Tag 1110 – Putzebackeputzekoch.

Es meldet sich zum Dienst: die frustrierte Hausfrau. Ich hasse einfach Putzen. Ich liebe leider das Endergebnis und sehe auch sehr schnell Dreck und Unordnung, aber Putzen finde ich scheiße. Zumal ich wirklich aggressiv werde, wenn ich den ganzen Tag putze, nebenher backe, dann wieder putze und dann kommen die Kinder rein und fragen „was gibt’s zu essen“. Da platzt mir dann auch recht fix der Arsch, gegenüber den Kindern, die ihren Kram einfach überall im Haus verteilen*, und gegenüber Herrn Rabe, der draußen einen Zermürbungskrieg gegen den Löwenzahn im Rasen führt und der deshalb, schade, schade, leider nicht anpacken kann. Immerhin. Es ist jetzt sauber. Endlich. Und es hat auch nur einen echten Ausraster gebraucht.

Wir brauchen, wenn sich meine Jobsituation etwas stabilisiert, unbedingt wieder eine Putzhilfe, damit wir uns nicht gegenseitig wegen des Putzens zerfleischen.

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Auto-Lobhudelei: 1 Kuchen, 2 Brote, 18 Brötchen. Küche, 2 Bäder, unten komplett gesaugt.

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*und wenn’s nur das wäre, aber dann findet man plötzlich überall seltsame blaue Krümel, die sich bei Kontakt mit Wasser auflösen und großflächig verschmieren und keiner ist es gewesen. Argh!

Tag 1033 – Viel Gebacken und ein bisschen Kindergedöns.

Wenn der Sommer halt wieder sehr Trøndermäßig ist (also: um die 12 plus minus 5 Grad, plus minus Regen), macht man halt den Backofen an und backt gegen die mäßige Laune an. Heutige Ausbeute: zwei Brote und ein Rhabarberkuchen. Und zwei Flaschen Rhabarbersirup*. Herr Rabe hat jetzt gelernt, dass man Rezepte immer ganz lesen sollte, denn im letzten Satz könnte sowas stehen wie „Kuchen in der Form auskühlen lassen“. Lecker war’s trotzdem, auch wenn es eine leichte zerflossene Matsche war, die sich halt besser mit dem Löffel als einer Gabel essen ließ. (Kein Foto. War echt optisch nicht so ganz schön.)

Michel hat heute gelernt, dass er keinen Rhabarber mag (wie hätte es auch anders sein sollen, dieses Kind ernährt sich ja konsequent vitaminarm). Pippi hat gelernt, dass sie „Rababa“** schon mag, aber nicht, wenn Michel das verweigert. Und nicht roh, aber dann mag ich den ja auch nicht.

Generell ist das mit Michel grad wieder einigermaßen anstrengend. Weil einfach alles zu einem Wutanfall führt. Egal was, es ist ein Drama. Zum Beispiel: da war ja Rhabarber auf dem Kuchen. Ekelhafter, alles verseuchender Rhabarber. Streusel, Vanillecreme und Boden mochte er zwar, aber bekam schon mal vorsorglich einen Heul- und Wütanfall, weil das ja sicher quasi unmöglich sein würde, den Rhabarber zu entfernen. Anderes Beispiel: er möchte dauernd Sachen haben. Teure Sachen, zum Beispiel einen Lego-Zug oder das Lego-Batmobil. Wir erklären dann, dass wir das nicht einfach so kaufen (Schreul!!!), er sich das aber ja zum Geburtstag wünschen kann (Schreuuuuuldasistaberjanochsoooooolange!). Wir erklären „Geld“ und „Wert“ und auch, dass wer alles immer sofort bekommt, Sachen vermutlich nicht wertschätzen lernt (Schreulwüttob!!!). Solche Situationen, und davon gibt’s ja im Leben mit Kindern ständig welche, führen halt momentan direkt zum Tobsuchtsanfall. Ich würde ja gerne behaupten, dass ich gar nicht weiß, woher er das hat, aber sagen wir’s mal so: der ist ich mit der Impuls- und emotionalen Kontrolle eines Fünfjährigen. Juchhe. Hoffentlich finden wir alle noch einen Weg, damit mit weniger Schreien umzugehen. Erstmal haben wir heute abgemacht, dass er ab den Sommerferien ein wöchentliches Taschengeld bekommt, damit er ein besseres Gefühl für den Wert von Geld bekommt. Vielleicht hilft’s ja. Wegen der Höhe haben wir ja null Ahnung, da kann man’s ja auch wieder nur falsch machen, aber wir fanden, dass der Gegenwert von einem im normalen Laden gekauften, normal großen Eises ganz gut ist. Das sind dann ca. 25 Kronen (etwa 2,70€) das kommt mir irre viel vor (ich bekam 1 DM damals!) aber Norwegen heute ist halt nicht Deutschland vor 27 Jahren und für 10 Kronen kriegt man hier nicht mal eine Packung Hubba Bubba (das kaufte ich damals dann für meine Mark, oder eben zwei (!) Kugeln Eis beim Bäcker oben an der Straße), das kann’s ja auch nicht sein irgendwie. Die Zuckerwatte beim Juba Juba Festival neulich kostete 50 (!!!) Kronen. So zum Vergleich.

