Tag 2359 und 2360 – Urlaubsvorbereitungen und sonst nix erzählenswertes.

Morgen fahren wir für eine gute Woche nach England, die Schwägerin besuchen. Wir sind teilweise deswegen schon sehr aufgeregt. Andere Teile sind tiefenentspannt, wie immer also.

Gestern war ich zu spät im Bett zum Schreiben.

Ansonsten beschäftigen mich grad Dinge, über die ich nicht schreiben kann oder eher möchte (klar kann ich). Aber es sind andere Leute involviert, oder ich würde meine Kinder beschämen oder Ähnliches, all das möchte ich nicht im Internet breittreten.

Krieg ist auch immer noch und ich hoffe wirklich, dass der Kriegsverbrecher und alle seine Kriegsverbrecherkumpels, Kriegsverbrecherhandlanger, Kriegsverbrechen Ausführende und diese ganze Propagandamaschine gleich mit sehr bald ganz achtsam aus dem Fenster fällt, ganz zufällig versteht sich, tragischer Unfall und so weiter. Es ist so abstoßend furchtbar, dass mir dazu die Worte fehlen und ich Nachrichten nach wie vor nur wohldosiert aufnehmen kann, bevor ich wieder irgendwas belangloses über irgendwelche Sportlerfamilien lesen muss um die Angst zu verscheuchen.

Tag 2358 – Lecker Urlaub.

Yeeeaahhh, ich habe Urlaub. Seit viertel nach fünf und bis Ostermontag habe ich frei, frei, FREI!

Herr Rabe und ich läuteten das mit einem sehr ausgiebigen Essen ein, fünf Gänge, alle lecker*, sponsored by Herr Rabes Arbeitgeber – Weihnachtsgeschenk 2020. Eigentlich wollten wir das schon vor Weihnachten machen, aber dann kam Omicron und die komplette Restaurantgruppe machte bis Ende Januar zu. Aber jetzt ist ja Corona vorbei, zumindest hier, zumindest gefühlt. Alles geht wieder und wir haben als Paar auch Bedürfnisse, die die letzten zwei Jahre geradezu bizarr kurz gekommen sind. Also jetzt. Der Babysitter hat auf die Kinder aufgepasst und um neun waren wir auch schon wieder zu Hause, rund gefuttert und zufrieden. Herrlich.

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*den Blauschimmelkäse kann ich nicht beurteilen, das ist eins der wenigen Dinge, die ich nicht essen kann. Mein Gehirn signalisiert da einfach „ACHTUNG, DAS IST SCHLECHT GEWORDEN!!!“ und das war’s dann, mich schüttelt es schon bei dem Gedanken.

Tag 2357 – Nicht viel zu erzählen.

Da ich immer noch sauer auf den Cellobogenversand bin, habe ich das heute alles umorganisiert und mit England telefoniert und hoffe jetzt, dass da was besser klappt, mehr dazu später. Der Cellobogenversand kann übrigens nicht so ganz glauben, was ich schreibe und bat um Seriennummern der Bögen – keine Ahnung, wo die ihre Seriennummer haben, falls sie eine haben, die nicht nur auf der Verpackung steht und ich hab sie ja schon zurück geschickt, insofern wird das schwierig. Weshalb ich noch sauerer bin als eh schon weil mir scheinbar auch noch unterstellt wird, ich könne möglicherweise keinen Geigenbogen von einem Cellobogen unterscheiden. Ersatz wird wohl auch „bis zu zwei Wochen“ dauern, weil man ja erst untersuchen muss, ob ich nicht vielleicht einfach total picky und auch dumm bin, steht schließlich Violin bow auf der Verpackung.

Jedenfalls war das auch schon das spannendste von Heute. Ach ja – ich hab auch noch die Bank angerufen, bei denen die Geldwäsche-Alarmglocken schrillten aufgrund einiger Transaktionen auf meinem Konto. Wenn ich nicht anriefe, schrieben sie, müssten sie alle meine Konten sperren. Es lag sogar ein Schrieb bei, in dem in den schillerndsten Farben ausgemalt wurde, wie unbequem ein Leben ohne Zugriff auf Bankkonten ist. Jedenfalls habe ich da angerufen und gesagt, dass ich kein Geld wasche. Das wurde mir, zumindest von der Dame am Telefon, auch geglaubt und ich warte jetzt einfach erst mal ab. Angeblich ging es gar nicht um Geldwäsche, sondern auf dem online-Schema (das ich schon im Februar ausgefüllt habe) stünde nicht, ob man eine „politisch exponierte Person“ sei. Nun ja, ich bin keine und bin auch sicher, dass ich das dauernd überall in online-Schemata angebe, aber nun gut.

