Tag 3032 und 3033 – News vom IT-Projekt.

Kurz erklärt: weiterhin alle komplett bekloppt da. Wenn ich (ich!) schon Wogen glätte, damit Leute sich nicht in Gruppenchats an die Gurgel gehen, sind Dinge definitiv entgleist.

Ansonsten hab ich bei der Arbeit tatsächlich durch Gemecker positive Entwicklungen bewirkt. Hilft nur nicht gegen den Frust, der sich einstellte, als ich gestern das Ergebnis der Gehaltsverhandlungen erfahren habe, denn in meinem Fall ist das – wieder – ein schlechter Witz, was dabei rausgekommen ist.

Zu Hause ist alles wie immer, das eine Kind schreit den Computer an (bzw. sein Telefon, wo er mit seinem Kumpel spricht, nur dass sie bei der Lautstärke eigentlich gar kein Telefon bräuchten) und das andere Kind bastelt sehr fitzelige und detailreiche Spielzeuge aus Papier, kleine Figürchen mit ihren eigenen winzigen Zahnbürsten, Schlafmasken und Bubble-Tea-Bechern, mit Schuhen zum Wechseln und einem Bett zum drin schlafen. Natürlich kann man alles abnehmen und miteinander kombinieren, wie bei diesen Anzieh-Bildchen aus Pappe früher, nur viel kleiner und mit viel mehr Kram. Wir finden nach so Bastelexzessen manchmal kleine Artefakte und freuen uns.

Morgen ist den ganzen Tag und bis abends soziales HalliGalli bei und mit der Arbeit, vielleicht kann ich deshalb zur Vorbereitung schon mal nicht schlafen. Es wird schon gehen, schon klar, ich habe auch bereits Maßnahmen(TM) angekündigt, damit ich nicht hinterher (wieder) komplett tot bin, aber Lust habe ich offen gestanden nicht darauf. Einfach gar nicht.

Tag 3026 und 3027 – Fertig!

Also, Mittwoch war schlimm. Donnerstag und Freitag war wesentlich besser, aber Mittwoch war einfach furchtbar. Es hängt mir noch ein bisschen nach, weil ich noch nie bei einer Inspektion so… überladen war, dass keine Konzentration mehr möglich war. Dabei war ich in genau dieser Fabrik sogar schon mal. Und da roch es genauso und war sicher auch genauso laut. Hell sicherlich auch. Ich schiebe einen Teil der Empfindlichkeit tatsächlich auf meinen Geruchssinn, der ist manchmal halt so on Fire, dass ich beim Hereintragen des Obsttellers denke, jemand hat Schnaps mitgebracht, dabei ist es nur die Ananas. Oder heute, dass jemand Zitronenbonbons lutscht, dabei war es Mandarine auf dem Teller. Jedenfalls war es kein so gutes Erlebnis dieses Mal. Es riecht nicht schlecht in der Fabrik, im Gegenteil, es riecht halt nach beliebten Aromen für Medikamente, aber es ist sehr intensiv. Keine Ahnung, wie ich das vor vier Jahren ausgehalten hab, dieses Mal war irgendwann mein Gehirn nur noch gefüllt mit einer Mischung aus Zitronen- und Pfefferminzgeruch und dem rhythmischen Lärm der Verpackungslinie. Ich bekam Gesprächsfetzen mit, aber mehr auch nicht. So kann eine nicht so gut inspizieren, um ehrlich zu sein.

Danach platzte mir nahezu der Schädel, der gestern auch noch irgendwie wattig war. Im Labor war ich einigermaßen froh, dass die unter anderem einen Raum haben, in dem lichtempfindliche Stoffe hantiert werden. Da hätte ich mich gut länger aufhalten können. Der Rest seither war Durchgang von Dokumenten und ich habe wieder total viel gelernt und würde jetzt gerne spontan noch viel mehr über galenische Pharmazie lernen, aber haha, wann.

Apropos wann: gute Nacht!

Tag 3016 – Leberwurst.

Leberwurst ist ja so etwa eins der ekligsten Nahrungsmittel überhaupt. Farbe, Konsistenz, Geruch – wäh. Grob oder fein, egal – wäh. Da lasse ich auch nicht mit mir diskutieren, wäh. In Norwegen erfreut sich die Leberwurst größter Beliebtheit, vor allem als Eisenquelle für Kleinkinder. Was sicherlich überhaupt nichts damit zu tun hat, dass die mit einem fröhlichen Kindergesicht von anno AlsAllesNochWieFrüherWar und in großen Lettern den grandiosen Eisengehalt anpreisend beworben wird. Neulich dann aber Skandal! Leberwurst für Kinder (ja, es gibt offenbar noch mal extra Kinderleberwurst, auf der nicht das fröhliche Kind ist! Oder vielleicht ein noch fröhlicheres Kind? Man weiß es nicht) enthält voll viel „Müll“, Wasser und Gewürze! Und sowas gibt man Kindern!!! Große Aufregung. Währenddessen waren Herr Rabe und ich einigermaßen verwirrt, denken die denn echt, Leberwurst sei nur pürierte Leber in Dosen? Ist das nicht allgemein bekannt, dass das in erster Linie zur Unkenntlichkeit vermantschte Schlachtabfälle mit eben Gewürzen sind, also (billige) Wurst generell, aber Leberwurst besonders? Mal abgesehen davon, dass Leber ja nun auch nicht sonderlich gesund ist. Hmm lecker, die Müllhalde des Körpers essen, in der sich all die unausscheidbaren Stoffe sammeln. Ich mag übrigens Leber generell auch nicht. Merkt man kaum, ne? Meine Kinder sind glücklicherweise auch ohne Leberwurst beide über 1,30 m groß geworden. Bisher, Trend weiter steigend.

