Tag 1317 – Oh Schreck!

Heute morgen hörte ich Musik, über die guten Kopfhörer von der Arbeit. Ich saß am Jernbanetorget, also in Oslo am T-Bane-Teil des Hauptbahnhofs, wo natürlich morgens um halb neun die Hölle los ist und wartete auf die Bahn und las Blogs und war sehr zufrieden mit mir, denn ich würde wieder zu früh da sein und nicht hetzen müssen. Die Bahn kam und ich steckte das Handy in die Manteltasche und stieg ein. Die Musik wurde stockig und ich dachte noch, jetzt ginge das wieder los, mit dem Apple-Fehler, der letztes Jahr so nervig war. Dann setzte sich die Bahn in Bewegung und der Kopfhörer verkündete „Connection lost“. Da dämmerte es mir. Das Blut rutschte mit in die Füße als ich in meine Manteltasche griff und da kein Handy war. Ein recht wenig damenhaftes „FUCK“ rutschte aus meinem Mund während die Bahn aus der Haltestelle ausfuhr. Ohne Heulen schaffte ich es n der nächsten Haltestelle aus der Bahn, auf die andere Seite, in die Bahn, am Jernbanetorget wieder raus, auf dem Weg auf die andere Seite ins Ruter-Büro, fragen, ob in den letzten 5 Minuten jemand ein Handy abgegeben hat, nein, runter, zu der Bank auf der ich gesessen hatte und da war nichts und mein Kopf war heiß und ein Kloß in meinem Hals, ein 800€-Telefon, vom Arbeitgeber gestellt, nach nicht mal drei Monaten verloren oder geklaut oder wasweißich. Weg! Da sah ich was komisch aussehendes unter der Bank. Mein Handy! Mein Schchchatzzzzz! Auf dem Gesicht lag es im Dreck, das arme, unter der Bank, Gott sei dank, weil so ein scheißteures Ding ist ja doch recht Einsteckattraktiv.

Noch völlig unter Strom kam ich dann doch erst sehr kurz vor knapp beim Hersteller an, wahrscheinlich bin ich nur deshalb nicht schon vormittags über der x-ten Requalifizierung irgendwelcher Depyrogenisierungstunnel eingeschlafen.

Abends der nächste Schreck: ein (e-)Brief von einem Inkassobüro. Eine nicht näher spezifizierte Forderung über 250 Kronen, dazu 2,23 Kronen Zinsen und 437,50 (!!!) Eintreibungsgebühr. Ganz ehrlich, wären es 50 oder 70 Kronen extra gewesen, hrmpf, aber das hätte ich bezahlt (nachdem ich rausgefunden hatte, was die 250 Kronen eigentlich waren). Aber 437,50??? Hallo? Als Gebühr bei der 1. Mahnung??? Äh, nein. Aber ich verlasse mich ja nicht auf mein Bauchgefühl, habe in lovdata nachgeschaut (ein Hoch auf meinen Paragraphenreiterjob!) und werde nun morgen, wenn ich mich nicht mehr so kolossal aufrege, dem Inkassobüro mein „Guten Tag, GEHTS EIGENTLICH NOCH BEI EUCH???“ in freundlicher und auf diverse Paragraphen verweisend schicken. Eben habe ich schon die 250 Kronen plus Zinsen überwiesen, an die Firma, die ich da versehentlich nicht bezahlt hatte und die mir keine nach Paragraph 9 Inkassolov gültige Mahnung geschickt hat, nicht mal eine ungültige, gar keine, hahaha, Eintreibungsgebühren könnt ihr euch in die Haare schmieren ihr Würstchen.

Tag 1316 – Brot.

Ich fühle mich als wär mein Schädel mit Brot ausgestopft, was läge da näher als die Sonntag gebackenen Brote endlich zu verlinken.

