Tag 3232 – Jaauuuul!

Aaaalso, mein Vortrag ist jetzt fertig, sogar schon exportiert nach pdf, damit ich nicht auf dumme doch-noch-mal-schnell Ideen komme.

Ansonsten war der Arbeitstag so lala. Auf dem Hin- und Rückweg im Zug stehen müssen war jetzt auch nicht so eine große Freude.

Michels Lehrerin ist seit dem Vorfall, wegen dem sich die Kinder bei der Rektorin beschwert haben, krank geschrieben. Das tut mir für die Lehrerin natürlich leid, man ist ja nicht aus Spaß krank, aber wir haben einen viel ausgeglicheneren und fröhlicheren Michel zu Hause, das fällt sehr stark auf.

Es sind nur noch knappe fünf Wochen Schule, dann sind Sommerferien. Verrückt, wie schnell das geht. Nach den Ferien wird Pippi auch nicht mehr zum Hort gehen und wir haben dann gar kein Kind mehr in irgendeiner Form von Betreuung, das ist auch einigermaßen verrückt. Die waren neulich noch speckige Babies!

Ich hatte ja nicht so sehr viel Zeit zum Üben in den letzten Wochen, aber mit sehr viel Geduld habe ich die zwei Zeilen mit den Doppelgriffen (ab Takt 19) jetzt bald soweit, dass es sich nicht mehr anhört, als würde man zwei Katzen gleichzeitig quälen. Man muss auch ein bisschen die Augen zudrücken, was das Tempo und insbesondere die Länge der 32stel angeht. Ich hatte mir das nicht so schwer vorgestellt, um ganz ehrlich zu sein. Aber Lagenwechsel und dabei auch noch von 1-3 auf 2-4 und so Faxen… es ist ein Wunder, dass ich noch nicht den Hals meiner Geige zerquetscht habe. Apropos 2-4: Ich wünsche mir einen einen Zentimeter längeren kleinen Finger links, wie lässt sich das realisieren?

So viel Arbeit für 8 Takte. Das mache ich auch nicht noch mal. Im Grunde habe ich jetzt drei Wochen nicht viel anderes geübt.

Tag 3230 und 3231 – Hmm.

Der Besuch fuhr gestern wieder nach Hause und behauptet, es war schön bei uns. Das Wetter hat sich aber auch wirklich alle Mühe gegeben, es ist jetzt schon seit über einer Woche durchgehend tagsüber über 20 Grad und herrlicher Sonnenschein. Die Natur explodiert total, so sehr, dass mir das sogar ein bisschen zu schnell geht. Tatsächlich explodieren auch die Pollenbeutel an diversen Pflanzen inklusive Nadelbäumen und ALLES ist IMMER sofort mit gelbem Pollen bedeckt. Frisch geputzte Fenster, Autos, der Terrassentisch, Brillengläser, Kleidung, das Zelt (in dem Pippi nach wie vor schläft). Pollen überall. Niemand hier hat eine Pollenallergie, aber ich wache trotzdem jeden Tag mit einer verstopften Nase auf und putze dann erst mal reichlich (sorry, TMI) grüngelben Gubbel raus. Danach geht es und ansonsten habe ich keinerlei Symptome von weder Allergie noch Erkältung, außerdem war es in der Schweiz schlagartig wie weggezaubert, insofern schiebe ich es tatsächlich auf entweder Pollen oder sonst irgendwas hier zu Hause im Bett.

Gestern war ich dann aber tatsächlich von allem so erledigt, dass ich eigentlich um acht hätte ins Bett gehen sollen. Los war mit mir eh nichts mehr. Ich habe dann auch nicht so recht Zugriff auf mein Gehirn und die Pipeline Gedanken —> Kommunikation hat einen gordischen Knoten* und deshalb habe ich auch das mit dem Bloggen lieber gelassen.

