Tag 1216 – Schnipsel.

Bis jetzt noch ein Schnittmuster zusammengeklebt und ausgeschnitten (habe jetzt viele, hahaha, Schnipsel). Ich hasse das. Aber abpausen und dann ausschneiden ist auch ätzend. Es ist wohl gehupft wie gehoppelt.

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Weihnachtsfeier der Grundschulklassen 1A und 1B. In der Turnhalle. Es war furchtbar. Gut, dass ich schon Triptane intus hatte, als ich ankam, denn da hätte ich sicher Migräne bekommen. Hatte ich aber schon mittags.

Aber (mit ihrer Erlaubnis!): das ist, weshalb ich Michels Klassenlehrerin so mag.

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Beobachte sehr gespannt meinen Körper. Es wäre jetzt langsam so die Zeit, wo ein neuer Zyklus anfangen müsste, ich hatte auch PMS (aber nicht so schlimm wie auch schon) und eben heute Migräne, manche Signale, die ich gewohnt bin, sind da wie immer, manche fehlen aber völlig. Es ist spannend.

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Heute eine lange Mail bekommen, von der neuen Arbeit. Ehrlich gesagt mache ich jede neue Mail von deren HR mit Herzklopfen und dem ganz kurzen Gedanken „jetzt bin ich aufgeflogen und sie wollen nun doch nicht mehr!“ auf. Impostor-Syndrom geh kacken, ey. Es war aber dann eine Willkommens-Mail, mit ganz viel Information, was zu der „Vorher“-Phase des dreiphasigen Einstiegsprogramms gehört. Ich weiß jetzt also, wann mein Gehalt gezahlt wird, wieviele Urlaubstage ich hab und welche Tage ganze und halbe Feiertage sind, was es so für Sport- und soziale Aktivitäten gibt, an denen ich teilnehmen kann und wo ich überall Rabatt bekomme, wenn ich meinen Ausweis, den ich dann auch bekommen werde, dort vorzeige. Dann wurde ich noch gebeten, allen möglichen Kram zu unterschreiben (unter anderem, dass ich keine Aktien bei Pharmaunternehmen habe) und mir ein Handy auszusuchen. Hammer. Laptop, Handy und Rabatt bei ner Reinigung. Wie so eine richtige Erwachsene! Ich freue mich immer noch so tierisch doll auf und über den Job! Hach.

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Morgen ist der Termin mit dem Insolvenzverwalter. Morgen _erst_ muss man sagen, denn am Freitag ist die Verhandlung, alle Ansprüche müssen bis dahin gestellt sein. Ich vermute ja, dass der Chipsmann schon ganz viel über mich und den Techniker erzählt hat, was wir für schlechte Menschen sind und dass der Insolvenzverwalter deshalb erst jetzt Zeit für uns hat. Ist mir egal, ich habe heute alle Unterlagen fertig gemacht, alles noch mal kopiert und dann noch so Sachen ausgedruckt, die den Chipsmann selbst mal von seinen unrühmlichen, unangenehmen und nicht unbedingt gesetzestreuen Seiten zeigen. Ich bin sehr froh, da nicht allein hin zu müssen, sondern dass der Techniker da sein wird. Wenn der Chipsmann da ist, kriegen die ne Szene, die sich gewaschen hat, egal ob er da ist oder nicht, hoffe ich, nicht in Tränen auszubrechen. Das ganze Thema macht mich nach wie vor sehr emotional und allein das Ausfüllen der Anträge und das Zusammensammeln der Krankschreibungen etc katapultiert mich in diesen ganzen Wahnsinn zurück, inklusive der Schlafstörungen und der permanenten Angst vor allem und jedem. Hoffentlich hört das bald auf.

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Babysitter-Suche gestaltet sich schwieriger als ich gehofft hatte. Das ist nicht schön und ich will das nicht!

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Jetzt aber ab ins Bett. Weil müdemüdemüde und morgen geht unser neues, smartes Licht nun wieder um sechs Uhr auf, das tut ein wenig weh.

Tag 1215 – #Frauleinzuhaus.

Heute haben wir auf Twitter ordentlich Quatsch mit Soße gemacht und ich möchte mir mal kurz auf die Schulter klopfen, dass ich das losgetreten habe.

