Tag 1536 – Kuuuscheln!

Ich liege zwischen den Kindern im großen Bett, anders ließ sich das nicht lösen, dass beide mit mir kuscheln wollten (und ich ja ich mit ihnen). Wir sind heute pünktlich beim Hersteller losgekommen und durch ein bisschen Glück war ich schon um zehn nach sieben und nicht, wie befürchtet, um halb neun oder so zu Hause. Und jetzt sind hier diese kleinen Menschen und ich bin so froh, die zu haben, ich könnte einfach heulen.

Vielleicht war das eine sehr anstrengende Woche und vielleicht bin ich im Grunde einfach total fertig.

Eventuell.

Tag 1535 – Tick, Tick, Tick…

Heute viele Dinge abgehakt. Viel geprökelt und ein paar Kleinigkeiten zutage gefördert, wie das halt so ist, als Inspektørin.

Mir macht das tatsächlich Spaß, am liebsten ist mir wenn ein bisschen Fahrt in die Sache kommt und man von Sache zu Sache springt und zurück und am Ende hat man hoffentlich mehr geschlossene als lose Enden. Klingt verwirrend, aber mit einem einigermaßen organisierten Notizensystem geht das ganz gut.

Nur zu erzählen hat man halt nix. Also nix, was man ins Internet schreiben darf.

Jetzt Bett. Schlafen wird schön. Das Kasernenbett ist nämlich wirklich gemütlich.

Tag 1534 – Welcher Tag ist noch mal?

Mittwoch. Oha, schon 3/5 Inspektion rum und gefühlt noch nix geschafft.

Man muss wahrscheinlich ein bisschen verrückt sein, um diesen Job zu mögen.

Der Tag begann mit äußerst geringem Wasserdruck in unserem Hotel, und bei meinem Kollegen, der ein Stockwerk höher wohnt, machte es gar nur Schluuurrrrrps in der Leitung und es kam kein Tropfen raus – Wasserrohrbruch in kommunaler Leitung. Vom Frühstück nahm der Kollege dann ein Glas Wasser mit, damit er sich wenigstens die Zähne putzen konnte. Bei mir reichte es fürs Zähneputzen, aber Hände waschen war schon mehr Geduldsprobe als alles andere. Tjanun.

Dann Inspektion, Inspektion, Sendung-mit-der-Maus-Feeling, Inspektion, Pizza, Inspektions-Nachbesprechung.

Köpper ins Bett und kurz ein bisschen schlafen.

Diese Woche kein Sport weil hahahahahahahaha.

Nächste Woche wird dagegen wahrscheinlich sogar halbwegs entspannt. Vielleicht kaufe ich vorher noch so ein Nackenhörnchen, dann kann ich auf meiner einstündigen Zugfahrt pro Weg schon mal vorschlafen.

Ich werd jetzt schlafen und von Stillingsinstruks und Site Master Files träumen.

Tag 1533 – So aufregend!!! (2.)

Ich würde ja gerne von meinem Tag berichten, aber das ist alles ganz geheim, leider. Aber es war total spannend, ich habe Maschinen gesehen, die ich noch nie von so nah gesehen habe, so nah, ich hätte den Arm reinstecken (und derbe zerquetscht bekommen) können! Abgefahren! Ich komme kaum drüber weg.

Außerdem hatten wir Glück und ein Reaktor war schon leer, aber noch nicht sauber gemacht und wir durften mal richtig den Kopf reinstecken. (Allerdings, naja, das ist im Prinzip auch halt einfach ein übergroßer Thermomix.)

Allerdings bin ich nach Begehung von halb zehn bis viertel vor fünf, unterbrochen nur von Mittagessen, auch völlig fertig. Platte Füße und im Kopf gut durchgerührt.

Tag 1532 – So aufregend!

Leute, ich liebe diesen Job, auch wenn er anstrengend ist, aber ich bin morgen wieder quasi live bei der Sendung mit der Maus dabei, es ist so spannend!!! Hoffentlich erwischt mich keiner, wie ich fasziniert mit leuchtenden Augen vor den Abfüllanlagen stehe und vor lauter BOAAAHHHH gar nicht weiß, was ich fragen soll.

Des Weiteren mache ich „lustige“ Ausflüge in die Hotels Norwegens, diese Woche sind wir in einem sehr alten Gebäude und das sieht auch genau so aus. Nen Spiegel (außer im Bad) gibt es nicht, auch keinen Schrank und kein Bügeleisen, ich habe eben also extra heiß geduscht und dann meine leicht kofferzerknitterte Bluse in den Wasserdampf gehängt, auf das sie morgen wieder halbwegs glatt sei.

Jetzt liege ich sauber und warm im Bett und merke, dass ich gestern Nacht total beschissen geschlafen hab, also sage ich lieber gute Nacht!

Tag 1531 – Fertig. Und wach.

Ich! Habe! Einen! Mantel! Genäht!

Hat ja auch nur 10 Monate gedauert, obwohl man ja schon zugeben muss, dass von Januar bis Ende September da rein gar nichts dran passiert ist.

Foto gibt es noch nicht, Sie müssen mir das vorläufig einfach glauben. Vielleicht kriege ich im Hotel morgen was fotografiert, oder ich müsste meine Kollegen bitten (not gonna happen), wir werden sehen. Jedenfalls FERTIG!

