Tag 564 – So schön!

Wir hatten einen richtig tollen Tag, meine Schwägerin ist da, es gibt endlich mal wieder Schnee, wir waren rodeln, haben einen Schneemann gebaut und dann haben wir Kuchen gebacken und lecker gegessen und jetzt liegen wir alle im Bett und sind satt und platt und glücklich und zufrieden. 

Schneemann in Progress. Der Sohn lässt @rabensalat rollen.

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"Papa, ich will so mit den Augen machen" 🙄😁

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Tag 166 – Schlittenfahren für Anfänger und Fortgeschrittene

Wir sind heute zum See gefahren, also zu einem der drölfzig Seen hier in der Nähe, die Wahl fiel auf den mit dem Schlittenhügel. Außerdem kommt man da gut hin, man muss nämlich nur mit der Trikk bis zum Ende fahren und dann ist man da. 

Leider war das Wetter ziemlich bescheiden, es regnete ein bisschen aber wir zogen trotzdem los in der Hoffnung, dass es auf dem Berg etwas weniger regnen und dafür vielleicht schneien würde. Dann mussten wir doch tatsächlich 10 Minuten auf einen Bus in die Stadt warten und danach auch noch zur Trikk hasten. Was passiert, wenn man das Kind hetzt? Genau. Es wird immer langsamer. Witzig, dass ausgerechnet Herr Rabe, der mitunter sehr ähnliche Tendenzen hat, das scheinbar nicht weiß (ab jetzt dann schon). Nun ja, wir erwischten die Trikk. Nur um drei Minuten später für 15 Minuten in selbiger herumzusitzen und einem Rudel aufgescheuchter Autofahrer beim verzweifelten Versuch zuzuschauen, ihr Auto mit Achsbruch von den Schienen zu bekommen. Für das Kind natürlich ein unerwartetes Highlight, denn die Automenschen (da saßen echt mindestens sechs Leute drin, war aber auch ein LandRover) versuchten zunächst, das abgefallene (?) Rad wieder dranzubekommen. Das Kind meint ja eh immer, Autos gehen bevorzugt an den Rädern kaputt, deshalb war das für ihn nur logisch. Die Automenschen scheiterten allerdings schon am Aufbocken des Autos und im Endeffekt musste so ein norwegisches-ADAC-Äquivalent-Heini kommen und die Anweisung geben, das Auto doch einfach auf den drei verbliebenen Reifen etwas beiseite zu rollen. 

Irgendwann waren wir dann aber doch am See, es regnete auch hier, aber wir und ca. 150 andere Menschen ließen uns davon nicht beeindrucken. Das Kind wollte direkt den großen Hügel runter, Herr Rabe meinte, das geht schon, ließ sich aber durch den Anblick einiger Eltern, die mitsamt ihren Kindern und Rodelgeräten sehr schnell und unsanft im Schnee landeten eines besseren belehren. Ich suchte den Idiotenhügel, fand aber keinen. Herr Rabe handelte derweil das Kind auf den halben großen Hügel runter. Nun gut, wissend, wie das enden würde, stellte ich mich schon mal unten hin (ich habe es geschafft, dem Mann zu vertrauen, dass er sicher nicht mal auf die Idee kommen würde, sich mit dem Baby in der Trage auf den Schlitten zu setzen), der Mann wies das Kind ein und ab ging die Post. Der Schlitten hat einen Lenker. Das Kind kann aber nicht lenken und lenkte direkt scharf nach rechts, sodass es quer über die gesamte Rodelbahn schoss. Dabei wurde es immer schneller und sein Gesichtsausdruck immer panischer, bis es nach ein paar Sekunden schließlich kopfüber im Schnee landete. Der Schreck war natürlich groß, aber nach Pusten, Trösten und „Ganz schnell eflogt, Mama, Schlitten runter fallt!“ war es dann schnell wieder gut. Inzwischen hatte ich auch sowas wie einen Idiotenhügel entdeckt: an einer Stelle übten norwegische Eltern mit ihren (Klein-)Kindern das Hügelhochklettern mit Langlaufskiern. Norweger werden wirklich mit Skiern an den Füßen geboren und verstehen auch nicht, wieso andernorts so viel Abfahrt gemacht wird. Langlauf ist das einzig wahre, halbwegs ok ist noch Skispringen. Aber das nur am Rande. 