Das war ja so: meine Sauerteige waren sehr hungrig. Sehr hungrig. Ich bin eine schlechte Sauerteigmutter. Aber immerhin hörte ich ihr Rufen nun endlich und versäuerte einfach je 300 g Mehl, dementsprechend hatte ich am Sonntag je 600 g Roggen- und Weizensauerteig. Und keine Ahnung, was ich damit machen sollte. Fragte ein bisschen rum und so wurden es drei Brote. Bei keinem hab ich mich hundertprozentig and Rezept gehalten, aus verschiedenen Gründen, Rohstoffmangel, mangelnde Ressourcen, man kennt das. Jedenfalls backte ich ein Weizenmischbrot mit Roggensauerteig (Chili und Ciabatta), da war ich sogar noch relativ genau mit dem Rezept, mit dem Wasseranteil kam ich jedoch nicht klar, das ließ sich bei mir kaum wirken. Zumindest optisch ist es dennoch ok. Probiert habe ich es noch nicht.

Links.

Rechts.

Auf der anderen (linken) Seite dieses Bildes sowie auf dem oberen Bild rechts ist ein Saaten-Vollkornbrot (Deichrunners Küche). Sieht gut aus und roch gut, probiert ist es aber ebenfalls noch nicht. Ich hatte keine Sonnenblumenkerne und habe stattdessen Kürbiskerne genommen. Außerdem hab ich noch etwa 50 g mehr Weizensauer reingetan. Musste ja weg.

Das dritte Brot (oben in der Mitte) war eher ein Brötchen (das lerne ich auch irgendwann, dass die Rezepte vom Plötzblog tendenziell eher kleine Brote ergeben), ein Müslibrot. Weil ich kein Obst im Brot haben will (und auch getrocknete Früchte im Müsli oft schon schwierig finde), nahm ich 4-Korn-Flocken und Leinsamen und weil ich keine Zeit für „mindestens 8 Stunden im Kühlschrank einweichen“ hatte, wärmte ich die Milch auf ca. 60 Grad auf und weichte dann bei Raumtemperatur ca. 3 Stunden ein. Das klappte sehr gut und das Brot wurde sehr lecker. Könnte nur etwas knuspriger sein.

Ein wenig längere Gare wär gut gewesen. Aber es war eh schon so spät.

So, mehr ist heute nicht mehr drin. Brot im Kopf. Sie verstehen.

Tag 1315 – Arbeiten im Schlafanzug.

Heute also das erste mal mit richtig richtigem Umziehen inspiziert. Das geht so:

  • bis auf die Unterwäsche ausziehen
  • Einen Schlafanzug* anziehen
  • Saubere Socken anziehen und über den Schlafanzug ziehen
  • Darüber eine Jogginghose** und einen Kittel anziehen
  • Haarnetz
  • Saubere Schuhe
  • Und natürlich Schmuck ab, Schminke ab, Hände waschen

Dann ist man fertig um in die Vorräume (!) der Produktion zu gehen. Je näher man dann an kritische Arbeiten kommt, muss man dann wieder Jogginghose und Kittel ausziehen und so eine Art Onesie über den Schlafanzug ziehen, mit oder ohne komplett geschlossene Kapuze, Mundschutz, Handschuhe, Gesichtsschirm, you name it. Und Hände waschen, waschen, waschen, die ganze Zeit. (Dafür schafft es dieser Hersteller mit beeindruckend wenig Händedesinfektion auszukommen.)

Blöd halt, wenn man dann in die Umkleide zurückkommt und die Dame, die die eigenen Anziehsachen im Spind eingeschlossen hat, ist mitsamt Code unauffindbar. Dann muss man nämlich in diesem schicken Dress – Schlafanzug, Jogginghose, Kittel – Mittag essen. In der Kantine. Hurra.

Ansonsten: ziemlich platt. Herr Rabe scheint auch bei den Kindern eingeschlafen zu sein, I might just call it a day.

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* nicht wirklich, aber es sieht so aus.