Tag 2355 – Kein Geigenbogen.

Heute kamen Bogen Nummer 5 und 6 an und traten ziemlich sofort den Rückweg wieder an, denn man hatte mir Cellobögen in Geigenbogenhüllen geschickt. Das klingt lustig, ist es aber eigentlich nicht.

In der Mitte ein Geigenbogen. Man sollte auch als Laie erkennen können, wie viel massiver die Spitze bei den Cellobögen ist.

Morgen in der Mittagspause (einer Inspektion, aber so what, auch Inspektørinnen haben ein Leben neben der Arbeit) rufe ich den Laden an und wenn sie nicht diese Woche noch Ersatz geliefert bekommen, können sie es einfach gleich lassen. Was für ein Saftladen.

(P.S. ich könnte das vielleicht noch verzeihen, wenn es sich um exotische Instrumente handelte, oder um spottbilliges Zeug. Es ist halt weder noch.)

Tag 2354 – Schlechte Ideen für 9000.

Ich wäre jetzt bereit für eine Fanfare, Trommelwirbel und Champagnerdusche, denn ich habe die Steuererklärung fertig und abgeschickt. Deshalb werde ich jetzt zu wenig Schlaf bekommen, aber dafür ist die Nachzahlungskuh vom Eis und zu einer Rückzahlungskuh geworden.

So richtig die Korken knallen noch nicht, Herr Rabe muss nämlich noch.

Lessons learned:

  • Man kann nur 10 Belege pro Eintrag hochladen (blöd bei 11 bezahlten Monaten Hort/Kindergarten. Müssen sie halt jetzt so glauben oder Belege nachfordern.)
  • Aus irgendeinem lustigen Grund habe ich alle Schulden und Herr Rabe keine. Dafür habe ich auch alles Vermögen, bis auf Cardos. Man könnte das sicher irgendwie beides aufteilen, aber ehrlich gesagt ist mir das dann doch zu viel Gehampel. Bei den Banken sind wir beide auf beidem registriert und gemeinsam veranlagt werden wir bei der Steuer ja auch, insofern… pfft. (Leider habe ich netto dann ganz schön viele Schulden. Tja.)
  • Der eine Punkt ist „verdipapirfonds“ und der andere „IPS/IPA“
  • Man muss zwar alle Fonds einzeln eintöckeln, die werden dann aber eh zu einem Eintrag zusammengezogen, weil sie ja alle in der gleichen Bank liegen. Vielleicht 2023 mal probieren, ob wer meckert, wenn man nur die Gesamtsumme angibt.
  • IPS: Beträge zusammenrechnen. Außerdem nach dem Eingeben „flere opplysninger“ anklicken. Dann kann man auch andere Länder angeben. (Früher gab es sowas wie „IPS i utlandet“, aber das ist der neuen Selvangivelse wohl zum Opfer gefallen. Ich meckere nicht, die neue ist im Grunde schon besser, weil zugänglicher und aufgeräumter. Aber dafür sind halt diese ganzen Unterpunkte weg, bei denen man, so lange man des Lesens und Verstehens des veileders mächtig war, jeden mehr oder weniger seltsamen Fall angeben konnte.)

Tag 2353 – Da waren’s nur noch zwei.

Nach einer weiteren Probesitzung mit den Bögen habe ich einen aussortiert, der, zusammen mit dem, der sich nicht entspannen lässt, nun die Rückreise an den Händler antreten wird. Ich will auch keine neue Ware für den, der sich nicht entspannen lässt, das ist jetzt halt Pech, Schicksal, ein Zeichen oder etwas dergleichen.

Bis jetzt gefällt mir (natürlich, wie sollte es auch anders sein) der teuerste am besten, aber es kommen ja noch zwei, in die ich auch große Hoffnung stecke. Zu denen dann später.