Das ganze begann mit einem Tweet, der mir letzte Woche in die Timeline gespült wurde, nämlich diesem:

https://twitter.com/kaffeegespenst/status/1070642517039820801?s=21

Da hat also eine Werbeagentur (?) ein paar totaaaaaal realistische Stockfotos gemacht, wie eine Frau so ihren Tag zu Hause verbringt, mit Homeoffice und instagrammable Schlabberpulli und gekonnt undone aussehendem Haupthaar. Schon allein das Aufsteh-Foto machte mich fertig. Wer lacht sich denn morgens so über seine Kaffeetasse kaputt? Es sei denn, es ist Schnaps drin, natürlich.

Jajaja, ich weiß schon, das _soll_ ja auch gar nicht die Realität abbilden. Das hat @dorothea_regina schon viel besser erklärt. Aber das ganze erschien mir so absurd, ich wertete es als Steilvorlage.

„Morgen“ wurde dann nichts, ich war ja auch bei Ikea und musste Regale schleppen, gut, da hätte es sicher auch Balken aller Art gegeben, aber zu Hause ist das ja nicht. Außerdem hatten schon mehrere Damen gesagt, am Montag gerne mitmachen zu wollen. Also Montag und einen Hashtag-Vorschlag hatte ich mir auch fix aus dem Ärmel gezaubert: #frauleinzuhaus, um ein paar bunte (as in: etwas weniger durchgestylte) Bilder zum Thema „Frau (mehr oder weniger) allein zu Haus“ zusammenzutragen.

Und wie soll ich sagen: Ich habe mich heute wirklich königinnenlich amüsiert. Erstens war es sehr lustig, die Bilder zu machen, und vor allem habe ich immer wieder in den Hashtag reingelesen und sehr gelacht über so viele gequält, gestellt oder gar nicht lachende Gesichter.

Hier also meine (und anderer) Interpretation von #frauleinzuhaus. (Ich warte noch auf das ok einiger Teilnehmerinnen, dann verlinke ich noch mehr. Vermutlich schlafen die halt schon, die klugen Menschen tun das um diese Zeit.)

Wo mein Kaffee ist, hab ich gefragt. Und das Kind kuschelt lieber mit seinem Vater. Pfft. #Frauleinzuhaus #eingemütlicherstart

Jaha. Genau so sehe ich nämlich aus, wenn ich aufwache. Genau. SO. Schlimm.

Die @Wuseljule kann auch nicht mit ihrem Kind kuscheln. Und Frau @SewMeow hat immerhin Kaffee, aber so richtig gemütlich ist es auch nicht.

Meine Version von „weiße, eh durchsichtige Vorhänge am Sonnenfenster aufziehen“. Ich drehe die Lamellendinger. Draußen ist es zappenduster.

Ich stehe auch nicht vor dem Spiegel und halte Sachen an mich dran, ich weiß ja, wie meine Sachen aussehen.

#FrauleinzuHaus Kinder, #frühstückistfertig! *Grillenzirpen*

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Dazwischen habe ich Michel und Herrn Rabe weggebracht. Pippi musste zum Arzt, wie ich dachte, um die Mandeln noch mal zu kontrollieren, aber der Arzt wusste dann von nix, es war alles etwas merkwürdig, aber lustig. Also mit dem Arzt. Vor dem Arzttermin hatte ich aber noch Zeit mich zu schminken. Pippi glitzerte danach auch ziemlich.

#Frauleinzuhaus #frischindenTag

Bis ich aussehe, wie ich heute aussehe, wandern diese Produkte in mein Gesicht. Plus getönte Tagescreme, Fixierspray und Haarpuder, aber das konnte ich nicht mehr halten.

Auch @sterfaine macht keinen Hehl draus, dass sie nicht wie aus dem Ei gepellt aus dem Bett hüpft.

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#FrauleinzuHaus geht als #kuschelnundspielen durch. Irgendwie. #MamaLauf

#Frauleinzuhaus #arbeitenimhomeoffice Teil 1. Unbezahlte Hausarbeit ist trotzdem Arbeit!

#Frauleinzuhaus #MittagessenZubereiten. Ich weiß jetzt, wieso die sich dabei so kaputtlacht. Weil es einfach total absurd ist, sich dabei zu fotografieren, wie man Essen macht.

Das hat vermutlich auch Little B. festgestellt. Deren Blog schon länger schläft, was ich sehr schade finde, wenn auch (aus Gründen) momentan gut verstehen kann.

Nachtrag: Ich wusste nicht, dass meine Geheimratsecke so schlimm ist. Ich musste so lachen bei diesem Foto, dass mehrere Versuche total verwackelt sind. Das bekommt mir nicht, dieses alleine sein, da werd ich albern von.

