Tag 2037 – Aua +2 -1.

Heute Morgen dachte ich so, hmm, hmm, vielleicht sollte ich lieber ne extra Slipeinlage mitnehmen und einen Damenhygieneartikel. Dachte ich so. Ganz ohne irgendeinen echten Grund dafür zu haben, einfach, haha, Bauchgefühl.

Mittags musste ich mit meinem Damenhygieneartikel ganz fix aufs Klo.

Damit war mein letzter Zyklus völlig kaputte 24 Tage lang, was aber erklärt, wieso ich schon nach 1 Zykluswoche das Gefühl hatte, Eisprung zu haben und danach meine Brüste den Dolly Buster Gedächtnistanz aufführten. Verkürzte erste Zyklushälfte, was ist das für ein Scheiß, niemand braucht das.

Wie auch immer, jedenfalls hatte ich dann Bauchweh. Und als ich in meinem Rucksack nach Ibuprofen wühlte, fand ich einen Triptanblister und mir fiel auf, dass die Zyklusendmigräne dieses Mal ersatzlos ausgefallen ist. Was ist da los? Sind es die Betablocker, die ich seit ein paar Wochen wieder nehme? Immerhin hab ich jahrelang welche als Migräneprophylaxe genommen, habe mir aber eingebildet, das hätte nur mäßigen Erfolg gehabt und nach den Schwangerschaften hab ich die halt einfach weiter weggelassen, ohne direkt einen Unterschied zu merken. Es ist alles sehr merkwürdig. Ich werde das beobachten.

Das zweite +1 Aua sind meine Ohrläppchen, nachdem ich nach längerer Zeit ohne heute mal wieder Ohrringe trage. Ist keine reine Freude, muss ich sagen.

___

Aufregendes Abenteuer Arbeiten im Büro: Kampf mit oder an Technik, so wenig Leute da, dass dauernd das Licht ausgeht, Inspektion war… naja interessant, ich kann Dän*Innen irglllggll schlilllgg vestehlllggll.

Irgendwie schön war’s. Aufregend. Jetzt bin ich aber total fertig und ich gehe auch einfach schlafen.

Tag 2035 – To Ausmisten or not to ausmisten.

So sieht die Ecke vom Flur mit der Garderobe in (fast) leer aus, jetzt, wo da gestrichen ist.

Vom wieder voll geräumten gibt es noch kein Bild, weil noch Schuhe in Haufen davor liegen. Es ist ja so, dass wir, wie vermutlich die meisten Menschen, mehrere Paar Schuhe besitzen. Jeder von uns. Ich zumindest habe sicher auch mehrere Paare, die „unnötig“ sind, im Sinne von „ziehe ich nur seltenst an und würde ich auch eher nicht vermissen“. Da kann man sicher auch noch welche aussortieren. Aber jetzt grad stellt sich eher die Frage: ist ein besonders guter oder besonders schlechter Zeitpunkt zum Ausmisten? Wegen Corona habe ich im Herbst an etwa 10, Herr Rabe an 0 Tagen zum Arbeiten das Haus verlassen. Zum Rausgehen trage ich hässliche, klobige Outdoor-Stiefel, die aber schön warm sind und gut Grip haben. Wenn’s schneller gehen soll, ziehe ich die halbhohe Version mit Schnellschnüren der hässlichen, klobigen Outdoorschuhe an. Andere Schuhe brauche ich zur Zeit nicht. Herr Rabe auch nicht. (Die Kinder lassen wir mal außen vor.)

Da läge es nahe, sich rigoros von Zeug, zum Beispiel Schuhen, zu trennen. Andererseits wird das ja nicht für immer dauern (hoffentlich!). Dann brauche ich wieder schickere Schuhe in blau und schwarz und flach und hoch und auch wieder die Businesshosen, die Blusen, die Blazer, die Kleider. Die eiserne Regel „hab ich die ganze Saison nicht angehabt, kann weg“ muss modifiziert werden, sonst stehe ich am Ende vom Ausmisten nur noch mit ca. 15% meines Kleiderschrankinhaltes da und müsste, falls irgendwann alles wieder in ein neues Normal übergeht, in dem es nicht ok ist, in Jogginghosen und Schlabberpullis oder Onezies im Büro zu sitzen, einiges neu kaufen. Das wäre ja auch unsinnig.