** auch nicht wirklich, aber es sieht auch so aus.

Tag 1314 – Nackte, dicke…

… Ohren. Herr Rabe hat mir die Piercings aus den Ohren entfernt und bei dem einen ziemlich rumprökeln müssen, weil mein Ohr „zu dick“ sei. Mein Ohr! Am Knorpel! Zu dick! Also bitte.

Jedenfalls sind die Ohren nun nackt. Morgen (und vielleicht auch Donnerstag? Das muss ich noch nachfragen) bleibt auch das Gesicht wieder nackt, ich werde end-sterilisierte Produktion anschauen, es ist ein bisschen aufregend, sowas* machen wir Bio-Menschen ja nicht.

Jedenfalls heute Inspektion, ich habe noch nicht mal Kopfschmerzen, es wird also besser mit der Routine! Leider gemerkt, dass ich noch vieeeel zu langsam bin, ich muss am besten ne halbe Stunde bevor ich was anschauen will, schon drum gebeten haben, sonst warte ich ewig auf die Unterlagen und Leute, die mir dazu was sagen können. Auch neu: der Hersteller schreibt selbst ganz genau auf, was wer von uns angeschaut hat und mit wem wir gesprochen haben. Ich mag das, die lassen das nicht einfach passiv über sich ergehen.

Früh genug zu Hause zu sein, um die Kinder ins Bett zu bringen hatte ich mir total schön vorgestellt, leider war’s dann ziemlich doof, weil Pippi grad wieder so ne Phase hat. Die Phase ist gekennzeichnet durch zwei überaus unangenehme Verhaltensweisen:

  • Ich kann alles alleine entscheiden, aber bei der Umsetzung MUSST DU MIR HELFEN, ELTER!!!
  • Wenn mir nicht sofort jeder Wunsch von den Lippen abgelesen wird, heule ich los, dann sind noch 20 Sekunden bis zum Kreischen und Schlagen.

Ich weiß, es ist ne Phase, jaja, es wird alles besser, aber in dem Moment ist es trotzdem schwer auszuhalten.

So, genug genörgelt, jetzt gehe ich duschen und dann ins Bett. Meine dicken Ohren brauchen ihren Schönheitsschlaf.

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*also irgendwas zum Beispiel autoklavieren**, das können Proteine nicht ab, danach hat man höchstens sehr hart gekochtes Ei.

**unter Druck auf 121 Grad erhitzt

Tag 1313 – Nachgeholt und vorgeholt.

Am Freitag:

  • Personalgespräch gehabt, Routine in der Probezeit. War ganz gut, meine Chefin ist mehr als zufrieden mit meinem Vorankommen im Einarbeitungsplan (ACH!), ich konnte loswerden, was man machen könnte, um Leuten den Start noch ein wenig mehr zu erleichtern, was ich mir für die nächsten drei Monate wünsche und wie ich das angehen will und wo ich mit den Ohren geschlackert habe.
  • Die Aufgabe für den Lead Auditor-Kurs abgegeben, was weg ist ist weg und ich wollte den Kopf freihaben weil
  • Apropos mit den Ohren schlackern: ich freu mich ja schon, dass ich eine ganz eigene SOP schreiben darf, hatte mich auch schon ein wenig gewundert, dass das Tool, dessen Benutzung ich beschreiben soll, noch gar nicht existiert und surprise: das Tool soll ich auch erstellen. Also irgendwie. Zur Not in Excel*. Weil aber alle anderen zur Zeit noch viel mehr mit den Ohren schlackern als ich und ich ja bis (festhalten!) Ostern Zeit hab, geht das alles voll klar. Muhahaha. Schlacker.
  • Schlackerdischlacker: nachdem mich meine Chefin morgens noch gefragt hatte, wann ich denn Auditor sein könnte (1-2 Monate dachte ich so, dann auch direkt Lead, weil aus Gründen halt) fragte ich am Nachmittag meine Kollegen, ob ich bei der Inspektion nächste Woche eigentlich ganz selbst Themengebiete bearbeiten sollte. Sie guckten sich seltsam an, sodass ich fragte, ob ich kurz rausgehen soll, dann lachten sie und dann durfte ich mir ein paar Rosinen aussuchen. So schnell ist man halt zum Auditor befördert**.

