Tag 313 – noch ein paar halbe Updates

Wir haben Michel heute ein Bett bestellt. Uffz. Lieferzeit ca vier Wochen, die müssen die Bäume in Dänemark wohl erst noch fällen. Nun gut, dafür ist auch das Bezahlen um vier Wochen verschoben worden, das heißt, wir können dafür auf die Steuerrückzahlung warten. Ach ja: es wurde die Luxus-Version eines erweiterbaren Bettsystems mit 5 Jahre Nachkauf-Garantie. 

Mein Fahrrad wird morgen geliefert, zwischen 9 und 16 Uhr (in der Zeit kann man ca. vierzig mal komplett durch Trondheim fahren, liebe DHL!). 

Eine Stockrose (von 12) ist eingegangen. Dem Rest geht’s gut. Der Anpflanzort war strategisch ungünstig gewählt, weil ich nicht bedacht habe, dass unter den Zaun fast kein Wasser kommt. Naja, es wird schon gehen, dann eben öfter mal gießen. 

Die Hochzeit in Portugal. Moah. Meine Omi sagte gestern sowas wie „komm doch du alleine, wir zahlen“. Das ist sehr großzügig, aber erstens sehe ich Pippi noch nicht im Oktober ein paar Tage alleine bei Papa bleiben und zweitens ist und bleibt das ein ganz schöner Aufriss. 

Die Schnecken, meine neuen Traum-Haustiere. Jetzt gerade könnte man theoretisch auch lebende Schnecken mit der Post verschicken, deshalb gucke ich gerade wieder verstärkt. Aber erstmal müsste ja ein Terrarium her und Puhh, sind die teuer. Hmm. 

Update: grade spontan ein Terrarium gekauft. Hihi. Dann kann ich ja Michel das Suchen einiger schöner Steine und Stöcker in Auftrag geben. 

Tag 312 – Hubschrauber

Meine Omi rief heute an. Weil sie uns zum Hochzeitstag gratulieren wollte (den hatte ich tatsächlich vergessen. Herr Rabe angeblich nicht). Sieben Jahre schon, jaja, so schnell geht die Zeit rum. Das Gespräch ging dann noch etwas weiter, zur Hochzeit meiner Cousine (in Portugal, immernoch keine Einladung, ob ich denn nicht die Kinder mal bei Herrn Rabe lassen könne und alleine kommen?) und zum Besuch meiner Mutter hier und ja, das habe sie erzählt, als sie sich trafen heute im Krankenhaus, ach ja, ob ich das denn überhaupt mitbekommen hätte, der Opi hätte ja am Mittwoch einen Herzschrittmacher bekommen. Ja, ganz aufregend war das alles, er wurde mit dem Hubschrauber abgeholt, das bekamen dann natürlich auch alle Nachbarn mit und dann direkt am nächsten Tag einen provisorischen und am übernächsten Tag den endgültigen Herzschrittmacher eingesetzt. 

Ich war erstmal völlig perplex (heute morgen habe ich noch über meinen Opa und sein kaputtes Herz und die Demenz und den ganzen Mist nachgedacht, und ob nicht möglicherweise einer der nächsten Besuche in Deutschland wegen einer Beerdigung sein könnte) und würgte meine weiter vor sich hin plaudernde Omi recht unsanft ab. 

Dann rief ich meine Mutter an, um zu fragen, warum sie mich nicht angerufen hatte. Dass meine 84 Jahre alte Omi da im Eifer des Gefechts nicht dran denkt, geschenkt. Aber meiner Mutter hätte es ja mal einfallen können. 

Meine Mutter beschwerte sich zuallererst bei mir, dass man sie ja auch erst am Mittwoch angerufen hätte, also einen Tag nach dem Schlaganfall (Aha! Ein Schlaganfall, schau an, hatte meine Omi nichts von gesagt.) und dem Hubschraubereinsatz und auch nur nachdem mein Onkel meine Omi darauf hingewiesen hätte, das sie ja zwei Kinder hat. Oder so. Also jedenfalls regte sich meine Mutter tierisch darüber auf, nicht sofort informiert worden zu sein. Schaffte aber die Transferleistung, dass sie ja vielleicht auch mich hätte informieren können, nicht von selbst, sondern musste erst darauf hingewiesen werden. Jaja, sorry. 

