Tag 140 – Bielefeld Tag 17 – Sozialising

Meine liebe Ex-Kollegin T. war zu einem (mehreren) laaaangen Kaffee da. Das war sehr schön, wir tauschten uns aus über deutsche/norwegische Kindergärten (ich bin nicht sicher, ob ich meine Kinder auch in Deutschland guten Gewissens ab 1 in eine KiTa geben würde) und den neuesten Tratsch aus der (Ex-)Firma aus. Dortselbst ist wohl alles beim Alten, der eine Abteilungsleiter sehr beschäftigt und viel unterwegs, der andere Abteilungsleiter menschenscheuer Choleriker, der Chef jovial-frauenfeindlich, QA nervt. 

Jetzt zur besten Freundin, mit der ist es zur Zeit kompliziert und ich weiß nicht, was der Abend noch so bringen mag, deshalb jetzt schon mal schnell und später vielleicht noch mal, das muss ich mal sehen.

Tag 139 – Bielefeld Tag 16 – Von Pferden und Blumen

Heute war ein sehr schöner und nach dem ganzen Familientrara auch sehr erholsamer Tag. Nach dem Aufstehen und Frühstücken bekamen wir Besuch von meiner Studienfreundin C. samt Mann und Kind (nämlich des Kindes allerbester Superkumpel M.) und Herrn Rabes Schulfreundin S. samt Mann und zwei Kindern: L. und N. L. ist genauso alt wie das Kind, M. wird jetzt bald drei und N. ist 1, kann grade so an der Hand laufen und ordentlich stinkende Windelinhalte produzieren, war aber ansonsten am Vormittagsprogramm noch uninteressiert: Ponyreiten. Meine Schwägerin hat nämlich Shetlandponys. Die Jungs waren total wild drauf, die Pferde zu sehen und zu füttern und zu streicheln und als es dann hieß, wir könnten die sogar reiten und auf einen Ausflug mitnehmen, war natürlich die Freude groß. Das Kind ließ sich am kürzesten bitten und wollte sofort auf das Pony, das erstaunte mich ehrlich gesagt ein bisschen, die letzten Konfrontationen mit echten Pferden liefen nämlich eher so mittelgut, weil das Kind einfach noch Angst hatte. Aber jetzt stimmte wohl das Verhältnis von seiner zu der Körpergöße des Pferdes und es war hellauf begeistert. L. Wollte erst kurz nicht und dann doch auf das zweite Pony und M. traute sich nicht recht, was dann aber ja sogar ganz gut war, so gab es wenigstens keinen Streit. Und dann machten wir einen Spaziergang über Feldwege und an Bauernhöfen entlang, das Baby und N. schliefen in ihren Gefährten, M. wurde von seinem Vater getragen und pflückte zwischendurch eine Blume für das Kind, das Kind und L. ritten und alle hatten eine schöne Zeit. Nach dem Spaziergang verteilte M. Bananen an die Kinder, darauf waren auch die Pferdchen ganz scharf, aber die hatten wir ja am Halfter. Das Kind bat mich, seine Blume kurz zu halten, zu Gunsten des Banane essens. In dem Moment versuchte das eine Pony ziemlich frech nach der Banane zu schnappen, die zog ich weg und hielt ihm gedankenverloren die Blume als Ersatz hin, Zack, Blume weg. Die darauffolgende Krise und große Verzweiflung über die zerstörte Blume ließ sich nur durch das Finden eines Spielzeugtraktors auflösen. (Und die anderen Muttis so: „Schön, dass sie doch irgendwie alle gleich sind.“)

Danach waren wir noch im Tierpark mit C. und A. und M. und danach essen und ich schätze, das Kind und M. werden mal heiraten. Immerhin ist M. das erste andere Kind, das vom Kind aus freien Stücken und auf eigene Initiative hin gedrückt wurde, das muss einfach ein Zeichen sein!

