Tag 1063 – Ferientag 3. Vom Schenken.

Herr Rabe und ich haben einen Mini-Disput darüber, wie wir mit den Dingen verfahren, die wir nicht mit in das neue Haus nehmen wollen. Herr Rabe sagt: alles zu Geld machen. Ich sage: nervt mich zu sehr mit Leuten wegen 50 Kronen rumzudiskutieren und Hauptsache das Zeig ist weg und wir müssen es nicht noch entsorgen. Wohlgemerkt reden wir hier nicht von tollen Dingen. Es dreht sich um zwei Schränke, die wir 2013 hier für 500 Kronen gebraucht gekauft haben, ein Kinderbett, das wir selbst geschenkt bekommen haben (für die Matratze haben wir damals noch 60 Euro bezahlt, das ist aber auch schon 5 Jahre und zwei Kinder her), Herr Rabes (ur-)alten Teppich, den er seit seinem Auszug von seinen Eltern fleißig von Wohnung zu Wohnung schleift*, einen weiteren Teppich, der 2013 der billigste Ikea-Teppich in dieser Größe war und den wir nur haben, weil Michels Zimmer damals immer so kalt am Fußboden war, sowie etwa drei Kisten Kinderklamotten, eine mit Schwangerschafts- und Stillklamotten und eine mit Draußenanzügen, Schuhen und sonstigem Gedöns, aus dem die Kinder herausgewachsen sind. Die Kinderklamotten habe ich neulich schon ins Netz gestellt, dann Anfang der Woche in GROSSBUCHSTABEN die Preise auf die Hälfte runtergesetzt und so immerhin gestern die kleinsten Größen (50-68) verschickt. Ich würde das ganze Gesumse ja auch in den Altkleidercontainer stopfen, hätte ich nicht Angst, dass die dann Wischmöppe draus machen. Das mache ich mit meinen eigenen Sachen**, aber bei den Kinderklamotten wäre das wirklich die letzte Möglichkeit. Wenn das Zeug hier am 30. noch steht, wird es so sein, dann geht der Kram in den Container und dann hoffe ich mal, das jemand noch die Wollsachen herausfischt, Wollwischmöppe sind nicht so prall, habe ich gehört.

Aber wie gesagt, es sind ja noch andere Sachen da. Heute haben mir die Kinder beim Bücher einpacken geholfen und dabei fielen mir 4 Bücher in die Hände, die ich definitiv*** nicht mehr lesen werde. Nachdem wir uns mit Herrn Rabe auf ein Eis getroffen hatten, bequatschte ich dann die Kinder dazu, noch ein Stückchen weiter zu einem Bücherschrank zu gehen. Da setzte ich die Bücher aus und wir machten uns auf den Rückweg, ich erleichtert, Pippi auf dem Laufrad und Michel auf seinem Roller.

Auf dem Weg kamen wir an einem Spielplatz vorbei und weil Pippi unbedingt wollte, hielten wir da nochmal kurz an. Pippi turnte, schaukelte, kletterte, Michel murrte herum, ich saß im Schatten und tat gar nix. Das war auch sehr schön. Neben uns saß eine Familie auf einer Picknickdecke, mit Kindersitzen am Rad. Ziemlich abgerockten Kindersitzen. Wir haben auch so einen Sitz, von der gleichen Marke, leider ist die Halterung an Herrn Rabes gestohlenem Fahrrad gewesen und so ohne Halterung bringt der Sitz ja auch nix. „Sagt mal,“ sagte ich also, „sind das bei den Sitzen immer die gleichen Halterungen?“ „Ja, glaub schon.“ sagte der Papa. „Möchtet ihr nen neuen Sitz haben? Wir haben einen ohne Halterung und dann muss ich den nicht erst noch ins Netz stellen.“ Ja, und so kam keine Stunde später die Familie vorbei, nahm den Sitz und die dazugehörige Regenpelle mit und jetzt hab ich ein Dings weniger, über das ich mit Herrn Rabe diskutieren muss.

Die Schränke werden vermutlich am Samstag abgeholt, es läuft also alles, ganz entspannt und man macht noch Leute glücklich.

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Auto-Lobhudelei: viel und erfolgreich gerödelt.

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*irgendwie hatte ich mir eingebildet, dieser Teppich sei schon längst irgendwie verschwunden, aber da war wohl der Wunsch die Mutter des Gedankens

**heute noch eine große Tüte aussortiert, aber klar, ich BRAUCHE ca. 25 Strumpfhosen, darunter geht’s einfach nicht

***ehrlich gesagt habe ich zwei davon nicht mal ganz gelesen. Aber irgendwer denkt bestimmt „Boah, Moby Dick. Wollte ich immer schon mal lesen.“. Dieser Person wünsche ich dann schon mal viel Spaß und Kaffee.

9 Gedanken zu “Tag 1063 – Ferientag 3. Vom Schenken.

  1. Sunni schreibt:

    Hahha, die Strumpfhosen! Kann keiner toppen:Als wir hier das Haus meiner Eltern nach ihrem Tod ausräumen mussten, fanden wir…na…198 Paar NEU verpackte Strumpfhosen!!!! in allen möglichen Verstecken (Es könnte ja mal Krieg kommen und so, da brauch man dann vor allem Strumpfhosen, klar) und 56…WINTERmäntel….! Ich bin bei sowas für Verschenken, Verkauf kostet Zeit, Nerven, Kraft, Diskussionen -hat man alles nicht beim schnellen Umzug. Und die paar Kröten, die das bringt, sind es nicht wert. Ins Netz setzen: ZU VERSCHENKEN mit SELBSTABHOLUNG. Das sollte es bringen, der Rest fliegt weg.
    P.S. Im Nachinein war ich ETWAS wütend auf meine Mutter, die mir bei jedem 3. Einkauf zurief:Und bitte bring mir eine Strumpfhose mit, meine einzige….ist kaputt!

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  2. Daniela schreibt:

    Liebe Frau Rabe,
    wie wäre es mit der Draußen-zu-verschenken-Kiste? So machen wir das immer, wenn Altkleidercontainer keine Option ist, ich zu faul zum Verkaufen bin und die nächste Wohlfahrtsorganisation zu weit weg ist/mit den Dingen auch nichts anfangen kann. Die Kiste vor der Tür ist meistens nach ner Stunde leer und jemand anderes freut sich.
    Herzlichst,
    Daniela

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  3. Kati schreibt:

    Wir sind auch keine Verkäufer und spenden unser Ausgemistetes und Kleidung regelmässig. Wir bringen das zur Diakonie, die sammeln für Flüchlinge und haben ein Gebrauchtwarenkaufhaus. Mit den Einnahmen finanzieren sie ihre Arbeit und schaffen Arbeitsplätze für Leute, die auf dem Arbeitsmarkt keine grossen Chancen haben. Wir finden das gut. Möbel holen die sogar ab, das war super vor dem letzten Umzug. Vielleicht gibt es sowas auch in Norwegen?
    Viele Grüße

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  4. Irene schreibt:

    Gibt es in Trondheim ein Frauenhaus? Kinder- und Damenkleidung könnte dort willkommen sein, manche Frauen flüchten ja mit nichts als dem, was sie gerade am Leib haben… :-(
    Sonst könntet ihr eine Art „Garage-Sale“ machen: Am Tag X von xx bis yy Uhr sind die Sachen zum Mitnehmen bereit, ein Sparschwein wird aufgestellt und die Leute können sich bedienen und nach Gutdünken was ins Schweinchen werfen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass zwar manche vom Hause „Nimm“ sind, andere dafür mehr geben, als man selber verlangt hätte.

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