Dann erzählte sie mir zwei Mal, dass meine Omi ihr viermal erzählt hat, dass mein Cousin angerufen hat. Sie habe ja Angst vor diesem Alter, wo man nicht mal mehr mitbekommt, dass man was schon mal erzählt hat. 

Diese Familie kannst du dir einfach nicht ausdenken. 

(Meinem Opi geht es übrigens den Umständen entsprechend gut. Aber es war wohl knapp: hätte er sich am Dienstag Abend ins Bett gelegt, wäre das vermutlich übel ausgegangen.)

Tag 311 – Fußball nach Michels Art 

Michel hat heute mit Herrn Rabe etwas Fußball geguckt. Ich sach mal so: ich würde ihn jetzt nicht morgen im Fußballverein anmelden. Michel jubelte nämlich jedes Mal „Tooooor!“, wenn das Tor nur irgendwie im Bild zu sehen war. 

Nach dem Essen spielte er aber trotzdem alleine Fußball und das ging so:

  • Fußballtasche packen: Becher (zum Trinken), Fußballhandschuhe (zwei Waschlappen), Ball (eigentlich ein kleiner, weicher Handball, mit dem er auch drinnen spielen darf), Brot, alles in einen alten, viereckigen Waschmitteleimer gestopft. 
  • Losgehen: „Tschüss Mama, Papa, ich jetzt Fußball schon mal vor gehe, ihr gleich kommen und mich angucken, Pippi* auch! Tschühüüüss!“. Dabei kräftig winken. 
  • Im Wohnzimmer: Ball auspacken, Waschlappen an die Hände ziehen. 
  • Ball losschießen, Richtung egal. 
  • Auf den Boden schmeißen und wild herumwälzen.
  • „Tooooor!!!“ brüllen. 

So geht das wenn man alleine ist. Wenn dann das Publikum angereist ist und Papa  spontan als Gegenspieler verpflichtet wird, geht es etwas abgewandelt weiter:

  • Mama eine Flagge organisieren (eine norwegische, andere haben wir nicht). 
  • Die ratlose Mama anleiten, das Startsignal zu geben. 
  • Auf „Achtung, fertig, los!“ und das Hochnehmen der Flagge den Ball irgendwo hinschießen oder werfen.
  • Enthusiastisch „Toooooor!!!“ brüllen.
  • Mama die Flagge aus der Hand reißen, Papa „Jetzt du so schießen!“ zurufen.
  • Den von Papa gekickten Ball mit der Flagge über den Boden schieben, schlagen oder dribbeln.
  • „Yeeessss!!!“ brüllen und Papa die Handschuhe übergeben. 

So ist Fußball viel einfacher und lustiger, als es mir bisher vorkam. 

*Pippi ist natürlich Michels größter Fan. Vor Freude quietschend und Duplo-Klötze aneinanderhauend stand sie am Hocker und kriegte sich gar nicht mehr ein.  

Tag 310 – Titel vergessen

Mir ist heute nicht nach Schreiben. Michel hustet, Pippi findet auch irgendwie nicht in den Schlaf, Herr Rabe guckt Fußball und scheint mir aus dem Weg zu gehen, damit ich ihn nicht dazu zwinge, eine Bettentscheidubg zu treffen. 

Soviel dazu, arbeiten war ich auch, mir sind (das war gut) für das RNA-Projekt ein paar hundert Mark in Groschenhäppchen gefallen, dann Vortrag zum Biomarkersymposium besucht und: arschlangweilig. DNA-Repair, voll faszinierend, aber nach dem hundertsten Vortrag und 1000 dazu gelesenen Artikeln ist so oberflächliches Geschwafel reine Zeitverschwendung. Immerhin konnte ich mal wieder meine Wachhalte-Skills nutzen. 

So, und das muss reichen, ich muss ins Bett. Wachhalte-Energie ist für heute aufgebraucht. 

