Tag 1672 – Zwischen whoa und whoa.

Inspektion: läuft. Und sie ist so unfassbar spannend! Ahhhhh! Ich würd so gern mehr erzählen, aber daaaaarf nicht ahhhhhhh!

Ab morgen hat das ganze Werk Homeoffice. Die Aktion wirkt unkoordiniert und panisch. Man weiß weder genaues über die Gründe noch hat man an uns gedacht, die einfach mal mitten in einer Inspektion stecken, die wichtig ist, auch, hüstelhüstel gesamtgesellschaftlich für die Versorgung norwegischer Patienten. Jedenfalls wussten wir etwa 2 Stunden lang weder, ob wir Freitag wieder nach Hause dürfen, noch ob wir eventuell alles abbrechen und sofort nach Hause kommen müssen. Müssen wir nicht, wir dürfen hier erst mal weiter machen. Trotzdem haben wir heute ein bisschen Risikobewertet und ziehen jetzt alle kritischen Themen vor. Wer weiß was morgen Nachmittag ist.

489.

Tag 1069 – Ferientag 7. Vom Heulen.

Ich habe heute zwei mal geheult. Einmal, weil das hier alles zu viel für meine Nerven ist. Diese „Wird das Geld rechtzeitig hier sein? Werden Banken sich auf „Rufen Sie halt die blöde sich jeglicher Kommunikation per mail verweigernde Bank meiner Oma an und fragen Sie selbst, warum das alles so lange dauert wann mit dem Geldeingang zu rechnen ist.“ einlassen? Ist eine Woche, gerechnet von Freitag, denn da soll angeblich das Geld von meiner Oma hier sein, überhaupt genug um den ganzen finanziellen Kram abzukaspern? Werden wir Nachmieter haben? Ab wann? Wird das Arbeitsamt die Umzugskosten übernehmen? Wenn nicht, und wenn sie das echt erst in drei Wochen entscheiden – WAS DANN??? Ahhhhhhh…“, das ist jedenfalls alles zu viel und deshalb musste ich heute mitten am Tag Herr Rabe viele Panik-SMS schreiben und als er mich dann anrief musste ich leider Rotz und Wasser heulen, zu viel alles, zu viel Verantwortung auch und Warten kann ich eh nicht gut. Det ordner seg bestimmt, jaja, das geht alles gut, aber HERRJE, es ist krass. Plötzlich Prinzessin würde ich ja vielleicht noch halbwegs meistern, dank Selbstironie, aber Plötzlich Erwachsen ist nicht so meins und da hilft es auch nicht, sich nicht so ernst zu nehmen.

Aber ich hab ja auch noch eine Freundin (M.) und wir waren eh verabredet und der hab ich dann mein Herz auch nochmal ausgeschüttet und dann ging es schon viel besser. Michels bester Freund H. ist ja ihr Sohn und der war bis Sonntag Abend auf Papa-Urlaub und fliegt morgen zu seinen Großeltern, wo er dann bleibt, bis wir umgezogen sind. Dieser letzte Zusammen-Tag war für die Kinder wohl ein Traum – Sonnenschein, Spielen im Rasensprenger, Eis, Pizza und dann noch ein echter warmer Sommerregen, währenddessen die Kinder jauchzend auf dem Trampolin hüpften, klatschnass wurden und dann in Handtücher gemummelt irgendeine Natursendung schauen durften. Mehr Bullerbü geht quasi nicht ohne kratzende Kleider aus Wolle und Leinen. Und als wir gefahren sind, musste ich weinen und jetzt auch schon wieder wo ich das aufschreibe weil wäääähähähä, meine einzige Freundin hier und der beste Freund von Michel und Pippi findet den auch so toll und was wird der arme Kerl ohne Michel machen, es ist alles traurig.

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Auto-Lobhudelei: sehr erwachsen gewesen und 6 (!!!) Banken wegen Kredit angeschrieben. Mit dem Makler telefoniert und klargemacht, dass wir den Kredit frühestens Freitag klarmachen können, mit der Bank meiner Oma telefoniert, mit meiner Oma telefoniert, mit dem Geschäftsführer meiner neuen Arbeit telefoniert und meiner Mutter bisher nicht Inkasso-Igor auf den Hals gehetzt.