Tag 2508 – Käsefest.

Die LAN-Party war ein voller Erfolg, denke ich, es ging sehr friedlich zu und die „ES LAAAAAAGGT!!!“-Rufe hielten sich in Grenzen. Es gab außerdem sehr viel Pizza, viel zu viel, könnte man sagen, denn jetzt ist ziemlich viel Pizzateig in unserem Gefrierschrank. Wir müssen auch erst mal keine Pizzasoße mehr machen, so ca. bis 2025. Worum ich mir allerdings keine Sorgen mache, dass es weg kommt, sind Möhren, Paprika und Käse. Krümelkäse geht ja zu ca. allem und macht alles auch besser. Und kalorienreicher, aber vor allem besser.

Nächstes mal weniger Pizzateig, viel weniger Pizzasoße und dafür wesentlich mehr Snackgurken. Diese Mini-Salatgurken gingen weg wie nichts.

(Leider war der Tag eingerahmt von doofen Dingen. Ich habe mir schon wieder in den Finger genäht, dieses Mal mit Blut und einer abgebrochenen Nadel. Abends habe ich aus Gründen neue Dichtungen für den Badewannenstöpsel bestellt. Aber beides sind andere Geschichten.)

Tag 2507 – Shopping.

Unsexy Shopping allerdings. Ich habe eingekauft für die LAN-Party morgen, die der Schulelternrat für die Schüler*Innen der 5.-7. Klassen ausrichtet. Ich bin für‘s Essen zuständig, es gibt Pizza. Pizza machen kann ich, theoretisch, praktisch kann ich doch sowas nicht für 20 12-Jährige! Wahrscheinlich haben wir von allem viel zu viel oder viel zu wenig, ich möchte heulen, das wird bestimmt ein Disaster.

Warum melde ich mich immer wieder zu solchen Aktionen freiwillig? Ich hab doch auch so schon genug zu tun.

Tag 2506 – Hust.

Michel hat sich neulich im Stoffladen in den Kopf gesetzt, ein Kuschelkissen aus extrem flauschigem Kunstleder in hellblau haben zu wollen. Dass es Kunstleder ist, war Herrn Rabe gar nicht klar, und der war mit Michel im Stoffladen und ließ sich breitschlagen. Zum Glück habe ich allerdings Ledernadeln geerbt, weshalb das kein Drama war. Was niemandem klar war, war dass das Zeug an den Schnittkanten höllisch fusselt. Aber Michel ist ein guter Staubsaugerhalter. Trotz sofortigen Versäuberns musste er den Staubsaugerrüssel quasi vor meine Nase halten, damit ich nicht jede Menge winziger Plastikfussel einatmete. Einige kamen aber doch in Hals und Nase an und kratzen seitdem da rum. Das ganze Gefussel stresste mich so sehr, dass ich mir in die linke Zeigefingerkuppe nähte und nur dank der dicken Hornhaut vom Geige spielen an der Fingerspitze kein Blutbad veranstaltete. Jetzt ist da eine Kerbe in der Hornhaut, aber sonst nichts. Es hat nicht mal geblutet, gerade so. Gelernt habe ich: die Ledernadeln sind scharf. Kunstleder mit Flausch fusselt absurd. Weil Flausch auf Flausch auch rutscht, kann Michel das nicht selbst. Michel sollte nicht in Stoffläden gelassen werden. Und wenn ich Lungenkrebs kriege, weiß ich wenigstens, warum.

Der Stoffrest wohnt jedenfalls erst mal in einer zugeknoteten Plastiktüte.

Michel ist sehr happy mit seinem Kissen. immerhin etwas.

Tag 2504 – Zipperlein.

Inspektion erledigt, ich denke, alle Beteiligten können zufrieden mit sich sein.

Ich bin auch wieder zu Hause, habe zwar letzte Nacht besser geschlafen, aber mich trotzdem heute sehr gefreut, dass ich hier Wärmekissen und Voltaren habe. Geige spielen ging überraschend gut, scheinbar brauche ich da nicht den Teil vom Nacken, der weh tut.

