Tag 2318 – Sauber!

Tagesaufgabe sämtliche Raben waschen. Erledigt!

Pippi prüfte dabei noch schnell meine Assoziationsfähigkeit. Als ich ihr nämlich wunschgemäß die Taucherbrille angereicht hatte, verlangte sie dazu auch noch „den Schnauzel“. Auf deutsch-ish, wie sie eben so spricht. Taucherbrille und ähnliche Laute brachten mich dann aber recht schnell auf den Schnorchel. Pippi schnauzelte daraufhin fröhlich in der Badewanne.

Sonderlich viel mehr war nicht, jedenfalls nichts berichtenswertes. Ukraine-Doomscrolling, aber das können Sie sicher auch alleine, das brauche ich hier nicht noch mal alles wiedergeben.

Tag 2316 – Zerschlagen.

Ich wachte auf mit dem Gefühl, vom Traktor überfahren worden zu sein. Mein Körper macht offenbar irgendwas mit der Impfung, es scheint viel Kraft zu kosten und führt zu Kopfschmerzen. Weil es aber absurd schwer ist, Termine zu bekommen, um einen norwegischen Pass zu beantragen, nahm ich meinen heutigen Passtermin trotzdem wahr. Weil der sonst nur YouTube guckt, nahm ich Michel mit. Und weil wir danach gut drauf und eh in der Nähe waren und mein Körper sich wieder dazu in der Lage anfühlte, waren wir dann noch bei IKEA. Und ich weiß nicht, ob es noch an der Impfung liegt oder an den Blumenbällchen, die ich da gegessen habe, aber zu Hause plumpste ich im Grunde nur noch aufs Sofa, schlief dort ein (zu den lieblichen Klängen von Minecraft) und wachte immer noch groggy, aber jetzt auch noch mit Magenkrämpfen auf. Ich habe schon länger den Verdacht, dass ich manche Fleischersatzprodukte nicht vertrage, ich muss das mal beobachten und schärfer eingrenzen.

Jedenfalls – Pass beantragen war total unspektakulär und irritierender Weise wurde nicht mal mein deutscher Pass entwertet. Vielleicht ist dafür die Bundesrepublik zuständig? Meine Daten wurden eingetöckelt, Pass kommt in der Post, bitte bezahlen, schönen Tag noch. Fun fact: ein norwegischer Pass ist wesentlich billiger als ein deutscher. In meinem neuen Pass werde ich nun auch nicht mehr bei meiner Größe lügen (Überbleibsel der Fehlannahme mit 15, dass ich sicher noch wachsen würde) und auf dem Bild sehe ich aus, als würde ich mich fühlen, wie vom Traktor überfahren. Tjanun. Dafür hatte ich mit Michel einen guten Tag, das muss ich ja auch mal sagen. War richtig schön, der Ausflug mit ihm.

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All das wirkt angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine komplett irrelevant (ist es ja auch), aber ich weiß einfach gar nicht, was ich dazu sagen soll. Es macht mich sprachlos, dieser morallose Lügner und spätestens jetzt auch Mörder.

Weil ich das eben gegoogelt habe und Michel das ständige Welt erklären und droppen von random facts ja auch nicht von ungefähr hat: die Grenze zwischen Norwegen und Russland ist 198 km lang.

(Jetzt werd ich bestimmt für immer überwacht.)

Tag 2315 – „Ferien“ haha.

Ja hmm, heute wurde ich nicht ganz fertig mit meiner Arbeit, muss also morgen wohl kurz ein paar Mails schreiben, aber DANN hab ich frei, zwei Tage. Wow.

Falls ich denn davon viel haben werde, weil ich es tatsächlich geschafft habe, eine Boosterdosis zu bekommen* und jetzt langsam heftige Kopfschmerzen einsetzen.

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*Nicht so ganz einfach in Norwegen. Nach der Infektion im November musste ich ja erst mal drei Monate warten und in der Zwischenzeit mich nicht noch mal anstecken. Dann wird unsereins – U45 – aber gar keine Boosterdosis empfohlen und unsereins – krank gewesen nach 2 Impfungen – auch nicht. Aber das Argument „fürs Zertifikat“ zog. Hurra!

Tag 2310 und 2311 – Zwooosh! (Und Quietschschschrebbel)

Gestern bin ich abends auf dem Sofa eingeschlafen. War aber auch nicht viel los gewesen ansonsten, nur viel Arbeit.

Heute ist auch nicht so viel los gewesen. Wochenende eben. Essensplan, Einkaufen, Blumen gießen, Schweine saubermachen, Kinder baden. Ein bisschen Rumhängen und ein bisschen mehr Geige spielen. Ich mache weiter mit der Selbstfolter und übe Dinge, die ich nicht kann – Spiccato und Doppelgriffe. Nicht gleichzeitig, das ist beides schon einzeln schwer genug. Besonders Doppelgriffe sind ein einziger Schmerz im Po, weil mein kleiner Finger im Verhältnis zu den anderen Fingern ziemlich kurz ist. Das führt dazu, dass es wirklich schwierig ist, den zu greifen, ohne die höhere Nachbarsaite mit zu berühren, insbesondere wenn ich auf der Nachbarsaite den 2. Finger greifen muss. Das sind leider die Terzen, also recht gebräuchliche Intervalle. Auf der G-Saite in der 1. Lage geht’s quasi gar nicht, aber eine andere, bequemere Lage nehmen erscheint mir wie Schummeln. Manchmal mache ich es aber doch, 1-3 auf 2-4 auf D und G im schnellen Fluss klingt nämlich einfach grausam im Vergleich zu 1-3 auf 1-3. aber wie gesagt, ich übe, es wird ganz ganz langsam besser. (Ich habe zu viel „Hilary Hahn plays Bach“ gehört, selbst mit 40 Stunden Üben am Tag komme ich da nicht mehr hin. Aber die Doppelgriffe häufen sich auch in dem, was ich spielen möchte zunehmend, also muss ich da wohl durch.)

