Tag 3650 – Grüße vom Boot!

Mal wieder Fähre. Es hat alles gut, wenn auch nicht stressfrei, geklappt. Alle Schlangen sind pappsatt, die Fische* haben einen Fütterungsautomaten bekommen, unser ehemaliger Nachbar kommt hin und wieder zum nach allen Tieren schauen und Blumen gießen. Wir haben jetzt Urlaub und das ist auch echt nötig, wenn auch komplett bescheuert und unnötiger Luxus und alles. Tjanun, ne?

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*haben auch grad sehr, sehr viel Nachwuchs. Ich hätte mir um den Nachwuchs beim Umzug gar nicht so Sorgen machen müssen, da wurde einfach mal noch so das Fünffache nachgelegt. (Aber auch davon abgesehen haben tatsächlich viele der da schon vorhandenen Babyfische den Umzug erstaunlich gut überstanden. Rausfangen war unmöglich, also mussten sie etwa eine Stunde lang in einer Pfütze aus brackigem Wasser klarkommen. Nur die Babies, die größeren Fische haben wir alle rausgeholt, aber die kleinen sind einfach zu klein. Aber im Gegensatz zu Guppys sind Platys quasi Ironman. Ironfish. Die machen all sowas klaglos mit.)

Tag 3646 – Bergauf.

Möglicherweise werde ich überleben. Es tut schon weniger weh als gestern und auch als heute Morgen und ich fühle mich auch nicht mehr ganz so Kacke.

Außerdem habe ich die ganze obere Etage im alten Haus jetzt fertig geputzt. Man sollte meinen, das ginge bei einem leeren Haus schnell, aber wenn man jeden Schrank von innen putzt und Decken und Wände erst staubsaugt und dann gegebenenfalls noch mal feucht reinigt, dauert das eben alles.

Aber dafür ist es oben jetzt verkaufsfertig. Da muss man, wenn noch mal Leute zum Gucken kommen, hinterher noch mal durchwischen, aber ansonsten ist alles zum Verkaufsstandard klinisch rein.

Tag 3645 – Au.

Bitte keine Tipps. Wirklich keine. Es gibt das, was Sie vorschlagen möchten, eh nicht hier. Und alles andere mache ich schon, oder kann ich nicht machen weil ich dann Nasenbluten bekomme oder weil ich schon beim Gedanken daran, Wasser in meine Nase laufen zu lassen, Panik bekomme.

Meine Kieferhöhle auf der rechten Seite ist entzündet. So richtig. Das tut sehr weh. Zum Arzt geht „man“ damit hier eher nicht und selbst wenn man das vorhätte, ist ja Samstag. Dampfbad hilft, allerdings hauptsächlich währenddessen. Der Effekt verpufft schnell. Paracetamol hilft ein bisschen gegen die Schmerzen (ich habe das Gefühl von Zahnschmerzen im kompletten rechten Oberkiefer). In meiner Verzweiflung habe ich mir das einzige Zeug besorgt, dass man hier rezeptfrei bekommt. Es ist ein Nasenspray mit Primelextrakt, das quasi für eine mechanische Reinigung sorgt. Es reizt nämlich die Nase und Schleimhaut so dermaßen, dass man minutenlang Niesen muss. Danach läuft alles für über eine Stunde. Und ja, das funktioniert, aber Spaß ist das auch nicht. Und auch da klingt der Effekt nach einer Weile wieder ab und alles ist wieder dicht. Mehr als ein Mal am Tag soll man das Nasenspray aber auch nicht nehmen. Es ist wirklich nicht lustig alles.

Dass ich trotzdem heute vier Stunden im alten Haus geputzt habe, bei 30 Grad, verdient, wie ich finde, einen Orden.

Tag 3643 und 3644 – Piep 3.

Es ist warm! Richtig warm. Morgen werden 31 Grad, das sind, nach einigen Jahren Norwegen, keine Temperaturen, bei denen ich mich noch bewege.

Allerdings habe ich ja auch keine Wahl, ne? Heute habe ich deshalb Badezimmerkram ausgepackt und verräumt. Gestern war es die Küche, plus meine Kleidung (in Teilen). In der Küche sind so viele Schränke, dass die Hälfte immer noch sehr luftig eingeräumt ist (vor allem, weil wir jetzt ja auch einen Vorratsraum UND einen Waschraum haben, also vieles muss gar nicht mehr in der Küche stehen). In den Kinderschlafzimmern sind große Einbauschränke. Aber unser Schrank ist viel zu klein. In unserem Bad ist auch zu wenig Platz. Das müssen wir alles noch ein bisschen hinpuzzeln. Aber das wird schon, ich habe schon verschiedene Ideen.