Herr Rabe hat übrigens Gefrierschulter, frei übersetzt (Frozen Shoulder). Das dauert, geht aber wieder weg. Heute gab es eine Cortisonspritze direkt ins Gelenk.

Wir werden ja alle nicht jünger, ne?

Tag 2503 – Muss schlafen.

Ich habe furchtbar schlecht und zu kurz geschlafen und wachte mit Nackenschmerzen aus der Hölle auf. Dann inspizierte ich und morgen werde ich wieder inspizieren und ich hoffe sehr doll darauf, dass ich diese Nacht besser schlafe und mein Nacken morgen bitte bitte wieder in Ordnung ist. Ich verspreche auch hoch und heilig, mich morgen Nachmittag vom Auto aus um eine neue Matratze zu kümmern. Ehrlich wahr. (Bin Beifahrerin, keine Sorge.)

Tag 2502 – Plantschen.

Pippi hatte von gestern auf heute das erste mal Übernachtungsbesuch, nämlich das eine Nachbarsmädchen. Da wurde sehr viel gequatscht und gekichert und es gab einen Film und Popcorn und bis alle schliefen war es elf, aber das muss ja irgendwie auch so. Das Nachbarsmädchen ist eine sehr angenehme Hausgästin. Und so schnell war Pippis Zimmer noch nie aufgeräumt, wie nach der Ansage „Wenn L. hier schlafen soll, muss da aber aufgeräumt sein!“.

Heute Morgen beim Frühstück erbettelten die Kinder sich dann Schwimmen. Also in erster Linie unsere eigenen Kinder, aber das Besuchskind fragte, ob sie auch mitkommen kann. Ich fragte, ob sie schwimmen könne, ja klar sagte sie, also durfte sie von uns aus mitkommen. Pippi kann nicht schwimmen und Michel kann grad so gut schwimmen, dass man nicht mehr permanent Angst haben muss, dass er absäuft, sobald man kurz den Blick von ihm abwendet. (Dass er inzwischen überhaupt so gut schwimmen kann verdanken wir der Schule und dem eisernen Willen dieses Kindes, das das unbedingt wollte.) Da können wir nicht noch die Verantwortung für weitere Nichtschwimmerkinder übernehmen. Aber das Nachbarsmädchen kann schwimmen, ziemlich gut sogar, und durfte auch von ihren Eltern aus mit (und dann gab es noch einen Eklat, weil das andere Nachbarsmädchen mitbekommen hatte, dass wir schwimmen gehen wollen, und quasi schon dabei war, ihre Sachen zu packen, aber die kann eben nicht schwimmen und auch ihre Eltern hielten das für gar keine gute Idee). Und siehe da: Pippi kann fast schwimmen, also sie treibt sehr schön im Wasser, kommt auch gut voran, sie muss nur noch lernen, den Kopf zu heben. Aber schnauzeln Schnorcheln geht super. Die Mädels pendelten zwischen Rutsche und „dem warmen Becken“ (so ein Spaß/Therapiebecken, das an einem Ende 0,90 m und am anderen 1,90 m tief ist, also eher flach), Michel pendelte zwischen Sauna, Dampfbad, Tauchbecken, 1 m-Brett und Spielgerätdingsbums (so ein aufblasbarer Hindernisparcours, der auf dem Wasser schwimmt), wir Erwachsenen pendelten den Kindern hinterher und als alle hungrig waren, fuhren wir nach Hause. Da waren die Kinder auch ziemlich im Eimer, nach wenig Schlaf und Schwimmen, und bei Pippi gab es dann ein paar Tränen, als sie sich vom Nachbarsmädchen trennen musste, aber alles in allem war es ein echt schönes Wochenende und den ersten Übernachtungsbesuch für ein Kind haben wir auch gut gemeistert, finde ich.

Tag 2501 – Lang her.

Der Tag hat halt nur 24 Stunden. Das Projekt ist nur zu 95% fertig und zu 0% tragbar, weil ich keinen Reißverschluss mehr hatte und weil das ein zusammengesetztes Teil (aus einem verlängerten Hosen- und einem verkürzten Oberteilschnitt) ist, konnte ich auch bis zum Schluss höchstens raten, wie lang ein Reißverschluss sein muss. 60 cm.