Pippi versucht hingegen immer, ihren Willen zu kriegen, IMMER, jetzt hat sie zum gewöhnlichen Repertoire einer knapp Dreijährigen*** noch die Drohung „… eller så sier jeg ifra!“ (frei übersetzt: „… sonst petz‘ ich!“) hinzugefügt, sicher ein Kindergarten-Ding. Ist halt nur lustig, wenn sie das bei uns versucht, wem will sie da denn petzen? Ihrem Teddybär?

Insgesamt also alles vermutlich ziemlich normal hier, nur mit Rabarbra.

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Auto-Lobhudelei: Recht gelassen die meiste Wut hingenommen. „Begleitet“, sagt man in Erzieher*Innen-Sprache.

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*gestern habe ich Rhabarber gekauft, weil ich eigentlich 1 kg einfrieren wollte, bis die norwegischen Erdbeeren kein Vermögen mehr kosten. Morgen muss ich dann also noch ein Kilo Rhabarber kaufen um es einzufrieren.

**Wir sind Westfalen, Rabaabaa. So.

***Also auch Schreulen und Hauen und sich auf den Boden werfen.

Tag 893 – Schon wieder.

Genervt von mir selbst. Ich bin weinerlich und reizbar und das einzige gute heute war die viertel Stunde die ich spontan an der Nähmaschine verbracht habe.

Gebacken habe ich auch, aber heute ist so ein Tag, da denke ich nur: das interessiert doch keine Sau. Und die Brötchen sind eh hässlich geworden. Der eine Brot-Teigling war schon verhautet und ist nicht so schön aufgegangen, den anderen hatte ich falschrum zur Gare gestellt und der ist deshalb nicht schön aufgerissen. Ich bin schon echt ne Heldin.

Ich wär so gern positiver. Echt. Aber: nee. Jedes Mal wenn ich gezwungen werde, über meine Situation* zu sprechen (weil es Leute halt interessiert, wie es hier so weitergeht), erzähle ich so und höre mich reden und denke: scheiße. Das ist echt alles bescheiden hoch drei. Und da locker-flockiges schreiben, fällt mir schwer.

Ich versuche es. Versprochen.

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Auto-Lobhudelei: ach…

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Ok, nochmal: Auto-Lobhudelei: Das Back-Soll ganz und das Näh-Soll fast erfüllt. Wocheneinkauf in 40 Minuten in 2 Läden erledigt. Leckere Bolognese-Sauce gekocht.

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*arbeitslos. Fucking arbeitslos. Das Amt kann mich theoretisch zwingen, ne Ferienvertretung im Kliniklabor Namsos anzunehmen, wenn ich sie angeboten bekäme. Das fühlt sich schon nach drei Wochen echt furchtbar an und wird wohl noch ne Weile so weitergehen. Hilfe? Nö. „Sie können selbst in Arbeit kommen.“ Ja. Falls ich darüber nicht die Nerven verliere.