Was ich aber eigentlich erzählen wollte: der Lieblingskollege macht seit nunmehr einer Woche einen auf beleidigte Leberwurst und benimmt sich wie ein Kleinkind, dem man seine Grinsekinddosen-Leberwurst-Stulle weggenommen hat. So langsam fällt mir nichts mehr dazu ein, als hart mit den Augen zu rollen. Ich fürchte, Erziehungstipps fruchten bei Ü50-Jährigen auch nicht mehr, auch nicht, wenn die sich benehmen, als wären sie höchstens 1/10 so alt. Lebensziel: den Kindern ein vernünftiges Konfliktverhalten beibringen.

Tag 3007 – Fertig und platt.

Wir sind ein müder Haufen hier. Aber macht nichts, ist ja Wochenende.

Dinge die heute fertig wurden:

  • Meine Schulung, heute war es wesentlich mehr Information und dadurch für mich wesentlich einfacher, den Fokus zu halten und nicht gedanklich abzudriften
  • Eragon vorlesen. Alle Teile. Das hat lange gedauert und ich bin eigentlich echt froh, dass es vorbei ist. Ist so ganz nett, als Einstieg in Fantasy, würde ich sagen, aber nach dem ersten Buch ist es so sehr Tolkien mit Drachen*, dass es zumindest mich nervt.

Ansonsten übernachtet Pippi heute bis Sonntag mit ihrer Kindergartenfreundin „auf der Hütte“, die Familie der Freundin hat offenbar eine Familienhütte am Sjusjøen. Damit ist Pippi die erste in der Familie, die auf eine Hüttentour eingeladen ist. Applaus, Applaus! Außer Pippi und der Freundin da: die Mama der Freundin und ihr Freund, sowie „Moffar“ (Opa mütterlicherseits) und „Dama hans“ (seine Freundin). Ich hoffe, sie haben alle eine gute Zeit und die Erwachsenen können sich auch ein bisschen erholen, Pippi und ihre Freundin sind zusammen eine echte Handvoll.

So, gute Nacht. Es ist spät, Herr Rabe schnarcht atmet schon schwer.

Tag 3006 – Müde.

Ich habe die besten Leserinnen! Vielen Dank! Jetzt muss ich nur noch vier Monate rückwirkend korrigieren…

Habe den ganzen Arbeitstag in einer Schulung gesessen und bin ziemlich durch jetzt. Morgen noch mal, dann ist Wochenende.

Zyklus meldet sich auch schon wieder mit der Nerv-Phase. Erst mal alle und alles hassen. Bald kommt dann die Heule-Phase. Ich bin noch nicht fertig mit überlegen, ob der kleine Effekt der Antidepressiva das Schwitzen wie Sau wert ist.

Immerhin: der Muskelkater ist auf dem Weg der Besserung. Es geht seit mittags ca. stündlich besser. Werde also vermutlich auch dieses Mal überleben.

Nun ja. Ich gehe jetzt ins Bett. Dann gibt es immerhin fast 8 Stunden Schlaf, weil ich wegen der Schulung (fängt spät an und geht lang, weil sie international ist) nicht ganz so früh aufstehen muss.

Tag 2999 und 3000 – Verschnaufen.

Fertig inspiziert. Hurra! Wir waren sogar früher fertig als geplant. So konnte ich den Rest des Arbeitstages (etwa 30 Minuten) nutzen, um meinen Antrag auf mehr Gehalt bei den jährlichen Gehaltsverhandlungen einzureichen. Ich hasse das sehr, weil es so ein ekliger Mischmasch aus selbst verhandeln und die Verhandlung anderen (der Gewerkschaft z.B.) überlassen ist. Wir reichen was ein, mit Begründung warum wir „besser“ als 80% der anderen Angestellten sind, dann geht das durch drei oder vier (weiß ich grad nicht mehr, das System ist so unübersichtlich) Priorisierungsrunden und am Ende kommt irgendwas dabei raus. Involviert ist man selbst nur zu Anfang, danach muss man dem System vertrauen. Letztes Jahr habe ich ein trauriges Prozent durch diesen Prozess bekommen, mein Vertrauen in das System ist gelinde gesagt etwas angeschlagen.