Was ganz anderes: die hoch verehrte Frau Brüllen hat mich in ihrem Jahresrückblick (ich trau es mich kaum zu schreiben) als ihren Lieblingsblog des Jahres auserkoren und seitdem muss ich beim Blick in meine Statistiken immer hysterisch lachen. Falls auch Sie hier neu sind: Willkommen! Fühlen Sie sich ganz wie zu Hause und entschuldigen Sie das Chaos, so sieht es in meinem Kopf eben aus. 

Tag 137 – Bielefeld Tag 14 – 2. WFT

Puuuhhhh. 

Es ist ja so schön, dass ich noch Großeltern habe. Und ich hab sie auch so lieb. Aber ein Tag Pause für meinen Migränegeschundenen Kopf wäre irgendwie nett gewesen. Jetzt fühle ich mich leer und emotional ausgepumpt und will ins Bett und nur noch schlafen, drei Tage lang. Die Kinder auch, glaube ich*. 

Und wie zur Hölle sollen all diese Geschenke nach Norwegen kommen??? 

(Auch: welchen Teil von „Wir kommen mit dem Flugzeug, Geschenke sollten leicht und klein/gut zu transportieren sein.“ verstehen die Leute denn nicht?)

Morgen gibts einen ausführlichen Weihnachtsbericht, versprochen. Ich weiß, das hab ich vorgestern auch gesagt, aber naja. Diesmal echt: morgen. 

*Das Baby hat gestern 2 h hysterisch herumgebrüllt als ich gerade eingeschlafen war und war durch nichts zu beruhigen. Stillen wollte es nicht, herumgetragen werden wollte es nicht, schlafen konnte es nicht. Wand und bog sich im Arm. Das einzige was halbwegs ging, war nackt auf dem Rücken liegen und mit den Füßen spielen lassen. Das übernahm Herr Rabe, der konnte mein leidendes Gesicht (Migräne und Babygeschrei im Ohr ist keine soooo angenehme Kombi…) nicht mehr sehen. Irgendwann ging es wieder, aber bis dahin war es echt, echt schlimm. Armes kleines Mäuschen! Heute morgen wurde dann vier mal mit viel Gebrumm die Windel gefüllt, danach war gute Laune. 

Tag 135 – Bielefeld Tag 11 – Verpackungswahn

Die letzten Besorgungen gemacht. Ultra voll in der Stadt. Weder weiße Strumpfhose für mich noch fürs Baby bekommen. Baby hat jetzt Einkackungsverbot. Dafür hat das Baby auch Rossmann-Größe-4-Aktiv-Action-Dingens-Superweich-Rundum-Auslaufschutz-Windeln. Danke an Herr Paul für den Tipp, die riechen echt nicht so stark, sind viel weicher und es gibt Probepacks! 

Essen eingekauft, für Oma (also meine Mutter) gleich mit, die wollte das morgen früh machen, da bin ich zu panisch für.

Bei Oma den Rotkohl angesetzt, dann am Möbelschweden Weihnachtsbaum für Oma gekauft (wollte sie auch morgen machen), beim Möbelschweden gegessen weil völlig vergessen für heute was einzukaufen, bei Oma den Baum aufgestellt, nach Hause gefahren. 

Auf demWeg die Fotobücher von den Schwiegereltern abgeholt, wohin sie heute geliefert worden waren. 

Ebenfalls auf dem Weg getankt. Dabei verrückter Weise Preisdifferenzen von 17 Cent von Tankstelle zu Tankstelle und an der selben Tankstelle 15 min später beobachtet. Hoffentlich für den günstigen Preis getankt, Verifizierung steht noch aus. 

Zu Hause Einkäufe verräumt, Fotobücher-Qualitätskontrolle durchgeführt, drölfzig Geschenke verpackt. 

Jetzt ab ins Bett. 

„Einmal werden wir noch wach…“

Tag 134 – Bielefeld Tag 10 – Die Ente

Es ist ganz verrückt, was hier und auf Twitter abgeht wegen des Textes von gestern. Und das meine ich im überaus positiven Sinne. Ich war gewappnet für ein Shitstörmchen und bekomme viel Flausch, sachliche und konstruktive Kritik und erfahre, dass nicht nur wir uns eben so durchwurschteln. Das tut sehr gut, gerade vor Weihnachten. Hachz.