Tag 649 – Brot backen könnte so einfach sein!

Neulich schickte mir Herr Rabe aus dem Supermarkt eine SMS. Ein Bild von einer Packung fertigen Sauerteigs, mit der Frage, ob er das mitbringen solle. Herr Rabe kennt mich gut und auch meinen übermäßigen Ehrgeiz Neugierde, beim Backen neue Dinge auszuprobieren. Und so brachte er den Teig dann auch mit. 

Vollkornweizensauerteig mit lebenden Kulturen, 150 g. Man soll Hefe zusetzen. Soso. Das steht erstmal vorne drauf. (Und dass es für drei Brote, vier Baguettes oder 12 Brötchen sein soll. Wo ich mich ja schon gefragt habe, was das denn für drei Minibrote werden sollen, etwas größer als ein Baguette und so groß wie vier Brötchen? Das atmen wir ja in weniger als einer Mahlzeit ein!)

Ich wollte erstmal das Rezept machen, das hinten drauf steht. Sicher ist sicher. Nahezu stoisch hielt ich mich also fast ganz an die Rezeptangaben. 


Man nehme: 

  • Die komplette Tüte* Sauerteig
  • 25 g frische Hefe
  • 0,5 L kaltes Wasser
  • 200 g Weizenvollkornmehl
  • 600 g Weizenmehl
  • 2,5 Teelöffel Salz (oder Meersalz aka. Salz)
  • 1,5 Esslöffel Oliven- oder Rapsöl (hatte kein Rapsöl, nahm Sonnenblumenöl)
  • 2 Esslöffel Honig
  • 1 Esslöffel Irgendwas „für luftigeres Gebäck“ (kenn ich nicht, hab ich nicht, ging auch ohne)


Dann soll man die Hefe im Wasser auflösen (haha, ain’t nobody got time for that, ich brösel die einfach immer klein und lasse den Rest von der Knetmaschine erledigen) und bis auf das Salz alle anderen Zutaten dazutun und dann ca. 10 Minuten kneten. Am Ende das Salz einrieseln lassen. (Was das mit dem Salz soll weiß der Himmel, das steht öfter in allen möglichen Rezepten. Ich sehe keinen naturwissenschaftlichen Sinn darin und kloppe das Salz einfach immer so dazu und das funktioniert bei mir sehr gut. Ausnahme: Brühstücke und so, da mache ich das Salz da mit rein, dann kann es sich schon mal auflösen und verteilt sich später besser im Teig.)

Der Teig soll dann eine Stunde gehen (Teigruhe). Da war ich schon skeptisch: nach 10 Minuten kneten in der Maschine ist der Teig recht warm, schätzungsweise so 30 Grad. Und dann 25 g Hefe? Oioi. Der Sauerteig aus der Packung hatte auch nicht grad nach wenig Triebkraft ausgesehen oder gerochen. (Jetzt fragen Sie sich vermutlich, woran ich das festmache? Also, guter Sauerteig riecht schwach nach (Apfel-)Essig, nicht unangenehm, und schmeckt säuerlich, wie Joghurt vielleicht. Saurer Joghurt, zugegeben. Hungriger Sauerteig riecht nach Alkohol und manchmal sogar ziemlich fies nach Aceton und es setzt sich oben „Fusel“, also Alkohol, ab. Um aus dem Stadium rauszukommen, müssen die Bakterien und Hefen erstmal ihren Stoffwechsel mit Futter ankurbeln und sich dann vermehren und dann erst machen sie die guten Gärsachen, die die Luftblasen ins Brot zaubern. Für diese Prozesse wäre so ne Zweistündige Ruhe/Gare zu kurz, der Sauerteig hätte also keine ausreichende Triebkraft. Man kann ihn aber einfach wie alle normalen Menschen am Tag vorher hochfüttern (Anstellgut(so heißt der Sauerteigansatz)menge = 10% der zu versäuernden Mehlmenge ist ne gute Faustregel), dann hat er wieder Trieb. Hupsi, abgeschwiffen.) Also jedenfalls passierte genau das, was ich erwartet hatte: nach der Stunde hatte ich sehr, sehr viel Teig. 