Heute war ausschlafen und dann diverses Zeug rödeln und ich habe ein paar Stunden gearbeitet. Ich muss Donnerstag einen Kurs (vier Zeitstunden) halten und die Präsentation war erst zu 60% fertig, weil immer irgendwas anderes wichtiger war. Jetzt ist sie aber zu 95% fertig und was noch fehlt, ist auch nicht so wichtig. Morgen muss ich dringend was anderes tun und Mittwoch muss ich dann die Präsentation für Freitag (eine Stunde, ähnliches Thema aber anderes Publikum) zusammenkloppen. Diverses Zeug: Herr Rabe hat an beiden Autos die Reifen gewechselt, ich habe am „alten“ Terrarium herumgepinselt. Gestern hatte ich da die Blumentöpfe drin aufgehängt und den Spalt von der Ex-Trennwand zugemacht. Mit Bauschaum, meinem guten Freund und treuen Begleiter. Die Schlangis wohnen so lange wie das „alte“ Terrarium renoviert wird zu zweit im „neuen“ Terrarium, wo sie sich bisher recht wohl zu fühlen scheinen, sie kriechen jedenfalls nicht rastlos herum. Greg ist hinter dem Farn im Lüftungsloch eingezogen, Lüftungslöcher sind anscheinend terrarienübergreifend der heiße Scheiß.

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*das hat auch alles Namen in Weirdo-Land, aber ich traue mich nicht, mir die anzumaßen, bevor ich nicht mehr als eine vage Aussage der Diagnostikerin habe.

Tag 3227 – Wie am Schnürchen!

Ich arbeitete ja erst ab Mittags, weshalb ich… um kurz vor acht aufstand und mit Herrn Rabe die Bude aufräumte, damit die Putzhilfe auch tatsächlich putzen konnte. Danach arbeitete ich viele Stunden, weil ich eigentlich gar keine Zeit habe, halbe Tage „frei“ zu machen (hatte ja nicht frei, hatte Ruhezeit). Spontan fuhr ich außerdem nach Oslo, um mein Piercing wieder einsetzen zu lassen. Hin, Piercing rein, zur… doch nicht, irgendwas brannte an der Strecke und dann hieß es erst, der Zug würde direkt wieder umdrehen, wir müssten alle raus, dann aber doch wieder alle rein, weil der Zug doch weiterfährt, aber über die Bummelstrecke, auf der Bummelstrecke gab es dann auch noch eine Reihe Stops scheinbar ohne Anlass und am Ende war eine extra halbe Stunde für das Hin und Her draufgegangen. Dafür war ich auch nur eine viertel Stunde nach der Schwägerin in Eidsvoll.

Ansonsten laufen die 17. Mai-Vorbereitungen auf Hochtouren. Besagte Schwägerin möchte sich dieses Jahr das Spektakel mal anschauen. Im Hause Rabe wurden Hemden gebügelt, Sterne an Uniformsjacken genäht, Kleider anprobiert (alle durch nicht-Tragen geschrumpft, hrmpf) und Kinder gereinigt. Beide Kinder wollten nach der Reinigung dass ich Dinge mit ihren Haaren tue, Pippi flechten (im Bauernzopf) und Michel föhnen. Michel hat unfair langes, dichtes und dickes Haar und dazu auch noch Locken. Föhnen dauerte so ungefähr ewig und am Ende war es immer noch leicht feucht, aber besser als mit ganz nassen Haaren ins Bett und morgen mit einem Vogelnest auf dem Kopf aufwachen. Pippi hat übrigens meine Haare geerbt. Dünne Fusseln und schnell nachfettende Kopfhaut. Da muss man recht häufig waschen und das macht die Fusseln an den Enden auch nicht stabiler.

Tag 3226 – Leicht anstrengende Heimreise.

Zweiter Kurstag, im wesentlichen Workshops. Inspekteure sind, selbst wenn sie geballt auftreten, oft erstaunlich schüchtern und niemand will präsentieren. Aber ich will mir ja gerne nen internationalen Namen machen, da schadet es ja nicht, aufzufallen. Rede ich mir ein.