Kein Wunder dass ich müde bin.

Samstag:

  • Herr Rabe war auf einem Treffen, um eine Konferenz im Herbst zu organisieren. Den ganzen Tag. Ich war also mit den Kindern alleine.
  • Pippi war auf einem Kindergeburtstag eingeladen. Einem 4. Geburtstag und der Zwillingsbruder des Geburtstagskinds geht in die andere KiTa-Gruppe, weshalb quasi der ganze Kindergarten eingeladen war. Pippi machte allerdings im Vorfeld nur Scheiß, sodass wir viel (!) zu spät zu Hause loskamen, dann noch ein Geschenk besorgen mussten (es wurde so ein Glitzer-Glubschaugen-Tier, Pippi hat’s ausgesucht und das Geburtstagskind hatte auch direkt Glitzer-Herzchenaugen, insofern immerhin ein Erfolg) und 20 Minuten zu spät kamen. Vielleicht lags daran, aber die folgenden 1,5 Stunden redete kaum jemand mit mir. Ich hatte ja noch die Hoffnung gehabt, dass ich Pippi einfach dalassen kann und mit Michel zur Bibliothek fahre, aber alle anderen Eltern aus Pippis Gruppe waren auch da und dann bin ich sicher nicht die, die ihr Kind ablädt und „Tschöhö!“ in den Raum ruft, bevor sie jubelnd von dannen zieht. Dafür hatte ich halt Michel dabei, der dann den Doppel-4. Geburtstag rockte. Zwischendurch verwandelte er sich kurz in einen brüllenden Dino, worauf ich ihn in die Küche zog und er sofort sagte, es sei zu laut und die kleinen Kinder so wild. Ach ja, I feel you, Michel. Nach kurzem Kuscheln ging es dann aber wieder und er musste kein Dino mehr sein. Nach dem Geburtstag hatte ich jedenfalls zwei Zuckerselige Kinder im Auto, die dringend mal ein Päuschen brauchten und so fuhr ich mit ihnen nach Jessheim.
  • Weil ich möglicherweise am Dienstag meine Piercings aus den Ohren nehmen muss, aber Montag die Piercer in Oslo alle nur bis 18 Uhr offen haben, musste ein Plan her. Der Plan war, die Piercings vorsorglich entfernen zu lassen und zu fragen, wo ich Werkzeug herbekomme, um das in Zukunft selbst zu machen. Dann sagte der Piercer aber, das könne ich auch alles selbst machen, also auch das initiale Entfernen und was ich dafür bräuchte. Danach hatte ich ein ärgerliches Fehlberatungserlebnis im Baumarkt mit einem Typen, der zwar keine Ahnung hatte, aber mir meine Aussage, was ich bräuchte, trotzdem nicht abkaufte. Naja. Nachdem der weg war, kaufte ich was ich brauchte.
  • Pippi schlief die ganze Zeit über im Auto. Wie ein Stein. Sehr niedlich. Dafür gab es dann natürlich Gehampel beim ins Bett bringen, bis ich (vor ihr) und einschlief.

Heute:

  • Sehr viel gebacken***
  • Gebügelt
  • Wäsche gewaschen, aufgehängt, zusammengelegt, verräumt
  • Körperpflege
  • Nägel lackiert
  • Sämtliche Outfits für die nächste Woche herausgesucht
  • Etwas gearbeitet****
  • Jetzt viel zu spät ins Bett.

