Tag 3600 – Schön, schön.

Die Fotos von unserem Haus sind da und sie sind richtig schön geworden. Also wirklich, ich würde unser Haus sofort kaufen.

Das war übrigens so: ich hatte Meetings bis 14:30. Da habe ich meinen Computer zugeklappt und umgehend das Rödeln angefangen. Der Fotograf war für 18 Uhr angemeldet und naja. Das war ambitioniert. Sehr. Während der Meetings habe ich schon für meine Reise gepackt, sonst hätte das alles im Leben nicht geklappt.

Die beste Mutter war ich Montag auch nicht, im Gegenteil, ich war so unter Strom, dass ich Pippi am liebsten draußen am Trampolin festgebunden hätte. Sie ignorierte unter anderem unser NEIN!!! zu „kann ich eine Klassenkameradin mit nach Hause bringen?“ und als besagte Klassenkameradin abgeholt wurde, war ich auch sehr kurz angebunden der Mutter gegenüber. Die denkt jetzt sicher, ich hab sie nicht alle und bin voll unhöflich. Tjanun.

Michel wurde ein bisschen eingespannt, unter anderem schickte ich ihn mit dem Rad und einer Einkaufliste zum Supermarkt. Dann hatte ich ihn auch von den Füßen, win-win.

Während ich noch im Wohnzimmer am Dekorieren war, klingelte es. Der Fotograf kam einfach mal 15 Minuten zu früh. Das waren dringend benötigte 15 Minuten. Und so kam es, dass ich, während der Fotograf mit einer Drohne ums Haus herum flog, drinnen noch hektisch dekorierte und im Wohnzimmer Teile des Fußbodens (wo nicht, nach wie vor, Kram stand) wischte. Als der Fotograf und Herr Rabe dann nach drinnen kamen und erst mal oben Fotos machten, weil da alles fertig war, schleppte ich alles mögliche (unter anderem drei Stühle, mehrere Kisten, alle möglichen Schuhe, Putzmittel, …) vom Wohnzimmer und Flur nach draußen und stapelte es unter dem Carport. Dann wischte ich den Rest vom Wohnzimmer und den Flur, wobei ich mich ins untere Bad wischte, wo ich dann auch das erste Mal seit Stunden ausatmete aufs Klo ging. Das war so schön.

Aber, huiuiui, keine Zeit. Ich fragte kurz, ob die Herren im Schlafzimmer schon fertig waren und als das mit Ja beantwortet wurde, wechselte ich mein total verschwitztes T-Shirt. Und dann fuhr ich ziemlich unzeremoniell zum Bahnhof. Als das Foto oben entstand, war ich schon am Bahnhof und zehn Minuten später am Flughafen. Oh the joys.

Der Fotograf und Herr Rabe machten noch eine halbe Stunde weiter, aber dann war alles vorbei. Und wir, Herr Rabe und ich, komplett durch.

Tag 3599 – Noch mal Piep.

Inspektion geht eigentlich, aber ich war den ganzen Tag zum Umfallen müde. Es war richtig Arbeit, mich wachzuhalten. Deshalb mache ich lieber jetzt auch das Licht aus.

Nach dem Abendessen habe ich noch einen Spaziergang gemacht, durch diesen Ort, der, laut Einheimischen, nicht wirklich eine touristische Perle ist. Ich lief einfach drauf los und fand Fjord, Hügel, einen Waldweg und am Ende des Waldwegs etwas total spannendes.

Nämlich:

So, äh, schön hier.

Tag 3596 – Räum, räum, räum.

Es wird, es wird. Mit der Hilfe von einem Freund, allen Kindern und leichter Panik wird es langsam hier. Es muss ja auch nur gut aussehen, es muss ja nicht gut sein. Noch nicht.

Ich werde auch nie mehr so Hausanzeigen normal lesen können. Ich werde in Zukunft immer denken, ja, auch da wohnen Leute, die kein Klopapier besitzen. Keine Zahnbürsten. Keine Haarbürsten. Keinerlei persönliche Gegenstände wie Fotos. Keine Telefonliste am Kühlschrank, im für 20 Paar Schuhe dimensionierten Regal stehen 2 paar Schuhe, an der Garderobe hängt eine (1) Jacke. Dafür stehen überall Blumen rum. Blumen im Bad, auf dem Couchtisch, im Flur, in Kinderzimmern. Kinderzimmer generell: hier ein hübscher Teddy, da ein Puppenhaus, vielleicht ein paar Bücher. Diese Kinder haben keine sichtbaren Hobbys mit dazugehörendem Kram. Der Tisch ist gedeckt, alle Tische sind gedeckt, als würde man eine Kompanie zum Essen erwarten, all die Freunde, die man dann ständig zum Essen einlädt, und die essen dann an drei verschiedenen Tischen? Aber in der Küche kann man gar nicht kochen, weil wesentliche Utensilien fehlen. Ok, vielleicht liegt irgendwo hübsches, buntes Gemüse auf einem Brettchen, mit einem einzigen Messer. In einer Schale liegen unmotiviert Äpfel oder Erdbeeren oder Zimtschnecken, daneben noch mehr Blumen und vielleicht ein Weinglas? Warum nicht. Handtücher liegen ordentlich gefaltet… auf der Waschmaschine. Wo sonst. Leben wie im Katalog, nur schlimmer.