Dann steht da weiterhin, man soll den Teig jetzt vorsichtig falten und noch ne Stunde gehen lassen. Oder über Nacht. Dann soll man ihn rollen UND NOCH MAL NE STUNDE GEHEN LASSEN. Ich besah mir den riesigen Batzen Teig und entschied mich dafür, dass ich jetzt genug von dem komischen Rezept gehabt hätte. (25 g Hefe, und dann 3 x 1 h gehen lassen, gewirkt wird auch nicht, da hab ich hinterher mehr Löcher als Brot! Und vermutlich eher nen Fladen als alles andere.)

Ich wirkte also den Teig jetzt schon ordentlich (er war ziemlich weich, eigentlich nichts für Anfänger, aber Tjanun. Man kann ja noch ein bisschen mehr Mehl reintun, das schadet nicht. Vollkornmehl, dann.), formte ihn länglich aus und ließ ihn mit dem Schluss nach unten im 1 kg-Gärkörbchen gehen. Nach zwanzig Minuten heizte ich etwas hektisch den Ofen an, weil der Teig schon so stark aufgegangen war. Nach 45 Minuten Gare (= Gehen lassen vor dem Backen) war der Teig auf dem besten Weg, sich aus dem Gärkörbchen zu begeben. Beim Kippen auf den Schieber fiel er ziemlich zusammen und ich verabschiedete mich von der Vorstellung, dass der noch genug Ofentrieb haben könnte, um dekorativ aufzureißen. Dann buk ich (ohne Einschneiden, wie gesagt, kein nennenswerter Ofentrieb mehr zu erwarten) bei 260 Grad mit Schwaden für 15 Minuten an, ließ den Dampf ab und „buk“ 45 Minuten bei ausgeschaltetem Ofen (ein Hoch auf den Lavaton-Backstein!) weiter. Fertig. 

Naja, ich sags mal so: es schmeckt. Wie typisches Norwegerbrot. Leider war der Teig wohl im Gärkörbchen an der Unterseite (die dann beim Backen oben war) zu trocken geworden und etwas verhautet, deshalb hat’s den Deckel leicht abgehoben beim Backen. Ich finde die Krume (das Innenleben) zu weich und die Kruste zu wenig kross, und insgesamt den Geschmack zu fad, weil einfach zu wenig sauer, aber die Kinder finden es total super. Yeah, Brot, das schmeckt, wie aus dem Supermarkt. Verräterkinder.



Das war am Mittwoch. Heute machte ich das Experiment nochmal: mit meinem eigenen Weizensauer, den ich auch nur mit Weizenmehl auf 150 g geführt hatte. Außerdem nahm ich nur 10 g Hefe. Rest ließ ich so: 1 Stunde Teigruhe, wirken 1 Stunde Gare (die ich diesmal auch einhielt, aber mit Schluss nach oben). Dann habe ich diesmal den Teigling eingeschnitten, gebacken wie gehabt. 


Immerhin schon mal hübscher. 


Die Krume ist wie beim letzten Mal: sehr weich. Und bei diesem Brot schmeckt man den Honig raus, finde ich. Das kann man mögen, mein Ding ist es nicht so. Der Teig ist etwas zu weich gewesen, deshalb haben sich oben ein paar etwas größere Luftblasen gesammelt und die Porung ist nicht ganz gleichmäßig geworden. Die Kruste ist wieder kein Hit. 

Was ich beim nächsten Mal anders machen würde: 

  • Einen größeren Teil der Mehlmenge versäuern, vermutlich würde ich erstmal 300 g Sauerteig auf die Gesamtmenge nehmen, also 145 g (Vollkornweizen-)Mehl, 145 g Wasser, 15 g Anstellgut*, über Nacht wärmlich** stehen lassen. Dann zum Brotteig machen nur noch 130 g Vollkornweizenmehl und 400 g Wasser dazugeben (ja, es müssten eigentlich 430 g Wasser sein, aber der Teig war ja eh zu weich).
  • Vielleicht auch ein Roggen-(Vollkorn)-Sauerteig, für den Geschmack, dann aber mit dem Wasser aufpassen.
  • Für eine schönere Kruste das Brot fünf Minuten vor Ende der Backzeit mit kaltem Wasser abstreichen und dann mit leicht geöffneter Ofentür zu Ende backen.