Tag 309 – Playdate deluxe

Wir waren heute zum Grillen und Spielen eingeladen, bei H. In Michels Kindergarten ist nämlich direkt nach dem Fahrrad-Hype die Besuch-Seuche ausgebrochen. Wirklich jeden Tag wenn ich Michel abhole nölt irgendein Kind seine Eltern an: „XYZ søøøp mæææ!“. Beim ersten Mal musste ich eine Betreuerin um Übersetzung von Kinder-norwegisch ins norwegische bitten. Es heißt eigentlich „XYZ (skal) besøke meg!“ also „XYZ soll mich besuchen!“. Letzte Woche war deshalb H. hier und wir heute bei H.

Kurzer Exkurs: ich mag keine Playdates. Meistens bin ich angespannt weil ich versuche, auszuloten, wie viel Einmischung in das Spiel von mir erwartet wird. Das perfekte Playdate für mich wäre eines, bei dem ich nicht bei sein muss. (Oh, was freue ich mich darauf, dass eines Tages die Kinder einfach sagen „Ich geh zu XYZ zum Spielen! Zum Essen bin ich wieder da! Tschüss, bis nachher!“) Das zweitbeste ist, wenn ich und eventuelle andere Betreuungspersonen einfach rumsitzen und Kaffee trinken und schnacken, während die Kinder das Kinderzimmer (oder eine sonstige Spielfläche) auseinandernehmen. 

So gesehen war das Playdate heute nahezu perfekt. Michel und H. ölten rum, Pippi ölte mit, Herr Rabe beaufsichtigte das ganze im Garten und feuerte derweil den Grill an, ich machte mit H.s Mama (M.) den Rest fürs Essen fertig. Wir gingen raus, aßen, dann gingen Michel und H. rein und nahmen das Kinderzimmer auseinander, Pippi schlief total fertig nach drei Schlucken Stillen ein und wir Erwachsenen schnackten einfach im Garten weiter. Nach einiger Zeit, in der man nichts von drinnen gehört hatte, nahm ich schon fast an, Michel und H. schlafend im Bett vorzufinden, aber nein,

*** grade hat Pippi auf Veröffentlichen geklickt, toll, Pippi! ***

aber nein, sie saßen in einem Haufen Brio-Schienen und lasen. H. Hatte sich Regenzeug und einen Fellhut angezogen und schwitzte wie ein Schwein, war aber glücklich. Da die beiden ja direkt vom Kindergarten ins Playdate gestartet waren, schickten wir sie gemeinsam duschen. Auch das ging ohne Probleme. Danach bekam Michel noch saubere Sachen von H. („Da passt der eh nicht mehr rein!“) und Michel und H. von M. vorgelesen und dann verabschiedeten wir uns und trugen und schoben und quatschten unsere übermüdeten Kinder nach Hause. Zu Hause fix Zähne geputzt und ab ins Bett und Michel schlief wie ausgeknipst ein. 

Das war echt schön, ein echt schöner Nachmittag und Abend. 

Und das was daran am verwunderlichsten ist? M. ist Norwegerin. 

Tag 308 – Was wurde eigentlich aus…?

Stoffwindeln?
Tja, hmm, sagen wir mal so: Pippis Po hat entschieden, dass er Stoffwindeln nicht gut findet. Es gehen nur die FuzziBunz (Microfaserfleece innen, die alles was nass ist zum Saugkern ableitet), (nasse) Baumwolle direkt auf der Haut geht überhaupt nicht, die FuzziBunz halten aber keine 3 Stunden dicht, also für nachts sind die definitiv nichts. Nun ja, mir geht die Gesundheit der Haut meines Kindes vor einer gefühlten Weltrettung, also probieren wir nicht weiter rum sondern es gibt eben nachts und unterwegs und wenn wir mal wieder zu faul zum Wäsche zusammenlegen waren Wegwerfwindeln.

… dem E-Rad?
Ist unterwegs, auf einem LKW. Gestern bekam ich einen Anruf vom Zoll in Oslo, heute eine Email mit der Rechnung für Umsatzsteuer und Zollgebühr (wie erwartet). Das habe ich dann überwiesen, dann vergessen, denen den Überweisungsbeleg zu schicken, das aber heute Abend nachgeholt. Es sollte also bald weiterfahren, mein Fahrrad. 