Es ist ein Dilemma.

Sicher aber müssen Sandalen und dünne Turnschuhe zur Zeit nicht im Regal stehen und zustauben. Die dürfen, bis wieder signifikante Plusgrade herrschen und der Schnee weggetaut ist, in einer Kiste wohnen und den klobigen Outdoorstiefeln Platz machen. Und dann räume ich vielleicht einfach nur das zurück, auf das ich wirklich Lust habe.

Tag 2034 – Lampe aus.

Die Quittung für den lustigen Abend war natürlich ein leichter aber anhaltender Kater. Gemeinheit.

(Apropos Kater: ich hätte immer noch gerne ne Katze. Michel auch, das tut mir am meisten leid, weil er ja derjenige ist, der allergisch ist. Wir warten also einfach auf die „Impfung“, die bei der Katze verhindert, dass sie das Allergen produziert.)

Naja, wegen leichter Langsamkeit haben wir heute nicht sonderlich viel unternommen. Eine kurze Pokémon-Runde und Herr Rabe ist noch dabei, den Flur zu streichen. Ansonsten nur Maus und Sofa und das nötigste im Haushalt. Ich habe abends gebadet und beim Beine rasieren über einen Artikel nachgedacht, den ich heute las, demzufolge schon 10-Jährige Mädchen sich die ersten Haare von der Vulva wieder entfernen. „Dass die Eltern das erlauben!“ sagte Herr Rabe und ich bin nicht so sicher, ob die Eltern da gefragt wurden. Ich hoffe einfach, dass meine Kinder und ich da im Dialog bleiben, weil halt. Ich bin einigermaßen entsetzt, wenn Gynäkolog*Innen berichten, sie hätten schon länger keine Vulva (an einer jüngeren Person) mehr mit irgendwelchen Haaren gesehen – und wenn, entschuldigen sich die Patient*Innen. Also – wem’s gefällt, di*er soll’s bitte untenrum frisieren wie si*er lustig ist, aber die reine Anwesenheit von Haar, jeglichen Haares in egal welcher Länge, an egal welcher Stelle, als eklig zu empfinden finde ich… bedenklich? Ich denke, bedenklich passt.

Noch ein paar Jahre um mir meine flammende feministische Rede zu Körperbehaarung und was sie über Hygiene aussagt (nichts) auszudenken. Die können sich beide Kinder anhören. Müssen. Da versteht Mama keinen Spaß.

Andererseits: ich rasiere ja auch Beine (unterhalb vom Knie) und Achseln. Jedes Wochenende. Warum mache ich das? Mache ich das wirklich, ganz ehrlich wirklich, weil ich es schöner finde? Hmmhmmhmm. Aber ich kann meinen Kindern immerhin sagen: ich weiß, wie meine Beine mit vollem Busch aussehen. Oder meine Arme mit langen Achselhaaren. Hab ich probiert, hat mir nicht so wirklich gut gefallen. Auch in der „Bikinizone“ hab ich schon diverses probiert und manches hat gefallen, anderes weniger. Kann man ja alles machen, aber ab dem 1. Haar täglich alles der Barbie angleichen, mit der eins vor kurzem noch gespielt hat? Schwierig. Ganz ganz schwierig.

Tag 2031 – Müde (wie immer).

Und nix zu erzählen, auch wie immer. Ich hab gemerkt, ich hatte auch 2017 schon nix zu erzählen. An manchen Tagen jedenfalls. An anderen habe ich halbe Romane geschrieben. Keine Ahnung, wie ich das gemacht habe, ich war ja auch da schon immer müde.

Morgen Issas einzige Meeting der Woche, auf das ich mich uneingeschränkt freue – das Kaffeepausenmeeting. Ich las (in einer Printzeitschrift, wie so 2005) was über Homeoffice und gerade das soziale leidet eben doch, wenn man einfach in die Situation geworfen wird. Ich hoffe trotzdem, dass mein Arbeitgeber ein „guter“ Post-Pandemischer Arbeitgeber wird und Hybridoffice einführt, mit mindestens (!) einem festen Homeofficetag pro Woche, gerne auch mehr, und Büroarbeit halt für die Dinge und Meetings nutzen, die sich weniger gut im Homeoffice machen lassen. Ich nehme da durchaus gedrückte Daumen.