Ja, so würde ich’s machen. 

Fazit: den Sauerteig kann man schon nehmen. Das Rezept ist ausbaufähig. 

*Natürlich hab ich nicht die komplette, komplette Tüte genommen, sondern aus den letzten ca. 3 g in der Tüte ein neues Vollkornweizenanstellgut gezogen. Fazit davon: der geht ganz schön gut ab!

**halt nicht 30 Grad, aber vielleicht knapp über 20. Das haben wir in der Küche. 

Tag 628 – Geschafft.

Mit dickem Kopf einschlafen heißt meistens, mit dickem Kopf aufwachen. Das weiß ich, gehört aber zu den Dingen, die ich offenbar einfach nicht wahrhaben will, sonst würde ich mich ja dementsprechend verhalten. Naja, es sieht also so aus, als hätte ich einfach ne fette Erkältung – die Nase ist verstopft und/oder läuft, der Kopf tut ohne Schmerzmittel ordentlich weh und der Hals kratzt. Unangenehm, aber nix wildes.

Entsprechend heute (langsam und vorsichtig) die ToDo-Liste abgearbeitet:

  • Maus gucken
  • Ausführliche Körperpflege (Fingernägel!)
  • Schminkpinsel waschen („man“ sollte das wohl so ca. Einmal die Woche tun. Wegen der Hygiene. Leuchtet ein, aber ob ich wöchentlich dazu komme, wird die Zukunft zeigen)
  • Fahrradreifen aufpumpen
  • 2 Stunden arbeiten (ja, und morgen auch. Gestern auch schon. Nein, das macht mir nicht besonders Spaß, muss aber trotzdem sein)
  • Der Familie hinterherfahren zum „Valborgsmässoafton“, der schwedischen Walpurgisnacht. Exilschweden in Norwegen sind auch nicht kontaktfreudiger als die Norweger. Auch ansonsten ein völlig normales Norwegisches Fest: es gab ein Lagerfeuer, aber erst, als die meisten Familien schon weg waren, weil Feuer ja so wahsninnig gefährlich ist und sich kleine Kinder ja bekanntermaßen gerne mal direkt in die Flammen stürzen. Während die Familien da waren, gab es Würstchen und Schokoladenkuchen. Ein paar schwedische Flaggen dazu und hier und da sprachen Menschen schwedisch. Aber was hatte ich an einem Nachmittag auch erwartet? Vielleicht sollte ich jetzt nochmal in die Bucht fahren…
  • Den Rest des Tages in der Küche verbracht. Quiche gemacht, Brötchen gebacken, Brot gebacken. Sauerteige geführt und mit Michel zusammen neue Teige für ein zweites Brot morgen angesetzt. Michel meinte „Ich will immer mit dir backen, Mama. Und dann sage ich allen meinen Freunden, dass das mein Brot ist. Und du kannst das dann deiner Familie sagen.“

Jetzt Bett*. Verdient. 

Hier noch ein Bild, das Herr Rabe heute gemacht hat:

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Kind zwei und die "Papageien"

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* Ach ja, Update Schlafsituation: Gestern bzw. heute früh schliefen die Kinder friedlich in Michels Bett bis um sechs. Und ich war auch nur zwei Mal panisch gucken, ob sie noch leben. Das ist ganz wunderbar gelaufen, auch wenn Herr Rabe und ich uns noch dran gewöhnen müssen: wir schliefen nämlich beide regungslos jeweils ganz außen im Bett, mit ca. einem Meter freiem Platz zwischen uns. Heute früh kamen dann erst Pippi (ok, die kam nicht, sondern weckte uns mit rufen und fröhlichem brabbeln) und dann Michel an, zum kuscheln. Ich kuschle viel lieber, wenn ich nicht die ganze Nacht zwangsbekuschelt werde. Heute Abend brachte Herr Rabe dann zuerst Pippi und dann Michel in Michels Bett. Das klappte ganz gut, wird im Alltag aber vermutlich zeitlich etwas eng.

