Tag 2285 und 2286 – Erwachsen.

Gestern waren Herr Rabe und ich auf einem 40. Geburtstag. Vorher waren wir auf dem Jubiläumskonzert der Kulturschule, unserem jüngsten Spross und vielen anderen Sprössen zuhören. Das war wie sowas halt ist, ich glaube allerdings, viele meiner Schulkonzerte damals waren deutlich schlimmer für die Anwesenden. Oder zumindest durchwachsener. Jedenfalls fühlte es sich schon sehr erwachsen an, bei sowas im Publikum zu sitzen. Danach lieferten wir Pippi bei der Babysitterfamilie ab (Michel war schon da, der wollte nicht mit zu dem Konzert), atmeten (völlig sinnloser weise, wie sich herausstellen sollte) jeder einen Dönerteller ein, weil es in der Einladung geheißen hatte, man solle lieber nicht hungrig kommen, es sei kein Fest mit gedeckter Festtafel und Reden, ich machte aus dem Elter-auf-Musikschulkonzert-Make-Up mittels Dunkelblau-Lila Glitzer, Silber-Lila Glitzer, Lidstrich und Rotglitzer-Lipgloss in Windeseile ein Party-Make-Up und dann waren wir mit unter zwei Stunden Verspätung (welche Party geht denn auch um 19 Uhr los???) bei unseren Corontänefreunden.

Da waren so viele Leute, man kennt das ja gar nicht mehr, und es gab sowohl Umarmungen als auch Händeschütteln. Seltsam, aber, ich muss gestehen, auch schön. Normal. Außer dass die Einstiegs-Gesprächsphrasen allerorten verschiedene Variationen von „Und, wie macht ihr das mit Büro in Zukunft?“ waren.

Die Party war sicherlich gelungen. Es war ein Doppel-40ster, halb nachgeholt (H. ist schon letztes Jahr 40 geworden) wegen Pandemie. Mir hat das Fest neue Life-goals beschert, denn unsere Freunde waren tatsächlich nur Gastgeber auf ihrem Fest. Durch Zufall hatten sie, als sie ein Partyzelt mieten wollten, jemanden aufgetan, der ihnen noch einen Haufen weitere Dinge geliehen und sogar Arbeitskraft gestellt hat, sie hatten also einen Foodtruck (!), eine kleine Bar mit Bier vom Fass (und sehr viel anderem, sehr viel gefährlicherem Zeug), Partyzelt, einen Haufen Türstehergrills, Stehtische, Bierbänke, sowie Rolf, der hauptberuflich Leute abfüllt und Jakob, der hauptberuflich hinter vollen Leuten herräumt. Es gab Musik und gut gelaunte Gäste und ich musste die ganze Zeit daran denken, wie toll das sein muss, am nächsten Morgen aufzustehen und es klebt wenigstens nicht jeder Quadratzentimeter, weil Rolf, nachdem er ein Tablett Whisky Sour-Shots vorbereitet hat, in der Küche hinter sich aufräumt und alle Flächen abwischt. Egal, was das gekostet haben mag, das war es ganz sicher wert. Jetzt muss ich nur noch bis in dreieinhalb Jahren meinen Freundeskreis verzehnfachen und unsere Wohnfläche am besten gleich mit. (Spaß. Das wären mir viel zu viele Leute auf einmal, ich kann mich nicht zu so vielen gleichzeitig verhalten und habe den Abend über nur mit ca. 15 Leuten überhaupt interagiert, von denen ich bis auf zwei vorher schon recht gut kannte.) Wenn Fest im eigenen Haus, dann so. Erwachsenen-Version von Party, gewissermaßen.

Überhaupt war das alles recht erwachsen. Alle unsere Freunde sind halt um die 40, wir ja auch, die sehen alle aus wie Consultants und Büroangestellte und WIR JA AUCH. Und dann springen sie rum zu Ska von vor 20 Jahren und wir auch. (Mein Beckenboden weint, da war er bestimmt auch nicht der einzige.)

Besonders erwachsen war sicherlich, vorher schon das Taxi zu ein Uhr bestellt zu haben (geteilt mit Freunden), sonst hätte das noch sehr unerwachsen eskalieren können. So ging es uns (mir?) zwar auch schon mal besser an einem Sonntag, aber auch schon wesentlich schlechter. Leider weiß ich ja auch, dass ich auch ganz ohne Alkohol nach so einem Fest gerne mal im Eimer bin, da ist dann auch fast schon egal, ob der Kopf zusätzlich dick und der Kreislauf im Keller ist.

Schön war das. Ich bin zu selten unter ausschließlich gut gelaunten Leuten.

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