Mein Akku war danach ziemlich leer und die rosa Brille musste her. Ich merke aber: der Lieblingskollege ist eine der wenigen Personen (eigentlich nahezu der einzige außerhalb meiner Familie) die mich nicht sozial zusätzlich noch auspumpen. Dafür kriegt er gleich noch ein Sternchen ins Schönschreibheft. Da macht dann auch nicht so viel, dass nahezu einer meiner wiederkehrenden Albträume wahr wurde. Der Zug zum Flughafen war nämlich plötzlich 25 Minuten verspätet und wir überlegten sehr schnell hin und her ob wir am Bahnhof raus springen und stattdessen ein Taxi nehmen sollten. Wir harrten aber dann doch im Zug aus, dann waren’s auch zwischendurch nur noch 17 Minuten und dann aber doch wieder etwas über 20, und am Ende kamen wir 50 Minuten vor Abflug am Flughafen an. Natürlich online schon eingecheckt, aber das hilft ja nicht viel. Also joggten wir durch den uns beiden (bis auf den Hinflug) unbekannten Flughafen direkt durch zur Sicherheitskontrolle, wo wir uns auch an zwei, drei Gruppen vor sich hin schlurfender Ferienreisender einfach kackdreist vorbei mogelten. Mein Albtraum ist, dass ich in der Kontrolle dann nichts geregelt bekomme und alles durchsucht werden muss und ewig dauert und ich deshalb den Flug verpasse. Das war aber nicht so, ich zog noch im Laufen Gürtel und Uhr aus, warf alles in eine Kiste, holte Flüssigkeitentüte, Kaffebecher und Laptop aus dem Rucksack und warf all das in eine zweite Kiste (den Kaffeebecher aufgeschraubt, damit klar ist, das der leer ist), ging durch den Metalldetektor, nichts piepte, bekam an der anderen Seite mein Zeug problemlos wieder, packte alles in Windeseile in den Rucksack zurück und zog mir wieder im Laufen Uhr und Gürtel wieder an. Wir waren tatsächlich 7 Minuten nach Ankunft des Zuges durch die Sicherheitskontrolle durch und hatten dann auch erstmal eine entspanntere Zeit und konnten zum Beispiel den dringend benötigten Toilettengang endlich erledigen und ein Sandwich kaufen, um nicht zu verhungern. Ich brauche das jetzt nicht so dringend noch mal, ehrlich gesagt. Also durch Flughäfen joggen.

Der Flug war dann unspektakulär. Ich liebe meine rosa Brille bisher sehr, das fiel im Flugzeug mit dem künstlichen Licht überall sehr auf. Am Ende wurde es noch mal etwas hektisch, weil das (pünktliche) Flugzeug schon mal zur Übernachtungsposition fuhr und wir dann mit dem Shuttle zum Terminal fahren mussten, was natürlich Zeit fraß. Mein Zug nach Eidsvoll war dann aber genau die passenden 2 Minuten verspätet, die ich extra brauchte, um ihn noch zu kriegen (mit einem weiteren kleinen Sprint). Und so kam ich doch schon um kurz vor halb eins zu Hause an. Der nächste Zug wäre halt erst eine halbe Stunde später gefahren.

Morgen arbeite ich dann erst ab mittags. Mir stehen 11 Stunden frei zwischen zwei Arbeitstagen zu.

Tag 3225 – Luxuskurs.

Aaaaaalso, nichts gegen Brüssel, aber hier haben wir drei-Gänge Menü zum Mittag- und Abendessen und abends sogar Wein zum Essen, sowas kenne ich ja gar nicht mehr, dass das einfach mit drin ist. In Norwegen ist Alkohol nie einfach mit drin, weil sich Norweger sonst sofort kollektiv unter den Tisch saufen. Anyway, ich habe mich beim Wein doch sehr zurückgehalten, das ist hier eh alles schon viel, es braucht nicht noch einen Kater oben drauf.

Ansonsten alles gut, ich finde, ich schlage mich wacker im Socializen. Der Lieblingskollege (der sozial noch mehr awkward ist als ich, aber selbstverständlich ganz normal, ähäm) auch. Wir sind sehr flink. Schulterklopf und ab ins Bett.

Tag 3219 – Check.

Inspektion überstanden. War verhältnismäßig ok, spannend, aber kann (im Sinne von darf) nichts dazu erzählen. Aber ist erledigt jetzt, Check, nächste Aufgabe. Montag geht’s zu einem Kurs in die Schweiz.

Danach wie üblich ziemlich Pudding, und (wetterbedingt? Es war ziemlich eklig draußen, so als würde es jeden Moment regnen, aber es kam nichts. Der Nieser, der nicht rauskommt, in Wetterform) leicht migränig. Einkaufen vorm Feiertag, ein bisschen eine darüber einigermaßen schockierte Schlange (Monty) „bekuscheln“ (auf meinen Armen rumliegen und -kriechen lassen) und mich an der tatsächlich immens beruhigenden Wirkung dessen erfreuen. Dann die ihrerseits darüber sicher beruhigte Schlange zurücksetzen und das zweite Kind ins Bett bringen. Meine beiden Kinder sind sehr niedlich, wenn sie schlafen, ich habe das heute noch mal verifiziert. Da sehen die gar nicht aus wie 8 und 11.