Ich habe Lust, den Prozess zu trollen, und zum Beispiel dafür zu sorgen, dass auf jedem Bild die selbe Blume zu sehen ist. So richtig Katalog wird das hier eh nicht, es ist ja zum Beispiel überall Lego und die Bücher, die zum dekorieren bleiben durften, sind auch zu 90% irgendwelche Nerd-Literatur.

Vielleicht kauft ja eine nerdy Familie das Haus. Das wäre schön.

Tag 3595 – Uhhhlala.

Burlesque-Show Nummer 2 in meinem Leben überstanden und, da mag das Adrenalin aus mir sprechen, aber: Es war Mega. Es war richtig gut. Es ist so gut, auf einer Bühne zu stehen, und da sind Leute, die jubeln und klatschen einfach die ganze Zeit. Ok, man muss sich dafür ausziehen, das ist sicher nicht jedermanns Sache, aber ich finde das auch super, man sieht da so viele verschiedene Körper und die Menschen darin fühlen sich alle Pudelwohl, das macht auch was mit der Ausstrahlung. Hach.

(Werde ich auf meine alten Tage noch zur Rampensau???)

Hier das eine Foto, das bereits fertig ist.

Inzwischen sind die Besen Wimpern ab, die Kontaktlinsen raus und das Make-up abgeduscht, davon waren vor allem Punkt 1 und 2 herrlich. Ich werde jetzt acht Stunden schlafen (hoffentlich) und dann morgen weiter Hausverkaufsdinge rödeln, aber heute war dann doch eine sehr, sehr gute Pause von dem ganzen Wahnsinn.

Tag 3594 – Alles.

Meine Güte, hier ist was los.

Aufgestanden, nach Hamar gegurkt, Schranktüren (gebraucht) gekauft. Mehrere in der Küche sind ziemlich hin.

Dann geräumt und geräumt und geräumt, Sachen weggefahren, weiter geräumt. Wir sind jetzt so… 1/3 weiter gekommen. Nicht weit genug.

In einem Anfall von Panik doch noch das Outfit für den Curtain Call fertig genäht. Das werde ich festkleben müssen und ich kann es auch literally nirgendwo anders anziehen, aber es ist ein komplett rückenfreier Traum, der auch vornerum extrem freizügig ist, in blauen Pailletten. Fotos eventuell morgen, wenn dafür Zeit ist.

Tag 3592 und 3593 – Wahhhh!

Erst mal, gute Nachricht: das Kostüm ist fertig und nun auch erprobt funktional. Ich muss nur noch Troddeln an Pasties befestigen, das dürfte maximal 2 Minuten dauern.

Das andere ist sicher auch eine gute Nachricht. Gestern war hier eine Maklerin und jetzt geht alles ganz schnell. Ganz ganz schnell. Montag werden Fotos vom Haus gemacht, Donnerstag kommt wer und begutachtet das Haus von oben bis unten (das ist Pflicht, wenn man verkaufen will). Dann wird die Annonse publiziert und dann hoffentlich schnell verkauft. Aber OH GOTT es ist so viel zu tun bis Montag. Und ich hab doch keine Zeit, ich hab doch diese Show am Freitag! Ahhhhhhh!

Heute hatte ich immerhin wieder mal sehr großes Glück und bekam einen kompletten Ballsaal beim Übehotel, statt meinem gebuchten Kabuff mit Klavier. Und, naja, was macht eine mit einem unerwarteten großen Raum zwei Tage vor nem Auftritt? Genau. Üben. Die Bühne wird anders sein und das heißt, ich muss die Choreo anpassen und dazu hatte ich bisher ÜBERHAUPT KEINE Zeit. Wirklich gar nicht. Minus 500 Zeit. Also habe ich heute halt eine halbe Stunde von meiner Übezeit abgezwackt und bin das ein paar mal durchgegangen. Wird schon werden. Eigentlich wollte ich morgen alles mögliche üben, von Make-Up bis Choreo, das wird wohl nicht passieren WEIL AM MONTAG HIER EIN FOTOGRAF KOMMT. Zum Anziehen nach der Show habe ich auch nichts. Tjanun.

Lieber Gott, lass mich einfach die nächsten Wochen irgendwie überleben.

Tag 3591 – Weiter geht’s.