(Trotzdem muss ich mich wohl nächste Woche zusammen reißen, um niemandem um den Hals zu fallen, wenn ich einen Tag im Büro bin.)

Morgen gehen wir alle schwimmen. Gestern fiel nämlich Herr Rabes und Michels Schwimmen aus Gründen ins Wasser. Da hatte sich Pippi aber schon Schwimmen am Freitag mit mir erbettelt. Nun wird das eben ein Familienausflug. Mal gucken, ob wir lange warten müssen um in das Besucherzahlbeschränkte Bad zu dürfen.

Tag 2030 – Es könnte alles sehr viel besser sein.

Es ist ein scheiß mit der Pandemie. Ich mag das Homeoffice nicht, Herr Rabe auch nicht. Dänemark will nen Impfausweis, Norwegen macht meistens was Dänemark macht und freut ihr euch auch schon so drauf, dass Rentner*Innen im Sommer wieder reisen dürfen, während Familien mit Kindern, solange die Eltern unter 45 Jahre alt sind (in Norwegen), weiter extreme homehocking betreiben? Falls wir geimpft werden, dann nämlich vermutlich erst im Herbst. Ganz ehrlich, da muss ich ein bisschen brechen, wenn ich daran denke: seit März machen wir den ganzen Mist brav mit um die Risikogruppen zu schützen und ab März machen wir dann die Cafés wieder auf für die nun geimpften Risikogruppen, wir bedienen ungeimpft in diesen Cafés, dürfen uns aber selbst nicht reinsetzen? Eff Ypsilon. Das wäre ja alles noch verständlich, wenn jede einfach nen Termin machen und ne Impfung kriegen könnte, wenn sie will. Aber so ist es ja nicht, wir warten ja brav in der 5-Millionen-Leute-Schlange bis wir aufgerufen werden. Auch wenn mein Arbeitgeber zum Beispiel ein gewisses Interesse daran haben dürfte, dass ich meinem Job wieder nachgehen kann ohne mich und* andere zu gefährden, kann auch mein Arbeitgeber nicht dafür sorgen, dass ich geimpft werde. Geht einfach nicht, und das ist ja auch gut und richtig so und ich freue mich sehr für die Geimpften in den Pflegeheimen, die in Norwegen ab nächster Woche wieder höchst offiziell umarmt werden dürfen. Ehrlich. Aber Mobilität erhöhen (wer ermöglicht diese Mobilität denn? Flugbegleiter*Innen, Busfahrer*Innen, Fährpersonal…), von allen vermisste Dinge für Gruppen wieder zulassen, die rein zufällig irgendeinen Faktor erfüllen – Alter, bestimmte Krankheiten – finde ich weder klug noch fair noch solidarisch.

Und all dieses Ausgeliefert sein, diese Ohnmacht, macht so müde. Homeoffice macht mürbe. Selbst Herr Rabe beschwert sich schon und der ist echt nicht von der klagenden Sorte. Morgens mit Halsschmerzen aufwachen und als erstes checken, ob der Geruchssinn noch funktioniert, macht eine fertig. Die Nachrichten rauben mir den letzten Nerv.

Da braucht es nur ein paar wild durcheinander redende Kinder und ich muss danach erst mal ein Nickerchen machen, weil ich völlig im Eimer bin.

Corona soll jetzt bitte endlich weg sein. Der Film, der immer noch scheiße ist, hat jetzt auch noch unerträgliche Längen dazu bekommen.

___

*aus Gründen bezweifle ich das zur Zeit

Tag 2029 – Grau.

Wir müssen ja noch das Schlafzimmer streichen. Und zwar bevor in etwa vier Wochen der Einbauschrank aufgebaut wird. Und am besten wäre es, wenn der Schrank in einer zur Wand passenden Farbe lackiert würde, was vor dem Aufbau passieren muss, weshalb wir das jetzt so langsam mal entscheiden müssen, welche Farbe Wand und Schrank haben sollen.