#Frauleinzuhaus #arbeitenimhomeoffice Teil 2. Den Antrag auf ÜbernaHme meines Chipsfabrikgehalts durch den Lohngarantiefonds ausfüllen.

Danach habe ich mega schlechte Laune und möchte alles anzünden. (Aber auch @octodontidae hat nichts als funfunfun im Homeoffice, und die Drehumdiebolzeningenieurin hat eigentlich Urlaub.) Da hilft nur…

Einfach mal gepflegt an irgendeinen Balken lehnen.

Problem: kein Balken, bzw. fällt mir der eine, den wir haben, erst spät ein.

#Frauleinzuhaus #ZeitFürMich #FrauenDieAnDingenLehnen 1

#Frauleinzuhaus #ZeitFürMich #FrauenDieAnDingenLehnen 2

#Frauleinzuhaus #ZeitFürMich #FrauenDieAnDingenLehnen 3

Ja, den Staubsauger und den Papiermüllhaufen im Hintergrund hätte man fürs Bild wegräumen können, aber es war zeitlich eh schon so eng, dass ich den Kaffee hinterher lauwarm in 5 Minuten runterstürzen musste. Nicht im Bild: die Kaffeepfütze, weil mir die 10 Sekunden Selbstauslöserzeit plötzlich viiiieeeel zu kurz vorkamen.

Frau Wunnibar war übrigens nicht mal zu Haus und konnte trotzdem lächelnd (und btw. in einem wunderschönem Pulli) an Dingen lehnen.

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Dann war ich beim Kindergarten-Elterncafe, von wo ich Pippi mitnahm und Herrn Rabe die Nachricht ins Büro schickte, dass wohl die Züge nicht fahren (nicht wegen Streik, sondern irgendeinem größeren technischen Problem). Pippi und ich holten dann Michel ab und natürlich schlief sie auf der Fahrt ein und war dann unweckbar.

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#Frauleinzuhaus heute länger als geplant, die Züge fahren nicht.

#Frauleinzuhaus dann halt noch #AbendessenZubereiten.

#Frauleinzuhaus beim #gemütlichesEssen tauschen wir uns gerne über den Tag aus. Deshalb hört der Sohn auch Hörbuch.

Herr Rabe ist noch unterwegs, Pippi schläft immernoch.

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Abendprogramm wie üblich, Pippi wird natürlich wach, als ich sie ins Bett bringen will und schläft danach nur unter Mühen wieder ein. Davon keine Bilder, weil im dunklen Zimmer stattfindend.

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Dann bloggen, waschen, das übliche, und nun:

Ein letztes. #Frauleinzuhaus #GuteNacht mit Licht voll aufgedreht, damit die Kamera überhaupt fokussieren kann. Man muss halt Abstriche machen im Influencerlife.

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Hach ja, das war eine lustige Aktion. Hoffentlich wird sie hier und da mal weitergetragen. Alle, dies nervt, haben den Hashtag vermutlich schon beim dritten grenzdebilen Grinsen gemutet, und es muss ja auch nicht immer ne ganze Bilderserie sein. Aber es fehlen einfach #FrauenDieAnDingenLehnen, zumindest in meiner Timeline.

Tag 1214 – Familienähnlichkeiten.

Michel ist eindeutig mein Kind. Manchmal ist das putzig, manchmal ist das auch einfach nur schlimm, weil ich genau weiß, wie er sich fühlt, aber ihm kaum helfen kann, weil er eben mein Kind ist und sich NICHT HELFEN LÄSST. Jedenfalls nicht bei wichtigen Dingen. Beim Socken anziehen lässt er sich gerne helfen. Oder beim Zähneputzen. Oder so generell bei allem, was Sechsjährige schon allein können sollten. Aber ich schweife ab. Jedenfalls ist es manchmal wirklich einfach zum fressen niedlich und heute war wieder so ein Tag. Michel hat nämlich Herrn Rabe und Pippi beim Aufbau eines, wie ich finde, recht gut getroffenen Ikea-Regals beaufsichtigt. Mit einem selbstgebastelten Klemmbrett.

Der kleine Kontroletti. Er hat dabei auch Pausen und Arbeitsbeginn angesagt und nen ziemlichen Kasernenton draufgehabt. Ganz die Mama halt *hust*.

Die Erklärung ist übrigens: „Wo ein Haken ist, das heißt, das war gut gearbeitet. Und da hab ich den Haken durchgestrichen, das war nicht so gut gearbeitet, da hat Pippi Quatsch gemacht*. Und das unten**, das ist der Weihnachtsmann.“

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*sich ein Bett aus dem Regalkarton gebaut.