… der Haut?
Ich teste fleißig neue Produkte, im Moment die Paulas Choice „Clear“-Serie (normal stark). Wenn das alle ist (soll etwa zwei Wochen reichen, ich glaube es wird deutlich länger reichen, scheinbar bin ich sparsam. Dabei lässt mein innerer Monk mich immer sehr genau mit der Abschätzung von ca. 1 mL pro Portion sein. Vielleicht ist 1 mL doch mehr, als ich bisher glaubte (und aus meiner Pipette kommt).) habe ich noch die „Resist“-Serie zum Testen da (normale bis ölige Haut). Bisher bin ich von der Clear-Serie nicht so ganz überzeugt, aber ich brauche die Tester auf jeden Fall auf, bevor ich mich entscheide.

Babyfüßen?
Voll supi. Machen Sie Babyfüße! Es schuppte und futzelte und machte und tat zwar geschlagene zwei Wochen, aber das Ergebnis spricht echt für sich. Hornhaut ist zwar noch da, also mit Pippis Füßen kann ich nicht mithalten, aber mit Michels durchaus. Und ein bisschen Hornhaut unter den Füßen hat ja durchaus auch einen Sinn. Rissige, trockene Hornhaut braucht aber kein Mensch und die ist jetzt komplett weg. Jetzt versuche ich immer nach dem Duschen eine gute Portion Handcreme auf die Füße zu machen, um den Status längstmöglich zu erhalten.

Laufen und anderem Sport?
Ja, also Laufen ist nach wie vor nicht mein Ding. Obwohl die Schuhe echt unglaublich bequem sind. Bei anderem Sport war ich in den letzten Monaten sehr faul. Leider weiß ich mir aber auch keinen Ausweg, außer einer Wieder-Anmeldung beim rosa Fitnessstudio und dann da zu den Abend-trainings gehen. Ich würde auch gerne ab Sommer wieder Ballett machen, aber das ist außerhalb der Uni sehr sehr teuer und in der Uni gefiel mir der starke Fokus auf die Vorführung nicht. Kurz: ich weiß es nicht. Muss aber was machen, sonst roste ich ein.

Migräne?
Ich werde nicht schreiben, dass ich seit Ewigkeiten keine Triptane nehmen musste. Ich werde nicht schreiben, dass ich seit Ewigkeiten keine Triptane nehmen musste. Ich werde nicht schreiben, dass ich seit Ewigkeiten keine Triptane nehmen musste. Ich werde nicht schreiben, dass ich seit Ewigkeiten keine Triptane nehmen musste. Ich werde nicht…

Pippis Bett?
Haha. Pippi schläft weiterhin in unserem Bett. Michel meist auch etwa die Hälfte der Nacht. Das Babybett wird verschmäht, obwohl es direkt an unserem steht. Es ist sehr eng bei uns nachts. Vielleicht probieren wir es noch mal mit einem eigenen Bett, das eben nicht direkt an unserem steht, sobald sie halbwegs durchschläft. Wovon wir im Moment noch weit entfernt sind. Ich bemühe mich aber, das nächtliche Stillen und vor allem das Nuckeln ohne Stillen stark einzuschränken und hoffe, mir langfristig eine siebenstündige Stillpause schaffen zu können. Da Pippi aber ja noch nicht mal ein Jahr alt ist, will ich sie nicht einfach abrupt entwöhnen, sondern mache das so sanft wie möglich. Wir sind jetzt bei nur noch einem kurzen Meckerer, wenn ich sie nach kurzem Genuckel (ohne Trinken) wieder abdocke. Gefühlt schläft sie dann auch besser, wenn sie ohne Brust im Mund einschläft und das dann beim Aufwachen ja auch so ist.

