Wir waren sehr fleißig an diesem Wochenende. Nachdem ich ja schon die Treppe geschrubbt hatte, hat Herr Rabe an der Treppe den… Dingensbaum beschnitten (er hat mir gesagt, was das ist, ich habe es sofort vergessen). Jetzt sieht er etwas struppig aus, aber das wird schon wieder, der wächst wie Unkraut. Und man kommt jetzt auch an die Rückseite des Treppengeländers. Ansonsten hat Michel geholfen, die Pömpel (Stolpen? Säulen? Die Pömpel halt, auf denen der Balkon steht) auf der Terrasse abzuwaschen und danach einen Teil der Terrasse geschrubbt. Ich habe den Großteil der Pömpel fertig abgewaschen und Herr Rabe hat einen Großteil der Terrasse geschrubbt, dafür aber den (natürlich vorhandenen) Kärcher mit Aufsatz benutzt. Den er mir zu benutzen ausgeredet hatte, weil irgendwas mit der ist zu aggressiv. Ich hätte da jetzt rein manuell mir den Muskelkater meines Lebens dran geschrubbt, aber na gut.
Heute habe ich dann die Pömpel, das Treppengeländer und einen Teil der Treppe mit Chemie gegen Algen und Pilze eingepinselt. Das Treppengeländer hat nämlich Algen, die Pömpel haben teilweise Stockflecken (an der Wetter-zu-aber-Sonne-abgewandten Seite). Herr Rabe hat, mit Pippis Hilfe, den Esstisch abgeschliffen (da hatte jemand unter anderem seinen Namen reingeritzt, aber ein Hoch auf den Massivholztisch, den man halt einfach abschleifen und neu ölen kann).
Wir haben jetzt eine Terrasse, die überraschend hell braun ist, eine Treppe, die noch heller braun ist, und tatsächlich weiße Pömpel. Und einen Namensfreien Esstisch.
Ich habe auch noch die Details am Telefonbänkchen in einer Kontrastfarbe angemalt. Ich sage mal so: ich bin sehr froh, dass ich das selbst gemacht habe, weil das erstaunlich schwer war oder ich mein Talent für sowas gnadenlos überschätzt habe, oder beides. Jedenfalls habe ich das jetzt ganz selbst verhunzt und es sieht jetzt eben sehr selbst gemacht aus und ich kann es auf niemanden schieben außer mich selbst. Tjanun.
Nach Chemie und Farbdämpfen war meine Migräne von heute Morgen komplett eskaliert und der restliche Tag war für mich sehr langsam. An der Migräne bin ich selbst schuld, denn zum Serienfinale von Good Omens, das Herr Rabe und ich gestern Abend geguckt haben, habe ich zwei Gläser Weißwein getrunken. Allerdings halfen heute null Medikamente, das ist neu. Und nicht zu empfehlen. Immerhin war der Wein lecker und das Serienfinale hat die Geschichte wohlverdient abgerundet. Ich habe am Ende sehr viel rumgeheult, wie immer, wenn rührende Dinge im Fernsehen passieren. Also der Abend war schön, die Strafe dafür heute nicht so.
Jetzt ist Michel bei seinem Kumpel und guckt Fußball. Herr Rabe und Pippi sind auf dem Sofa und gucken Fußball. Ich gucke kein Fußball. Den vierjährlichen Zyklus totalen Fußball-Hypes habe ich wirklich nicht vermisst. Natürlich gönne ich es Haaland und Co und von mir aus können alle so viel Fußballfans sein wie sie wollen (solange es friedlich bleibt und keine fremden Hecken angepinkelt werden*), ich beteilige mich einfach nicht.
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*Herr Rabe und ich haben mal in einer WG gewohnt, die in Bielefeld genau an dem Weg liegt, den Fans vom Bahnhof zum Stadion (Alm) gelenkt wurden. Da ist auf dem ganzen Weg nicht übermäßig viel Vegetation, aber vor dem Küchen- und Wohnzimmerfenster der WG ist eine einsame Hecke. Und Bier will raus. Wir sahen in der Zeit, in der wir da wohnten, sehr sehr viele Leute in die Hecke pinkeln. Eine Mitbewohnerin, die Fotografie studiert hat, hatte dazu sogar mal ein Kunstprojekt, wo sie eine Kamera am Küchenfenster aufgestellt hatte, und immer wenn man nen Heckenpinkler gesehen hat, konnte man auf den Auslöser drücken. Sie hat das dann zusammengestellt zu einem Werk. Hach ja. Das waren gute Zeiten.