**das Männchen mit der WEIHNACHTSMANNMÜTZE! Oder sehen Sie da etwa was anderes?

Tag 1212 – Starke Frau, smartes Home.

Ein Workout brauchte ich heute nicht. Ich war bei Ikea. Das eskalierte mit Ansage. Erst ging alles erstaunlich entspannt los, ich fuhr hier etwas später als geplant los, nach Hamar und mir fiel gerade noch ein, dass ich ja eben doch in die Möbelausstellung muss, weil wir im Büro noch was zum drauf sitzen brauchen. Aber das ging auch noch super gut, nach kurzer Rücksprache mit Herrn Rabe haben wir nun so einen „aktives Sitzen“-Hocker, das stelle ich mir fürs Nähen und gelegentliches Homeoffice, bei dem noch von Bett über Sofa bis Küchentisch diverseste Ausweichmöglichkeiten bestehen, ganz nett vor.

Dann ging ich nach „unten“.

Auch da ging zunächst noch alles. Zwei Pfannen (bei unserer einen löst sich schon wieder die Beschichtung, die ist maximal drei Jahre alt und es sind 10 Jahre Garantie drauf. Sie war nie in der Spülmaschine und wir benutzen nur Plastik, Holz und Silikon da drin. Vielleicht reklamiere ich die tatsächlich.) und ein Schneidebrettchen mussten „außer der Reihe“ mit, außerdem könnte es sein, dass wir schon vor März ein drittes Set Gästebettzeug brauchen.

Was dann eben eskalierte, war das Smart Home-Equipment. Mit Herrn Rabe als Souffleur kaufte ich LED-Panels (die waren geplant!), Glühbirnen, mehr Glühbirnen, Fernsteuerungen, noch mehr Glühbirnen und Steckdosenadapter. Dazu ein Gateway und nun kann man in Wohnzimmer und Küche das meiste Licht und (ab morgen ca, wenn wir es in Betrieb nehmen) auch die Heizkörper, nämlich über die Steckdosen, per App dimmen und steuern und voreingestellte oder selbst definierte Beleuchtungsstimmungen schwuppdiwupp aufrufen und dann ist ZACK Gemütlichkeitslicht oder ZACK In-Die-Fresse-Helligkeitslicht von allen Lichtquellen. Ich liebe solchen Kram (ja, ich weiß, dass mein Hirn mir das weismacht, damit ich nicht weine, weil das alles so teuer ist).

Leider kam ich so aus der Kleinkram-Abteilung schon mit einem übervollen Einkaufswagen heraus. Und ich wollte doch noch Möbel kaufen.

Am Ende, als ich alle Möbel (bis auf 1 dunkelblaues, tiefes Eket-Würfelchen, davon hätte ich zwei gebraucht und dann war da nur noch eins und das hat mich überraschender Weise gar nicht mal so wütend gemacht sondern eher „war ja klar“ mit den Augen rollen lassen) hatte, hatte ich einen Möbelpaketewagen, der so schwer war, dass er sich kaum noch bewegen, geschweige denn lenken ließ, und den übervollen Einkaufswagen. In Etappen (also Paketewagen von Regal 1 zu Regal 9, dann Einkaufswagen von Regal 1 zu Regal 12, dann wieder Paketwagen von Regal 9 zu Regal 15 usw.) bugsierte ich die Wagen zur Kasse, inzwischen nicht mehr so ganz fresh riechend, weil wie schwer sind denn bitte Billy-Regale? An der Kasse war zwar nicht viel los, dafür waren halt auch nur zwei Kassen besetzt. Die an der ich anstand mit einer offensichtlich nicht so schlauen Person, denn während ich noch hinten den Kleinscheiß möglichst Platzsparend in blaue Tüten stapelte, scannte die Person vorne schon mal weiter meinen Paketewagen und dann, weil sie so im Flow war, schätze ich, auch gleich noch den Paketewagen des Mannes hinter mir, der am Handy daddelte und das gar nicht merkte. Erst als ich meinte „soll ich nicht vielleicht erst mal bezahlen?“ raffte die Kassenkraft, dass wir gar kein Pärchen sind, sondern die einsame Frau tatsächlich zwei riesige Wagen Zeug allein kauft. Und nur ein 32-er-Pack Teelichter (geplant). Jedenfalls weiß ich jetzt, dass jeder Ikea-Kassenmitabeitende nur eine bestimmte Anzahl Artikel stornieren kann, bis das System nörgelt. Meiner übereifrigen Kassenkraft mussten dann noch zwei weitere zur Hilfe kommen, um all die Artikel zu stornieren. Die restliche Summe war allerdings immer noch… puh! Haus-Budget ist nun erschöpft. Es lebe die Ikea-Kreditkarte.