Den Idiotenhügel traute sich das Kind zuerst nicht alleine runter, also quetschte ich mich zum Kind auf den Schlitten und wir rodelten gaaaaanz laaaaangsam den Hügel runter. Dabei schafften wir es, niemanden umzufahren und auch nicht umzufallen. Das Kind hatte sein Vertrauen in den Schlitten, die Technik und seine Rodelfähigkeiten dann auch zurück und Herr Rabe hatte eine wenig benutzte Strecke entdeckt, die vom Steilheitsgrad her ein Mittelding zwischen dem Großen und dem superkleinen Hügel war. Da rodelte das Kind dann ein paar mal alleine und ein paar mal mit mir runter und es hat super Spaß gemacht, also mir zumindest, dem Kind glaube ich auch. 

Danach sind wir dann ziemlich nass nach Hause gefahren, haben Kekse in der Trikk gegessen (in der Trikk sah es aus wie in einem Skierwald) und auf dem Weg noch ein David Bowie-Plakat bewundert:

Kind: „Mama, der Mann hat Esicht annemalt!“

Ich: „Ja, das stimmt. Der hat sich immer gerne das Gesicht angemalt.“

Kind: „Sieht schön aus!“

Ich: „Ja, das fand der sicher auch schön.“

Kind: „Augen auch zu, auch annemalt.“

Ich: „Der hat die Augen bestimmt zu, damit man noch besser sieht, wie schön der sich angemalt hat.“

Kind: „Aber nich vergessen abwaschen, rausgeht. Geht weg sonst.“

Das hat er sich also gemerkt. Wenn man raus geht, muss man die Schminke vorher abmachen, weil die sonst im Regen oder Schnee abgehen könnte. Hoffentlich wusste David Bowie das auch. 

Tag 162 – und es schneit, und schneit, und schneit…

Es hört sozusagen gar nicht mehr auf. Genau genommen hat es heute für die zweimal kurz aufgehört, die ich aus Häusern gegangen bin, aus denen ich theoretisch Schirme hätte mitnehmen können, dies aber nicht tat, weil es ja aufgehört hatte. Beide Male schneite es nach zwei Minuten wieder wie verrückt. Mir ist das ja egal, dem Baby aber nicht, denn das mit dem Kinderwagen hat sich bei dem Wetter auch erledigt, da bräuchte ich eher ne Planierraupe. Also sitzt das Baby in der Trage unter der Jackenerweiterung, das ist schön warm, aber gegen oben reinfallende Schneeflocken hilft das auch nicht. Also Gemecker oder ich mache oben die Jackenerweiterung drüber, aber dann hab ich echt Angst, dass zu wenig Luft reinkommt. Morgen nehme ich nen Schirm mit. Aber wenigstens hab ich ein paar Fotos gemacht (auf dem Weg zum Kindergarten um das Kind abzuholen, wir haben heute morgen wegen Migräneanfall getauscht).


Das ist der Park mit der Kirche quasi direkt vor unserem Haus. Weiter in den Park rein kam ich nicht, der Schnee ging mir ca. bis Mitte der Oberschenkel.

Diebstahlsicherung norwegische Art.

Auf dem Weg vom Kindergarten nach Hause (mit dem neuen Schlitten) wollte das Kind dann natürlich unbedingt auf den Spielplatz und da Schlitten fahren. Aber wie gesagt, Schnee, Mitte Oberschenkel, das Kind geht mir bis zur Hüfte, das war alles etwas schwierig.