An der Erkältungsfront geht es gleichzeitig auf- und abwärts. Der Peak der eigentlichen Erkältung war wohl am Mittwoch und nachdem ich jetzt wieder schlafen kann, geht es mir eigentlich auch viel besser. Allerdings sind alle Nebenhöhlen zu. Ich bin immer mal wieder halb taub, bis es wieder knackt, dann geht es für kurz. Die rechte Kieferhöhle ist so verschleimt, dass es sich anfühlt, als würde mir der Phantomzahn (dessen Wurzel sehr nah an dieser Kieferhöhle verläuft) einfach bald mit einem lauten „PLOPP“ ausfallen. Zusammen mit dem Wetter macht diese Nebenhöhleninfektion das Arbeiten nicht einfacher. Alles mit Kopf runter geht nicht, alles im Hocken geht auch nicht. Ganz toll, spitzen Timing,

Genug gemeckert. Ab ins Bett. Gute Nacht!

Tag 3640 – 3642 – Piep 2.

Wir sind angekommen.

Das war sehr anstrengend. Zudem bin ich inzwischen sehr erkältet, da will man alles, aber nicht bei 30 Grad umziehen. Deshalb auch nur piep, ich muss so so dringend schlafen. Seit Tagen habe ich so vier, viereinhalb Stunden am Tag geschlafen, das reicht hinten und vorne nicht und dazu diese Erkältung… Aber jetzt ist das schlimmste geschafft. Wir sind da, die Betten stehen, der grüne Schrank steht, Fische und Schlangen haben alles gut überstanden, soweit wir bisher wissen, ist nichts zu Bruch gegangen. Natürlich war es viel mehr als gedacht (hoppla) und dafür zahlt man dann halt Lehrgeld beim Umzugsunternehmen. Für‘s nächste Mal: so 70 Kubikmeter kommen schon zusammen, wenn man dem Glauben schenkt, dass ein so ein Wagen 20 Kubikmeter fasst.

Dafür, dass ich mich fühle, als wäre ich vom Umzugslaster gleich mehrmals überrollt worden, finde ich das ganz beachtlich. Die eine inaktive Stunde war da, wo ich auf dem Sofa eingeschlafen bin, weil ich mich kurz mal hingesetzt habe.

Tag 3638 und 3639 – Piep.

Michel ist wieder da, schon seit gestern, und die Kinder haben ein wirklich beeindruckendes Konzert zum Abholen gespielt. Michel hatte die beste Zeit und ist total zufrieden, ein wesentlich ausgeglicheneres Kind.

Abends waren wir bei den Nachbarn eingeladen und da haben wir (alle Erwachsenen, fürchte ich) viel zu viel Weißwein getrunken und hatten aber wirklich einen schönen Abend. Heute war ich dann etwas langsamer als erwünscht.

Ansonsten Panik, wir ziehen ja quasi sofort schon um, Hilfe.

Eieieieiei Hilfe.

Tag 3637 – Zurück zum Kisten packen.

Langsam wird das mit dem Umzug konkreter. Es werden Verträge und Versicherungen gekündigt und neue abgeschlossen, ich habe mir den Termin vom Umzugsunternehmen noch mal bestätigen lassen und die Verkäuferin hat ein paar mal angerufen, ob wir diverse Möbel und Dinge behalten wollen oder sie die wegschmeißen sollen. Ich schwanke ehrlich gesagt zwischen „geht schon alles“ und totaler Überforderung hin und her. Leider werde ich immer sehr langsam, wenn ich überfordert bin, bis zu dem Punkt, an dem ich dann panisch einfach irgendwo anfange und mehr oder eher weniger strukturiert alles gleichzeitig erledige. Und dann bin ich am Ende zu Tode erschöpft, weil ich in diesem Panik-Modus viel mehr Energie lasse, als sein müsste (und Wege drei mal so oft gehe, wie ich eigentlich müsste, weil ich dann fahrig und unkonzentriert werde und dauernd irgendwas irgendwo vergesse oder liegen lasse). So ist das leider in meinem Gehirn, ich wünschte, ich könnte das abstellen und Dinge einfach machen ohne dieses Rumgeeier vorher, aber nein. Und Herr Rabe ist krank.

Heute habe ich immerhin drei Kisten gepackt und mich von meiner Sammlung von 2 Jahren Nature-Heften getrennt. Als ich das Taj Mahal eingepackt habe, ist mir leider die Kuppel runtergefallen und zerschellt, ich hoffe, ich habe alle Teile gefunden und nichts ist zwischen die Terrassenplanken gefallen, weil die Terrassentür offen stand. Wir werden es sehen. Und wir werden einiges an Lego aus größeren Stücken wieder zusammen setzen können im neuen Haus. Wir haben ECHT viel Lego. Das heute war ja auch nur ein Teil, einiges ist bereits im Lager.