Jaja. Es wurden heute Nähte wieder aufgetrennt. Was sonst so passierte:

  • Wir haben eine neue Stelle bewilligt bekommen. Hurra, hurra, grade so passend dazu, dass meine Kollegin heftige Schulterprobleme hat, was eventuell operiert werden muss. Natürlich wird es dauern, bis jemand angestellt ist, aber so ist es eben. Immerhin bewilligt und wir dürfen ausschreiben, der erste Schritt ist geschafft.
  • Wir wurden informiert, dass Michel Unfug in der Schule gemacht hat. Letztlich typischer 12-Jährigen-Unfug, aber wir haben dazu gesagt, was wir sagen müssen, dass das natürlich nicht ok ist und was wir beim nächsten Mal erwarten, das er stattdessen tut.
  • Ich habe morgens Blut abgenommen bekommen. Abends war ich dann in der Apotheke, um Heparinsalbe zu kaufen. Ich weiß nicht, WAS da schief gelaufen ist, ich gucke nie hin, aber so kann ich Freitag nicht auftreten.
  • Ich weiß nicht, ob es mit der Heparinsalbe zusammenhängt, aber beim Sport bekam ich erst mal schön Nasenbluten. Da muss ich mich auch endlich drum kümmern… NACH dem Umzug.
  • Schon wieder ein Anschlag, wo ein Mann ein Auto als Waffe benutzt hat. Es ist so furchtbar und lässt mich hilflos mit den Armen rudern.
  • Generell Autos vielleicht einfach abschaffen. Heute wurde (vermutlich nicht absichtlich, im Gegensatz zum Fall oben) vor der Ungdomsskole jemand überfahren und ist gestorben. Die Fahrerin ist eine ganz junge Frau, noch eine Teenagerin. Furchtbare Sache.

Tag 3589 und 3590 – Fertig… ach nee doch nicht.

Ich bastele an einem Burlesque-Kostüm. Es sollte „ganz einfach“ sein. Ist es nicht. Die Vorgabe war:

  • Korsett, unterbrust, bezogen mit Paillettenstoff
  • BH, bezogen mit Paillettenstoff
  • Unterhose, bezogen mit, sie ahnen es, Paillettenstoff
  • „Rock“, nennen wir es eher Bauchtanz-Gürtel, aus Chiffon
  • Handschuhe

Ich habe viele, viele Stunden mit dem Versuch zugebracht, ein Korsett mit Stoff zu beziehen. Offenbar bin ich das falsch angegangen, weil ich die einzige mit diesen Problemen war, aber es war furchtbar und ich werde das nie wieder machen. Ich werde ebenfalls nie wieder billigen Paillettenstoff kaufen, der ist nämlich eine Garantie für Pailletten absolut überall. Mich würde nicht mal mehr wundern, wenn mir Pailletten in der Blutbahn kreisen. Ich konnte tatsächlich Herrn Rabe vorhin sehr erheitern, als ich ihm zeigte, dass ich UNTER DEN BRÜSTEN Pailletten kleben hatte. Sie sind wirklich überall. Sie sind auch im Haus überall. Immerhin kann ich jetzt nicht mehr verloren gehen, man muss nur der Spur aus rosa Pailletten folgen.

Generell also etwas frustig, diese ganze Paillettenbastelei. Und absurd Zeitaufwändig, jedenfalls für eine, die gar keine Zeit für nichts hat grad. Gestern habe ich den ganzen Tag damit zugebracht. Und heute auch noch mal ein paar Stunden für die „Unterhose“. Man kann es kaum so nennen, es ist quasi nichts dran, hauptsächlich Gummis und Glitzer. Aber Paillettenstoff (sie ahnen es: Pailletten am Po…). Als ich fertig war, war ich aber wirklich zufrieden, es ist dann doch noch was geworden.

Dachte ich. Dann hatte ich es heute bei einer außerordentlichen Probe an. Und jetzt muss ich noch mal ran. Ein paar Kleinigkeiten und ein paar größere Eingriffe. Der Rock ist zu lang, da trete ich drauf. Alle anderen haben außerdem ordentliche Falten gemacht, während ich das nur gerafft habe, also werde ich es wohl „oben kürzen“, also aufmachen, kürzen, und in Falten wieder annähen. Den Bund der Netzstrumpfhose muss ich noch mit rosa Gummilitze bedecken, aber das dauert höchstens 2 Minuten. Am ätzendsten ist aber, dass ich den Paillettenstoff von den BH-Trägern wieder abmachen und irgendwie anders wieder dran friemeln muss, weil mir die Träger sonst beim Ausziehen die Schultern und die Arme verkratzen. Ich sehe jetzt grad wirklich schlimm aus. Am Freitag darf das so nicht sein, da muss ich ja danach wieder auf die Bühne, mit dem Solo.

Es ist bestimmt gut, dass ich das heute alles rausgefunden habe, statt erst Mittwoch. So können die Kratzer hoffentlich verheilen und ich habe ein bisschen Zeit, diese Dinge zu fixen. Bestimmt ist das gut.

Leider zu früh über das „fertig sein“ gefreut.

Ansonsten heutige Kostüm-fails: mehrmals das Korsett nicht schnell genug aufbekommen, einmal mit dem Rock in der Strumpfhose hängen geblieben und dann mit meinem Rock als Schwanz fertig getanzt.