Irgendwie schaffte ich es dann, die beiden Wagen in einem Rutsch vor die Tür zu bekommen, wo ich sie kurz parkte und das Auto an die Lastenzone fuhr. Es war nicht so schlimmes Tetris nötig, wie ich befürchtet hatte, aber einfach war es jetzt auch nicht gerade, das alles ins Auto zu bekommen. Und wie schwer sind bitte Billy-Regale? Ein Eket fiel mir dann auch noch runter und ich dachte schon, ich müsste noch mal rein und ein neues kaufen, aber es war genau auf die Ecke gefallen, wo das Kartönchen mit den Schrauben und so ist, puh. Irgendwo beim Einladen habe ich auch einen Fingernagel gelassen, aber ein wenig Schwund ist halt immer. Am Ende war das Auto schon sehr voll, aber alles noch sicher und stabil und das Auto hat die Heimfahrt auch gut überstanden. Ich holte mir aber erst noch eine Veggie-Pølse, die hatte zwar mit Würstchen halt so viel gemein, wie ein Bratling mit Frikadellen, war aber trotzdem lecker. Dann fuhr ich wieder nach Hause, mit leicht tiefer gelegtem Auto.

Zu Hause musste ich das dann natürlich auch wieder aus dem Auto wuppen, ich musste ja die Kinder abholen und dafür mussten Kindersitze im Auto sein und das mit den Kindersitzen geht viel besser, wenn nicht vier Billy-Regale (immer noch sehr schwer) auf der umgeklappten Rückbank liegen. Hat aber auch noch alles geklappt und den Ofenkäse und auch das Glas Wein heute Abend habe ich mir mehr als verdient, finde ich.

Jetzt nur noch fünfmal mit den Lichteinstellungen an unserer neuen Küchenlampe spielen (goodbye, hässliches Teller-Deckenleuchten-Dings!) und dann ist Bettzeit. Morgen hab ich sicher Muskelkater.

(Die Lampe überm Esstisch ist übrigens in Arbeit! Aber ohne smart, leider.)

Tag 1211 – Whyyyyyy?

Eh schon kein guter Tag. PMS und fühle mich schmierig und eklig und einfach wäh und das Auge suppt nun natürlich fettige Antibiotikum-Salbe, es ist widerlich. Dann den ganzen Abend mit Herrn Rabe Regallösungen besprochen und ENDLICH einen Entschluss gefasst und dann dachte ich, komm, was soll’s, das ordere ich einfach mit Click&Collect direkt bei IKEA, dann kann ich’s morgen einfach abholen, aber dann konnte ich da mit meiner IKEA-Kreditkarte nicht bezahlen, was ich aber gerne möchte, dann musste ich alles vom Warenkorb in eine Einkaufsliste übertragen, wollte das nur abspeichern und dann ist irgendwas schief gegangen beim Einloggen und JETZT IST ALLES WEG!!! ARRRRRRRRGH!!!

Ich fluche grade gar sehr.

Außerdem kann ich den Reißverschluss meiner Stiefel weder öffnen noch schließen, weil er den Beleg gefressen hat und ich hasse einfach alles grad. So ein Scheiß.

Tag 1210 – #WmDedgT im Dezember ‘18.

Der letzte 5. dieses Jahr, das heißt, das Jahr ist quasi rum, ahhahahaha. Egal, jedenfalls fragt Frau Brüllen auch heute: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Nun. Nicht soo viel. Ist aber auch mal schön.

Herr Rabe steht wegen seines Programmier-Adventskalenders im Moment immer super früh auf. Damit er als erster von seiner Firma fertig ist. Ja, auch Herr Rabe hat so seine liebenswerten Macken. Jedenfalls steht er super früh auf, aktiviert dadurch meinen Wecker, und weil das grad mit Projekt Lerche einfach mal gar nicht läuft bei mir, mache ich ihn aus und schlafe noch eine Stunde, bis Herr Rabe mit Kaffee vor mir steht. Da ist es dann aber schon so spät, dass wir uns alle beeilen müssen. Mein Auge tut weh wie sau. Nach Kinder anziehen, abfrühstücken und aus der Tür bugsieren bringe ich Michel und Herrn Rabe zur Schule (Herr Rabe geht von da zum Bahnhof) und dann Pippi in den Kindergarten. Pippi zieht sich direkt wieder bis auf Unterhemd aus, weil auf dem Unterhemd Peppa Wutz ist. Kannste dir nicht ausdenken. Es ist draußen so kalt, dass ich beschließe, nicht zu Fuß nach Hause zu gehen. Ich fahre in den Ort und schaue bei meiner Hausarztpraxis vorbei, zeige auf mein Auge und kriege einen Termin um zwanzig nach elf.

