Tag 274 – Beautyblogger oder Alles Essig

Also. Meine Haut ist im Eimer. Echt. Sonst* hatte ich immer Mischhaut mit tendenziell fettiger T-Zone, ziemlich trockenen Wangen, manchmal sehr trockener Haut um den Mund rum und manchmal Pickeln. Jetzt habe ich richtig ausgeprägt fettige Haut, die am wenigsten fettig an den Wangen ist, aber auch da und sonst überall ordentlich Pickel und Mitesser und große Poren und Unterlagerungen (das Wort habe ich heute gelernt, dazu später mehr) und alles mögliche hat. Und mir reicht es jetzt. Echt. 

Nun ja, da hatte ich nun drei Möglichkeiten: 1) Hautarzt, 2) KosmetikerIn/Tante im Kosmetikprodukteladen meiner Wahl, 3) Internet. 1) scheitert an: da muss ich erst zum Hausarzt, der nimmt mich dann nicht ernst, dann zahle ich für die Überweisung und dann komme ich zu nem Hausarzt, der nimmt mich nicht ernst (weil richtig Akne oder so ist das glaub ich nicht) und das Ganze kostet drölfzig Millionen Kronen, einige Nerven und reichlich Würde. 2) scheitert daran, dass ich weder einen guten Kosmetikprodukteladen habe, noch daran glaube, dass da gut ausgebildetes Personal arbeitet (ich hab auch mit 18 tausend Jobs gehabt…) und ich KosmetikerInnen nicht mag (bis auf A., die mir ein Jahr lang die Beine gewachst hat, :* ). Deshalb habe ich gegoogelt. 

Dann habe ich mich bei Twitter beschwert, dass das Internet mir sagt, ich soll Apfelessig (Bio naturtrüb!) trinken, um „durch die Entschlackung einer Übersäuerung des Körpers auf natürliche Weise entgegenzuwirken“. Da rollen sich mir die Fußnägel bis zum Anschlag auf, wegen eigentlich allem an diesem Tipp. Aber mehrere etwas weniger schwurbelige Seiten empfahlen Apfelessig als Gesichtswasser nach der Reinigung, deshalb und weil ich das tatsächlich im Haus habe behielt ich mir den Tipp zum Ausprobieren vor. Kleiner Ratschlag jetzt von mir an Sie: machen Sie NIEMALS Apfelessig (50/50 mit Mineralwasser verdünnt) in ihr Gesicht. Es brennt wie Sau und man stinkt ewig nach Essig (entgegen der Versicherungen des Internets!). Mag ja sein, dass das jetzt desinfizierend wirkt, aber schön ist es nicht, ehrlich. 

Nun ja, davon mal ab bekam ich bei Twitter einen Beautyblog empfohlen, da gäbe es viele Informationen. Dann habe ich bei diesem (Magi-mania) und später auch noch bei einem anderen (Der blasse Schimmer) Blog ungefähr alles zu unreiner Haut und Pickeln und Akne und fettiger Haut gelesen, gelernt, dass die kleinen, weißen, harten Pickelchen am Hals gar keine richtigen (also entzündlichen) Pickel sind, sondern Unterlagerungen (und damit sowas wie verheilte aber eingekapselte Pickel), gelernt, dass Pickel auch im Erwachsenenalter allermeistens von den Hormonen kommen (ja, ach, das hatte ich auch schon herausgefunden…), dass Naturkosmetik böse und gut ist, dass Chemie böse und gut ist, dass chemische Peelings (apropos, ich hab übrigens gestern das Babyfüße-Dings gemacht!) gut sind, man dann aber Gesichtscreme mit LSF 30-50 braucht (von der ich Pickel kriege, hahaha) und dass ich eigentlich nur mein halbes Leben ändern muss und dann wird alles gut, also hauttechnisch. 

Fazit: googeln Sie nie. 

Weiteres Fazit: folgendes Verfahren scheint mir sinnvoll: 

  • Erstmal die ja schon nicht ganz günstigen Pflegeprodukte vom Körperladen aufbrauchen (die Aloe-Vera-Reihe ist doch eigentlich extra für empfindliche Haut…?)
  • Dann entscheiden, ob Reinigung von LaRoche Posay Effaclar (die beste Freundin schwört drauf) oder Vichy (Das Internet sagt, dass sei gut) oder vom Naturkosmetikladen im Torget (die Kolleginnen schwören drauf, ich habs mal damit probiert, es war absurd teuer und mir leuchtet „die Creme, die nur aus Ölen besteht, muss vor allem auf die öligen Stellen, weil sonst die Haut noch mehr Öl produziert“ aus dem simplen Grund, dass der Umkehrschluss ja hieße, auf trockene Haut darf ich gar nix schmieren, nicht ein, geholfen hat es mäßig) angestrebt wird.
  • Eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor auftreiben, von der ich keine Pickel kriege. 
  • Aufhören, in meinem Gesicht herumzugrabbeln.
  • Mehr trinken.
  • Tipps zur Ernährungsumstellung und dauerndem Wechseln des Kopfkissenbezugs und Kokosöl und Apfelessig gekonnt ignorieren. 

