Tag 2164 – What a day.

Ich gewann den Augenarzttermin. Das war etwas chaotisch alles und ich die schlimme Karrieremutti, die nebenher an Meetings teilnimmt, weil ich nicht mit dem Verabreichen von Augentropfen inklusive Zeit, bis die wirken, gerechnet hatte. Fazit des Augenarztes: weiter Brille tragen, Stärke passt noch, und „Sie ist sehr bereit für Schule, oder?“. Hmmja, ist sie.

Arbeit, da IT-Dings und überaus schlecht gelaunter Kollege.

Zwischendrin (also wirklich quasi im Wortsinn, Meeting zu Hause angefangen, im Auto und in der Schlange weiter geführt, kurz ausgemacht und beim anschließenden Warten im Wartezimmer und auf der Rückfahrt weiter teilgenommen) Dinge getan, von denen ich den Eindruck habe, dass sie nicht passiert sind, wenn man keine Bilder davon postet:

1. Impfdosis.

Ich hatte meine Hausärztin nämlich angeschrieben, nachdem ich herausgefunden hatte, dass man besser nicht zeitlich rund um eine OP geimpft werden sollte, eine OP aber gleichzeitig das Risiko, schwer an Corona zu erkranken, erheblich (wenn auch vorübergehend) steigert. Meine Hausärztin hat dann beim Impfzentrum angerufen, die bestätigt haben, dass ich damit sozusagen der Gruppe „18-44 mit Vorerkrankungen“ zugerechnet würde, die… schon fertig ist mit Impfen. Das Impfzentrum rief mich also an und gab mir einen Termin, aber so richtig konnte ich das erst glauben, als mein Arm anfing, weh zu tun.

Anekdote: unerwartete Fragen, die mir gestellt wurden. 1. „Nehmen Sie Betablocker?“ 2. „Sind Sie Links- oder Rechtshänderin?“, 3. „Schlafen Sie auf dem linken Arm?“

Den Termin zur Zweitimpfung nehme ich erst ernst, wenn sich der Tag nähert. In den letzten Wochen wurden hier mehrmals die Impfintervalle geändert und Termine verschoben und weiß nicht was… kann ja auch gut sein, dass, wenn im Juli alle außer uns verreist sind, Leute zur Zweitimpfung nicht auftauchen und sie dann andere terminlich vorziehen. Who knows, insofern beschäftige ich mich mit dem Termin noch nicht wirklich.

Naja, danach jedenfalls weiter Arbeit, dann Kindergartenabschlussfest. Die Vorschulkinder bekamen ihre Mappen mit ausgewählten Kunstwerken ausgeteilt, es gab Pølse, Kuchen und Eis und 6 (Vorschulgruppe plus Michel) aufgekratzte Kinder, die auf Zucker und Aufregung durch den „Apfelgarten“ sprangen. Pippi tanzte und sang ein improvisiertes Stück vor und auch in der kurzen Rede für jeden erwähnte Tante E. Pippis große Kreativität. Die schäumt halt den ganzen Tag vor Ideen, es kommt immer Geräusch aus dem Kind und still sitzen ist auch nicht so ihres, aber sie kann die Energie wirklich gut in Kunst aller Art kanalisieren, ist Melodie-, Text- und Choreografiesicher (alles keine Selbstverständlichkeit mit 5, 15 oder 50!) und liebt es, eine Bühne zu haben. Hoffentlich kann sie sich das bewahren.

Ich werd den Kindergarten ein bisschen vermissen, aber ich freue mich auch drauf, kein Kindergartenkind mehr zu haben.

<3 bester Kindergarten.

Nach Hause, 18 Minuten Geige Kurzprogramm (16 Minuten Vibrato-Übung „Katze quälen“ und Rieding op. 35 2. Satz zum Anwenden) und auf zum Tanzen. Ja, das soll man nicht, und liebe Kinder, do not try this at home or at all, man soll sich schonen nach der Coronaimpfung. Aber außer Aua im Arm und absurdem Durst fühlte ich mich ok, und ich bin sehr unflexibel und das Tanzen war geplant, also fuhr ich wieder zum Kindergarten und wir tanzten auf der Wiese und drehten davon ein Video. Derweil regnete es. Doll.

Beweisfoto „Wir sind härter als das Wetter, WIR SIND MODERNE VOKSEN“.

Voll dramatisch so, im Regen. Aber immerhin hielt das Make-up, bis auf den Maskara hatte ich eigentlich nicht damit gerechnet. Und eigentlich war das so sogar besser als zum Beispiel Sonne bei 30 Grad, wo man sich dann auch um neun Uhr abends noch kaputt schwitzt und auf dem Video alle gegen die Sonne blinzeln.