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* klar kann ich sowas in Excel erstellen, aber das muss ich ja dann auch validieren (Inspektør for life!) und hui. Ostern ist ja gefühlt auch schon sehr bald.

** ich muss allerdings alles noch viel genauer aufschreiben als eh schon, weil ich als Observatør angekündigt bin, das heißt, ein anderer Inspektør muss die Verantwortung übernehmen, dass ich das alles ordentlich durchgegangen bin. Machen die natürlich nicht, wenn ich mit halbgaren Unterlagen ankomme.

*** mehr dazu morgen, mit Fotos

**** jaja, aber ich brauche die Checklisten eben morgen

Tag 1312 – Hoffentlich hilft‘s.

Bei den Kindern eingeschlafen, erst wach geworden als Herr Rabe nach einer mittleren Odyssee wieder zu Hause war und sich wunderte, wo seine Familie ist. Dann auch erst die drülfzig Nachrichten gelesen, die er geschrieben hatte. Hups.

Mit ein bisschen mehr Glück als heute komme ich dann morgen früh auf elf Stunden Schlaf, das reißt vielleicht ein bisschen was raus.

Tag 1311 – Ich möchte das nicht!

Immer müde sein. Also abends. Beim Bloggen einschlafen. Beim Fernsehen einschlafen. Beim Kinder ins Bett bringen einschlafen.

Vor allem ist hier auf dem Blog nix los, dabei sind die Tage voll, voller, am vollsten, heute allein vier Dinge die berichtenswert wären, aber nee, mir fällt beim Tippen das Handy aus der Hand aufs Gesicht, so müde.

Jetzt also weder A- noch B-Mensch. Morgens nicht aus dem Bett kommen *und* abends um neun aus den Latschen kippen.

Hoffentlich kommt bald mal der Frühling und zaubert das weg.

Tag 1310 – Warnix.

Ein paar Stichpunkte zum Tag:

  • Arzttermin im Krankenhaus wurde spontan abgesagt. Voll schön. Vor allem weil mir die Arbeitszeit trotzdem bis auf eine Stunde flöten ging, immerhin war ich um acht noch zu Hause, ich sollte ja um viertel vor zehn im Krankenhaus sein. Ich könnte mich immernoch aufregen. Zumal ich noch nicht weiß, wann ich stattdessen antanzen darf.
    Mein Arbeitsrechner, auf dem gestern zeitweise gar nix ging, worauf ich ziemlich angepisst den Support anrief, würde über Nacht wundergeheilt. Die Frau vom Support war’s jedenfalls nicht, sagt sie.
    Heute den halben Tag die Hausaufgabe für den Lead Auditor-Kurs runtergetippt den anderen halben Tag die Inspektion nächste Woche geplant. Mein Plan ist, die Hausaufgabe morgen vor halb elf abzuschicken, dadurch hätte ich nicht nur ein, nein gleich zwei Wochenenden ohne schlechtes Gewissen, das wäre schon sehr schön.
    Allerdings durch letzteres erst spät zu Hause gewesen, da schlief Pippi schon. Michel bastelte mit Herrn Rabe an einem magischen Friedens-Konfettipanzer:
  • Jetzt ist Pippi natürlich wach und hungrig, aber ich falle gleich um. Tjanun.

    Tag 1309 – Diesdas.