Tag 359 – WMDEDGT August ’16

WMDEDGT (was machst du eigentlich den ganzen Tag) ist eine Tagebuchblog-Aktion der äußerst geschätzten Frau Brüllen

Weckerklingeln um 6:30 Uhr. Gesnoozt bis viertel vor sieben. Ist im Rahmen. Aus dem Bett gepirscht, rein mit der Eisen-Sprudeltablette, raus mit dem Brot aus dem Gefrierfach (warum der Herr Rabe das dauernd übersieht, dass das Brot alle ist, ist auch so ein ewiges Rätsel), Brötchenvorteig angesetzt, Sauerteige hochgefüttert, mich fertig gemacht, Kaffee gemacht, Michel wach. Den Kindern Frühstück gemacht (Grøt, also Porridge) und dabei Kaffee getrunken, Zähne geputzt, um kurz vor acht endlich unterwegs. 

Plastikmüll weggebracht, oben auf den Container gelegt, weil der Container schon hoffnungslos überfüllt war.

Abfahrt Müllcontainer 07:59. Møllenberg, Bakklandet, am Fluss lang, am Samfundet über die Ampel (2 Minuten auf grün warten), Ankunft Fahrradkäfig 08:10. Ankunft Laborplatz 08:15. Der Schrittzähler meldet 1482 Schritte: das ist wohl das Kopfsteinpflaster im Bakklandet. 

Antikörper gekoppelt, Minihappen Frühstück vorm Computer, zwischendurch schon Gedöns für den großen Zellkulturversuch vorbereitet. 20 Minuten Mittagspause mit zwei Scheiben Brot und 6 Kirschtomaten, mehr war nicht mehr da und zum Einkaufen keine Zeit, bei der Mittagspause Gespräche von arroganten Lerchen-Menschen belauscht getwittert. Weiter gekoppelt. Angefangen mit dem Ausplattieren von Kultur 1 von 6: Medium ab, waschen, Ablöse-Enzym drauf, kurz warten, mit Medium stoppen, Zellen aus der Flasche spülen, zählen, ausrechnen, wie die verdünnt werden müssen, verdünnte Zellbrühe ansetzen, wieder zählen, auf Platten verteilen, Backup-Flaschen machen, alles wieder in den Brutschrank räumen. Mal vier Flaschen. Und aseptisch. 

Antikörper fertig gekoppelt. Es ist schon eins, wie ist das denn passiert, um zwei soll ich beim Kindergarten sein. Das Handy plingelte: ‚holst du die Kinder ab?‘ Ähh. 

Zellkulturen 2-6. Um halb zwei zurückgeschrieben: ’nicht vor 3′. Herr Rabe schreibt zurück, dass er sie holt. Um viertel vor vier bin ich fertig, in jedem denkbaren Sinn des Wortes. 117 Platten. 

Vorher.

Nachher.

Sogar meine Autokorrektur kann nicht mehr.


Batterie aus dem Büro geholt und direkt nach Hause. Ankunft zu Hause: 16:11 Uhr. Viele Trondheimer fahren mit sehr platten Fahrradreifen durch die Gegend. 
Pippi wollte kuscheln und stillen, machten wir, dann gab es noch etwas Brot für alle und Abmarsch zum Matfestival (Essens-Festival, wenn Sie mal Bärenfleisch essen wollen: kommen Sie zum Matfestival!) um fünf wegen vermuteter Schließzeit um sechs. Ankunft am Matfestival halb sechs, Pippi eingeschlafen, alles angeguckt und Michel bei 90% der Dinge das Kaufen ausgeredet, einen Öko-Burger gegessen, Michel beim Essen einer Öko-Bratwurst (ja, einer echten, richtigen Bratwurst, nach deutschem Rezept) geholfen (also die Wurst immer wieder aus dem Brot rausgeschoben, damit das Kind bloß nichts vom Brot essen muss…), weiter geschlendert und die Kinder-Ecke entdeckt. 

