Tag 893 – Schon wieder.

Genervt von mir selbst. Ich bin weinerlich und reizbar und das einzige gute heute war die viertel Stunde die ich spontan an der Nähmaschine verbracht habe.

Gebacken habe ich auch, aber heute ist so ein Tag, da denke ich nur: das interessiert doch keine Sau. Und die Brötchen sind eh hässlich geworden. Der eine Brot-Teigling war schon verhautet und ist nicht so schön aufgegangen, den anderen hatte ich falschrum zur Gare gestellt und der ist deshalb nicht schön aufgerissen. Ich bin schon echt ne Heldin.

Ich wär so gern positiver. Echt. Aber: nee. Jedes Mal wenn ich gezwungen werde, über meine Situation* zu sprechen (weil es Leute halt interessiert, wie es hier so weitergeht), erzähle ich so und höre mich reden und denke: scheiße. Das ist echt alles bescheiden hoch drei. Und da locker-flockiges schreiben, fällt mir schwer.

Ich versuche es. Versprochen.

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Auto-Lobhudelei: ach…

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Ok, nochmal: Auto-Lobhudelei: Das Back-Soll ganz und das Näh-Soll fast erfüllt. Wocheneinkauf in 40 Minuten in 2 Läden erledigt. Leckere Bolognese-Sauce gekocht.

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*arbeitslos. Fucking arbeitslos. Das Amt kann mich theoretisch zwingen, ne Ferienvertretung im Kliniklabor Namsos anzunehmen, wenn ich sie angeboten bekäme. Das fühlt sich schon nach drei Wochen echt furchtbar an und wird wohl noch ne Weile so weitergehen. Hilfe? Nö. „Sie können selbst in Arbeit kommen.“ Ja. Falls ich darüber nicht die Nerven verliere.

10 Gedanken zu “Tag 893 – Schon wieder.

  1. Frau Em schreibt:

    Ich weiß, dass die Situation grad aus allen möglichen Gründen tatsächlich schwierig ist. Aber hilft es vielleicht, im Kopf ein bisschen am umformulieren zu arbeiten? Nämlich nicht „fucking arbeitslos“ sondern „fertig mit der Diss und nun auf der Suche nach der nächsten Stelle“. Denn auch das stimmt und beschreibt die Situation ehrlich gesagt besser. Sie sind nicht arbeitslos weil Sie in Ihrem Beruf nichts taugen. Sie haben derzeit keine Arbeit weil Sie eine riesige Aufgabe abgeschlossen haben und mit diesem Abschluss wurde nunmal auch Ihre Stelle abgeschlossen, weil diese Aufgabe jetzt halt fertig ist und nicht nochmal gemacht werden muss. Und jetzt müssen Sie schauen was die nächste Aufgabe sein wird, was ja eigentlich auch ein spannendes Abenteuer sein kann.

    (Ich hoffe Sie wollen mich jetzt nicht zum Mond schießen für diesen Kommentar. Ich weiß, dass ich fast das Unmögliche verlange und dass Sie grad echt kämpfen. Aber vielleicht hilft der beschriebene Perspektivwechsel ja ein klitzekleines bisschen dabei, nicht ganz so streng mit sich selbst zu sein, nicht so viel Wut und Frust und Verzweiflung zu spüren.)

    Und zum Schluss: lassen Sie sich mal fest drücken.

    (Bei mir geht’s Diss-mäßig grad auf die Zielgerade zu, in 3.5 Monaten muss der Erstentwurf fertig sein, bis dahin muss ich noch geschätzte 100 Seiten schreiben und die bereits verfassten 100 überarbeiten. Puh, auch ein ganz schön großer Berg….)

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    • Ich unterschreibe hier mal.
      Nach so einem Monsterprojekt mit mördermäßigem Druck am Ende ist es völlig normal, dass es Ihnen nicht gut geht. Da snd Körper und Kleinhirn noch im Kampfmodus, aber es ist nix mehr zum Bekämpfen da.
      (Den Alles-wird-gut-Schluss spar ich mir, ich glaub, der ist grad nicht dran.)

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    • Ja, weiß ich ja alles. Aber grad dieses „die können mich zwingen“, verbunden mit „das bin ja nicht nur ich, die da dran hängt“, und meine Art, dem Vulkan nicht entspannt beim Ausbrechen zugucken zu können, selbst wenn er in halbwegs sicherer Entfernung ist, macht es mir grad echt schwer. Ja, das ist mein Problem und irgendwie selbstgemacht, weiß ich. Ich versuche positiv zu bleiben, aber es klappt nicht, weil ich kein optimistisch veranlagter Mensch bin.