Michels Bett?
Gute Frage. Wir haben Entscheidungsschwierigkeiten, wie eigentlich immer. Kaufen wir lieber ein Modulbett, zu dem es neue „Teile“ auch in ein paar Jahren noch geben wird, das man dann zum Beispiel zum Etagenbett umbauen kann, oder zum Hochbett, oder zu zwei einzelnen Betten? Man könnte da sogar ein Spezialmaß bekommen, vielleicht passt ja doch was zu der runden Ecke? Aber das kostet natürlich, leider auch nicht zu knapp. Oder kaufen wir lieber zwei IKEA-Betten, und machen so fancy-schmancy „einfach mal“ ein Etagenbett draus, das Internet ist ja voll von Beispielen? Aber das braucht dann Zeit und Hingabe und hahaha, haben wir ja beides grade nicht. Und dann ist das auch wieder nicht mehr ganz so billig, mit extra Material und so. Es gibt sogar eine Excel-Tabelle mit allen möglichen Kombinationen und Preisen dazu und Pro und Contra. Hilft trotzdem nicht. Sie sehen: es ist schwierig. 

Pippis Schielen?
Pippi schielt nicht. So wurde es Herrn Rabe beim Augenarzt bestätigt. Wahrscheinlich ist sie aber auf einem Auge kurzsichtig. Wie soll ich sagen: es würde mich nicht wundern. Sorry, Pippi, für die Gene. Nächste Kontrolle ist in ein paar Monaten, bis dahin müssen wir ihr beigebracht haben, auf die Katze zu zeigen, das konnte sie nämlich beim Sehtest nicht, weil sie halt einfach noch nicht zeigen kann, egal ob Katze oder Hund.

Baby Led Weaning?
Super gut, kann ich nur empfehlen, man sollte sich aber vor Dreck und Sauerei beim Essen und danach jedes Mal über Kind, Tisch, Stuhl und Boden wischen müssen nicht scheuen. Dafür kenne ich kein anderes Kind in dem Alter, das so klar machen kann, was sie will und das derartige Mengen an ganz normalem Essen isst. Wir achten eigentlich nur noch darauf, dass es nicht zu heiß ist und dass sie es irgendwie klein kriegt (erstaunlich, was zwei halbe und zwei viertel Zähne da ausrichten!), den Rest macht sie selbst. Und beim Trinken müssen wir noch helfen.

… Stillen?
Machen wir trotzdem noch. Hauptsächlich nachmittags und abends. Sie hat aber nach dem Stillen schnell wieder Hunger und will was anderes.

… den Wartepflanzen?

Leicht übergriffige Minigurke. (Foto von 22 Uhr.)

Wachsen und gedeihen. Seit heute auch die Minigurken und die extrem schnell gewachsenen Zuckererbsen draußen (nachdem die Minigurke schon seit ein paar Tagen versuchte, das kleine Sukkulentenbäumchen auf der Fensterbank mit ihren Festhalteschnurpseln zu erwürgen).


Hab ich noch was vergessen? Fragen Sie mich ruhig, wenn Sie noch lose Fäden irgendwo aufgesammelt haben!

 

Tag 308 – Mutterbesuch vorbei

Meine Mutter ist heute nach Hause geflogen. Ihr Besuch war wie immer für mich durchwachsen. Eigentlich, um ehrlich zu sein, hauptsächlich anstrengend. Auf eine ganz andere Art als meine Schwiegereltern. Wahrscheinlich bin ich da einfach zu stark involviert, die Beziehung zu belastet. Ich weiß es nicht. Jetzt bin ich jedenfalls emotional leer und gleichzeitig froh, wieder „Ich“ sein zu können, vor allem eben emotional, weil nicht mehr jemand in jede Gefühlsäußerung ichweißnichtwas reininterpretiert. Genauso muss ich jetzt auch die Kinder nicht mehr gegen diese, ich nenne es mal „Psychische Übergriffigkeit“, verteidigen. Das ist gut, denn ich möchte nicht, dass den Kindern, die meiner Meinung nach einfach Kinder und sie selbst sind, irgendwelche Stempel a la „hochsensibel“ aufgedrückt werden. 

Ich würde so gerne was anderes schreiben, aber nach dem Besuch bin ich hauptsächlich müde. Müde des Mitdenkens, müde der Ausreden, müde des Ich-sag-nichts-leide-aber-demonstrativ. Müde der Andeutungen und „Verstehst schon, was ich meine.“, denn nein, tue ich nicht. Oder doch. Ich verstehe, dass sie offensichtlich total Angst hat, was falsches zu sagen, sie hätte so gerne mehr Gemeinsamkeiten mit mir und deutet deshalb alles nur an, damit ich nach Gutdünken vervollständigen kann. Und genau das macht mich so müde. Das ist so unreif. So schwach. Mütter sollten nicht schwach sein. 