Zu Hause frühstücke ich (Griechischen Joghurt mit Walnüssen und Honig, beste Grundlage) und mache dann nach ein wenig Prokrastination ein ziemlich langes und super anstrengendes Workout. Danach brauche ich erst mal 15 Minuten, um zu schwitzen aufzuhören. Die verbringe ich auf Twitter, wo grad viel über einen, wie ich finde, überaus bedenklichen Account gesprochen wird. Da nennt sich einer DeinTherapeut, ist aber kein Therapeut, sondern haut bestenfalls Feel-Good-Plattitüden raus im Stile von „Jeder ist wertvoll. Auch Du!“. Das wär ja noch nicht so tragisch, aber er hat auch einen Discord, also eine Art Forum, betrieben, den er Gruppentherapie nannte, in dem sich hauptsächlich psychisch belastete Jugendliche tummelten, die da weitestgehend unbetreut sich gegenseitig stützen sollten. In der Praxis sah das wohl eher so aus, dass es reichlich Möglichkeiten gab, sich gegenseitig mit seinen psychischen Problemen (zum Beispiel selbstverletzendem Verhalten) zu triggern. Außerdem gab es Berichte, dass auf sehr konkrete Selbstmordgedanken nicht adäquat reagiert wurde. Wer das nachlesen mag, kann das in dieser Serie* tun. Inzwischen ist der Discord geschlossen, allerdings nimmt sich der Betreiber (augenscheinlich, sein Account ist nun geschützt und da ich ihm nicht folge, kann ich das entsprechend auch nicht lesen) keinerlei Kritik, möge sie noch so sachlich formuliert sein, an, sondern fühlt sich nun von allen übel gemobbt. Sie sehen, es ist kompliziert und da kann man schnell in seltsame Diskussionen geraten.

Ich dusche, öffne meinen Adventskalender und freue mich wegen des Matschauges, aber auch so, über einen wunderschönen Lipgloss. Ich „schminke“ mich, also, ich sorge für einen etwas frischeren Teint und die Augen müssen halt mal Schminkpause haben. Mit dem neuen Lipgloss drauf geht es los zum Arzt. Da gehe ich zu Fuß hin.

„Sie haben eine Augenlidentzündung und ich überweise Sie dann mal in die Endokrinologie im Krankenhaus, damit die den Stoffwechselkram übernehmen.“ ist die ganz schnelle Zusammenfassung des Arzttermins. Der neue Vertretungsarzt für meine eigentliche Hausärztin (die in Elternzeit ist) ist sehr nett und viel älter, als ich angenommen hatte, warum auch immer ich angenommen hatte, dass der grad aus dem Studium kommt, kann natürlich trotzdem sein wenn er einfach erst spät oder sehr sehr lange Medizin studiert hat, wer weiß das schon.

Ich gehe also in die Apotheke und hole antibiotische Augensalbe ab und gleich meine Dosis Grippeimpfstoff für nächste Woche. Irgendwie ist nicht durchgegangen, dass ich für den Rest des Jahres von der Zuzahlung befreit bin, aber ich glaube, das bekomme ich zurück, wird ja alles elektronisch gemeldet. Ich versuche noch, akzeptablen Schokokram oder ein kleines Geschenk** für Nikolaus zu bekommen, aber es haut mich nichts vom Hocker. Also gehe ich nach Hause.

Dort weiter absurde Diskussionen. Ich mache direkt die Augensalbe rein. Dann esse ich einen kleinen Happen Rest von gestern (Käsespätzle), räume die Spülmaschine aus und ein, hänge Wäsche ab und auf, absurde Diskussionen, aber auch ein paar sehr nette Gespräche über Make-Up, chatte mit dem Techniker der Chipsfabrik über die Unmöglichkeit, den Insolvenzverwalter zu erreichen, pinsle Schokolade auf die erste Hälfte Grümmel-Nuss-Kekse, will irgendwas von oben holen, sehe Socken, die im Bad herumliegen, will sie in die Wäsche bringen und erblicke den Haufen unorganisierte Weihnachtsdeko im Lagerraum. Folgerichtig räume und sortiere ich da erstmal eine halbe Stunde. Jetzt kann man wieder Boden sehen.

