicht benutzen. (Hier mein hilfloses Schluchzen vorstellen.)

 

Nein, Pippi liegt nicht auf dem Kissen. Sie hat nur gerne was am Kopf, als Begrenzung.

 
Mal im Ernst: dieses Familienbett, das klingt so schön. Das klingt nach „ich kann sooo viel besser schlafen, wenn ich alle meine Babys ganz nah bei mir hab“. I call bullshit on that. Ich hab die letzten Nächte wieder ultra bescheiden geschlafen. Pippi mag gerne dauernuckeln, ich krieg schon davon zuviel, dann knetet sie aber auch gerne an meinen Brüsten herum oder grabbelt nach meiner Nase und mir kann doch keine weismachen, dass sie dabei „ganz schnell wieder einschläft“. Als Sahnehäubchen noch den hustenden und zähneknirschenden und sich breit machenden und rumwälzenden Michel oben drauf, ich, eingekeilt und bewegungsunfähig zwischen den Kindern, bekomme Schmerzen überall, in meinem Ohr piept es, Herr Rabe schnauft UND ICH RASTE INNERLICH AUS UND SCHREIE IN MEINEM KOPF ALLE AN UND ZIEHE ALLEINE NACH ALASKA aber natürlich bin ich leise und ziehe noch nicht mal nicht aufs Sofa um, denn ich will ja keinen wecken. Tagsüber ist mir dann die ganze Zeit zum Heulen. Weil ich eine Kackmama bin und es ja „so“ gewollt hab (nein, natürlich nicht, niemand denkt sich „ach, ich schlafe so gut, ich krieg mal ein Baby, damit das anders wird!“) und „man“ „soll“ „sowas“ nicht mal denken. Ja, wenn ichs aufschreibe klingt es für mich auch komplett albern, aber morgens um sieben, wenn der Wecker am Handy klingelt und ich nur mit äußerster Willenskraft mein Handy nicht gegen die Wand schmeiße, zerhacke und verbrenne, fühlt es sich anders an. 

Wenigstens bin ich nicht alleine müde.

Tag 187 – Nachts

Hier so gestern Abend/letzte Nacht

22:00 Ich möchte ins Bett. Ich bin müde und mir tun alle möglichen Körperteile weh. Pipi schläft auf mir. Ich warte auf Herrn Rabe. 

22:45 Herr Rabe kommt nach einer passiv-aggressiven SMS von mir und bezieht das Bett. Dann nimmt er mir Pippi ab. 

23:01 Ich liege im Bett. Mit zwei warmen Körnerkissen und warmen Puschen. Mir tut mein Bauch weh, mein Rücken, meine Beine. Werde ich krank oder was? Fieber hab ich keines. Außerdem hab ich Sodbrennen. Dagegen trinke ich ein Glas Milch. Naja, einfach mal schlafen. Wird schon. 

23:20 Ich kann nicht schlafen. Pippi wird wach und ich höre sie kraweelen, während Herr Rabe sie fertig macht. 

23:25 Pippi wird mir zum Stillen gereicht. 

23:45 Pippi ist längst satt, will aber nicht aufhören zu nuckeln. Herr Rabe kommt ins Bett und rückt sehr nah an mich ran. Ich möchte alleine sein. Mit tut weiterhin alles mögliche weh. 

00:30 Mir reichts. Ich bitte Herrn Rabe, Plätze zu tauschen, weil Pippi mich mit dem Dauergenuckel wahnsinnig macht. 

00:45 Ich versuche immer noch, einzuschlafen. Mir ist latent schlecht und mein Bauch grummelt ganz furchtbar. Vielleicht Magen-Darm? Ich muss aufstoßen und kriege Kotzegeschmack in den Mund. Das mit dem Einschlafen wird so nichts. 

01:30 Pippi wird schreiend wach. Ich war grade eingedöst. Ich wälze mich wieder zu ihr, sie nuckelt und schläft ein. 

02:00 Michel kommt ins Bett gekrochen. Ich bin noch wach. Pippi nuckelt. 

02:30 Ich wache auf von „Oh Mann, Scheiße!“. Herr Rabe zerrt Michel aus dem Bett und legt ein Handtuch auf die Stelle, wo eben noch Michel lag. Dann geht er Michel umziehen. Ich merke, dass Pippi immer noch nuckelt. Ich docke sie ab und ziehe mein Shirt runter. Es klappt, Pippi schläft weiter. 

02:59 Pippi murcht rum und ich versuche sie auf meinen Bauch zu legen, damit sie weiter schläft. Klappt nicht. Andere Seite, nuckeln. 

04:11 Seitenwechsel. Jetzt liegt (und nuckelt) Pippi wieder auf der Seite, auf der auch Michel liegt. Das heißt, ich passe  zusätzlich noch unterbewusst auf, dass Michel sich nicht auf Pippi legt. Michel hat seine Raupe mitgebracht, die kitzelt mir an der Nase. 

04:49 Michel knirscht extrem mit den Zähnen. Ich kann nicht mehr auf der Seite liegen, so tut mir die Hüfte auch noch weh. Ich versuche mich auf den Rücken zu drehen.

05:13 Mein Arm ist eingeschlafen, davon werde ich wach. Ich nehme ihn runter, habe aber kaum Gefühl und erwische Pippi ein bisschen an der Schulter. Sie wird wach. Seitenwechsel mit taubem Arm. 

05:30 Michel knirscht wieder mit den Zähnen. Ich habe das dringende Bedürfnis, alles anzuzünden, vor allem das Drecks-Familienbett. 

06:10 Pippi murcht schon wieder rum. Wenigstens schläft sie nach Seitenwechsel und kurzem Nuckeln direkt wieder ein. Ich ziehe mein Shirt runter und schlafe innerhalb von drei Nanosekunden wie ein Stein. 

08:28 Michel schreiflüstert: „Paaaapaaaaa! Koooommmm! Aufsteeeeeen! Æ will Frühstück macheeeeen!“ Mir tut immer noch alles weh und ich würde nahezu alles dafür tun, mich auf den Bauch legen zu können, aber da liegt Pippi und macht sich breit. Auf der anderen Seite liege ich schon mit dem Hintern im nie genutzten Beistellbett. 

08:36 Michel hatte Erfolg. Die beiden stehen auf. Meine Augen möchten sich nicht öffnen. 

08:39 Pippi ist wach und brabbelt vor sich hin. Sie tritt mich gegen die Blase. Das konnte sie immer schon gut… Ich muss pinkeln. Ok, schnell aufs Klo, Pippi bei Herrn Rabe abliefern, dann kann ich mich noch ein bisschen hinlegen. Auf den Bauch. 

08:41 Ich nehme eine Ibuprofen. Offensichtlich werde ich krank oder bin es schon. Während ich sie runterspüle, registriere ich, wie Herr Rabe das Bett abzieht. Ich könnte heulen. Da wollte ich doch wieder hin! Er meints ja nicht böse. Ich gehe wortlos aufs Sofa und lege mich da hin, rolle mich ganz eng zusammen und decke mich zu. Dann höre ich der Familie beim Frühstück machen zu. Und beim frühstücken auch. Mir ist schlecht. Alles tut weh. Irgendwann wirkt die Ibuprofen. Michel kommt und bringt mir einen Bären. Dann kommt er kuscheln. Das wirkt noch besser als die Ibuprofen. Trotzdem wird es ein Sofatag. Hoffentlich wird diese Nacht besser.