Danach Dusche, ein wohlverdientes Eis im Bett, und jetzt gedenke ich mich der impf- oder Uhrzeitbedingten Müdigkeit hinzugeben. Auf meinem linken Arm schlafe ich eher nicht, denke ich, aber sonst geht’s echt grad. Und nicht mehr so viel Angst davor haben müssen, dass ich mich im Krankenhaus (wir erinnern uns, die Krankenhausangestellten tragen nicht alle immer Maske) mit Covid anstecke und postoperativ richtig fett krank werde, das ist auch sehr viel wert. Husten ist bestimmt auch nicht toll für ne Wunde oder frische Narbe am Hals. Jetzt noch Daumen drücken, dass Delta nicht einmal durch Norwegen eskaliert.

Tag 2163 – Zu müde.

Heute: Arbeitarbeit (blöde, sinnlose Aufgabe ist fast fertig, ehrlich, so 95%), am Ende ein wichtiges Meeting. Ein neues Schülerkonzert (Seitz op. 13), das ich gestern schon mal zur Orientierung durchgespielt hatte, angefangen, ordentlich zu bearbeiten. Abendspaziergang mit Sammeln von allerlei Grünzeug für die Schweinchen, die jetzt wieder täglich gefühlt ihr Körpergewicht an verschiedenen UnKräutern und Gräsern verdrücken und mich gierig anquietschen, sobald ich zur Haustür reinkomme. Badewanne, Steuer 2018 und 2019 und dann 2018 noch mal, weil ich den falschen Umrechnungskurs genommen hatte. Jetzt ist aber mal gut mit Steuer, echt mal.

Einer von uns muss morgen um 8 mit Pippi beim Augenarzt sein und wir haben noch nicht besprochen, wer das übernimmt, morgen früh um sieben können sich also zwei müde Eltern darum prügeln. Yeah.

Tag 2162 – Schon wieder nix zu erzählen.

Ich prokrastiniere heftig eine Aufgabe, die ich schon seit einem Jahr machen muss. Sie fühlt sich sinnlos an, deshalb landet sie auf der Prioritätenliste immer wieder ganz hinten, aber meine Chefin drängelt und es wär ja auch schön, das endlich abzuhaken… aber es ist so sinnlos. Hrmpf.

Ansonsten gibt’s nicht neues. Tote Hose, Neuigkeitsmäßig. Selbst die Pandemie, so sagt man, ist in Norwegen vorbei. Keine MNS mehr, man darf wieder bis 24 Uhr Alkohol trinken und das VERBOT, mehr als 10 Leute zu sein, ist zu einer Empfehlung heruntergestuft. Ich scherze nicht. Nur Homeoffice bleibt, aber es sind ja eh fast Ferien.

Tag 2161 – Nein, nein, nein.

Nein danke, ich möchte keinen Story-Beitrag erstellen. Was soll das überhaupt sein? Ist auch egal, ich bin ja hier nicht zum Geschichten erzählen.

Pippi ist weiter in der Vorschul-alles-Verweigerungs-Phase. Hoffentlich ist die bald vorbei.

Michel hatte Musikhausaufgaben auf und sollte Fragen zu seiner Lieblingsmusik beantworten, unter anderem, ob die in ihm Gefühle auslöst. „Nein.“ schrieb er. Ich musste ein bisschen lachen und ich glaub da auch nicht dran, aber benennen kann er die Gefühle halt nicht. Ich finde das auch eine ziemlich persönliche Frage für eine Hausaufgabe. Aber immerhin ist Michel sein nicht ganz alterstypischer Musikgeschmack nicht unangenehm. Es hat auch Vorteile, wenn einem ziemlich egal ist, was andere über einen denken. Möge es weiter für ihn mehr Vor- als Nachteile haben.

Viel Arbeit (vor allem drülfzig sehr unterschiedliche Aufgaben) will noch vor dem Urlaub erledigt werden, das macht meine Lunte etwas kurz. Merke ich selbst. Noch ca. eineinhalb Wochen…

Tag 2160 – Nachdenklich.

Jedes Wochenende machen wir eine To-Do-Liste. Bei mir steht jedes Wochenende so ziemlich das gleiche drauf: Meerschweinchen sauber machen, Blumen gießen (also alle, die nur wöchentlich gegossen oder sonstwie gewässert werden, wie zum Beispiel die Orchideen), Brot backen. Herr Rabe hingegen hat immer große Pläne und macht dann was anderes. Die Pläne bleiben aber auf der gemeinsamen Liste stehen und verursachen bei mir Stress. Warum? Darüber muss ich nachdenken.

