Tag 242 – Spielplatzbegegnungen. Korfu Tag 12

Ich würde so gerne schlafen. Aber beide Kinder waren bzw. sind total drüber. Gnääähhh…

Von vorne: wir waren in Kassiopi heute. Das ist eine sehr hübsche sehr kleine Stadt ein paar Kilometer östlich von hier. Mit einem Reiseführer-Lieblingsmotiv-Hafen mit ganz klarem Wasser und Fischerbooten, einer lustigen kleinen Kirche und einer alten verfallenen Festung. Wirklich sehr hübsch und idyllisch alles.

Nach der Besichtigungsrunde holten wir etwas Gebäck und setzten uns auf eine. Spielplatz, wo wir innerhalb einer halben Stunde drei völlig unterschiedliche Elterntypen beobachten durften (alles Briten):

– Mann mit „Don’t remove from the bar“-T-Shirt in pink, Frau mit Bikini und Strickjacke  drüber (es waren vielleicht 18 Grad), die Beine blaugefroren. Ließen ihren ca. vierjährigen Sohn (Muskelshirt und Plastiksandalen) einfach machen, Sohn machte auch. Mutti ging zum Rauchen ans hinterste Ende des Spielplatzes. Ich hörte das Gespräch mit „What’s in that bag?“ – „It’s the trash, honey. Not the presents.“ – „Did we really just dump the presents?“ – „Yapp.“ Waren aufmerksam, wenn nötig, aber eben etwas prollig. Verzogen sich als die nächsten kamen:

– Adrette Kinder (das Mädchen hieß Poppy, das finde ich einen sehr schönen Namen für eine ca. Vierjährige, aber ob ich mit 40 so heißen wollen würde?), sauber und hübsch gekleidet, Mädel (ca. 4) mit Blümchenkleid und weißen Socken in Lackschuhen, Junge (ca. 7) in gelber Regenjacke und Stoffhose, beide sehr ordentlich gekämmt. Eltern: müde, aber sehr aufmerksam, beide Mitte/Ende 40. Mutti helikopterte ziemlich um die kleine Poppy herum, Vati schaukelte mit dem Sohn und summte dabei mit ihm „In der Halle des Bergkönigs“ aus der Per-Gynt-Suite. Bildungsbürgertum at it’s best. Als die gingen kamen dann noch

– Alfie (ca. 8) und seine Mutti, sowie ein Kind (ca. 7), das exakt aussah wie Rupert Grint im ersten Harry-Potter-Film. Alfie war zugegebenermaßen etwas wild, nahm aber recht gut Rücksicht auf Michel. Alfies Mutter hingegen brüllte dem armen Kind am laufenden Band Ermahnungen hinterher, „not so fast!“, „be careful!“, „don’t spin him! He doesn’t like it!“. „He“ war Michel, dem es nie schnell und wild genug gehen kann. Aber obwohl wir ihr das sagten, hörte sie nicht auf, Alfie anzuranzen. Als Michel dann auch noch vom Karussell fiel weil er zu viel darauf herumgehampelt hatte, fühlte Mutti sich natürlich bestätigt. Ich möchte nicht Alfie sein.

Nach Kaffeestop und Meltdown von Michel auf offener Straße, weil wir ihm keine Schokoostereier kaufen wollten (Ostern ist hier erst in drei Wochen), inklusive Schreien und auf den Boden schmeißen ging es nach Hause. Michel sang Pippi „Bæ, Bæ, lille lamm“ vor, damit sie einschlafen konnte, was sie dann auch tat. Damit sie im Sitz einfach noch ein bisschen weiter schlafen konnte, ging ich mit Michel Orangen und Zitronen pflücken. Mit dabei: die riesigste Zitrone der Welt.

Das ganz rechts und ganz links sind Zitronen.

Weil Pippi dann immer noch schlief, fuhren wir zum Supermarkt. Ich fuhr das erste Mal unseren Mietwagen, das ging ganz gut. Der Rest vom Ausflug war Käse: wir verloren Michels Rennauto und Pippi brüllte auf der Rückfahrt wieder wie am Spieß.

Zum Abendessen in der Taverne, ganz um die Ecke die hat jetzt auf. Da kocht die 1,50 große Mamma mit weißem Häubchen auf, Schwiegertochter richtet an, Sohn serviert, Enkeltochter war auch da, aber es war nicht so viel los, als dass ich ihre Rolle hätte ausmachen können. Das Essen war sehr lecker, der Hausgemachte Feta besonders, mjammijammi. Herr Rabe probierte dann noch hausgemachten Kumquatschnaps, ich nippte auch mal: kann man trinken. Sehr gut sogar. Pippi schmierte derweil alles mit Kartoffel voll (und schmiss gekochte Kartoffel auf den Teppichfußboden) und Michel guckte Mausclips, während er seine Kartoffeln aß. Damit wir in Frieden essen konnten. Ja, so Eltern sind wir nämlich manchmal. Gut, dass die Griechen so super Kinderfreundlich sind, sonst wär mir das alles sehr peinlich gewesen. Als Tipp erhielten wir vom Wirt noch zum Abschied, beim nächsten mal einfach morgens anzurufen, wenn wir was spezielles abends essen wollen, dann machen die das. Kein Problem. Ich mag die Griechen.

Wieder zu Hause rief Herr Rabe seine Mutter an, um zum Geburtstag zu gratulieren. Dann ging das Internet wieder nicht und Mausclips eben auch nicht. Meltdown 2 vom völlig übermüdeten Michel. Mich überrascht es ja nach wie vor, wie lange übermüdete Kinder zum Einschlafen brauchen. Ich musste (nach quasi-hysterischem Anfall, weil das Rennauto ja weg ist) drei Geschichten erfinden (vom kleinen Bär, der in den Wald ging und fast nicht wieder zurück fand, vom kleinen Tyrannosaurus Rex, der Vegetarier wurde, und vom Pferd, das keine Freunde hatte) und dann noch Singen. Unterbrochen vom Schluchzen den Kindes, dem Stellen wie da wo das Pferd und das Auto sich gegenseitig klagen, keine Freunde zu haben, zu spannend waren. (Wenn Ihnen das jetzt auch zu spannend ist: das Pferd und das Auto sind dann sofort ganz dicke Freunde geworden und hatten sich furchtbar doll lieb.)

Dann brüllte Pippi noch eine Weile rum. Warum auch immer. Fieber hat sie keines mehr. Stillen wollte sie nicht. War müde, wollte aber auf keine der althergebrachten Arten einschlafen. Am Ende schlief sie im Bett liegend meine Hand festhaltend beim Weinen ein. Komische Sache. Mal sehen, was das so gibt.

Ach ja: sie hat heute an zwei Händen festgehalten eineinhalb Schritte gemacht. Vielleicht ist es das. Neuer Entwicklungsschub. Meh. Ich dachte, ich könnte vorher vielleicht wenigstens eine Nacht einigermaßen schlafen.

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