Tag 1546 – Abspaziert.

Heute tatsächlich die To-Do-Liste abgehakt, ENDLICH EINEN TERMIN BEI DER PHYSIOTHERAPIE BEKOMMEN ist es denn zu fassen halleloo, aus Gründen unseren Hauskredit untersucht und eine einen Tucken günstigere Bank zwecks Finanzierungsangebot angefragt, an deren Online-Tool gescheitert und dann sogar noch richtig rumgeschlunzt und einfach auf dem Sofa ferngesehen. Wie früher. Das war schön.

Recht wenig getwittert und abends, als ich mal reinschaute, festgestellt, dass das eine gute Entscheidung war, es gibt ja die seltsamsten Seltsamkeiten in diesem Internet.

Mit Herrn Rabe die vierte (und letzte) Folge Queer Eye in Japan geguckt und furchtbar rumgeheult.

Insgesamt ein schöner Tag. Solche Inseln muss ich mir öfter einbauen (und nicht erst wenn es an allen Ecken und Enden blau brennt).

Tag 1545 – Hehre Pläne.

Heute wieder wenig gemacht. Lag aber heute unter anderem an Migräne. Mantel fertig genäht und einen Haufen Blusen und Hosen gebügelt, jetzt bin ich vorerst wieder versorgt. Sowas stumpfsinniges wie Bügeln und Knöpfe annähen geht ja auch mit Matschbirne.

Der Mantel ist sehr schön, sieht laut Herrn Rabe ein bisschen lustig aus, ist, glaube ich, sehr schön warm und – sehr schwer. Überlege, ob ich in der Mitte einmal rundum steppe, damit sich das nicht alles aushängt und unten ausbeult. Hmmhmm.

Pippi ist heute beim Orchideen gießen vom Stuhl gefallen und hat jetzt ne riesen Beule am Hinterkopf. Wir haben ein ernsthaftes Gespräch zu den Themen Orchideenpflege und auf Stühle klettern geführt. Ich hoffe es hilft.

Morgen habe ich frei. Eigentlich habe ich auch Dienstag frei aber das tausche ich eventuell um gegen Donnerstag (Homeoffice) aus Gründen. Jedenfalls, morgen. Ich möchte Sport machen, Mittagsschlaf machen, die Schneckenerde tauschen, aus Gründen die Hausarztpraxis anrufen, aus Gründen die Physiotherapiepraxis anrufen, aus Gründen die Bank kontaktieren, aus Gründen meine ehemalige deutsche Krankenkasse kontaktieren und vermutlich ist dann der Tag auch schon wieder rum und ich werde das Gefühl haben, nichts geschafft zu haben, noch nicht mal, gezielt nichts zu tun. Das wird super.

Möchte außerdem meinen Twitter-Konsum minimal halten, wenigstens an diesen freien Tagen. Das tut mir da alles nicht gut momentan.

Ab ins Bett. Routine ins frühe(re) ins Bett gehen kriegen.

Tag 1544 – Arbeitskater.

Herr Rabe hat heute dieses schöne Wort erfunden, das den Zustand nach sehr arbeitsintensiven Phasen beschreibt. Ich wusste heute nichts mit mir anzufangen, hätte am liebsten den ganzen Tag nur geschlafen, war schon von Minimaltätigkeiten wie „Duschen“ überfordert und hatte auch zeitweise echt schlechte Laune wegen dem allen.

Immerhin habe ich ein wenig genäht und dabei Michel unsäglich gelangweilt (er wollte wohl gerne von mir unterhalten werden, aber ich bin ja kein Clown, nicht wahr?). Zu einer Entscheidung, ob ich eine Kapuze an meinen Mantel mache, konnte ich mich aber nicht durchringen, also habe ich die Naht einfach nur „normal“ geschlossen und nicht mit Fake-Overlock-Stich, denn jetzt kann ich es entweder so lassen oder irgendwann relativ einfach auftrennen und eben noch was anbauen. (Auch entscheiden wollte ich heute nicht. Oder sonst irgendwie an einem Erwachsenenleben teilhaben.) Vorteil an einer Kapuze wären halt Aufhänger*. Nachteil an einer Kapuze wären… es gibt keine Nachteile an Kapuzen.

Hoffentlich geht morgen wieder mehr bei mir. Ist ja nicht auszuhalten, diese Ziellosigkeit.

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*das müsste ich wohl erklären, aber das zeige ich Ihnen, wenn ich Bilder habe, das ist einfacher.

Tag 1542 – Work, eat, sleep, repeat.

Ok, diese Woche ist sogar noch anstrengender als die letzte. Ganz einfach, weil ich um viertel vor sechs aufstehen muss und eineinhalb Stunden Reise zum Hersteller habe. Da bleibt einfach kaum was übrig vom Tag. Zu erzählen hat man auch nix. Dazu trägt bei dass der Körper sein übliches Programm durchzieht und ich hormonbedingt kleineren Säugetieren den Kopf abbeißen möchte.

Passt dann auch zu Halloween.

Aber das mag ich ja eigentlich gar nicht.

Tag 1541 – Keine Filmchen.

Also mit Kollegin Begehung machen ist meist in der eingeplanten Zeit erledigt.

Mit dem Kollegen hingegen…

Vielleicht liegt es auch an mir.