Immerhin ist jetzt die Hecke an der Seite, an der wir sie vermutlich behalten werden, jetzt radikal und hoffentlich heilsam beschnitten.

(Weiterhin habe ich heute beide Kinder ins Bett gebracht und da ich ja nicht an zwei Orten gleichzeitig sein kann, habe ich erst Pippi vorgelesen, ihr dann gesagt, dass ich wieder zu ihr komme, wenn ich Michel vorgelesen habe, dann Michel vorgelesen und als ich wieder nach Pippi schauen ging, schlief sie schon. Jetzt habe ich ein bisschen ein schlechtes Gewissen, und gleichzeitig freue ich mich ungemein, dass immerhin eins meiner Kinder alleine einschlafen kann, wenn es glaubt, es käme noch mal jemand wieder. Ich kam ja auch, aber halt zu spät. Danach legte ich mich übrigens wieder zu Michel, der kann das nämlich nach wie vor nicht.)

Tag 2159 – Pandemieschäden.

Also… nicht dass ich vor der Pandemie komplett, äh, normal gewesen wäre, ne? Und wer ist überhaupt normal und so weiter und so fort, schon klar. Aber ich fürchte echt, wenn wieder normales Leben sein soll, muss ich ganz behutsam wieder eingegliedert werden oder mir neue Strategien gegen zu viele Eindrücke auf einmal zulegen. Das klingt jetzt lustiger als es ist.

Die vollständige Geschichte geht nämlich so: wir mussten heute ein paar Dinge einkaufen, die wir hier im Ort nicht oder nur mit Gerenne bekommen hätten, also fuhren wir nach Jessheim. Alle, weil sowohl Herr Rabe als auch ich nicht dem jeweils anderen das Besorgen spezifischer Dinge auftragen wollten. In Jessheim ist das große Einkaufszentrum, da hat man alles an einem Ort, ist ja auch praktisch. Aber herrje, so viele Leute (Spoiler: gemessen an Prä-Pandemie gar nicht viele). Wir hatten schon einiges vorbestellt, das dann nur noch abgeholt werden musste, und wir wussten exakt, was wir brauchen, deshalb war der Besuch sogar relativ kurz, trotzdem hätte ich mich am Ende am liebsten irgendwo weinend zusammengerollt vor Überforderung. So viele Stimmen, Geräusche und Gerüche. Kinder rufen, Babies schreien, Leute reden, Durchsage, dass Elias seinen Papa sucht, verbrannter Käse, Kaffe, Parfüm, Musik, MamaichmussaufsKlojetztsofort… und nichts davon kann ich mehr ausblenden. Alles kommt gleich laut und gleich wichtig in meinem Kopf an. meine Batterie muss auch ne Macke haben, die war nach drei Minuten leer. So leer, dass sich mein eh schon schlechter Orientierungssinn schlussendlich komplett auflöste und ich, als ich kurz alleine (im Auftrag der Grundschulklasse) unterwegs war, völlig sinnlos um und durch das Gebäude lief und den Weg zum Kramsladen, zu dem ich wollte, ums Verrecken nicht fand. Trotz Infotafeln.

Im Auto wäre ich danach schon beinah eingeschlafen, zu Hause schaffte ich es grad noch so ins Bett, stopfte mir die NC-Kopfhörer in die Ohren („hypnotisch repetitive Musik“ ist ein wirklich gutes Heilmittel bei Stress bei mir) und döste eine Stunde vor mich hin. Danach ging es wieder, obwohl mir immer noch die Ohren klingeln. Aber hui, das war wirklich ganz kurz vorm Überforderungs-Heulkrampf. Das letzte Mal hatte ich das bei Michels (Kinder-)Geburtstag so krass. Davor… beim Sommerfest des Inspektorates 2019. In solchen Situationen wird alles einfach zu viel, und es zieht immer gleich noch einen Sozialkater nach sich.

Das wird ein Spaß, wenn potentiell wieder jeder Tag so wird. Hahaha. Ohje.

Angedachte Strategien bisher: NC-Kopfhörer und gegebenenfalls Sonnenbrille. Man kann Sonnenbrille auch in Einkaufszentren tragen, was solls, halten mich halt alle für so komisch wie ich bin. Besser als nach einer Stunde Einkaufen eine Stunde schlafen zu müssen. Aber was mache ich, wenn ich unter Menschen bin, mit denen ich auch kommunizieren muss/sollte? Huff.

