Tag 244 – Wirren. Korfu Tag 14

  
Eigentlich wollten wir heute auf den höchsten Berg Korfus, den Pantokrator.  Der ist neunhundertnochwas Meter hoch. Die Wolken hingen allerdings an den Bergen fest auf ca. 900 m Höhe. Also entschieden wir uns um. Und fuhren zum Kap Drastis (da, wo wir schonmal gewesen waren, aber dann nicht runtergingen, wegen müder Kinder, Sie erinnern sich?).

  
Babääääm. Schick, ne? Dann gingen wir weiter. 

  
Tja. Was man jetzt nicht sieht, ist das komische Tipizelt aus Schilf und Palmenblättern hinter dem Tor, in dem scheinbar eine hutzelige und möglicherweise geistig nicht ganz fitte ältere Dame haust. Die uns auch freundlich auf Griechisch vollaberte, aber mitnichten das Tor öffnete. 

 
Dafür fanden Michel und ich zwei Schnecken. Die eine kam auch nochmal aus ihrem Haus, fiel dann aber um und nachdem ich sie zurückgedreht hatte, mochte sie nicht mehr rauskommen. Schade. Ich finde Schnecken ganz toll und habe fast Herrn Rabe soweit, dass ich Riesenschnecken haben darf, wenn wir wieder in Norwegen sind. Die Schnecken haben wir dann vorsichtig ins Gras gesetzt, wo Schatten und Feuchtigkeit ist. Und dann sind wir zum Auto zurückgegangen. Michel quetschte mich derweil aus, wieso manche Schnecken „tot geworden“ sind und „die Augen zu gemacht“ haben. Ich erklärte ihm den Kreislauf des Lebens und dass alles und alle mal geboren werden und mal sterben. Ich hoffe, er hat es verstanden. Schwieriges Thema. Aber besser anhand eines leeren Schneckenhauses zuerst damit konfrontiert werden, als weil Oma nicht mehr da ist. Oder so. 
Auf dem Rückweg waren wir in Acharavi in einem Olivenholzschnitzwerkstattshopdings. Der hatte eigentlich noch gar nicht auf, aber wir durften uns trotzdem umsehen. Da gab es alles und nichts aus Olivenholz. Leider keine schönen Ohrringe für mich. Dafür einen großen blauen Ara, der hoffentlich einfach nur sehr sehr alt war und sich nicht aus Frust komplett selbst zerfleddert und fast nackt gerupft hat. Der Ara sah aus wie ein kümmerliches, zitterndes Brathühnchen. Konnte aber sehr unvermittelt sehr laut schreien, was Michel etwas verstörte. Ohne was zu kaufen verließen wir den Laden, mir war zu warm da drin und der Vogel stresste mich total. 

Dann waren wir in Acharavi noch Essen für die nächsten Tage einkaufen, mit Horror-Meltdown von Michel. Hysterisches Schreien und auf den Boden werfen und um sich schlagen und uns hauen. Ziemlich schnell schleifte Herr Rabe das Zeter und Mordio brüllende Kind aus dem Laden, ich kaufte alleine fertig ein. Der Grund für den Anfall ist leider völlig egal: er sucht im Moment gerne mal Reibungspunkte mit uns. Und dann wird gerieben, was das Zeug hält, bis zur totalen Eskalation. Gerne sind die „vorgeschobenen“ Auslöser Dinge der Unmöglichkeit, so wie im Laden plötzlich Sendung mit der Maus gucken wollen. Machste also nix, fällt aber auch schwer auszuhalten und wegen des Hauens waren auch sowohl Herr Rabe als auch ich noch ganz schön lange sauer. Und weil wir auch Wasser einkaufen mussten und ich ja noch Pippi auf dem Arm hatte, war ich sehr dankbar, dass mir ein älterer griechischer Herr die Wasser-Einkäufe zum Auto trug. Und peinlich wars mir auch ein bisschen. 

Auf dem Sofa dann noch ein paar Blogs gelesen, gegessen (Herr Rabe hat gekocht), Michel ins Bett gebracht. Jetzt müde und ausgelaugt vom zornigen Kind. Noch eine Handvoll Erdbeeren und ab ins Bett. 

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