Tag 1120 – #WmDedgT im September ‘18.

Heute ist wieder der 5. und wie jeden Monat fragt da die geschätzte Frau Brüllen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Ich werde mich so kurz wie möglich fassen, denn der Tag begann nach einer Nacht mit ganz wenig Schlaf in Pippis Bett, weil die nämlich Rotznasenbedingt schlecht geschlafen hat und dauernd wach war und was trinken oder einfach nur rumbrüllen wollte. Voll schön.

Außerdem wollte ich auch gar nicht aufstehen.

Bin ich dann aber doch und hab Pippi fertig gemacht, bin duschen gegangen, habe Schminke eingepackt, habe keinen Kaffee eingepackt und auch kein Mittagessen, aber Wasser, 2 Äpfel und eine Banane. Bin mit Pippi um kurz nach acht losgefahren an der Bushaltestelle 200 m vor der Haustür wieder umgedreht, weil Herr Rabes Zug nicht fuhr wegen irgendwas mit Elektrizitätsstörung. Habe Herrn Rabe eingesammelt und dann sind wir losgefahren.

Auf dem Weg noch getankt, zum Tanken und wie sehr ich mich bemühe, mich von den Spritpreisen nicht stressen zu lassen, muss ich mal gesondert schreiben. Witzig, wie ich immer schreibe, was ich alles schreiben will, ne? Ich bemühe mich auch sehr und sehr vergeblich, deswegen kein schlechtes Gewissen zu haben.

Herrn Rabe am Zug im Kindergartenort rausgelassen, dann Pippi zum Kindergarten gebracht, kurz vor neun. Pippi hat im Auto meine Banane gegessen, ich esse deshalb ein Käsebrot aus ihrer Brotdose.

Ich fahre zur Arbeit. Ich will nicht und fange schon auf dem Weg an zu weinen, so schrecklich ist das da alles.

Es ist alles sehr schrecklich und sehr absurd für sehr lange Stunden, ich kriege absolut nichts produktives auf die Kette, aber immerhin schaffe ich es dem Chipsmann zu sagen, dass ich bei einer etwaigen Nachfolgefirma nicht mitmachen möchte, generell nicht und schon mal gar nicht als Co-Gründerin. Er versteht das total gut, was sich darin zeigt, dass er mich für morgen für das Vorgespräch zu einem Innovationswettbewerb anmeldet. Mehr bleibt zum Arbeitstag nicht zu sagen, auch weil siehe nächster Absatz.

Irgendwann geht der Chipsmann einfach grußlos. Ich lasse den letzten Rest versuchter sinnvoller Arbeit fahren und schreibe eine Anwaltskanzlei an. Dann heule ich Rotz und Wasser und dann fahre ich Pippi abholen.

Pippi abholen, Michel abholen. Ich bin wieder erst ganz kurz vor knapp in der Schule. Michel trägt es mit Fassung. Morgen muss das anders werden. Das sage ich auch dauernd und es wird dann nichts.

Wir spielen noch auf dem Spielplatz der Schule. Pippi kann jetzt selbst schaukeln und macht das ausgiebig, Michel spielt mit ein paar älteren Mädchen auf dem Klettergerüst. Beide Kinder und ich sehen hinterher aus wie in Lehmstaub paniert.

Wir fahren nach Hause und ich überrede die Kinder mit Engelszungen zum Duschen. Ich dusche auch und fühle mich danach viel besser. Ach ja, das habe ich oben vergessen zu schreiben, aber es ist ja auch was, was ich nicht getan sondern eben nicht getan habe: Ich habe mich nicht geschminkt. So dreckig gehts mir, ich nehme die Schminke mit und dann bleibt sie in der Tasche.

Nachdem beide Kinder und ich sauber sind, parke ich die zwei vor dem Fernseher und will eigentlich kochen, kann mich aber nicht aufraffen. Ich döse beim Kinderfernsehen ein.