(P.S. ja, ich hab drüber nachgedacht, ob mein Gehirn vielleicht nicht auf die gleiche Art funktioniert, wie bei den meisten Leuten. Sogar so konkret, dass ich Diagnostik beantragt habe. Die wurde im ersten Anlauf aber abgelehnt und meine Hausärztin riet dazu, vor einem neuen Antrag erst mal die Schilddrüsen-OP abzuwarten, nicht, weil sie denkt, dass die irgendwas ändern wird, aber weil die Medikation in meiner Akte für die zuständige Stelle ein Ausschlusskriterium sein kann. Insofern… warte ich halt. Eine andere Möglichkeit als über und durch die offizielle Stelle gibt es leider realistisch gesehen in Norwegen nicht.)

Tag 2157 – Hoppla, eingeschlafen.

Tja, also dieses Sport ist halt schon anstrengend. Ich hab danach noch etwas arbeiten wollen, da das aber nur lesen von Richtlinien war, war es nicht spannend genug und ich bin darüber eingeschlafen. Hups.

Gestern war ein guter Tag mit ausgesprochen guten Neuigkeiten, aber so ganz traue ich mich noch nicht, es auszusprechen, Näheres also in einer Woche.

Jetzt muss ich erst mal sehr viel Wasser in mich hinein füllen, ich hab gestern beim Sport so dermaßen geschwitzt, dass ich mich heute fühle wie eine Trockenpflaume.

Tag 2156 – Schon wieder nichts zu erzählen.

So ist das manchmal, und eigentlich gibt es ja auch definitiv schlimmeres.

Ich kann mich ja auch nicht dauernd aufregen, zum Beispiel über den europäischen Impfausweis, inzwischen bin ich bei den meisten Dingen sehr abgestumpft. Sind halt bald/demnächst/irgendwann überall Wahlen, ne?

(Ach, was wird das schön, wenn wir dann demnächst wieder versuchen können, das Klima zu retten.)

Tag 2155 – Kurz-vor-Ferien-Alltag.

Ach so, ja, vielleicht sollte ich auch auf Veröffentlichen klicken, das könnte helfen.

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Hier passiert nichts spannendes. Wir arbeiten so herum, dann holt Herr Rabe die Kinder ab, wir fahren sie (dienstags) beide zeitgleich zu unterschiedlichen Aktivitäten, ich gehe in der Zeit einkaufen und manchmal zur Apotheke (heute wieder, weil bei 4 Tabletten am Tag eine 100er-Packung halt nur für 25 Tage reicht). Besonders war heute, dass Michel noch Sommerabschluss mit dem Korps hatte (und da Cola trank, und dann schlecht schlafen konnte) und Pippi beim Tanzen gefilmt wurde. Alle Kurse filmen diesen Sommer ihre Choreografien, und zwar draußen. Statt Show im Theater mit Publikum* – ich begrüße das sehr, aus verschiedenen Gründen.

Weiterhin war für heute Gewitter angekündigt, mein Kopf möchte auch gerne, dass das endlich runter kommt, der ist nämlich seit heute Mittag schon kurz vor Migräne, aber es kommt einfach nicht.

Geige gespielt, deutliche Fortschritte bemerkt. Viel bessere Klangqualität, und ich beginne zuversichtlich zu werden, dass auch mein 1. Finger irgendwann in der Lage sein wird, ein Vibrato zu erzeugen. Möglicherweise sollte ich mir aber tatsächlich mal langsam nen neuen Dämpfer anschaffen (mein alter war Kolophonium-verkrustet), meinem linken Ohr zuliebe.

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*ich glaube nicht, dass Infektionsschutz seitens der Veranstaltenden eine große Rolle bei der Entscheidung zu Film statt Show gespielt hat, muss ich leider sagen. Der Infektionsschutz da ist nach wie vor ein schlechter Witz. Aber wir sind ja auch in Norwegen, wo es keine Aerosole gibt und am Wochenende die Pandemie – die hier auch gerne mal Epidemie genannt wird – schon quasi abgeblasen wurde, bevor dann hektisch zurückgerudert und richtig gestellt wurde, weil nix vorbei ist, auch wenn wir zur Zeit auf einem guten Weg sind (was wiederum nichts mit überragendem Infektionsschutz zu tun haben kann, denn der ist hier einfach nicht allzu dolle. Das einzige was wir sehr konsequent haben ist Homeoffice. Alles andere haben wir nicht/nur lokal/nur eingeschränkt.)