Außerdem war heute Michels Kindergeburtstag in der Turnhalle, aber das war so entspannt, dass es sich kaum lohnt, darüber Worte zu verlieren. Mir graute davor wirklich, einfach wegen der Menge Kinder (11) aber die spielten und tanzten ganz zufrieden und es war wirklich einfacher als zu Hause, schon allein weil wir null geplantes Programm hatten (das dann ja auch durchgezogen werden will, bei den leicht zwanghaften Migranten).

Vielleicht wurde ich auch gehirngewaschen in den letzten sechs Jahren, schleichend vermutlich.

Gebügelt und gepackt ist für die nächste Woche, eine Woche Inspektion, eine Woche ohne Familie, seltsam, obwohl ich das ja im Mai auch schon mal gemacht hab. Trotzdem – halt seltsam.

Jetzt viel zu spät im Bett, also wirklich zwei Stunden zu spät aber der Mantel ist fertig und gebügelt ist, man kann nicht alles UND ausreichend Schlaf haben, ich jedenfalls nicht.

Tag 1529 – Mehr Alltag.

Viel Kleinscheiß bei der Arbeit weggerödelt, bevor ich zwei Wochen lang quasi nicht im Büro sein werde. Leider hört der Kleinscheiß nie ganz auf und ich und meine Kollegin werden trotz all meiner Bemühungen eben weil wir jetzt zwei Wochen lang nicht da sind eine Frist reißen. Das stresst mich, lässt sich aber nicht (mehr) ändern, die Kollegin hat halt heute ihren eigenen Kleinscheiß gehabt.

Abends mit Michel zusammen auf dem Sofa eingeschlafen, wir wollten uns nur ganz kurz hinsetzen und Zack… aber nur für ca. 30 Minuten, dann war Pippi, die kleine Dreckspatz, mit Baden fertig.

Apropos baden. Die Tage der Kinderklappbadewanne sind gezählt, sie hat einen Riss. Leider geht ja momentan jede Øre die übrig ist aufs Auto-Konto. Ich möchte immer noch so gerne eine Badewanne haben. Und einen Durchlauferhitzer. Und Starkstrom im Bad, für den Durchlauferhitzer. Und überhaupt.

Mit Herrn Rabe „Exit“ geguckt, also zwei Folgen, eine norwegische Serie über superreiche Banker. Das hatte uns die Babysittermama empfohlen, aber vor den ersten 5 Minuten gewarnt, die seien echt übel. Ich sag es mal so: die Norweger sind ja schon irgendwie putzig. Ernsthaft, Ja, also da bumsen zwei recht explizit und man sieht einen erigierten Penis. Huiuiuiuiui. Übel! Penis. Hihi. Die Serie ist auch… naja. Überzogen, dabei aber wenig lustig. Sorry, norwegisches Fernsehen.

Morgen „ausschlafen“. So wie man eben ausschlägt mit Kindern. Aber besser als um halb sechs vom Wecker geweckt werden allemal.

Tag 1528 – Alltag.

Jeden Morgen Einhorn-Eskalation des kleinen Mädchens, das meint, sie bestimme hier alles. Es strengt ein bisschen an. Sehr.

Im Zug geschminkt weil nicht aus den Federn gekommen.

Arbeit, Arbeit, dazwischen kurzes Telefonat mit der Finanzberaterin, so ein Hauskauf sollte bei diversen Dingen Änderungen nach sich ziehen und so ganz frisch gekauft ist das Haus ja nun nicht, ähäm.

Reagiere schon wieder aggressiv auf Nichtigkeiten, offenbar ist 2. Zyklushälfte. Habe also nach einem Jahr mit Spirale keine Periodenblutung mehr, aber literally allen anderen Scheiß, den eins im Laufe des Zyklus so haben kann, inklusive (!) Unterleibs-Krämpfe. Vielleicht rupfe ich das Kackteil auch noch vor dem Termin bei der Gynäkologin von Hand raus (SCHEEEHEEERZ!!!). Weil (tmi, Entschuldigung) mit der Blutung an sich habe ich wirklich keine Probleme, damit kann ich sehr gut leben aber der ganze Rest gibt mir den Rest. Und meiner Umwelt auch, wer will schon sehr regelmäßig mit einem Pulverfass zusammen leben.

Hrmpf.

Morgen noch, dann Wochenende.

Tag 1527 – Endlich wieder 4.

Herr Rabe ist wieder da!

[Hier stand ein langer, jammeriger Text darüber, dass sich dieses Leben im Moment oft anfühlt wie auf einem Ball balancierend mit laufenden Motorsägen zu jonglieren. Aber das wird dann wieder missverstanden und deshalb hab ich’s eben gelöscht. Jetzt ist ja Herr Rabe wieder da und der Ball weg und es sind nur noch brennende Fackeln.]

Heute hatte ich zwei wirklich gute Momente. Einer davon war bei der Arbeit (wir haben zu dritt nach einem echt langen Meeting in einem Raum, in dem wir allen Sauerstoff schon lange weggeatmet hatten, eine Checkliste angesehen, die… naja. Nicht so gut ist). Der andere war, wie sich Michel abends unter der Dusche mit Shampoohaaren einen Iro gestylt und sich ausgiebig Faxen machend in der Duschtür gespiegelt hat. Als wäre ich nicht da. Hach.