Herr Rabe kommt nach Hause und schiebt Pizza in den Ofen. Wir essen und dann bringe ich die Kinder ins Bett, Pippi schläft schon beim Vorlesen aus dem magischen Baumhaus mit 39 Etagen, das sich Michel in der Bibliothek ausgeliehen hat, ein.

Wieder im Wohnzimmer angekommen ist es irgendwie schon viertel nach neun. Ich schreibe eine Bewerbung, mal wieder eine ganz andere, from scratch neu und anders strukturiert und es geht recht fix, weil ich die im Grunde einfach unterschreibe und dann abschicke. Am Anfang der Bewerberei hatte ich noch Sorge, dass eine scheißbewerbung gleich dazu führen würde, dass ich beim ganzen Unternehmen verschrien bin. Inzwischen ist mir sowas egal oder vielleicht bin ich innerlich tot. Wenn’s so ist, ist es so, wenn nicht dann gut, und als könnte man von einer Seite Blabla wirklich sicher auf die Persönlichkeit der Person dahinter schließen. Sollen sie mich einladen, dann lernen sie mich kennen, und dann sollen sie mich einstellen, dann lernen sie mich noch besser kennen. Im Grunde will ich mit den Anschreiben nur noch neugierig machen. Im Endeffekt kämpfe ich bei dieser Bewerbung am längsten mit dem Bewerbungsportal, das mit der LinkedIn-App nicht wirklich harmoniert und zweimal abstürzt und dreimal die Dokumente nicht hochlädt, bis ich es dann im Browser mache, dann geht es.

Dann bloggen.

Bald schlafen.

Morgen sehr früh aufstehen und bei diesem Informationsdings sein.

Wenn ich mir das WmDedgT vom letzten Monat anschaue, kann ich kaum glauben, dass das alles in nur einem Monat passiert ist.

___

13 Gedanken zu “Tag 1120 – #WmDedgT im September ‘18.

  1. „und fange schon auf dem Weg an zu weinen“ – das ist schlimm, schlimm, schlimm. Gibt es dann keine „Mutterfirma“ von der „Chipsmann Firma“? Irgendwie hatte ich das so verstanden. Denen hatten Sie doch Ihre Einschätzung vorgetragen. Können die Sie nicht übernehmen?
    Ich hoffe, dass sich alles irgendwie fügt – in die richtige Richtung.

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  2. Constanze D. schreibt:

    Oh Mann, das toppt wirklich alles, was ich an Startupgeschichten schon gehört habe. Unter die Räuber gefallen! Ich leide ganz schrecklich mit, weil es sich doch am Anfang alles so gut anhörte mit der Chipsmann-Firma. Jemand anderes (ich z.B.) wäre schon zusammengebrochen oder verrückt geworden nach dieser Kette von Ausnahmezuständen. Ich wünsche dir so sehr, dass das jetzt bald vorbei ist und sich irgendwo anders eine Perspektve auftut.

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  3. Eva schreibt:

    Ich leide weiterhin mit und bewundere taeglich, wie sie das alles wuppen. Ich meine, ihr Leben waere schon mit einem ganz normalen Job und ohne den ganzen Chipsmannmist sowas von voll. Ich hoffe, es geht bald ganz steil bergauf!

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  4. Caramelia schreibt:

    Ich frage mich gerade, ob das Vorgehen dieser Firma (und all der Mitarbeiter, welche sehenden Auges in die Katastrophe rennen, ohne die Cojones zu haben was zu sagen) nicht eventuell auch strafrechtlich relevant ist. Immerhin haben Sie im guten Glauben einen guten Job (auch für länger) zu haben, ein HAUS gekauft, was mit immensen Kosten verbunden ist! Ich finde, Sie in diesen Job zu locken und dann mehr oder weniger nur mit den Schultern zu zucken, wenn alles den Bach runter geht, grenzt an Betrug. Bitte halten Sie uns auf dem Laufenden (soweit möglich) was die Anwälte raten … Ich drücke die Daumen, dass von den vielen „neugierig machen“ Bewerbungen was Tolles rauskommt!

    Gefällt 1 Person

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