Herr Rabe ist dann noch mit dem Kind losgezogen und ordentlich Schlitten gefahren, während das Baby und ich zu Hause Milchreis kochten. Und am Wochenende fahren wir zum See und fahren Schlitten und vielleicht probieren wir auch unsere neuen (Kind und ich) bzw. alten (Herr Rabe) Schlittschuhe aus. Das wird fein.

Tag 146 – Bielefeld Tag 23 – Schreeeeemaaaamm!

Gemischte-Gefühle-Tag heute.

Was blöd war:

  • Zahnarzttermin um 09:00 Uhr morgens
  • Den Termin muss ich selber bezahlen
  • wegen plötzlichem Schneefall (ca. 2 cm, nahezu überall schon längst weggetaut) verloren ca. 80 % der Autofahrer ihr Autofahrt-Selbstbewusstsein und krochen in Zeitlupe durch die Gegend
  • Ultra langsame Familie, dadurch nicht mehr geschafft, shoppen zu gehen (für die Kinder haben wir ja alles, da dachte ich mir, ich könnte vielleicht noch was für mich kaufen. Tja, nee.)
  • Meine Brille wird es wohl nicht mehr rechtzeitig hierherschaffen
  • Nicht mit meiner Mutter telefoniert, also nichts abgemacht wegen Babysitten damit wir Koffer packen können ohne dass uns das Kind die ganze Zeit in die selbigen springt
  • Ultra krasser Heultobschreianfall vom Kind, weil Schneemänner im Auto schmelzen würden und sein 15cm-Schneemännchen deshalb im Park bleiben musste. Nach 10 Minuten unartikuliertem Gebrüll und Gekreisch wenigstens mal den Grund der Sorge dem Kind aus der Nase gezogen: „Schreemamm *schluchzschluchz* ga-ha-hanz doll *schnief* Hunger hat!!!“. Hm ja. Was sagt man da?
  • Blöde Webseite vom norwegischen Mobilfunkanbieter ist blöd (und eines Tages werde ich Javascript anzünden)
  • Blöde Webseite vom Trondheimer Busticketverkauf ist auch blöd
  • Wie kann man eigentlich zweimal im Jahr aufs Neue vergessen, wie man als Doktorand den Semesterbeitrag bezahlt?

Was gut war:

  • Meine Zähne sind soweit völlig ok, die dunklen Punkte sind hart und solange nicht gefährlich, das Zahnfleisch ist gereizt, das wird morgen bei einer Zahnreinigung (hoffentlich) ursächlich bekämpft, aber die Zähne sind supidupi, nich mal Zahnstein
  • Der Termin kostet 23,63 €, was ungefähr 1/5 dessen ist, was ich dafür in Norwegen berappen müsste
  • Auch dass das Kind mit den Zähnen knirscht ist nicht weiter schlimm und auch sehr häufig bei Kleinkindern
  • Herr Rabe hat einen Mauskalender gekauft
  • Ganz liebe Leute besucht, die ich sehr lieb habe weil sie so lieb sind (und die ich auch sehr doll vermissen werde)
  • Ein Bild von zwei badenden Kleinkindern bekommen, die scheinbar sehr viel Spaß mit sehr buntem Badegedöns haben
  • Irgendwie doch geschafft, sowohl Handydatenpaket als auch Busticket zu kaufen
  • Mail an den Studentenservice geschrieben, dass ich eine Rechnung für den Semesterbeitrag brauche (dabei einfach die vom letzten Mal (31.07.15) kopiert)
  • Beim Nachschauen wie das noch mal ging mit dem Semesterbeitrag gesehen, dass ich den Statistikkurs bestanden habe (hier Fanfaren einfügen) (Gesehen hatte ich das schon früher, aber in der Weihnachtshektik glatt verdrängt)

Ich würde sagen, es hält sich die Waage. Gefühlsmäßig auch. Hmtja. Und morgen können Sie sich dann auf WMDEDGT freuen: Wie ich um 08:00 Uhr eine Zahnreinigung bekomme. Leben am Limit.