      Dann alles gute für den Endspurt! Ich wünsche Ihnen, dass Sie es halbwegs entspannt durch die nächsten 3,5 Monate schaffen! ✊

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      • Frau Em schreibt:

        Trotz allem was ich hier „aus sicherer Entfernung“ so schreibe: ich kann Sie sowas von verstehen. Ich bin genauso, mir wird gern vorgehalten, dass ich mir viel zu viele Sorgen über „ungelegte Eier“ machen würde. Ich kann das im Übrigen auch jetzt schon bzgl. der Stelle, die mir bis Ende 2019 – aber eben NUR bis Ende 2019 – sicher ist. Also: versteh‘ ich voll und ganz!

        “ Ja, das ist mein Problem und irgendwie selbstgemacht, weiß ich. Ich versuche positiv zu bleiben, aber es klappt nicht“
        –> das hört sich Ihnen gegenüber so vorwurfsvoll an. Sie sind halt so (und damit nicht allein!). Ohne Angst wäre es sicherlich einfacher, aber wenn ohne nicht geht, dann halt mit Angst – aber auch mit ein bisschen Selbst-Verständnis dafür.

        Sie machen grad eine echt harte Zeit durch. Versuchen Sie ein bisschen nachsichtiger mit sich selbst zu sein. Es läuft nicht optimal und Sie wurschteln sich so gut es geht da durch und mehr als das kann niemand von Ihnen verlangen. Es liegt ja schließlich vieles auch nicht in Ihren Händen.

        Versuchen Sie trotzdem das beste aus solchen Tagen zu machen, vielleicht mal raus auf einen Spaziergang oder ne Freundin anrufen oder ein Eis/Kuchen/Schoki gönnen, etc. Ein bisschen Wohlfühl-Programm neben den ganzen Sorgen und Verfplichtungen hilft manchmal sehr. Und zwar OHNE schlechtes Gewissen!!

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      • Frau Em schreibt:

        P.S. Danke für’s Daumen drücken! Ich bemühe mich sehr, meinen Stresspegel halbwegs im Rahmen zu halten. Klappt an manchen Tagen besser als an anderen – wobei ich ehrlich sagen muss: meine Voraussetzungen sind viel einfacher als Ihre zum Ende der Diss und ich bewundere echt, dass Sie das am Ende noch gewuppt haben!

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  2. Sunni schreibt:

    Liebe Frau Rabe, nichts im Leben ist aussichtslos, und bei Ihnen schon gleich gar nicht. Kopf hoch, aber ruhig auch mal weinen, das ist doch völlig normal. Und es ist immer noch die Erschöpfung nach dem Diss-run und vielem mehr. Uns hat neben der Krankheit der Sturm das Dach zerhauen….Kein kleines Stückchen lustig hier. Aber es geht weiter, und für Sie wie für uns kommen wieder bessere Tage! Sunni

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  3. FrauC schreibt:

    Ach, Frau Rabe! Andere Leute würden sich erst mal eine „Auszeit“ nehmen und „wohlverdienten Urlaub“ machen nach dieser anstrengenden Zeit! Also seien Sie nicht so streng- Sie müssen nicht sofort
    wieder mit voller Kraft weitermachen. Es ist okay, auch mal ein bisschen durchzuhängen, vor allem in einer Jahreszeit, in der alles kalt und grau und die Sonne weit weg ist.
    Lassen Sie es einfach noch ein bisschen langsam angehen und sammeln Sie Kraft fürs Durchstarten. Das wird schon!

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    • Das Problem ist: ich kann das absolut gar nicht. Andere Leute schon, die beneide ich grade sehr. Ich schaffe es nicht, darauf zu vertrauen, dass „alles schon irgendwie gut wird“, während das Geld rinnt, die Verträge auslaufen, KiTa-Plätze knapp sind und Wohnungen auch. Es geht nicht. Das ist nicht gut, weil es mich blockiert, aber ändern kann ich es trotzdem nicht, dass ich so bin.

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      • Sunni schreibt:

        DAS ist das wirkliche Problem, liebe Frau Rabe. Keiner kann aus seiner Haut. Und wenn jemand sagt:“Och, nimm das nicht so schwer…“, aber man selbst denkt „Was weiß der, wie schwer ich das nehme und nicht anders kann…“, dann geht es nicht so leicht weiter. Und noch schwieriger wird es, wenn es einen nicht allein betrifft, was läuft. ABER: Bei all diesen Gedanken hilft – ausprobiert, zigfatzitausend Mal – nur: Rausgehen, machen…tun, eigentlich egal was, nur tun. Was auch immer, nur nicht sitzen bleiben und denken….Daumen sind fest gedrückt! Sunni

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      • FrauC schreibt:

        Ja, das verstehe ich gut. Ich bin z. B. auch kein Mensch, der im Urlaub einfach mal losfährt und davon ausgeht, dass sich schon ein Hotel finden wird.
        Aber was ich eigentlich sagen wollte: seien Sie ein bisschen gnädig mit sich selbst, wenn die Brötchen mal nicht so schön werden und Sie insgesamt nicht toll drauf sind. Das ist OK! Und ich wette, die Brötchen schmecken trotzdem. ☺

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