Wie dem auch sei, ich holte dann Pippi ab und fuhr quasi direkt weiter zu meiner Geigenstunde. Die war tatsächlich überraschend gut, ich habe Lob bekommen für meinen Bach (!!!) aber auch Tchaikovsky und er sagte was von Durchbruch und enormer Verbesserung. Wir diskutierten ein paar fortgeschrittene Konzepte, ich erfuhr (durch Schmerz), dass er nicht gut Klavier vom Blatt ablesen kann und um zu vermeiden, dass ich wieder erst in 6 Wochen eine Stunde abgemacht bekomme, haben wir direkt in zwei Wochen den nächsten Termin ausgemacht. Bis dahin werde ich mich im Übertreiben üben, damit ich ein paar extra Sicherheitslayers habe, die ich bei Nervosität einfach abziehen kann und darunter ist es trotzdem noch hübsch, sauber und interessant.

Montag und Dienstag habe ich mir spontan frei genommen und ich werde auch konsequent keinen Finger fürs Werk rühren. Dafür bin ich auch viel zu platt. Und habe zu viel zu tun damit, Bach und Tchaikovsky innerhalb von zwei Wochen fertig zu polieren.

Tag 2998 – Es ist alles kompliziert.

Die Inspektion grad ist noch mal auf anderen Ebenen eine Herausforderung als eh schon. Meine nicht vorhandenen pädagogischen Fähigkeiten werden auf die Probe gestellt und gleichzeitig versuche ich irgendwie im Alleingang das leckende Inspektions-Boot an Land zu rudern, ohne dass selbiges allzu offensichtlich ist.

Und jetzt mache ich die Augen zu, morgen muss ich wieder für mindestens 1,5 Leute arbeiten. Hmm.

Tag 2996 – Alles machen.

Der erste Inspektionstag war noch nicht so schlimm und ich war um sieben zu Hause. Quasi Luxus. Totaler Luxus: abends was vernünftiges essen (von Herrn Rabe zubereitet), Pippi ins Bett bringen, einen Spaziergang machen und noch ein bisschen Geige spielen. Sogar duschen war ich. Fast wie so jemand mit einem normalen Job. Man sollte vielleicht dazu sagen, dass ich zur Site nur 30 Minuten mit dem Auto fahre, ich habe also die für mich kürzest mögliche Anreise und muss dadurch auch erst um viertel nach acht los. Morgen auch noch ungeschminkt, da spare ich noch mal 10 Minuten vor dem Spiegel. Wie im Urlaub, ey.

Leider liegt jetzt ein Schniefnasenmichel hier in unserem Bett. Also leider sowohl weil er schnieft (armer Zwerg) und weil er in unserem Bett liegt (arme wir). Ich werde wohl gleich in sein Bett umziehen. Meh.

Tag 2992 und 2993 – Geheim geheim.

Heute haben wir bei der Arbeit was lustiges gemacht (oder was Leute wie wir halt so lustig finden, ne?), aber ich darf nicht drüber sprechen.

Ansonsten habe ich zwar die letzten Tage viel (viel viel VIIIIIEEEEL) zu viel gearbeitet, bin aber jetzt on Track mit allem. Also auf sowas wie null. Näher an Null komme ich nicht mehr.

Uff, das war saumäßig anstrengend. Dagegen wird mir die nächste Woche (Inspektion) wahrscheinlich wie Urlaub vorkommen.

Tag 2991 – Auf und ab.

Arbeit war wie erwartet. Beste drei Stunden Arbeit des Tages: als ich mich, nachdem ich nach eigentlich erledigtem Arbeitstag, mich zu Hause noch mal an den Schreibtisch gesetzt habe und da endlich in Frieden ein paar Dinge wegarbeiten konnte. Ohne Unterbrechungen. Hurra!

Michel hatte gestern einen handfesten Meltdown und war heute überaus friedlich und ausgeglichen. Hausaufgaben hat er zwar auch heute nicht gemacht, aber nach gestern bin ich fast so weit, durchzuboxen, dass er gar keine Hausaufgaben mehr machen muss. Ich habe zwar das Gefühl, dass das neue ADHS-Präparat besser ist als das alte, aber das gestern war nicht schön. Für keinen. Es sind halt keine Wunderpillen.

Apropos Wunderpillen: der Lieblingskollege hat seit zwei Wochen Probleme mit dem Ischias und furchtbare Schmerzen. Ich überhörte heute unbeabsichtigt was, und weiß jetzt, dass ich zum Heulen aufs Klo gehe, andere gehen zum laut Stöhnen aufs Klo. Genau wie bei Michel mit seinen Hausaufgaben würd ich echt gern was machen können, weil er mir so leid tut. Aber seit heute Mittag hat er immerhin Schmerzmittel, die helfen.

Beim Strategiebullshitzeitverschwendungsseminar haben wir „alterndes Inspektorat“ halb scherzhaft als Risiko identifiziert. Lieblingskollege war not amused, aber musste dann zum Arzt, sich große Mengen Schmerzmittel verschreiben lassen. Q.e.d.