Tag 3794 und 3795 – Bald wieder Alltag.

Wir haben versucht, die letzten Ferientage so gut es geht zu genießen, und trotzdem wieder in normalere Schlafrhythmen zu kommen. Das hat so lala funktioniert.

Gestern hatten wir einen schönen Filmabend mit Ofenkäse und Rotwein. Pippi durfte spontan auch mitgucken. Wir haben Knives Out geguckt, und Pippi fand ihn gut und nicht zu gruselig. Generell findet Pippi ja am wenigsten akzeptabel, wenn Leute knutschen, und da ist man bei Murder Mystery wenigstens halbwegs sicher vor. Herr Rabe und ich haben uns rückwärts durch die drei Filme geguckt (also Wake up, dead man zuerst, dann Glass Onion und dann Knives Out) und können die sehr empfehlen.

Heute habe ich einen großen Stapel Wäsche weggebügelt (ich HASSE Bügeln), Leute angerufen und zu möglicher Vorstandsarbeit befragt (muss ich auch nicht ständig machen, ehrlich gesagt), Sport und Geige und lecker gegessen. Ich habe morgen und übermorgen noch frei, aber die Kinder und Herr Rabe ja nicht. Vermutlich werde ich putzen. Yeah.

Tag 3785 und 3786 – Rumhängen.

Wir machen hier seeeeehhhhhhr geruhsame Weihnachten. Ein bisschen, weil es nötig ist, ein bisschen, weil Laune ist (bei mir) und ein bisschen, weil es auch einfach mal schön ist. Gestern haben wir Lego gebaut und noch mal sehr lecker gegessen, heute waren Herr Rabe, Pippi und ich im Schwimmbad und dann haben Herr Rabe und ich abends endlich Squid Game zu Ende geguckt. Keiner kann mehr Festtagsessen sehen, also gab es Spaghetti Bolognese. Michel hat mir beim Kochen geholfen… und dann nackte Nudeln gegessen. Tjanun.

Es gibt also nichts Neues hier. Wir versuchen allesamt hauptsächlich unsere Batterien zu laden.

Apropos Lego: ich kann für größere Sets die Lego Builder App sehr empfehlen, da kann man dann eine Bau-Party mit mehreren Personen machen und zusammen bauen. Es müssen nur alle die App haben und das Set muss dafür nen QR-Code haben. Da können auch Leute dazu kommen oder wieder raus gehen, das ist alles kein Problem. Also falls jemand auch so paralleles nebeneinander her Bauen mag, ist das super.

Tag 3632 – Wieder normal.

Es gibt nur wenig zu erzählen. Und das ist auch mal schön. Wir waren heute mit Michel und der Schwägerin beim Bygdetunet, ein bisschen herumlaufen und Rømmegrøt essen (das ist sehr lecker, aber nervig zu machen, weshalb wir das seltenst selbst tun). Dann fuhr die Schwägerin zum Flughafen, mit Herrn Rabe. Michel machte Gartenarbeit, Pippi half mir ein bisschen beim Aquarium sauber machen. Wir haben wieder Babyfische, weshalb das Aquarium sauber machen einfacher ist als sonst, man kann halt den Boden grad nicht absaugen. Allen Fischen, großen und kleinen, scheint es gut zu gehen. Ein Männchen belästigt ausdauernd ein Weibchen, das ist hoffentlich normal, ich habe mit dem Männchen auch schon geschimpft, aber es hört nicht auf. Tjanun, ne, irgendwo müssen die Babyfische ja her kommen.

Ich habe außerdem ein neues Sportprogramm gestartet, um wieder in eine Regelmäßigkeit rein zu kommen. Das ist alles so ausgewaschen worden, Geige auch, keine Routine, das macht mich unglücklich. Damit (dem Lotterleben!) ist jetzt wieder Schluss.

Abends haben Herr Rabe und ich The Residence endlich fertig geschaut. Das ist eine ganz tolle Miniserie auf Netflix, die kann ich nur empfehlen. Man lernt auch einiges über abseitige Spezialinteressen Vögel. Vögel, Murder Mystery und das ganze in sehr lustig. Also ja, ne Leiche gibts auch, aber Krimi kann man das kaum nennen.

Tag 3449 – Kurzmeldungen.