Die Hosenbeine sind inzwischen auch gesäumt. Es fehlt nur noch der Reißverschluss.

Ich denke, damit ich damit auch selbst aufs Klo gehen kann, wird es kein nahtverdeckter Reißverschluss. Irgendwas mit einem ausreichend großen Zipper, den ich hinterm Rücken selbst finde. Vielleicht finde ich ja sogar was verzierendes.

Das war schön und man verlernt das auch nicht so schnell. Leider lernt man auch nichts dazu. Aber! Es ist mir das erste mal gelungen, vernünftige Armlöcher zu nähen. Yeah!

Tag 2501 – Lang her.

Der Tag hat halt nur 24 Stunden. Das Projekt ist nur zu 95% fertig und zu 0% tragbar, weil ich keinen Reißverschluss mehr hatte und weil das ein zusammengesetztes Teil (aus einem verlängerten Hosen- und einem verkürzten Oberteilschnitt) ist, konnte ich auch bis zum Schluss höchstens raten, wie lang ein Reißverschluss sein muss. 60 cm.

Die Hosenbeine sind inzwischen auch gesäumt. Es fehlt nur noch der Reißverschluss.

Ich denke, damit ich damit auch selbst aufs Klo gehen kann, wird es kein nahtverdeckter Reißverschluss. Irgendwas mit einem ausreichend großen Zipper, den ich hinterm Rücken selbst finde. Vielleicht finde ich ja sogar was verzierendes.

Das war schön und man verlernt das auch nicht so schnell. Leider lernt man auch nichts dazu. Aber! Es ist mir das erste mal gelungen, vernünftige Armlöcher zu nähen. Yeah!

Tag 2500 – Unentschlossen.

Hier war heute großes Kinderdrama, es ist eine kaputte Brille involviert und ein aggressiver Vater (nicht Herr Rabe, der ist nur gewalttätig gegenüber virtuellen Figuren, die in der PlayStation wohnen) und ein Kind, das einem nur leid tun kann. Die ganze Geschichte war mittendrin einfach nur wtf, im Nachhinein ist sie traurig. Immerhin rückt es das Weltbild, wie man selbst im Vergleich zu anderen Eltern wohl so abschneidet, wieder ein wenig zurecht. Und das ganz ohne Twitter…

Ansonsten habe ich heute eine leicht seltsame Einladung bekommen, und jetzt kann ich mir bis Dienstag überlegen, ob ich mich und die Kinder nächste Woche Sonntag aufbrezeln möchte, um dann in Oslo zu schwören, dass ich mich an die Gesetze halten werde.

Programm für die Einbürgerungszeremonie.

Nachdem ich neulich schon meinen deutschen Pass an die Botschaft geschickt habe*, samt Brief in astreinstem Bürokratendeutsch, einfach weil ich’s kann und mag, wäre das dann wohl der letzte Schritt der Einbürgerung.

Seit langem mal wieder Stoff zugeschnitten und ich glaube, ich hab dann doch beim Muster einen Denkfehler gemacht. Merke, erst schneiden, dann Freitagabendbier. Aber ich habe mir neulich auch so schöne neue Stoffe gekauft, ich möchte da wieder mehr reinkommen.

Punkte!

Meine Freundin M. (formerly known as Nähmutter) hat nämlich Stoffe designt, und der schönste war nach zwei Tagen schon ausverkauft, weshalb ich schnell den zweit- und drittschönsten gekauft habe.

___

*Wenn man durch den Erwerb einer anderen Staatsbürgerschaft, ohne dass zuvor eine Beibehaltungsgenehmigung erteilt wurde, die deutsche Staatsbürgerschaft verliert, muss man das der passausstellenden Behörde anzeigen. Diese kann die ausgestellten Passdokumente einziehen. In meinem Fall bedeutete das, dass ich die Botschaft angerufen habe, die mich bat, den Pass, den Personalausweis und einen formlosen Brief in dem ich anzeige, nun nicht mehr deutsch zu sein, einfach an sie zu schicken. Das Tat ich, nur der Brief wurde eben eher förmlich.