Jetzt muss ich aber auch schlafen. Vielleicht auch niedlich, das wage ich aber nicht zu behaupten.

Tag 3206 – Auuuuu!

Mein Körper fühlt sich an wie zermantscht, alles tut weh. Die Generalprobe für die Tanzshow am Samstag war zusätzlich zu allem anderen eine eher mäßige Idee, aber nicht zur Generalprobe gehen geht ja auch nicht.

Das Elterngespräch mit meiner Chefin war so lala, ehrlich gesagt. Komisch, die ist gar nicht begeistert davon, wenn die jüngste ihrer Angestellten sagt, dass es uncool ist, dass immer nur oben drauf gepackt wird, ohne dass was anderes weggenommen wird, dass das zu Überarbeitung und explodierenden Stundenkonten führt. Dann sagt die, dass man selbst dafür sorgen muss, dass es nicht zu viel wird. Komisch, ich dachte ja irgendwie das sei so etwa im Kern das, was eine Personalverantwortliche tut, so, den Überblick behalten, was die einzelnen so tun und brauchen und nicht brauchen. Aber vielleicht vertue ich mich da und die Aufgabe einer Personalverantwortlichen ist lediglich, alle drei Monate ein Personalgespräch durchzuführen, wo aber ausschließlich darüber gesprochen wird, wie supidupi alles ist und alles andere müssen die Angestellten selbst irgendwie regeln. Oh, wir haben auch noch darüber geredet, inwiefern ich in Übereinstimmung mit den Werten des Direktorates arbeite und handle. Die Werte sind: Teilen, Neugierde, Glaubwürdigkeit und Handlungskraft. Also komplett leere, generische Worthülsen und darüber hinaus ein Verb und drei Nomen, was mich seit dem ersten Tag kirre macht. Ich habe wahrheitsgemäß geantwortet, dass ich den Teil vom Referat bisher immer einfach weggelassen habe, weil ich das sinnlos finde. Wer soll sich denn bitte nicht hinter diese Werte stellen können? „Näää, ich hasse es, Neues zu lernen und lüge wie gedruckt, dazu bin ich faul ohne Ende.“ Oder wie?

Der Rest vom Arbeitstag war auch eher mäßig und involvierte eine weinende Kollegin, womit ich ja super umgehen kann (also quasi gar nicht).

Ich bin müde. Und muss darüber nachdenken, ob es realistisch ist, zu erwarten, dass eine personalverantwortliche Chefin in der Lage ist, die Aufgaben und die Belastung von knapp 20 Menschen (die aber alle im selben Team sind und deren Kalender alle einsehbar sind) im Blick zu behalten, an die Kolleg*innen weiter zu geben, wenn jemand ausfällt und zu priorisieren, was gemacht werden soll und was nicht, wenn die Ressourcen knapp sind. Und was die Chefin von uns erwarten kann. Und weil ich darüber nachdenken muss werde ich noch viel müder.

Tag 3205 – Hmm okay.

Elterngespräch Nummer 2, mit Michel, und es war… okay? Ich bin einigermaßen irritiert, ehrlich gesagt. Vielleicht hat die Lehrerin aber auch inzwischen eingesehen, dass, wenn plötzlich 2/3 der Klasse irgendwelche Probleme haben, eventuell gar nicht die individuellen Kinder alle individuelle Ursachen dafür mitbringen. Jedenfalls ist Michel (ausgerechnet) in Mathe inzwischen weiter als alle anderen in der Klasse, behauptet aber weiterhin, das nicht zu können. Alle anderen Fächer waren ja noch nie ein Problem und sind es auch weiter nicht. Faszinierende Erkenntnis, die aber ungefähr alles erklärt, was mir seit 6,5 Schuljahren regelmäßig Augenzucken beschert: in Norwegen werden Rechtschreibfehler nicht mehr korrigiert und Rechtschreibung nicht bewertet. Es ist egal, man hat eh immer ein Autokorrekturwerkzeug dabei, es kommt mit der Zeit oft eh von allein (und wenn nicht, ist es ja egal, weil wir jederzeit Hilfsmittel zur Hand haben) und es ist wichtiger, einen sinnvollen Fließtext schreiben zu können, als dass dieser fehlerfrei ist. Ich bin echt fasziniert davon. Ich frage mich auch, ob das schon bis zu Arbeitgebern etc. durchgedrungen ist. Aber egal. Jedenfalls ist Michel gut in der Schule und eckt scheinbar auch nicht mehr so viel mit der Lehrerin an. Das ist gut, auch wenn ich dem Braten noch nicht zu 100% traue.

