Tag 849 – Ich kann nicht, wenn wer zuguckt.

(Frau Brüllen, das Geburtstagskind, sitzt hier am gleichen Tisch, das ist zu aufregend.)

Ich kann ja die Reise beschreiben.

Aufregend wars!

Erst verpassten wir den Flugbus, Pippis Beine sind eben echt kurz und manche Busfahrer warten auch nicht auf kurzbeinige Menschen. Im Bus fiel mir dann aber noch ein, dass der erste Flug ja nur nach Oslo geht, und national sind die Gepäckaufgabezeiten echt entspannt. Es war dann auch kein Problem, wir hatten ja auch nur den „da kann absolut nix schief gehen, selbst wenn der Bus doppelt so lange braucht wie geplant, reicht es noch“ Bus verpasst und der nächste kam 10 Minuten später.

Dann wurden wir zwar an der 13 Minuten langen Schlange bei der Sicherheitskontrolle vorbeigelassen, aber zu dem Preis dass uns alle regulär Wartenden mit Blicken töteten und dann auch jede meiner drei Boxen auf Sprengstoffdrogenmesseranthrax gefilzt wurde. Dabei war da nun wirklich nix „falsch“ dran, die Flüssigkeiten waren im Tütchen, die Elektronikdinge gesondert gepackt, wir hatten keine üppigen Schals oder Kragen an und Pippi ging brav alleine durch den Metalldetektor. Nicht mal die Piepse-Schuhe hatte ich an.

Am Gate gab es dann ein kleines bisschen Trara, weil Pippi den Flughafen-Buggy, mit dem sie ihre Wasserflasche herumfuhr, absolut nicht zurücklassen wollte. Und als ich sie packte und trug, mussten wir noch durch eine andere Schranke, weil halt und es gab noch mehr Trara. Im Flugzeug war dann aber wieder alles ok. Bis auf, dass wir nicht starten durften, wegen Nebel in Oslo. Und sich das zog. Und ich nervös wurde, weil die Umsteigezeit mit 1 h 20 zwar ok, aber nicht üppig bemessen war. Im Endeffekt starteten wir mit 30 Minuten Verspätung und kreisten nochmal 15 Minuten irgendwo vor Oslo herum, die Landung ging nicht so schnell wie geplant und die Umsteigezeit war auf 23 Minuten zusammengeschrumpft. Ich hatte eine Stewardess nach dem Anschlussflug gefragt und sie hatte „det ordner seg sikkert“, also „Das klappt bestimmt“ geantwortet. Ich sags mal so: hätte ich die Stewardess irgendwo in Gardermoen nochmal erblickt, ich hätte sie erwürgt. Oder doch nicht, weil keine Zeit, ich rannte mit Pippi auf dem Arm von Terminal B nach Terminal D, es wurde die ganze Zeit schon „gate closing“ angezeigt, ich sah _0_ Flughafenpersonal, das nicht in Shops angestellt war, kurz: es war unschön. Und ich bekam, als ich im Flugzeug angekommen war, Wasser angeboten, weil meine Rübe knallrot und mein Gesicht auf Panik eingestellt war. Dann wollte sich Pippi nicht anschnallen und ich fluchte so dermaßen, dass vom älteren Herrn hinter mir „Tztztz“ zu hören war. Pippi war eben auch um halb sechs aufgestanden und jetzt um zehn wieder müde. Als das Flugzeug dann (mit Verspätung, haha, „det ordner seg“ in Wettersprache) in der Luft war, gingen Pippi und ich einmal aufs Klo und dann schlief sie wie ein Stein ein und ich musste sie zur Landung wieder wecken.

(Kein Pulli mehr, viel zu warm!)

Dann war nach der Landung unser Koffer wirklich der allerletzte auf dem Band und ich war kurz besorgt, ob unser Weihnachtskäse und das Erbsilber jetzt irgendwo in Gardermoen herumlägen, aber ab dann war alles ganz wunderbar. Hui, so ein Tesla beschleunigt fix, Pippi kann sich mit den Armen aus den Kindersitzgurten wursten, aber mal ehrlich: Leute, die einem beim Abholen Kaffee in die Hand drücken, die! DIE! ❤

Anekdote: Wie wir Little L. Von der Schule abholen wollten und Pippi ca. 5 Jungs in L.s Alter auf dem Bolzplatz sah und einfach losstiefelte, in ihrem knallroten Onesie in Größe 92, um mit den Jungs Fußball zu spielen. Die waren etwas irritiert, kickten dann aber ein bisschen mit ihr und am Ende durfte „Er“ den Ball sogar behalten, den hatten die Jungs nämlich auch nur gefunden. Pippi war stolz wie Oscar und knutschte ihren Ball ordentlich ab, aber unsere geballte Mütterpower und der magische Satz „sollen wir mal gucken ob die Katze noch da ist?“ Überzeugten Pippi dann doch, ohne den Ball wieder mit nach Hause zu kommen. Dieses Kind! Hachz.

Ansonsten habe ich einer Brüllenschen Listenaufschreibung beigewohnt und die Katze gestreichelt und Pippi mag Frau Brüllen gern genug, damit ich allein aufs Klo gehen kann. Doch, doch, ganz wunderbar 🙂

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3 Gedanken zu “Tag 849 – Ich kann nicht, wenn wer zuguckt.

  1. Juppilie schreibt:

    So ein glücklicher Bericht (den Flugzeug-erreichen-teil streichen wir mal). Spätestens als der Kaffee beim in Empfangnehmen ins Spiel kam, hatte ich ein breites Grinsen im Gesicht.
    Lasst es euch gut gehen und genießt es!

    Gefällt 1 Person

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