Was ich von oben holen wollte, weiß ich danach nicht mehr. Ich merke, dass ein ganz großes Müdigkeitsloch im Anmarsch ist und mache mir einen Kaffee. Den trinke ich, während ich übel über die Verpackung des gestern gekauften Raffrollo-Sets fluche und dann, nachdem ich die Anleitung aus der Verpackung geprokelt und gelesen habe, während ich den Stoff zurechtreiße. Verräume alles und dann ist es Zeit, die Kinder abzuholen.

Zuerst kaufe ich aber in einem anderen Laden zwei Schokonikoläuse mit Schokolinsen drin und verstecke sie ganz professionell in einer braunen Papiertüte im Kofferraum. Michel hat in der Schule ganz viel Weihnachtsdeko gebastelt. Das werfe ich alles auf die Tüte und dann holen wir Pippi ab. DIe hat immer noch nur ihr Unterhemd an. Tjanun. Zwei Minuten vor Herr Rabes Zug sind wir alle am Bahnhof. Ich schreibe Herrn Rabe, dass die Tüte unbedingt im Kofferraum bleiben soll.

Zu Hause dann Brotdosen auspacken, zweite Hälfte Kekse mit Schokolade versehen, Kindergeschrei kaum ertragen, Michel aber putzt freudig seine Stiefel, neue Zwiebelringe anbraten und dann gibt es den Rest vom Käsespätzle-Rest. Pippi ist hundemüde, besteht aber auf Peppa Wutz. Nach einer Folge darf Herr Rabe sie ins Bett bringen, Michel und ich gucken noch „Kråkeslottet“, eine Edutainment-Sendung im norwegischen Kinderfernsehen, die mich vor lauter „Oiiiii, das ist ja GANZ ERSTAUNLICH!“-„Ja, NICHT WAHR?“-„JA, das habe ich NOCH NIEEE GESEHEN!“ immer sehr sehr sehr nervt. Koksen die da alle? Vermutlich.

Ich bringe danach Michel ins Bett, absurde Diskussionen, und schwups, sitze ich auch schon auf der Couch und blogge. Der Techniker und ich chatten weiter, konspirativ ist es, Mission „den Chipsmann stoppen“ ist noch nicht ganz begraben. Das Auge tut sehr weh und wir gucken nun noch eine Folge „Wer zuletzt kocht“*** und dann ist es Zeit fürs Bett.

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*Nein, das ist natürlich auch keine neutrale Quelle. Aber es ist vieles mit Screenshots belegt.

**Michel hat sich einen Orca gewünscht. Ich dachte, vielleicht gäbe es einen mit großen Glitzer-Glubschaugen, aber nee.

***Immer diese beknackten Übersetzungen von Titeln. Im Original heißt es „The Final Table“.

Tag 1209 – Neue Ordnung (zu viel Kram).

Muss mich kurz fassen, kann nur auf einem Auge sehen, auf dem anderen habe ich ein Kühlpack. Auge probt anscheinend für The Return of Karl-Dall-Auge. Arsch-Auge.

Heute hab ich einen Ausflug in die Hauptstadt gemacht, bzw in ein schreckliches Shoppingcenter kurz davor, wo der große Stoffladen ist. Den. Der große Stoffladen führt Rollgardinenzubehör und liegt praktischerweise auch neben vier anderen Geschäften, in denen jeweils 1-2 Dinge „irgendwann mal“ zu besorgen waren. Unter anderem war das ein neues Schiebe-Werkzeug-Schränkchen für mein Make-up. Denn das alte platzte aus allen Nähten. Jetzt ist wieder etwas Luft, bis Weihnachten, wenn mein Adventskalender einsortiert ist. Jaja, ich weiß. Zu viel Kram. Aber ich kann’s auch alles nicht wegtun, ehrlich, und ich benutze das auch alles. Jaja, auch die drei fast gleichen (aber halt nur fast!!1elf!) nudig-goldig-schimmerigen Lidschatten. Einer ist kälter, einer rosiger! Ha!

Nun. Jedenfalls sieht es jetzt so aus:

Foundation, Primer, Fixierspray, Haarpuder, Backups, seltsame Lidschattenpaletten, die ich mal kaufte und nach 1 mal Ausprobieren aus Gründen tatsächlich nicht benutze:

Nagellack (die obere Box ist komplett voll, unten sind Unter-, Über- und Pflegelacke):

Dafür ist es im oberen Bad ganz aufgeräumt und übersichtlich in meinem Schrank!