  • Ich bin wieder unter den Lebenden. Nach einer gar nicht mal so guten Nacht wachte ich nassgeschwitzt auf, hatte aber keine Schmerzen mehr. Seit Mittag ca. fühle ich mich auch, bis auf Schmerzen im Arm, wieder normal. Das mache ich dann also in zwei Monaten nochmal, Hurra. Noch so ein Grund, Kinder gegen Windpocken impfen zu lassen.
  • Hier sind -18 Grad draußen. Das ist sehr kalt. Gestern hatten wir obendrein Sturm (mit rumfliegenden Mülltonnen) und für Montag ist Schneechaos vorhergesagt. Auch das alles: Hurra.
  • Die zweite Staffel von Squid Game endet mit dem fiesesten Cliffhanger aller Zeiten. Es ist eine Schweinerei. Ich bin empört! Monster. Ich hätte die dritte Staffel eh geguckt, auch ohne diesen Cliffhanger.
  • Greg hat Hunger. Ich warte darauf, dass Monty fertig mit Häuten wird, aber armes Greg klebt schon an der Scheibe, wenn ich abends den Raum betrete. Nun ja. In der Natur kommt auch nicht exakt jeden 10. Tag ne perfekt passend große Ratte vorbeispaziert, ne? Aber ich nehme an, wenn Greg was dazu sagen könnte, wäre es: Ich bin empört!

Tag 3439 und 3440 – Sehr geruhsame Weihnachten.

Wir machen ungefähr nichts außer essen.

Wobei, das stimmt nicht ganz, also erstens muss das Essen ja auch zubereitet werden und zumindest ich schiebe täglichen Sport und tägliches Geige spielen irgendwo ein. Heute allerdings nach einer absurd langen Blob-Phase, zwischen Sofa und Esstisch pendelnd und nichts sinnvolles tuend. Aber ehrlich gesagt, an Zyklustag 33 (what the eff das nun wieder soll, so ganz generell) habe ich keinerlei Motivation für irgendwas außer rum-bloben. Das einzige, was mich in die Sporthose bekommen hat, war meine eiserne (mitunter ans selbstschädliche grenzende) Selbstdisziplin, Bedürfnis nach Routinen und Kontrolle und die Aussicht auf Klöße mit Bratensauce. Letzteres in Mengen, die normale Portionsgrößen übersteigen, und statt Chips auf dem Sofa noch einen extra Kloß.

Pippi übernachtet heute mit ihrer Freundin M. auf der Hütte von deren Großvater, wir haben also nur ein Kind da. Michel wurde mit sanfter Gewalt dazu gezwungen, mit seinen Eltern Zeit ohne Bildschirme zu verbringen und wir spielten „Taco, cat, goat, cheese, pizza“. Das ist ein sehr lustiges Kartenspiel mit sehr einfachen Regeln, und auch Michel hatte sichtlich Spaß daran. Das Spiel erinnert mich an Halli Galli, das wir vor 30 Jahren bis zum Abwinken und bis die Glocke zerdellt war, gespielt haben. Bei Taco, cat, goat, cheese, pizza haut man sich nur die Finger selbst kaputt, vor allem die von uns, die ihre Kraft im Eifer des Gefechts nicht unbedingt super toll unter Kontrolle haben (also mich und Michel). Nach einer halben Stunde haben wir deshalb auch lieber aufgehört, da hatte auch jeder von uns ein mal gewonnen. (Wir haben übrigens die zweite Auflage, Taco, BACK, goat, cheese, Pizza, wo man noch extra aufpassen muss, wie rum die Bilder sind, und wie rum man dann die Hand auf den Tisch hauen muss. Sehr lustig.) Ich bin sehr froh, dass man mit Michel inzwischen auch solche Spiele ganz gut spielen kann, ohne dass er irgendwann mit Karten um sich wirft, weil der Frust des Verlierens nicht aushaltbar für ihn ist. Nicht, dass er jetzt super gut im Verlieren wäre, bin ich ja selbst bis heute nicht, aber er hat gelernt, damit umzugehen und dass das auch zum Spaß beiträgt, wenn es ein bisschen spannend bleibt.

Apropos Spielen: abends haben Herr Rabe und ich dann noch die erste Folge der neuen Staffel Squid Game geguckt. Die ist gewohnt, ähm, erbaulich. Minimal traurig ist nur, dass ich nur sporadisch mal Fetzen verstehe, aber immerhin kann ich ein bisschen was lesen und erkenne dann auch Wörter wie „Straße“ und „Lied-Haus“ (Karaokebar) und kann Namen lesen und so. Yeah, I guess. Irgendwann lerne ich das noch mal ordentlich.

Tag 3358 – Seltsame Filme.