Michel backt sein eigenes Knäckebrot.


Jaja, ich hab die hübschesten Kinder der Welt. Hier der Beweis.


Man konnte sich seinen eigenen Smoothie erstrampeln.


Überhaupt war die Kinderecke am coolsten. Da gab es Krebse im Aquarium zum Anfassen, Fische, die man essen kann in tot zum Angucken (so ein ganzer Steinbeißer sieht ja auch etwas gruselig aus), Fische und Muscheln und Krebse und Garnelen und was weiß ich noch alles zum Angucken im Aquarium und so weiter. 

Um sieben, als das Festival dann doch mal schloss, die Kinder losgeeist und den Heimweg angetreten. Auf dem Weg noch ein Eis, dann Geschrei, dann gewickelt (im Stehen auf dem Kinderwagen…), dann Geschrei vorbei und Geruchsnerven für immer tot. Schade. 

Zu Hause angekommen um viertel nach acht, komplett in Eimer und eigentlich alle Mann reif fürs Bett. Doch dem aufmerksamen Leser wird es nicht entgangen sein: der Brötchenvorteig!

Brötchenteig angesetzt, Kinder vertröstet, Herr Rabe brachte Michel ins Bett, Sauerteige für Brot angesetzt, Brötchenteig betuddelt und kurz nicht gesehen, dass Pippi den Salzstreuer ausleert, von Pippi Salz ins Gesicht gerieben bekommen, Salz vom Herd und der Umgebung weggesaugt, Pippi gestillt, an Herrn Rabe übergeben, Brötchen geformt, Gesicht gewaschen, wollte Pippi übernehmen, die schlief aber schon halb auf Herrn Rabes Schoß, also doch nicht, statt dessen bloggen. 

Jetzt ist die erste Brötchenfuhre im Ofen, der Schrittzähler meldet knapp 14.000 Schritte, so fühlt sich auch alles an. Puh. 

Tag 346 – Geschafft. 

Heute so:

06:45 Pippi ist wach. Nicht schlimm, der Zeitplan für heute ist eng getaktet.  

07:15 Brühstück überbrüht, Pippi gewickelt und angezogen, selbst auf dem Klo gewesen. Pippi ist nörgelig.

07:45 Pippi ist wieder eingeschlafen – auf mir. Wir kuscheln und ich lese dabei meinen Feedreader leer. 

08:15 Ich bringe Pippi wieder ins Bett. 

08:20 Während ich Brotzutaten abwiege, kommt Michel angelaufen. Danach meine Schwägerin. Ich wiege und knete und so. 

09:00 Frühstück ist fertig, Michel hat Kohldampf, Herr Rabe und Pippi müssen erst noch geweckt werden. 

09:10 alle sind endlich beim Frühstück. Alle außer mir: ich muss das Brot wirken und Brötchenzutaten abwiegen (eng getaktet!)

10:00 Mit dem Frühstück fertig. Brot einschießen. Zwischendurch den Brötchenteig immer mal wieder kneten. 

11:00 Brot ist fertig.

11:30 Brötchen wirken und formen. Platenkuchenteig ansetzen. Ich fange an die Familie aus dem Haus zu beschleunigen. 

11:50 ENDLICH sind alle weg. Ich räume auf. 

12:30 Brötchen Ladung eins einschießen. Mit zunehmender Hektik aufräumen und saugen. Frei rumfliegendes Gedöns, ca. 12 Paar Schuhe von mir und die gefühlten tausend Kramboxen von Herrn Rabe werden ins Schlafzimmer geworfen und die Tür zugenagelt. 

12:50 Brötchen fertig. Platenkuchenteig irgendwie aufs Backblech kriegen. Sehr viel Fluchen. Unschöne Haar-Staubschicht vom Waschbecken grob abwischen. Zwischendurch ruft Herr Rabe an und will Sachen wissen. Ich würge ihn ab. 

