Tag 744.2 – Doch noch mehr hingerotzt.

Wissen Sie, dieses PhD-Dings, mit kleinen Kindern, das ist nicht nur ein bisschen anstrengend. Jedes für sich ist anstrengend und die Kombination ist… ach. Ach, ach, ach. Mir gehen die Vergleiche aus. Ich würde schreiend im Kreis laufen, aber nicht mal dafür hab ich Zeit. Ich würde so gerne zu Fuß zur Arbeit gehen, und wenigstens ein bisschen Energie körperlich loszuwerden und den Kopf freizukriegen, aber… das kostet mich ne Stunde jeden Tag, in der Stunde kann ich arbeiten, oder Zeit mit den Kindern verbringen, oder einen Wocheneinkauf erledigen. Ich beneide meine Kolleginnen, die noch keine Kinder haben und auch die, die mit ihrem PhD fertig sind (ok, nicht alle, das Kein-Geld-Problem betrifft nicht nur mich, sondern fast die ganze Arbeitsgruppe). Aber eigentlich hab ich auch für Neid und andere Befindlichkeiten keine Zeit. Oder dafür, die Arbeit von anderen zu korrigieren und auszubügeln und für sie mitzudenken. Ich bin jetzt der Arschloch-PhD-Student, der sein Projekt als das WICHTIGSTE DER GANZEN WELT ansieht, weil, naja, meine kleine Welt hängt grad sehr von diesem Scheiß ab. Den Kollegen, die darüber stöhnen, möchte ich vor den Kopf knallen: wisster, in zweieinhalb Monaten seid ihr mich eh los! Und dann komme ich nach Hause, wieder zu spät, der Mann ist genervt, die Kinder entweder hypnotisiert vor dem Fernseher, oder beim Freund (Michel) oder im Ausrastmodus, ich bin so müde, Herr Rabe kocht, ich bin so müde, alles ist wie Blei, wir essen, die Kinder nörgeln, Michel will Dinge, wir stehen tausendmal beim Essen auf um Dinge zu holen, ich bin so müde, dann ist mindestens ein Kind plötzlich fertig mit Essen, oder ruft vom Klo, oder eskaliert wegen irgendwas. Ich bin erst halbfertig mit Essen. Und ich bin so müde. Das Essen dauert 1/3 länger als notwendig, weil ich pausenlos erkläre, dass ich noch nicht fertig bin mit essen. Kinder ins Bett bringen, es wird acht, scheiße so spät schon, dann kommen die morgen wieder nicht aus den Federn, Pippi turnt, Michel labert, ich bin so müde. Aber ich schlafe nicht mehr bei denen ein, ich hab ja keine Zeit. Wieder hoch, das Essen wegräumen, spülen, eventuell Brotdosen machen. Ich müsste noch *hier random Arbeitsdings einfügen*. Schnecken. Wäsche. Ich müsste noch *hier random Arbeitsdings einfügen*. Bett. Arbeitsdings dann morgen. Hab ja Zeit, so ca. 9 Stunden, wenn’s länger dauert ist der Mann eben noch ein bisschen genervter und die Kinder noch ein bisschen unausgeglichener. 
Noch zweieinhalb Monate, dann bin ich das los. 

6 Gedanken zu “Tag 744.2 – Doch noch mehr hingerotzt.

  1. Eva schreibt:

    Durchhalten! *daumen sind gedrückt*
    Zum Glück macht man diese Phase nur einmal im Leben mit…
    Mir hat es geholfen, dran zu denken, dass es auch eine krasse Leistung ist, die nicht viele Menschen auf der Welt machen. Da kann man auch mal fertig sein!

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  2. Lea schreibt:

    Mir geht es ganz ganz ganz genauso gerade. Wenn du irgendwie dich überwinden kannst, geh wenigstens ab und zu zu Fuß, ich versuche es auch gerade, obwohl dann genau diese eine Stunde noch flöten geht. Es muss irgendwie ab und zu wenigstens mal gehen, sonst falle ich um. Ich kann ansonsten auch nur „soldier on“ rufen und in ganz schlimmen Fällen zu Pause mit Nase in der Sonne und Eis in der Hand raten.
    Alles, alles Gute aus der Ferne!

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  3. E. schreibt:

    Sie haben meinen tiefen Respekt, auch wenn das vielleicht nicht hilft. Meine Kinder sind ja fast gleich alt, ich wäre für die Wissenschaft zu müde. Ich bin Politikwissenschaftlerin und zu müde, um mich mit der Bundestagswahl ernsthaft auseinanderzusetzen. Das gab es hier noch nie.

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  4. Anki schreibt:

    Gute aufmunternde Gedanken für Sie, aber auch einen fetten Drücker für Herrn Rabe. Folgendes bitte ausdrucken und dann täglich wegstreichen: xxxxxxx xxxxxxx xxxxxxx xxxxxxx xxxxxxx xxxxxxx xxxxxxx xxxxxxx xxxxxxx xxxxxxx xxxxxxx = 77 Tage = 2,5 Monate

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