Heute ist nicht viel passiert hier im Rabenhaus. Außer dass Herr Rabe und ich abends ins Kino gegangen sind, in „Joker – Folie à deux“. Den ersten Joker-Film mit Joaquin Phoenix fand ich super, wenn auch brutal auf vielen Ebenen. Der zweite Film jetzt war ein Ritt, ein gut erzählter, etwas weniger brutaler, mit eindrücklich dreckiger Bildsprache. Aber ein Ritt. Mehr oder weniger random wird gesungen, es wird mehr und mehr klar, dass das sowohl Realitätsflucht als auch Kommunikationsverweigerung ist. Die ganze Geschichte strickt sich um: ist er nun der Joker, oder ist er nur zum Teil der Joker, oder ist er einfach er selbst und traumatisiert ohne Ende. Alle möglichen Parts in der Geschichte wollen entweder das eine oder das andere, nur er selbst hängt irgendwie dazwischen und wird ziemlich viel rumgeschubst. Niemand ist eindeutig gut oder böse, wie im richtigen Leben. Das Ende (das spoilere ich jetzt hier nicht) lässt einen, zumindest mich, einigermaßen ratlos zurück.

Also, Fazit: war schon gut, aber auch echt seltsam.

Ebenfalls Fazit: There‘s always a Joker in the pack.

Tag 3254 – Mojo Dojo Casa House.

Wochenende in der Sommerferien(vorbereitungs)version. Michel übernachtet bei seinem besten Freund, angeblich kommt er morgen zurück, wir werden sehen, ob das dann auch passiert. aber er hat ja Ferien und im Gegensatz zu Pippi nächste Woche auch nichts vor.

Pippi hat nächste Woche Dance Camp (ohne Übernachten) und brauchte dafür, und auch ganz generell, Schuhe. Sie wächst zur Zeit wie Unkraut, auch an den Füßen, und Schuhe aus dem letzten Jahr konnten wir eigentlich vergessen. Pippi hat eins der Paare trotzdem weiter angezogen, nur quasi als Schlappen, mit runter getretener Hacke. Gestern haben wir schon Sandalen und „Schuhe in denen man HipHop tanzen kann“ besorgt, heute dann noch günstige, leichte Sommerturnschuhe, die auch in die Waschmaschine können. Ich habe jetzt auch ein solches Paar in neu, optisch sind die kein Highlight (milde ausgedrückt), aber sie sind bequem, vorne breit genug, super elastisch, super leicht, super biegsam und können in die Waschmaschine, wenn ich mal wieder 20 km durch Seoul laufe oder so. Meine alten, mit denen ich durch Seoul, New York und Hyderabad gelaufen bin, geben langsam den Geist auf, in Form von von innen durchgeschubberter Ferse. Die waren auch schon wirklich oft in der Waschmaschine. Es sei ihnen verziehen, dass sie langsam hinüber sind.

Apropos Pippi wächst: im Auto klagte sie mir gestern ihr Leid, sie würde so schnell wachsen, sie sähe ja schon aus wie 10! Das sagte sie in einem Ton, der sich sehr danach anhörte, wie wenn ich sage, ich fühle mich wie 80. Jedenfalls geht all mein Mitleid an meine schrecklich alt aussehende Tochter. 10. Quasi steinalt.

Abends guckten wir dann zu dritt den Barbie-Film und amüsierten uns köstlich. Pippi über komplett andere Sachen als wir Erwachsenen, aber Spaß hatten wir alle. Der Film ist so ein großes Fest an bewusst schlecht über Gesellschaftskritik drapiertem, pinken Blödsinn. Tanzszenen! Gesang! Beach! Es ist alles dabei!

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Nach dem Film ging Pippi ins Bett und ich fütterte Monty. Greg liegt seit Tagen unter der Kokosnuss und was ich heute von Greg’s Körper sehen konnte, war sehr matt. Ich holte hen daraufhin kurz raus, konstatierte, dass die Augen auch komplett trüb sind und das arme Tier vermutlich gar nichts sieht, setzte hen zurück und fütterte nur Monty. Monty zog sich eine ziemlich große Ratte ohne großes Gewese und erstaunlich schnell rein und verzog sich dann wieder in die von hen bevorzugte Höhle. Schon beruhigend irgendwie, dass Monty jetzt so gut frisst.

Tag 3221 und 3222 – Große Aufregung!

Gestern war eigentlich nichts. Nur zu viel Arbeit.

Heute hingegen war einiges. Erst habe ich meine rosa Brille abgeholt. Davon aus Gründen ein Foto weiter unten. Ich bin sehr zufrieden bisher, die Welt ist wesentlich freundlicher damit. Aber es war ja auch erst ein halber Tag.