    Bis grade gearbeitet und weil ich dachte, Abweichungen schrieben sich vielleicht einfacher mit etwas Muse, hatte ich dazu ein Bier. Hahaha. Das nächste Mal verzichte ich auf die Muse aus der Dose, die Abweichungen sind eh alle etwa so: „Die Routinen für XYZ des Betriebs sind mangelhaft (Beobachtung abc, Gesetzname Paragraph Dings, GMP Teil 1/2 Punkte Bums, Annex Tralala Punkte bla).“ Dann folgt noch eine Einstufung der Abweichung, dafür haben wir strikte Kriterien und der Hersteller hat dann je nachdem kürzer oder länger Zeit, die Abweichungen zu korrigieren. Jedenfalls – das klingt alles ziemlich trocken, aber immerhin werde ich schneller im Suchen nach den entsprechenden Vorschriften und Gesetzen und Richtlinien. Und mir macht es ja auch Spaß, ich geb’s ja zu, es ist schon spannend, aus einer Beobachtung, die, (frei erfunden jetzt, ne?) lauten könnte „Im Schrank im Produktionsbereich befand sich eine Tonne mit Wirkstoff. Dieser war seit 2015 abgelaufen, Retestdaten konnten nicht vorgelegt werden.“ den Kern der Sache rauszukitzeln und dann entsprechend mit Vorgaben zu untermauern. Geht’s mir um’s Abgelaufen, ums „stand im Produktionsbereich“, ums fehlende Retesting? Kann ich das mit anderen Beobachtungen verbinden, hat die Firma vielleicht insgesamt Schwächen beim Aussortieren abgelaufener Produkte? Sie sehen, alles spannend.

    Davon abgesehen: Abendschichten bis halb elf muss ich jetzt nicht dauernd haben. Ich schieb es auf den IT-Support, mit dem ich heute eine Stunde lang telefonierte, was aber mehr oder weniger erfolglos blieb. Heute morgen war die Computersituation wieder so schlimm, dass ich gar nicht arbeiten konnte und dann eben direkt anrief statt einen halben Tag Däumchen drehend auf eine Rückmeldung per Mail zu warten. Nach der Stunde konnte ich immerhin irgendwie und langsam arbeiten, in einem hakeligen System, das sich sehr nach Notlösung anfühlte. Aber arbeiten. Sonst wäre der Rechner wohl heute ernsthaft aus dem Fenster geflogen.

    Nachmittags die Kinder abgeholt. Ist auch mal ganz schön. Ich hab die nämlich sehr gern, alle beide. Michel hat Pippi heute, als sie ausrutschte und aufs Ohr fiel, ein Kühlpack geholt, das war schon sehr niedlich – und Pippi so überrumpelt, dass sie sofort zu Weinen aufhörte. Sehr praktisch. Michel hingegen kam mit eher unschönen Geschichten aus der Schule, da werde ich mal lose dranbleiben, wenn sich da was festfährt, kann ich die Löwenmutter nicht lange bändigen, das kann ich jetzt schon sagen. Es ist zumindest gefühlt ein schmaler Grat zwischen dem Kind das Gefühl geben, dass es gut und richtig war das zu erzählen, dass man es versteht und mit ihm traurig und sauer ist, dass ALLE ein paar der Kinder IMMER TOTAL DOOF SIND heute bei der einen Sache was doofes gemacht haben, dabei aber nicht kopflos werden und wütend die anderen Eltern anrufen oder gar die anderen Kinder beleidigen. Dabei finde ich die Aktion, wenn sie so lief wie Michel es erzählte (daran zweifle ich nicht, möglich ist, dass die anderen Kinder eine andere Wahrnehmung der selben Geschichte hatten), echt richtig kacke und gemein und rücksichtslos und es macht mich wütend, dass Kinder manchmal so kacke sind zueinander, aber ändern kann ich es auch nicht, deshalb bin ich ganz Zen. Wooozaaaa.

    Jetzt Schlafen. Morgen stehe ich, weil unter 6 Stunden Schlaf Folter für mich ist, ganz großzügig erst um sechs auf. Wow.

    Tag Dings, äh, 1307?

    Liebe alle,

    Viel zu müde für 12 von 12 oder sonst irgendwas. Gegen Mittag eingesehen, dass ich ums Triptan nicht drumrum komme, genommen, jetzt immer noch Watte im und um den Schädel und einfach so, so, so müde. So müde. Müdemüde. Muss schlafen.

    Sind eh nur acht Bilder bisher und die sind auch doof, so.

    Müde.

    Nachti.