Hier noch nachgereicht das Bild von gestern (an unfassbar dreckigem Auto):

Tag 1208 – Drei Stunden.

Ich habe heute geputzt. Jaja, mal wieder, ich weiß, der Putzfimmel lugt schon ums Eck, aber nach der Backaktion klebte die Küche und Badezimmer sollten schon, finde ich jedenfalls, ein mal die Woche geputzt werden. Zumal sich da immer viel Haar-Flusen-Staub ansammelt, der auf weißen Fliesen natürlich noch mehr auffällt, als zum Beispiel auf den graumelierten Flurfliesen. Außerdem wollte ich gerne mal wissen, wie lange es tatsächlich dauert, hier einmal so durchzufeudeln, wie ich finde, dass es getan werden sollte.

Es dauert ziemlich genau drei Stunden reines Putzen (und dazugehöriges Räumen, also Stühle vorm Wischen aus einem Raum und wenn der Boden trocken ist wieder in den Raum tragen). Wenn man halt überall erstmal aufräumen muss, dauert es deutlich länger und ich finde das Aufräumen auch 538 mal schlimmer als das Putzen an sich. Gnah, überall Spielzeug, ein Flummi und ein Wasserball unterm Sofa, Tannenzapfen unterm Fernseh-Möbel, Tausend Kunstwerke* in der Küche. Obendrein ist die Küche voller Verpackungen. Kartons verschiedenster Größe warten da darauf, dass ich die Schnauze voll habe und sie entweder auf den Dachboden oder direkt in die Altpapiertonne bringe. Wegen des Aufräumens habe ich auch weder Kinderzimmer noch Arbeitszimmer überhaupt betreten, weil, hui, nö. Das Kinderzimmer sieht aus, als wären da vier bis sieben Spielzeugkisten explodiert und was bin ich froh, dass ich da einfach die Tür zumachen kann und dann muss ich das nicht mehr sehen. Davon räumt es sich auch nicht auf, aber ich kann’s besser ignorieren. Aber egal, ich schweife ab, ich weiß jetzt also: einmal Putzen dauert etwa drei Stunden, sagen wir mal, mit Arbeits- und Kinderzimmer, mit (hoffentlich demnächst mal vorhandenen) Regalen im Wohnzimmer (die man dann natürlich auch abstauben muss) und einem Päuschen zwischendurch vier.

Mal sehen, ob ich wen hier finde, der das gegen Geld tut. Vier Wochen Vorlauf scheint mir eine gute Zeitspanne für die Suche, zumal ja noch Weihnachten** dazwischen ist.

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*Vulkane! Alles Vulkane! Michel malt pro Tag ca. drei Vulkane und ich frag mich langsam schon, ob er uns damit irgendwas anderes sagen will, als dass ihn Vulkane und Dinosaurier halt immer noch faszinieren.

**Ich hab heute auch nur leise geflucht, ein bisschen ge-orrrt und viel geseufzt, als die neu gekaufte Lichterkette für draußen schon total verwurschtelt aus der Packung kam. Und als das Verlängerungskabel ganz verbogene Anschlusskontakte hatte, hab ich nur „Hm.“ gemacht und es dann halt umgetauscht. Und nun ist es hübsch (Foto morgen, die Zeitschaltuhr hat es schon ausgestellt.)

Tag 1207 – Börps.

Kennen Sie das, wenn man ganz viel süßes Zeug zubereitet und gegessen hat und man am Ende das Gefühl hat, nie wieder irgendwas süßes essen zu wollen? So geht es mir grade. Wir haben jetzt Vanillekipferl und die braunen Kuchen sind in ihrer Box (die müssen durchziehen), die Grümmel-Nuss-Kekse warten nur noch darauf, dass ich morgen mehr Schokolade kaufe (irgendwie war die Hälfte der Block-Schokolade, die ich neulich kaufte und noch im Hinterkopf hatte, Milchschokolade. Das schmeckt nicht, das wird dann zu süß). Heute morgen gab es Pancakes und jetzt sitze ich auf dem Sofa und statt Lakritz oder Kakao esse ich jetzt eine zweite Portion Lammgulasch, das der Mann gekocht hat und das wirklich ganz köstlich ist. Kalt. Mjammi.

Ansonsten war ich heute ziemlich emotional, diese Kekse-Sache geht mir ganz nah. Meine Oma ist nun seit über 8 Jahren tot, mein Opa seit 7, aber heute habe ich sie wirklich schrecklich vermisst, so doll wie glaube ich überhaupt noch nie. Seufz, seufz.