*also, wenn ich nicht schwanger war, gerade entbunden hatte, eine Stoffwechselstörung hatte oder gerade die Pille abgesetzt hatte. Also in den letzten fünf Jahren eigentlich nie. 

8 Gedanken zu “Tag 274 – Beautyblogger oder Alles Essig

  1. Hanni schreibt:

    Hallo Frau Rabe! Als sonst stille Leserin kann ich Ihnen die mattierende Tagescreme von Effaklar sowie das Waschgel & die Nachtcreme von Vichy empfehlen. Vichy hat außerdem einen tollen mattierende Sonnenfluid fürs Gesicht. Liebe Grüße von Hanni, die nicht für die Kosmetikindustrie arbeitet, sondern auch ein dem Teenageralter entwachsenes Pickelface ist 😉

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  2. Also, ich habe seit 5 Jahren Schwierigkeiten mit der Haut. Hab auch rumprobiert wie der wilde Bill.

    Geholfen hat erst der Besuch beim Hautarzt vor einem halben Jahr. Chemie aus der Apotheke auf Rezept und das Nutzen von Totem Meer Kram aus dem DM Markt zum Reinigen und Pflegen.

    Daher der Rat meinerseits: Hautarzt.

    LG Isa

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    • Echt? Ich scheue den Hautarzt aus zwei Gründen: der erste ist, dass du die 1. Person bist, die positives vom Hautarzt berichtet ;). Der zweite ist der Preis (150€) bzw. mit Überweisung die Wartezeit (4 Monate). Meine eigenen Erfahrungen mit Hautärzten sind auch nur so mittel gewesen bisher. (Kann sein, dass ich ein Hautkrebs-Hypochonder bin, aber dann muss man mich trotzdem nicht behandeln, als wäre ich total bekloppt und bei jedem Muttermal was mir auch Sorgen macht, betont laut aufseufzen, weil das ja bestimmt 30 Sekunden dauert, da mal draufzuschauen.)
      Insofern ist das ein bisschen meine Ultima Ratio. Muss ich auch erstmal für sparen 😬.
      Liebe Grüße und Danke für den Erfahrungsbericht!
      Frau Rabe

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      • Uii, mpf… ist ne klar ne andere Ausgangslage für dich, wenn die Konsultation soviel Geld kostet.

        Ich hab sehr lange gewartet bis ich zum Hautarzt bin, mich hat es aber irgendwann total genevt, dass ich soviel Geld an Kosmetika beim „Herausfinden, was denn hilft“ ausgegeben hab ohne Erfolg. Hautärzte sind tatsächlich eher speziell, kommen bei mir auch gleich hinter Orthopäden und HNOs. Aber eine Ärztin in unserer Kleinstadt ist ganz empfehlenswert, bei der bin ich gelandet, auch die Krebsvorsorge läuft bei ihr erträglich, hab ich vermutlich einfach Glück gehabt.

        Vielleicht ist das jetzt bei dir nur ne Phase wg. Wetter bzw. auch hormonell und es reguliert sich bald. Ich drücke dir die Daumen!

        LG in den Norden

        Isa

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  3. ohmskine schreibt:

    Hallo Frau Rabe,

    ich hab mich noch NIE für Kosmetik interessiert bis mein 2. Kind ins Krabbelalter kam und sich Ähnliches in meinem Gesicht abspielte wie das von Ihnen Beschriebene.
    Zufällig hat sich zu der Zeit auch beruflich ein Berührungspunkt ergeben und ich stieß auf diese Seite:
    http://www.paulaschoice.de

    Was mich überzeugt: alle enthaltenen Wirkstoffe besitzen eine NACHGEWIESENE Wirkung.
    Und die Chefin ist über eigene Hautprobleme in die Branche gekommen. Aber lesen Sie selbst.
    (Die englische Version enthält auch ein sehr empfehlenswertes Wirkstoff-Lexikon.)

    Ich verwende inzwischen einige Paula’s Choice Produkte, u.a. auch Tagescreme mit LSF 30 täglich.
    Aber nicht nur. Und meine Mutter verträgt den Kram gar nicht….

    Wünsche Ihnen viel Glück.
    Gruß,
    ohmskine

    PS: Ich arbeite nicht für die Kosmetikindustrie. Aber ich kenne mich etwas mit den Wirksamkeitstests aus. Und die allermeisten Hersteller (besonders die „biologischen“) machen gar keine.

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