Heute wurde außerdem das Geld für das neue Haus an die Maklerin überwiesen. Das ist also auch unterwegs jetzt. Jetzt haben wir erst mal ganz viele Schulden, bis das alte Haus verkauft ist. Dann haben wir wieder nur noch normal viele Schulden.

Michel meldet sich gar nicht, vielleicht ist sein Telefon kaputt? Oder er hat die beste Zeit seines Lebens. Oder beides. Ich hoffe zumindest, dass er einfach zu beschäftigt mit anderen Dingen ist, um seiner Mama zu schreiben.

Tag 3636 – Lebenszeichen.

Michel lebt, das habe ich heute dann doch irgendwann mal angefragt. Hurra! (Natürlich weiß ich, dass no news good news sind, aber vielleicht macht er ja sehr viel Scheiß? Wer weiß. Und natürlich hätte er mir das dann gesagt. Jaja.)

Ob Herr Rabe allerdings seine Sommergrippe überleben wird, ist mehr als fraglich. Beten wir für ihn.

Mich scheint es weniger schlimm erwischt zu haben. Also ganz 100%ig auf der Höhe bin ich auch nicht, aber bisher beschränkt es sich auf Halskratzen, leichte Kopfschmerzen und schlechten Geschmack im Mund. Heute Nacht schlafe ich trotzdem lieber in Michels Bett, dann kann Herr Rabe in Frieden rumhusten ohne dass ich darüber phantasiere, ihn mit einem Kissen auf dem Gesicht stummzustellen von seinem Leid zu erlösen.

Das Ganze kommt übrigens von Pippi, und die hat es meiner Meinung nach von ihrer Freundin, die auch beim Tanz-Camp war.

Tag 3632 – Wieder normal.

Es gibt nur wenig zu erzählen. Und das ist auch mal schön. Wir waren heute mit Michel und der Schwägerin beim Bygdetunet, ein bisschen herumlaufen und Rømmegrøt essen (das ist sehr lecker, aber nervig zu machen, weshalb wir das seltenst selbst tun). Dann fuhr die Schwägerin zum Flughafen, mit Herrn Rabe. Michel machte Gartenarbeit, Pippi half mir ein bisschen beim Aquarium sauber machen. Wir haben wieder Babyfische, weshalb das Aquarium sauber machen einfacher ist als sonst, man kann halt den Boden grad nicht absaugen. Allen Fischen, großen und kleinen, scheint es gut zu gehen. Ein Männchen belästigt ausdauernd ein Weibchen, das ist hoffentlich normal, ich habe mit dem Männchen auch schon geschimpft, aber es hört nicht auf. Tjanun, ne, irgendwo müssen die Babyfische ja her kommen.

Ich habe außerdem ein neues Sportprogramm gestartet, um wieder in eine Regelmäßigkeit rein zu kommen. Das ist alles so ausgewaschen worden, Geige auch, keine Routine, das macht mich unglücklich. Damit (dem Lotterleben!) ist jetzt wieder Schluss.

Abends haben Herr Rabe und ich The Residence endlich fertig geschaut. Das ist eine ganz tolle Miniserie auf Netflix, die kann ich nur empfehlen. Man lernt auch einiges über abseitige Spezialinteressen Vögel. Vögel, Murder Mystery und das ganze in sehr lustig. Also ja, ne Leiche gibts auch, aber Krimi kann man das kaum nennen.

Tag 3630 und 3631 – Von Getränken.

Ich sollte echt, wirklich ganz im Ernst, keinen Champagner trinken. Spätestens am nächsten Morgen bereue ich das. Heute zum Beispiel, weil wir gestern mit der Schwägerin auf das neue Haus angestoßen haben. Das war nett, aber mein Kopf heute morgen war nicht so nett.

Heute habe ich dafür auch nur Cola getrunken – aber spät. Auch das ist nicht so schlau (für mich), weil ich jetzt wach bin.

Der Grund, warum ich spät abends noch Cola trank, war, dass Herr Rabe mit seiner Band im lokalen Pub (der, der bei Hans voller Wasser gelaufen ist) ein Konzert gespielt hat. Ich musste danach noch fahren, nämlich Michel von seinem besten Freund abholen und die Schwägerin nach Hause bringen (ich wäre gelaufen, aber dann wäre nichts von den beiden Dingen möglich gewesen). Das Konzert war bombe, wirklich guter Sound und gut besucht (für ein wenig beworbenes Pub-Konzert). Wesentlich mehr Leute hätten in den Pub nicht rein gepasst. Ich glaube, auch der Getränkeumsatz war durchaus anständig, win-win also für die Band und die Pubbetreiberinnen.

Hier ein paar Bilder.