Mit Michel zusammen habe ich dann noch Farbe fürs Terrarium besorgt. Nachdem ich mir vorgestern eine Blase gepinselt hatte, habe ich gestern Fliesenkleber-Schicht Nummer 2 an Michel ausgelagert. Der wollte dann heute eigentlich auch Schicht Nummer 3 machen, bekam sich aber nicht vom Rechner losgeeist. Schicht 3 habe ich dann also heute gemacht, in meiner Bonuszeit, die ich hatte, weil ich nicht wie geplant nach Oslo gefahren bin, um mein Piercing wieder einsetzen zu lassen. Es war nämlich Schienenersatzverkehr und das hätte mich statt 35 Minuten Zug 1 Stunde 15 Minuten Gejuckel mit dem Bus gekostet, pro Weg, und das war es mir nicht wert.

Also Geige und Gepinsel statt Oslo-Tour. Die Blase ist jetzt dann auch aufgegangen. So schön.

Abends guckten wir, das heißt, leider nur Herr Rabe und ich, da die Kinder an der Familientradition nicht soooo interessiert waren, den ESC. Ich kann mit Nemo (Schweiz) als gewinnende Person sehr gut leben, hätte mir aber noch mehr Kroatien gewünscht. Wusste bisher gar nicht, dass ich Häkeldeckchenmetal gut finde.

Was aber viel aufregender war als ESC, war, was ich vorfand, als ich um halb zwölf dann doch mal Michel ins Bett scheuchen wollte.

Wir machen das wie folgt: erst Bild von rosa Brille, dann Story und Bild von Wechselwarmen.

Beide Schlangen waren ausgebrochen. Sie hatten (wahrscheinlich nur eine) das Lüftungsgitter aus dem Loch gedrückt und waren dann dadurch verschwunden. Greg fand ich sofort wieder, wieder hinterm Terrarium. Monty fand ich nicht. Panisch rief ich Herrn Rabe zu Hilfe und zu dritt suchten wir etwa zwanzig Minuten alles ab, bis Michel eine Entdeckung an einer echt blöden Stelle machte.

Schlange zwischen Regal und Wand.

Das wäre nicht mal so ein riesiges Problem, wenn Michels Zimmer größer wäre. Da Michels Zimmer aber ist, wie es ist, mussten wir erst mal das halbe Zimmer verrücken, bis wir dieses Regal verschieben konnten. Monty war davon auch nicht so begeistert, aber ich fischte hen trotzdem aus der Ecke sobald ich dran kam. Monty faltete sich nach dieser würdelosen Behandlung zu einem indignierten Ball zusammen, aber besser das, als neben dem Regal einziehen.

Herr Rabe sicherte dann noch, mitten in der Nacht, das Terrarium gegen diese Art Ausbruch:

Seitliche Sicherung mit zwei festgespaxten Unterlegscheiben
Hintere Sicherung mit einem festgespaxten Flachwinkel.

Das brauche ich nicht noch mal. Gut, dass am neuen Terrarium alle Lüftungsdingse festgeklebt sind.

Tag 3069 – Uff.

Es war ein gar nicht mal so schöner Tag, das zu erzählen würde aber ein bisschen viel aus Michels Privatsphäre breittreten, also lasse ich das.

Abends war ich mit Pippi alleine, weil Michel bei seinem Kumpel übernachtet und Herr Rabe bei der Weihnachtsfeier seiner Firma war (den habe ich eben vom Bahnhof abgeholt). Wir machten Mutter-Tochter-Abend mit Sushi essen und danach einen Film gucken. Pippi hatte einen Weihnachtsfilm ausgesucht, eine Komödie auf Netflix, die harmlos unterhaltsam war. Pippi macht trotzdem bei jedem Bussi Kotzgeräusche. Was ich an dem Film irgendwie blöd fand: alle kriegen am Ende doch noch wieder Erwarten ihre individuellen Träume erfüllt, nur der nerdige Sohn, der so gern nach Yale will, nicht. Der kriegt zwar nen „Kuss“ (Bussi auf die Lippen) von dem Mädchen, was er gut findet, aber nach Yale kommt er nicht. Sowas ärgert mich. Was ist falsch an nerdig sein und nach Yale wollen und warum ist ein Bussi wichtiger? Die Botschaft ist irgendwie „er muss erst reifen/leben/Spaß haben“ aber ich kaufe die nicht. Hollywood, ey.

Der Abend war aber sehr schön mit der kleinen Rübennase. Die habe ich dann nur noch ins Bett verfrachtet und es gab nur kurz Protest und dann noch kurz Gehampel im Bett und dann wurde auch schon geschnorchelt.