12:55 Brötchen Ladung zwei einschießen. Weiter hektisch aufräumen. 

13:00 Im Affenzahn unordentlich die Beine rasieren. In noch größerem Affenzahn duschen. 

13:15 Brötchen fertig. Haare Föhnen, Gesicht einkremen, huschhusch MakeUp drauf. Mein Kleid hat einen Fleck (Schnodder? Sabber?) auf der Schulter. Plan-B-Kleid überwerfen. 

13:20 Herr Rabe und Pippi sind wieder da. Pippi schläft. Herr Rabe tut Dinge. 

13:25 Herr Rabe beginnt, die Geburtstagskrone für Pippi zu basteln. Ich drücke Dellen in den Platenkuchenteig, verteile dann Unmengen Butter drauf, bedecke alles mit (wie sich später herausstellen wird zu wenig) Zucker und Mandelblättchen. 

13:35 Platenkuchen in den Ofen schmeißen. Es klingelt. Es sind nicht Michel und die Schwägerin, leider, sondern meine Kollegin A. mit 2-Jähriger Tochter. 

13:45 Mit Kollegin unterhalten und derweil blind Haarwachs in die Haare schmieren. Es klingelt wieder: Michel und Schwägerin. 

13:55 Michel dazu überredet, die Joggingbuchse gegen eine lochfreie Jeans einzutauschen. Platenkuchen fertig. Ist etwas zu braun geworden, sieht aber sehr lecker aus. Obendrauf wird ein Becher Schlagsahne verteilt, das zischt schön in den kleinen brutzelnden Butterseen. Pippi wird wach und von Herrn Rabe ins Geburtstagskleid umgezogen. 

14:05 Ich mache Kaffee und es klingelt. Die letzten Gäste. Puhhhhh. 

14:30 Alle haben Kaffee und scheinen zufrieden. Ich schneide die Brownies und den Platenkuchen, packe alles auf Teller, die Kinder (3, 2 und 2 x 1) nehmen glücklich die Bude auseinander. 

14:40 Singen, Kaffee, Kuchen. Reden. Geschenke auspacken. Schön. 

16:00 Die beiden einjährigen sind nölig und müde. Pippi möchte stillen. Die letzten Gäste gehen nach Hause. 

16:20 Familie Rabe kollabiert geschlossen auf dem Sofa. Pippi stillt und döst dabei ein bisschen rum. Wir gucken Shaun das Schaf auf Netflix. Die Schwägerin schläft ein. Ich beantworte Geburtstagsglückwünsche. 

17:00 Huch, so spät schon? Wir beenden das Fernsehen. Herr Rabe räumt ein bisschen auf, ich wickle Pippi, Michel geht nochmal aufs Klo.

17:50 alle sind wieder abmarschbereit. 

18:05 Ankunft im Restaurant. Essen. Musik aus Lautsprechern, fordernde, hungrige Pippi, laute Gespräche am Tisch hinter uns, Gespräche an unserem Tisch: mein System meldet Reizüberflutung. 

18:25 Vorspeise. Und Bier. Ab da geht’s. Das Essen ist sehr lecker. Pippi tunkt ihren Zeigefinger in meine Soße und leckt ihn dann ab. Das ist sehr niedlich. Michel schläft fast auf der Bank ein. 

19:50 Das Essen ist vorbei und wir gehen nach Hause. Auf dem Weg lese ich meine WordPress Nachrichten und seufze innerlich etwas auf. 

20:10 Pippi ist im Schlafi und hat Zähne geputzt, ich gehe mit ihr ins Schlafzimmer. Sie schläft nach 5 Minuten Stillen wie ein Stein. Ich beantworte Blog-Kommentar-Kommentare. Dann fange ich an, den Eintrag von heute zu schreiben. 

20:45 Michel, im Schlafi, Zähnegeputzt und Vorgelesen kommt ins Bett. 

21:00 Jetzt. Michel hampelt und erzählt immer noch. Wo nimmt er diese Energie her? Ich könnte auf der Stelle einschlafen.