 

Was ganz anderes: Ich habe heute online eine Brille bestellt und bin sehr gespannt auf das Ergebnis. Es wurde das Modell, das von allen favorisiert wurde (auch wenn es gegenüber den anderen dreien etwas langweilig rüberkam zunächst, die anderen waren viel bunter und fancyer…), obwohl Herr Rabe zu Recht bemerkte, dass es einen Schatten auf meiner Nase macht. Da ich gehört habe, dass bei Astigmatismus die Positionierung der Gläser im Rahmen total wichtig ist, habe ich den Optiker gezwungen darum gebeten, meine Pupillenposition in dem Gestell auszumessen und hoffe, dass das klappt. Dann noch fix die Gestelle zurückgeschickt und dann sollte Anfang des Jahres die neue Brille zum Spottpreis da sein. Keine Ahnung, wie deren Geschäftsmodell funktioniert, ich hoffe, es ist keine krasse Ausbeutung.


 

Das Kind hat heute auf dem Spielplatz eine imaginäre Ente vor einem imaginären Hai gerettet und passt seitdem darauf auf. Wenn die Ente schläft, werden wir alle angeschnauzt, dass wir leise sein sollen. Fällt die Ente herunter, legt sich das Kind auf den Boden und wartet, bis die Ente wieder auf die Hand gekrochen ist (ja, es ist eine sehr kleine Ente, gerade erst aus dem Ei geschlüpft). Ist die Ente wach, kann man ihr Hallo sagen, „Aber vorsichtig, Mama! Ente Angst sonst!“. Das alles beeindruckt mich ziemlich, das erfordert schließlich einiges an Phantasie und außerdem IST DAS SO UNGLAUBLICH SÜß, DASS MEIN HERZ DIE GANZE ZEIT PLATZT!!1!

Hust. Geht schon wieder. Aber ES HATTE DIE ENTE NOCH NACH DEM EINSCHLAFEN IN DER HAND <3 <3 <3

Tag 132 – Bielefeld Tag 8 – Bilder die am Wochenende entstanden

Bewusst kein Wochenende in Bildern, denn die Bilder haben bestenfalls entfernt mit der Familie zu tun und hätten außerdem genauso gut an jedem anderen Tag entstanden sein können. Aber vorenthalten wollte ich sie Ihnen auch nicht. (Falls Sie jetzt weinen, weil Sie sich so auf Wochenende in Bildern gefreut hatten und nicht mehr wissen, wie Suchmaschinen funktionieren: hier gehts lang.)

Hier erst mal meine Bilder.

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Genauso warm wie im Juli in Trondheim. 

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Für wen ist denn dann die Apotheken-Umschau?

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„Guck mal, Mama, Elchschafe!“

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Der Name ist sowas von zum Kotzen, aber das Kind hat den Saft bei Freunden bekommen und sich im Supermarkt den ausgesucht. 

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Optimistisches Thermometer. Das Kind hat erst mal die -30°C abgebrochen. Wann war es hier das letzte Mal so kalt? 1946?

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Gnihihi.

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Mit Computerintelligenz! Jahaaa!

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Aaaaaawwww! (Von Herr Rabe, wegen der dauernd auslaufenden Windeln.)

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Ich so: Verteil die gut, nicht alle auf einen Haufen. Und ist ja auch irgendwie schöner, wenn die einen angucken. Kind so: Mir doch wurscht.

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Ich verstehe absolut nichts von Pädagogik, aber das in einem Buch namens „Geschichten zum Einschlafen“ finde ich… bedenklich. Auf vielen Ebenen.

P.S. Die Sache mit dem Attachment Parenting gärt noch in meinem Kopf, aber Susanne von Geborgen-wachsen hat einen Artikel geschrieben, den ich schon mal sehr wahr und gut finde.

Tag 130 – Wirres Zeug

Mein Gehirn ist der reinste Pudding, ich kann mich echt kaum noch auf irgendwas konzentrieren. Vermutlich sollte ich mehr schlafen, aber da wir die nächste Runde Rüsselpest von Herrn Paul mitgenommen haben (kein Vorwurf!) ist das im Moment etwas schwierig. Das Baby brüllt nämlich gerne nachts lange und laut und hat eigentlich Hunger, ist aber zu verrotzt zum Stillen, rastet dann beim Geben von Nasentropfen komplett aus und brüllt das Kind wach, das muss dann erstmal aufs Klo und weint dann, weil das Baby so laut ist und so weiter und so fort. 