Gestern fragte sie mich, was ich denn meinen Kindern gegenüber anders machen will als sie. (Das „bin ich dick? der Mutter.) Ich war nur halbehrlich. Zündete eine Nebelkerze. „Ich will den Kindern gegenüber ein asexuelles Wesen sein.“ Das traf sie schon hart genug, glaube ich. In Wirklichkeit fielen mir tausend Dinge auf einmal ein. Dinge, die sie wirklich verletzen würden.  

Das war ihr erster Besuch hier, ohne dass sie irgendwann mal geweint hat. 

Ich sehe meine Kinder an und hoffe, dass wir in 30 Jahren eine bessere Beziehung haben. 

Tag 307 – Urlaub mit zwei kleinen Kindern auf Korfu. Eine Lobhudelei. 

Jetzt ist es ja schon eine Weile her, dass wir im Urlaub waren, aber ein Fazit habe ich versprochen und werde ich auch liefern. Besser spät als nie, gell?

Aus dem sensationell schlechten Sommer letztes Jahr entstand bei uns der Wunsch, in diesem (Früh-)Jahr einige Wochen ins Warme zu fahren. Anfangs schweiften unsere Gedanken dabei gerne auch mal bis in die Karibik, das schlugen wir uns dann aber doch recht schnell wegen teuer und Jetlag wieder aus dem Kopf. Also blieb Südeuropa oder Balkan und nach einigem Hin und Her fiel die Wahl auf Korfu. Da ist es zwar im April noch nicht richtig richtig warm, aber mein Ding sind Temperaturen über 25 Grad eh nicht. Dafür erhofften wir uns viel Natur und Grün und Frühling, denn der April ist hier in Trondheim noch hässlich grau und winterlich. (Der Frühling kommt hier erst im Mai, dann aber oft mit Gewalt.)

Auf einem online-Portal für Ferienwohnungen fanden wir recht schnell das unheimlich sympathische Haus Nora. Die Vermieter Detlef und Nora wohnen im kleinen Dörfchen Agios Spiridon nahe Acharavi an der Nordküste Korfus. Zwei Ferienwohnungen für jeweils vier Personen befinden sich in einem eigenen Gebäude auf dem Privatgrundstück, dazu gehört auch noch ein Pool und ein wunderschöner, von Nora liebevoll gepflegter Garten.


Der erste Kontakt per Mail mit Detlef war schon sehr herzlich und nach einem kurz darauf folgenden Telefonat wusste ich: da will ich Urlaub machen. Bei diesen netten, offenen, hilfsbereiten Menschen. Also buchten wir Flüge, zurrten die Ferienhausbuchung fest, und schalteten in den Vorfreudemodus.

Natürlich ist so eine Reise über 12 Stunden, mit mehrmaligem Umsteigen und zwei wirklich kleinen Kindern stressig. Das will ich nicht verschweigen. Es ist sogar sehr stressig und anstrengend und nervenzehrend. Entsprechend müde und allgemein fertig kamen wir Ende März auf Korfu an. Wie gut, dass Detlef schon auf uns wartete! Er holte uns vom Flughafen ab und hatte sich extra Kindersitze von der Autovermietung geliehen. Und wie wunderbar, sich darauf freuen zu können, in ein warmes, gemachtes Bett zu steigen. Die Autofahrt vom Flughafen nach Agios Spiridon dauert etwa eine Stunde und wir sahen direkt: das erhoffte Grün. Der Frühling war schon in vollem Gange.

Die nächsten Tage verbrachten wir geruhsam mit Ausflügen zum Strand, zum Einkaufen, in Restaurants und Eisdielen, alles in fußläufiger Entfernung vom Ferienhaus. Zu den größeren Supermärkten in Acharavi nahm uns Detlef mit dem Auto mit. Nach ein paar Tagen fühlten wir uns aber bereit für größere Touren und mieteten uns ein Auto. Von da an ging es auch mal in andere Orte, allerdings hatten wir ja alle Zeit der Welt und ließen uns dementsprechend nicht mit dem Abklappern der Sehenswürdigkeiten stressen.