Abends waren wir alle klettern, woran selbst Michel einigermaßen Spaß hat, seit er weiß, dass er besser als seine Eltern darin ist. Er wiegt halt nichts und hat lange Gräten, das ist ein echter Vorteil. Herr Rabe und ich wiegen schon was. Ich bin geschmeidiger, er hat mehr Kraft. Insgesamt sind wir so ca. gleich schlecht gut. Allerdings habe ich mir an einem Boulder einen ganz enorm dicken Splitter unter den Fingernagel des rechten Zeigefingers gerammt und erst als ich am vorletzten Griff aufgeben musste, weil keine Kraft mehr irgendwo war, gemerkt, dass das ordentlich blutete. Nachdem ich den Splitter rausgezogen hatte, blutete es noch mehr und ich musste mir ein Plaster holen, was ich wenig später an einem anderen Boulder verlor. Das war dann aber auch der letzte, da waren meine Arme schon nur noch unbenutzbarer Pudding.

Ich kann übrigens nicht empfehlen, mit Post-Kletter-Nudelarmen Geige zu spielen. Ich konnte knapp die Saiten runter drücken und hatte auch etwa gar keine Koordination mehr. Also das war in seiner Lächerlichkeit schon fast wieder lustig.

Anyway. Morgen habe ich dann selbst „Elterngespräch“ (Mitarbeitergespräch), nur muss ich da, zu Michels Bestürzung, ganz alleine hingehen. Ich hatte überlegt, ob ich wohl einen emotional support husband dabei haben kann, aber ich will ja auch nicht komischer erscheinen als unbedingt nötig. Ich nehme Daumen für das Gespräch, echt, weil ich eine ganze Reihe unangenehmer Dinge ansprechen muss, damit sie endlich besser werden, und ein Teil dieser Dinge ist direkte Kritik an meiner Chefin. Hurra.

Tag 3199 – Voll.

Mein Kopf. So voll. So. Viel. Information.

Ich liebe es.

Minus den Part, wo ich jedes Mal, wenn ich eine „doofe“ Frage stelle, was ich gerne tue, bereits drei mal (die meisten haben sich bisher exakt null mal irgendwie geäußert), auf dem Video bin. Vor 30 physisch Anwesenden und 562 (!) Teilnehmenden online, von denen ich ein paar sogar kenne.

Das Niveau von Fancyness des Hotels: da sind kleine Schonerchen im Badmülleimer.

Tag 3198 – Grüße aus Brüssel!

Bisher immer nur mal durchgefahren und das letzte Mal ist auch das schon knappe 14 Jahre her. Und jetzt gleich drei Tage Schulung bei der Europäischen Kommission. Es ist alles sehr seltsam, irgendwie. Bestimmt merkt bald wer, dass ich nur so tue als wäre ich Inspekteurin. Und erwachsen.

Brüssel hat bisher bei mir einen so lala Eindruck hinterlassen. Ich glaube, es gibt schönere Städte. Könnte aber auch am Regen liegen. Auf jeden Fall ist es sehr grün, das ist ja für uns aus dem Norden grad eine reine Augenweide.

Fun fact: die Schilder der EWR-Staaten standen zu Anfang nicht auf dem Tisch, sondern auf einem Schrank. Wir waren aber so früh, dass wir uns einfach irgendwo hin gequetscht haben, zufällig sogar alphabetisch passend zwischen den Niederlanden und Österreich.

Was allerdings ein bisschen abgefahren ist, ist das Hotel. Mein Zimmer geht über zwei Etagen*:

Und wären wir essen waren, war jemand da, hat das Bett fertig gemacht, Schokotäfelchen auf die Kissen gelegt und die Gardine zugezogen. Wären nicht alle verfügbaren Hotels in der gleichen Preiskategorie gewesen, würde ich mich für diese Dekadenz schämen, aber so finde ich es für zwei Nächte schon auch mal ganz nett.

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*sehr passend, da ich seit gestern Abend als ich ins Bett wollte sehr aua in meinem linken Knie habe. Treppe steigen geht aber, was nicht so gut geht sind die ersten Schritte nach längerem Sitzen. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt dafür als eine Woche vor der Tanzaufführung. Möchte meinen Körper manchmal gerne reklamieren, fürchte aber, die Garantie ist schon lange abgelaufen.