Zurück zum Laden fährt nun der Coda bow Joule. (Und der Diamond SX, aber den konnte ich ja nicht ausprobieren.) Das ist ein Bogen, der eigentlich für elektrische und/oder 5-saitige Violinen entwickelt wurde und aus solchen auf den tiefen Saiten leichter einen volleren Klang herausholen soll. Dazu ist er eher steif und vor allem hat man ein wenig Gewicht aus dem Frosch entfernt und in die Spitze gepackt, wodurch der Schwerpunkt des Bogens verschoben ist und man auf den tiefen Saiten nicht so sehr gegen die Schwerkraft anstreichen muss. Wobei man ja auch dazu sagen muss, dass wir bei Bögen generell nicht von Unterschieden von 150 g vs. 250 g sprechen, sondern eher so von 58 g vs. 62 g. Der Coda bow Joule wiegt 2,4 g weniger als mein Holzbogen (gemessen auf der Küchenwaage, die aber eine Genauigkeit von +- 0,2 g verspricht, aaaaaber die auch noch nie rekalibriert wurde), aber trotzdem hatte ich das Gefühl, mit dem Bogen schnell müde im Arm zu werden. Die ansonsten marginal einfachere Spielbarkeit im Vergleich zu meinem Holzbogen (Schroetter, übrigens, falls das wen interessiert, massenproduzierte, okaye Anfängerbögen) rechtfertigt für meine Bedürfnisse und mit meinem Blick auf meinen Geldbeutel die Ausgabe für den Joule nicht, also weg damit.

Ich habe übrigens Videoaufnahmen von allen Bögen, gespielt durch mich, die ich nicht anschaue, weil mich das gruselt. Angst, dem eigenen und komplett gnadenlosen Blick und Gehör zum Opfer zu fallen, ist ein Ding.

Begeistert bin ich von dem neuen Case, das ist mal ein wirkliches Upgrade von meinem alten. Da kann ich mir immerhin vorstellen, dass man in sowas eine Geige verschicken kann (was nicht heißt, dass ich das deshalb auch machen würde, solange ich nicht unbedingt muss).

Tag 2352 – Nicht die Terrasse.

Vier der Geigenbögen kamen heute an. Zwei sollten vorgestern angekommen sein, zwei gestern, alle kamen also heute. Nun gut. Jedenfalls hatte ich das Paket, das vorgestern hätte ankommen sollen, schon kritisch beäugt und es kam, wie es kommen musste: morgens im Zug, auf dem Weg zur Arbeit, begannen die SMS einzutrudeln, dass sich das Paket endlich bewege. Zoll hier, Transit da. Nun war ich ja leider auf dem Weg zur Arbeit und die Homeofficezeit der Nachbarn ist ebenfalls vorbei. Mit den Rentner-Nachbarn bekam ich keinen Kontakt, die schliefen bestimmt noch. Also gab ich bei DHL an, das Paket möge bitte „an einem sicheren Ort“ deponiert werden, nämlich auf der Terrasse. Unsere Haustür kann man nämlich aus allen möglichen Richtungen sehr gut sehen (teils aus 200 m Entfernung) und wir haben nicht mal die symbolische Hürde eines Gartenzaunes oder so, nichts, einfach reinmarschieren und das sauteure Paket mitnehmen, merkt keine*r. Ich schrieb zum Terrassenwunsch noch dazu, wie man auf die Terrasse kommt. Parallel nahm ich mir vor, nach dem Mittagessen nach Hause zu fahren, weil mir auch die Terrasse nicht so der allersicherste Ort zur Aufbewahrung wertvoller Gegenstände erscheint.

Nun ja, ich kam nach Hause, DHL hatte mir vorher eine freudestrahlende „Geliefert!“ Nachricht geschickt und gleich den Servicefragebogen hinterher. Mich erwartete das Paket auf der kleinsten Terrasse der Welt.

Man muss dazu sagen, dass das Auto ja erst mit mir gekommen war. Ich frage mich ja schon ein bisschen ob DHL nicht gleich noch ein Schild mit „Klau mich!“ hätte dranmachen können.

Nun ja, es ist ja alles noch mal gut gegangen und die Servicefragebogenmail hatte ich auch noch nicht geöffnet, das lief für DHL eher nicht so wie erwartet, würde ich sagen.

Michel war etwas irritiert, dass zwei Bögen (und ein Case) in einem derart riesigen Paket kommen. Die anderen zwei Bögen (geliefert an Post im Rema, weil, Überraschung! So Packboxen nicht dimensioniert für einen Meter lange Pakete sind) kamen aber in einem nicht wesentlich kleineren Karton.

Von den 4 Bögen ist einer nicht benutzbar, weil der schon „entspannt“ so gespannt ist, dass es mir zu viel ist. Weiter entspannen geht auch nicht, vermutlich ist einfach der Frosch falsch montiert.

Die anderen drei und meiner:

Zu den Bögen muss ich morgen mehr schreiben. Das Case ist aber auf jeden Fall ein Behalte-Gegenstand, das ist super.