Jedenfalls dauerte das alles viel länger als geplant. Dafür habe ich ganz viel gelernt, gabz ganz viel. Also wirklich viel. (Nachdem übrigens, das muss ich vielleicht dazu sagen, meine YouTube-Suche gestern nicht erfolgreich war und ich am Ende das nötigste aus Werbekatalogen für Tablettenpressmaschinen zusammenkratzte.)

Jedenfalls war der Tag lang und die Beine sind jetzt müde und der Schrittzähler hat von dem ganzen Gerenne nichts mitbekommen, weil er leider im Spind warten musste.

Das Gehirn ist auch müde, aber aufgekratzt.

Hoffen wir mal alle auf guten Schlaf, drücken Sie mir die Daumen, ich kann es echt gebrauchen. Also eine Nacht guten Schlafes.

Tag 1540 – Ermittlungen.

Frau Rabe ist wieder auf Inspektion. Es ist wieder was völlig anderes, wieder ganz geheim und ich muss jetzt ein YouTube-Filmchen gucken über verschiedene Arten von Tablettierungsanlagen. Zum ersten Mal das Gefühl, etwas mehr Pharmazie wär nicht schlecht gewesen so im Studium, andererseits werden Biologika halt einfach nicht in Tabletten gepresst, also YOLO, YouTube, Mut zur Lücke zu doofen Fragen und meine Zeit wird kommen. (Go, norwegische Biologika- und ATMP-Szene, go!)

Tag 1539 – Träume.

Pippi redet im Schlaf.

Pippi weint auch im Schlaf.

Pippi redet nicht sehr deutlich im Schlaf, leider, sonst hätte ich sicher schneller geschnallt, dass sie träumt und gar nicht wirklich „was ist“.

Also außer dass sie nicht auf Bäume klettern kann.

Sie wollte so gerne auf Bäume klettern.

Aber bekam es einfach nicht hin.

Im Schlaf.

Ich wollte ihr helfen. Feuerte sie ein bisschen an. Sagte sie klettere prima.

Aber das half nicht wirklich.

Also fragte ich sie, ob sie aufhören will zu träumen.

Ja.

Ob sie von dem Baum mal runter kommen will?

Ja.

Und im großen Bett schlafen?

Ja.

Aber dann war das Licht zu hell.

Und als ich die Taschenlampe ausgeknipst hatte, schlief sie schon wieder.

Aber ohne Bäume.

Tief und fest.

Tag 1538 – Abschlappen.

Wir haben heute alle eher wenig gemacht, die Kinder quasi gar nichts. Die Kinder weil sie beide ein bisschen angeschlagen sind und morgen zur Schule fit sein wichtiger ist als Sonntags Kastanienmännchen zu basteln, wir weil es nötig war.

Ich habe sehr viel Wäsche gemacht und genäht und war beim Sport.

Herr Rabe hat den Rasen winterfertig gemacht. Wir haben es tatsächlich geschafft, unseren Rasen in diesem Jahr von „Wüste“ zu „Man möchte sich reinlegen“ zu verwandeln und das soll bitte im nächsten Jahr nicht wieder so eine riesige Aktion sein sondern einfach hübsch nachwachsen.

Ansonsten viel Organisationsarbeit, die aber bisher nur in meinem Kopf ist. Wir werden hier mal umstrukturieren müssen, es läuft nämlich eher unrund und knirscht ein wenig im Getriebe, was hauptsächlich daran liegt, dass wir beide glauben jeweils mehr Familienarbeit zu erledigen als der andere. Da hilft leider nix als mal wirklich aufzudröseln, wer was macht, inklusive Zeiterfassung und Zielerreichung. Das klingt furchtbar unromantisch aber so ein ständig auf Halbmast hängender Haussegen ist tatsächlich auch sehr unromantisch und sparkt kein joy.

Endlich gehen die Uhren wieder richtig. Trotzdem muss ich jetzt schlafen, morgen geht es wieder früh raus und für einen Tag inkognito (ich habe die Out-of-Office-Nachricht bis 6.11. eingestellt) ins Büro. Motivation dafür eher gering, aber Tjanun, auch das ist halt manchmal so.

Tag 1537 – Uff, Menschen.

Einen eigentlich netten Abend gebracht, aber uneigentlich gar nicht in der Stimmung gewesen

  • Schon wieder Norwegisch zu sprechen
  • Smalltalk zu machen
  • Generell Menschen zu treffen

Ich war dann auch eher still und dankbar über eine Aufgabe, die sich am besten schweigsam und mit einem großen, scharfen Messer in der Hand erledigen lässt: Kürbis schnitzen. Ich find sowas ja eigentlich doof aber so musste ich wenigstens nicht mit Leuten reden.

Dieser Kürbis hat 4 Gesichter und ich habe noch einen weiteren gemacht.

Nicht falsch verstehen, ich hab die Freunde wirklich gern und auch die Leute die da waren (Freunde und Bekannte) mag ich alle gerne, aber heute war halt einfach ein bisschen viel.

Und dann wieder toben 8 Kinder johlend durchs Haus und ich denke, dass an solchen Abenden vielleicht Erinnerungen bei ihnen gemacht werden, die für immer bleiben.

Ich hoffe es sehr.

(Am Ende ist Pippi auf meinem Arm eingeschlafen. „Mama, ich bin müde, ich will kuscheln und schlafen“, war die Ankündigung. Da platzt ja dann immer noch mein Herz, wenn sie dann auf meinem Arm ganz schwer wird und der Ohrknibbelarm runtersinkt und hach.)