Meine Highlights auf Korfu

Hier jetzt meine absoluten Highlights, in der Reihenfolge, wie wir sie besucht haben.

Paleo Perithia. Ein altes Dorf am Pantokrator, das jetzt nach und nach wieder restauriert und belebt wird. Gerade im Frühling komplett überwuchert von wilden Blumen, sind die alten Ruinen einfach traumhaft schön.

Das Kap Drastis, im Nordwesten der Insel. Wegen dieses Ausblicks:

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Corfu Donkey Rescue. Ganz grob in der Nähe von Paleo Kastritsa, ziemlich versteckt. Vor allem für Kinder toll, manche der Esel lassen sich streicheln und die allermeisten der gefühlt hundert Katzen und Hunde auch. Wenn wir nochmal hinfahren, möchte ich auch zur Imkerei Hamburg da in der Nähe, die hatte nur leider noch zu.

Paleo Kastritsa und das Kloster. Paleo Kastritsa ist als Ort nicht so wirklich interessant. Was da toll ist: Der Ausblick vom Kloster über die Buchten, die türkis zu allen Seiten von den Bergen umgeben schimmern und zum Baden und Tauchen und Schnorcheln und Bootfahren einladen. Und die Buchten selber, zum eben Baden und Tauchen und Schnorcheln und Bootfahren. Sehr schön ist auch Angelokastro bzw. die Klosterruine da und wenn man von da Richtung Paleokstritsa fährt, kann man in Lakones auch ruhig mal aussteigen und die Aussicht genießen.


Korfu Stadt (Kerkyra) und die Mäuseinsel. Kleine Bootstour auf eine winzige Insel mit einem noch winzigeren Kloster drauf. Nach einem Städtetrip die perfekte Abwechslung. (Überhaupt empfiehlt es sich, für Korfu Stadt zwei Tage einzuplanen. Denn auch der Britische Friedhof und einfach die wunderschöne Altstadt lohnen einen längeren Besuch. Auch das Achilion kann man von Korfu Stadt aus gut erreichen.)

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Pelekas und die Strände dort. Wir waren nur am etwas versteckten Mirtiotissa Beach, aber der war einfach HACHZ! In der Pension Tellis und Brigitte übernachtet es sich gut, günstig und vor allem überaus bunt und herzlich.

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Das beste Essen gab es im Lemon Garden in Acharavi und in der sehr viel traditionelleren Taverne Elisabeth in Doukades. Überhaupt könnte ich hier auch einen eigenen Beitrag nur über das Korfiotische Essen schreiben, aber das wäre vielleicht doch etwas drüber. Aber wenn sie mal da sind: essen Sie Pastitsada! 

Fazit

Natürlich ist es Luxus, vier Wochen Urlaub zu machen, das ist mir auch klar. Aber wenn man schon mal die Möglichkeit hat, kann ich es nur empfehlen. Die Nebensaison im Frühjahr war auf Korfu einfach wunderschön grün und blühend, man traf kaum andere Touristen, alles war entspannt. Wir waren entspannt. Überhaupt hatte ich so einen entspannten Urlaub nicht mehr seit Michels Geburt. Und selbst der stressanfällige Michel möchte seitdem nur noch Urlaub machen. Es war ganz einfach wunderbar.

 

Tag 306 – Wochenende in #12von12 + x Bildern, Juni ’16

Wochenende und der 12. des Monats, machen wir doch einfach mal beides. Also Wochenende in Bildern und 12von12. Und obendrauf noch mehr Bilder. Wird sehr Bildreich heute hier alles, versprochen. Am Samstag machte Herr Rabe Bilder, am Sonntag ich. Herr Rabes Bilder sind viel besser, aber ich kann ja auch nicht alles können, ne?

Nach der Fernrohrbastelei und etwas Spielen mit Oma dann Ausflug zu diversen Läden und „Kreisringe“ essen. (Die sind aber auch lecker!)