Dazu kommt ausgeprägte A-Phase beim Kind, Heimweh/Papa-Vermissen beim Kind, Warum-kann-ich-nicht-krabbeln-Frust beim Baby und ständig auslaufende Windeln (vier Sorten probiert von ganz billig bis ganz teuer, Größe 3 und 4, nix bringt den Durchbruch, haha, oder eben genau doch) und akutes Warum zur Hölle bin ich hier weggezogen??? bei mir. 

Jetzt sagen Sie: aber da sind doch jetzt die Großeltern und alle vor Ort, ich seh das Problem nicht. Naja, das würde alles supi helfen, wenn die Großeltern hier mal übernachten und das Baby stillen könnten. Muhahaha. Das Baby. Das brüllt, sobald ich den Raum verlasse. Außer bei meiner Mutter. Da brüllt es auch wenn ich da bin sofort los. Meh. 

Bei Twitter und auf dem Blog von Frau Chamailion zunächst mit Interesse und dann mit wachsendem Unverständnis die hitzige Diskussion über Attachment Parenting verfolgt. Leben und Leben lassen ist ja scheints out als Lebensmotto, aber AP ist ja fast so schlimm wie Impfen als Thema. Und schon habe ich keinen Bock mehr auf AP, wenn das so ne Ideologie ist. Hab ich auch letztens schon gedacht, als Frau Mierau auf ihrer Facebookseite im Shitstorm landete, weil sie geschrieben hatte, dass ihr Sohn bei der Verabschiedung im Kindergarten manchmal weint, und dass sie ihm dieses Gefühl zugesteht. Und da war dann Susanne Mierau (!!!) die schlimmste Mutter der Welt. Ganz schrecklich. Wie man sein Kind so brechen könne. Alter!!!1! Zu Leuten, die sowas sagen, will ich nicht mal entfernt zugeordnet werden. 

(Rabenmuttergeständnis: das Kind wurde mit 13 Monaten im Kindergarten eingewöhnt. Nicht nach Berliner Modell. Die Eingewöhnung dauerte drei Tage, wurde vom Herrn Rabe begleitet, der sogar noch viel länger Zeit gehabt hätte und war überhaupt kein Problem. Aber auch nach zwei Jahren im Kindergarten ist das Kind manchmal morgens traurig, wenn ich gehe. Und ich finde das normal und ok, gehe dann aber trotzdem.)

Trotzdem ist vieles am Attachment Parenting auch gut. Vieles mache ich auch aus Faulheit AP-mäßig (Stichworte Tragen und Familienbett). Aber diese Dogmata, die da zu herrschen scheinen, nee. Da bin ich irgendwie allergisch gegen. 

Irgendwann sortiere ich mal meine Gedanken zum AP. Aber nicht heute. Zu müde, zu wirr in der Birne. 

Tag 129 – Improtheater

Im Moment sind meine Tage ja wie ein einziges großes Improtheater. Ich wurschtel mich so durch. Muss ich ja. Aufgeben, hinsetzen und heulen is ja keine Option. Nicht dass mir dauernd danach wäre. Aber insgesamt passte es schon ganz gut, dass ich heute Abend ENDLICH mal wieder zum Improtheater gegangen bin. Mein bester Freund macht das schon sehr lange und auch sehr gut und bevor wir nach Norwegen gezogen sind, haben wir fast keine Show verpasst. Und ich vermisse das sehr. Quatsch auf Erwachsenenniveau. Menschen beim lustvollen Scheitern zusehen. Sich wundern, wie Leute auf Befehl Reimen, Singen, albern oder gefühlig sein können.

Und jetzt wo ich da war, bin ich wehmütig, dass ich nicht öfter da sein kann. Überhaupt grad großer Wehmutsanfall wegen so vielem. 

Ach.