Da wir im Hinterkopf ja so Norwegisch sind, dass wir immer denken, dass wir das Haus in absehbarer Zeit wieder verkaufen, sollte darüber hinaus die Farbe nicht abschreckend auf diese zukünftigen potentiellen Kaufinteressent*Innen wirken und die Farbe sollte mit dem Boden harmonieren. Und weil wir nicht jedes Zimmer grünlich streichen wollen, war alles grün und petrol auch raus. Die Wahl fiel grob auf… hellgrau. Fröhliches, lebensbejahendes Uni-Bielefeld-Betongrau. Den Schrank ganz hell, fast weiß, aber einen Tucken abgetönt in grau-gelb (etwas dreckiges Ei). Die Wand dann dunkler, vielleicht Richtung Totes-Meer-Gesichtsmaske, oder doch bläulicher (Wasserleiche?), oder grünlicher (Moorleiche?)? Das müssen wir morgen bei Tageslicht mal gucken. Denn so wie auf dem Bild sind die Farben schon mal nicht.

Das Besorgen dieser Karten war übrigens nicht so eine große Freude. Aufgrund unserer hohen Inzidenz im Kaff gehe ich nur noch mit FFP2-Maske in Läden. Und ich muss gestehen – schön ist das nicht. Ich kriege nicht so gut Luft und verstehe selbst kaum, was ich sage, was dazu führt, dass ich übermäßig laut spreche, was mir dann wieder unangenehm ist. Das alles zusätzlich zu meinem generellen Maskenproblem mit beschlagender Brille. Also langer Rede kurzer Sinn: mein Vorsatz wird wohl zu einer weiteren Minimierung der Einkaufstouren führen. Und hoffentlich geht unsere Inzidenz bald wieder runter.

Tag 2028 – Teurer Wasserkocher.

Meine Oma hatte so einen Miniboiler in der Küche, der hing über der Spüle an der Wand. Da waren, weiß nicht, so 2-3 Liter Wasser drin und das Ding hatte einen eigenen Hahn, aus dem man dann, wenn man das Wasser im Tank per Knopfdruck zum Kochen gebracht hatte, kochendes Wasser zapfen konnte. Ich hatte als Kind da ziemliche Angst vor, weil ich generell Angst vor allem hatte (heute nenne ich es Respekt und meine dasselbe) und man sich sowohl an dem heißen Wasser als auch an dem Hahn selbst übel verbrennen konnte. Ich und der Küchenboiler schlossen erst so richtig Freundschaft, als ich als Teenie auf Haus und Hund aufpassen durfte, während meine Großeltern im Urlaub waren und ich auf dem Sofa lümmelnd sehr viel Harry Potter las und Früchtetee mit Honig trank.

Das war schön und jetzt werd ich ein bisschen wehmütig, weil die Küche meiner Oma schon lange nicht mehr da ist.

Wie dem auch sei, wir haben jetzt einen Miniboiler in der Küche. Einen 7-Liter-Wassertank, in dem Wasser auf 110 Grad erhitzt wird und einen Hahn, aus dem wir per Push-Push-Turn dieses Wasser in nahezu dieser Temperatur entnehmen können.

Angenehmer Nebeneffekt: nach zweieinhalb Jahren in diesem Haus haben wir endlich auch in der Küche einen dichten Wasserhahn. Den alten Hahn reparieren zu lassen wäre sicher günstiger gewesen, aber Herr Rabe und ich finden solcherlei Quatsch ja durchaus Geld wert und werden über kurz oder lang auch das Blubbergerät dazu kaufen*, dann kann aus dem Hahn nämlich auch Blubberwasser fließen und der gute alte Sodastream in Rente gehen.

Den behalten wir hoffentlich länger als den Rest der Küche.

Ach, ich freu mich.

___

*ist erst ab April/Mai überhaupt in Norwegen erhältlich und wenn es kein Einführungsangebot gibt, zunächst sicher erst mal sauteurer. Und noch sieht der Sodastream nur fertig aus, funktioniert aber, wir haben also keine Eile.

Tag 2025 – Noch eine kurze Meldung.

Es passiert halt kaum was hier zu Hause. Einer oder eine fährt die Kinder zur Schule und zum Kindergarten, beide arbeiten, eine oder einer holt die Kinder ab, mehr Arbeit, essen, gegebenenfalls Online Freunde treffen, repeat.

Da hat eine dann auch nix zu schreiben. Morgen muss ich mal die Schweinchen zu irgendwas tollem animieren, Stöckchen holen oder so, damit das hier nicht zum langweiligsten Blog aller Zeiten verkommt.