Dem Musiker kann man per Handy Geld schicken. Verrückt, sowas…

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#4von11 Das Baby braucht keine Schuhe. ☺️

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Dann fuhren wir wie der Blitz zu Freunden, In deren Garten Unmengen Rhabarber wachsen. Vor der Ernte mussten wir uns aber eine Vorstellung ansehen.

Übersetzung: „Wilkomen zur Fohrstelunk“

Die Vorstellung selbst war dann sehr… abstrakt, aber total süß, wie die Kinder (6,6 und 4) das vorbereitet haben. Mit Bewirtung!

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#6von11 Rhabarber-Ernte

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Es wurde aber dann doch irgendwann noch Rhabarber geerntet. Michel half sehr tatkräftig.

„Kann man das essen, Mama?“ – „Ja, aber vielleicht…“ – „Schmeckt nicht.“

Abends gingen wir Essen, mitsamt Kindern und Oma, in unser neues Lieblingsrestaurant. Ich meine, was will man denn mehr, als einen Kellner, der nochmal zum Tisch zurückkommt und fragt, ob das so richtig sei, dass man dem Kind nichts bestellt hat. (War es natürlich nicht, sondern er verhinderte damit eine Beinahe-Wo-ist-meine-Pizza-Katastrophe!) Und das Essen da ist einfach Schmack-o-fatz!

Tja und dann eben so Haushalt, Fußball und so.

Heute ließen uns die Kinder wirklich lange schlafen, bis viertel nach neun. Ich mag die ja, die Kinder.


Ich stand dann mit den beiden Rübennasen auf und machte Frühstück, musste aber schlussendlich doch auf alle warten.


Hier ein Vorher-Nachher-Bild unserer Haare.



(Babys schlafen lieber auf geduschten Menschen ein.)
Michel hat ein Monster gemalt, ganz alleine. Er wird immer detailreicher, jetzt gibt es Pupillen und Wimpern und so.


(Auf dem Ding hab ich auch seit Ewigkeiten nicht mehr gesessen…)

Wir machten uns am frühen Nachmittag auf zum Ladestien, einem Wanderweg am Wasser lang von einer Bucht (Korsvika) zu einem Café in einer anderen Bucht (Ringvebukta). In Korsvika wurde für das Alljährliche Vikingerspiel geprobt, mit viel Gebrüll und Gekloppe, aber dafür war ich zu lahm mit dem Handy rausholen.


Michel war viel schneller mit dem Fotos machen, aber die Bildqualität ist ziemlich grobkörnig…


Und wir wanderten so etwas mehr als eine Stunde, viel hoch und runter aber da Michel ja eh noch nicht so schnell kann, war es ein sehr gemütliches Tempo. Trotzdem war meine Mutter komplett im Eimer, als wir am Café ankamen. Sowohl konditionell als auch körperlich: KnieHüfteRücken, es ist erschreckend, wie schlecht etwas mehr als 50% meiner Gene mit Mitte 50 körperlich in Schuss sind. Ich ließ also die Familie auf dem super Spielplatz zurück und ging alleine zum Auto zurück.


Auf dem Rückweg brauchte ich alleine keine halbe Stunde und ehrlich gesagt war das der beste Teil des Tages.

Außerdem entgingen denen Ausblicke wie dieser hier:




Jaja, die Norweger Baden auch bei dem Wetter. Mir sind 18 Grad dafür dann doch zu kalt.

Wieder zu Hause machte Herr Rabe Pizza, die alle mit Begeisterung aßen, am und auch unter dem Tisch.


Man muss das verstehen: Pizza und Lachs  (auf der Pizza) gehören beide zu Pippis Lieblingsessen, da packt einen auch schon mal mitten im Spiel nochmal der kleine Hunger.

Als ich Michel ins Bett brachte, schlief Pippi bei Herrn Rabe ein, ich hätte also noch Zeit zum draußen Blumen gießen und dann den Rhabarber schnippeln, zumindest zum Teil. Aus dem Rest wird Kuchen.


Und das leidige Thema Küche aufräumen. Hrmpf.


Und jetzt freue ich mich sehr aufs Schlafen, auch wenn es um 23:15 noch wirklich taghell ist. Ich lobpreise dem Erfinder des Tupplur-Verdunkelungsrollos.