Tag 297 – Geschafft

Ich habe es getan.

Ich habe mir ein e-bike gekauft.

Vorher habe ich das halbe Internet zu dem Thema auf drei Sprachen durchgelesen, einen Fernsehbericht gesehen, bin tausend Tode gestorben, weil die Entscheidung so schwer ist, bin zweitausend Tode gestorben, nachdem ich das billige Rad im Fernsehen hab kaputtbrechen sehen, habe vier Fahrräder Probe gefahren, eins sogar zweimal.

Und dann habe ich…

…eins im Internet bestellt.

In your face, Norwegischer Einzelhandel mit krepeliger Auswahl und schlechtem Service und exorbitanten Preisen. Ich kriege jetzt eines, das alles hat, was ich will. ALLES! Ha. Und den Akku werde ich auch in ein paar Jahren noch neu kaufen und dann vermutlich sogar aufrüsten können, wenn ich das will, der Motor ist handelsüblich und nicht irgendeine japanische Kopie von irgendwas, die Bremsen sind (laut der norwegischen Kaufberatung) „die besten auf dem Markt“, die Gangschaltung durfte ich heute an einem (krass teuren) Fahrrad ausprobieren und die ist auch einfach um Längen besser, als die anderen, die ich probiert habe, kurz: ich bin zufrieden.

Ach ja: es ist das hier:

Fahrrad

Weil Auslaufmodell von 2014 total günstig, also, naja, total nicht, eher so im oberen Bereich von dem was ich so bezahlen wollen würde, aber viel viel günstiger als UVP und viel viel viel viel günstiger als alles, was ich in der Ausstattung in Norwegen gesehen habe.

(Und ja: ich habe ein ähnliches Probe gefahren, wegen des Antriebs, der Schaltung und überhaupt allem außer des Rahmens. Das war das Schwierigste an der Aktion.)

(Den Hänger können wir von L. auch haben, sie möchten 800 NOK dafür, das ist fair und für uns auf jeden Fall in Ordnung. L. ist jetzt aber erstmal bei einem Kurs in Oslo bis nächsten Freitag. Ihr Mann macht dann alleine Kinderdienst. Der ist seit Anfang des Jahres Hausmann und Papa, zieht eine Selbstständigkeit hoch und unterstützt seine Frau. Ja, sowas geht und soweit ich weiß sind ihm bisher keine kritischen Männlichkeitsdinge abhanden gekommen.)

___

Falls Sie sich fragen, wie es den Kindern geht: sehr gut. Michel rennt anscheinend 6-8 Stunden täglich mit Vollspeed durch den Kindergarten („Wir sind Dinosaurier, Mama! Roooaaaaarrrrrrr!!!“) und ist abends dementsprechend zerkratzt, verbeult, furchtbar dreckig und schrecklich müde. Und glücklich. Und Pippi freut sich auch schon sehr auf den Kindergarten; wenn ich sie mitnehme um Michel abzuholen stehen immer sofort drei bis sieben Kinder um den Wagen und machen Quatsch mit ihr. Und sie findet das auch gar nicht mehr schlimm, sondern jauchzt und quietscht die anderen Kinder an und strahlt ihr strahlendstes Grinsen und heimst Stöcker, Steine und anderes kindliches Kleinod ein. Das ist alles sehr schön.

Außerdem ist ja jetzt Oma da, macht auch Quatsch, baut unermüdlich Lego und ist sogar glücklich, Pippi mal wickeln zu „dürfen“, also auch da ist noch alles im Lot, wenn auch aus Gründen für mich anstrengend. Aber noch möchte ich mich da mal nicht beklagen. Es war erstmal eine sehr gute Idee, ihr eine AirBnB-Unterkunft zu besorgen, so haben wir unser Wohnzimmer trotzdem für uns. Und niemand wird nachts durch die Schlafzimmertür wachgeschnarcht.

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