Abends haben Herr Rabe und ich Matrix – Resurrection geguckt. Matrix habe ich damals sicher mehr als 10 mal geguckt, weil der mich so beeindruckt hat. Ich war aber ja auch grad erst 14. Den 2. und 3. fand ich dann ziemlich scheiße, aber der Trailer vom neuen Film war verhältnismäßig vielversprechend und wir haben eh ein HBO-Abo. Und ich muss sagen – das war ein guter Film. Keine Spoiler, aber mir hat die Selbstironie und die Nostalgie sehr gut gefallen. Man sollte die früheren Filme aber schon kennen, sonst bleibt einem beides verborgen und dann bleibt eine komplizierte Geschichte voller Referenzen auf ein diffuses „früher“. Ein extra Herzchen kriegen die Filmemacher*Innen für die Wiederverwendung von (Teilen von) Kampfchoreografien und Drehorten aus dem 1. Teil. Da bin ich gleich wieder 14.

Tag 2309 – Wirklich ganz ehrlich!

Nichts zu erzählen. Traurige Wahrheit. Hier passiert absolut gar nichts. Das Spannendste, was heute passiert ist, ist, dass ich mit einem Schwein (Pølse) bei der Tierärztin war, weil ihr ein Gnubbel am Po wächst, und dass man in der Praxis immer wieder überrascht ist, dass ich sowas wegoperiert haben will. Ich frage mich ernsthaft, ob andere ihre Tiere entweder passiv oder aktiv sterben lassen, sobald irgendwas ist. Wahrscheinlich ja und das finde ich entsetzlich. Wir reden hier von einem mittelalten, ansonsten topfitten (etwas moppeligen) Meerschwein, das noch ein paar Jahre vor sich hat, wenn man solche Gnubbel nicht bis ultimo wachsen lässt. Ich kann da nur mit dem Kopf schütteln. Aber für nen Rassehundewelpen Zehntausende Kronen hinblättern.

Immerhin wurde ich für gute Pflege gelobt. Topp Fell, Zähne und Krallen. Dabei habe ich an den Krallen seit Monaten gar nichts gemacht, außer zwei Rampen zu basteln (besser: durch Herrn Rabe basteln zu lassen), die mit Skateboard-Gripfolie beklebt sind, und das Futter immer auf die oberen Etagen zu legen. Ich gucke wöchentlich nach, aber bei Pølse muss man gar nichts machen und bei Marshmallow nur die hinteren Krallen ab und zu minimal kürzen (was immer toll für alle Beteiligten ist, weil sie komplett schwarze Krallen hat).

Die Schnecken schlafen noch. Ich muss mal nachgucken, wann sie letztes Jahr aufgewacht sind, nicht, dass sie schon längst wach sein sollten. Es wird zwar jetzt wieder deutlich heller, aber bis das Licht in die Schneckenecke kommt, dauert es noch ein bisschen, deshalb bin ich nicht sonderlich beunruhigt.

Tag 2306 – Erholungstag.

Euphemismus für „hab bei der Arbeit nicht viel auf die Reihe bekommen“. War einfach viel letzte Woche und heute wäre frei nehmen vermutlich sinnvoll gewesen.

Michel geht es den Umständen entsprechend gut. Bisher hat er Husten und Kopfschmerzen. Gestern glaubte er, Fieber zu haben, aber zwei verschiedene Thermometer waren anderer Meinung. Er kann seine kleine Schwester und sein Lego mit unverminderter Kraft anschreien, insofern geht es ihm wohl nicht allzu schlecht. Wenn Sie ihn allerdings fragen, ist er mindestens dem Tode nah.

Pippi und ich haben weiterhin nichts und Herr Rabe hat Schrödingers Corona offenbar auch niedergerungen.

Mehr gibt es von heute eigentlich nicht zu erzählen. Die übermäßige Olympia-Berichterstattung in den norwegischen Medien nervt mich kolossal und ich hoffe, es ist bald vorbei. Schlittschuhlaufen können wir (leider) auf dem eigenen Parkplatz, wo sich eine zentimeterdicke Eisschicht gebildet hat, die durch immer wieder antauen, drauf regnen und dann wieder überfrieren wirklich spiegelglatt ist. Gestern habe ich Müll rausgebracht und – mein lieber Scholli. Wenn man wirklich gar keinen Halt mehr hat und aus dem Stand wegen ganz leichter Abschüssigkeit anfängt zu rutschen, ist das nicht mehr lustig. Jedenfalls nicht, wenn man mehr als 6 Jahre alt ist und fürchtet, sich Steißbein oder ähnliches zu brechen. Jetzt schneeregnet es erst mal auf die Eisbahn, mal sehen, was sich dann morgen für ein Bild ergibt.