Tag 2276 – Smirk + grin.

Hurra, die Familie ist wieder da. Ein Familienmitglied ist um einen Milchzahn ärmer:

Der allererste Milchzahn ist raus!

Der Zahn war schon seit Ewigkeiten lose und dann immer loser und heute war er dann plötzlich ganz ab von seinem seidenen Faden. Warum sagt man eigentlich seidener Faden? Seide ist doch sehr reißfest? Seltsam. Jedenfalls ist das natürlich eine große Sache für Pippi und war auch schon länger Thema, inklusive „aber ich mag den Zahn doch, der soll nicht ausfallen!“. Jetzt freut sie sich sehr, ihre Zahnlücke schnellstmöglich allen zu zeigen. Montag wird sie vermutlich einfach deshalb dauergrinsen, damit aaaaaalle das sehen.

Wie man an der Farbe sieht, ist der benachbarte Schneidezahn auch schon lose. Hach, große Kinder sind toll.

Heute Nacht kommt die Zahnfee und bringt ein kleines Geschenk. Danach kommt aber keine Zahnfee mehr, weil die arme für uns zuständige Zahnfee ja so einen weiten Weg aus Deutschland zu uns hat. Das hat sich bei Michel bewährt, daran halten wir fest.

Ich musste heute eine Pause von der Arbeit haben und habe meine schiefe Narbe mit meinen herausragenden Bildbearbeitungsskills zu Quatsch gemacht:

Smirk-emoji am Hals.

Ja, ich bin sehr erwachsen.

Mit dem Narbenstatus an sich bin ich sehr zufrieden, das wird schon werden, aber warum man ein mittig sitzendes Organ nicht durch einen mittigen Schnitt entfernen konnte, erschließt sich mir nicht. Vorläufig klebe ich weiter einen Tapestreifen so drauf, dass wenigstens der mittig sitzt und hoffe einfach, dass man, wenn die Narbe heller geworden ist, da wirklich nichts mehr von sieht.

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P.S. ich habe den gestrigen Beitrag wirklich gestern geschrieben, ehrlich ganz in echt, ich hab nur (offenbar) nicht auf „publizieren“ gedrückt. Hoppla.

Tag 2254 und 2255 – Lasst uns doch einfach in Frieden.

Gestern war sozial anstrengend für mich, heute war sozial anstrengend für Michel. Für mich auch ein bisschen, aber für ihn war’s schlimmer. Jetzt habe ich noch ein bisschen nachgearbeitet (ganz schön wenig kompatibel mit Erwerbsarbeit zu normalen Zeiten, eine spitzenmäßige Mutti zu sein, die Kindern und Besuchskindern zu 16:30 Uhr Pfannkuchen brät) und ich werde jetzt einfach ins Bett fallen. Gestern bin ich bei Michel im Bett eingeschlafen, wahrscheinlich hätte ich heute sonst auch gar keinen Akku mehr für irgendwas gehabt, geschweige denn Pfannkuchen.

Ich hoffe, bei Michel geht es morgen auch wieder.

Tag 2235 – Gras und ein halber Zoo.

Herr Rabe befindet sich dieses Wochenende auf einem Field Trip mit seiner Arbeit, sie machen lauter Sachen, die reiche Boomer jung gebliebene, erfolgreiche Geschäftsleute gut und hip finden, wir Rafting und auf Berge steigen. Michel hofft, dass sich Herr Rabe dabei keinen Fuß bricht, das hoffen wir natürlich alle. Mein Kollege bezeichnete mich deshalb heute als „Graswitwe“ und es dauerte ein bisschen, bis ich schnallte, dass das wohl das norwegische Wort für Strohwitwe sein muss. Dann scherzten wir ein bisschen vorfeierabendlich herum und ich dachte im Nachhinein noch darüber nach und bleibe dabei, was ich ihm sagte: im Vergleich zu vielen Müttern, die ich kenne, wird mein (großes) Bedürfnis nach Alleinzeit hier eigentlich schon recht gut respektiert, deshalb bin ich auch nicht „froh“ dass Herr Rabe aus dem Haus ist. Ich freue mich für ihn, dass er raus kommt und Boomerdinge tut, und ich schaukele das hier zu Hause schon, aber ich freue mich nicht über mehr Alleinzeit. Herr Rabe nervt ja nicht.

Wo das gesagt ist, muss ich aber wenigstens erwähnen, dass ich „mein“ Bett, in dem ich theoretisch ja heute Nacht total viel Platz hätte, mit zwei Kindern und einem halben Zoo aus Kuscheltieren teile. Das hat Gründe, die viel mit sehr müden Kindern und Dingen, die anders sind als immer, zu tun haben, aber so richtig mega begeistert bin ich darüber nicht. Jetzt gerade hat Pippi Herrn Rabes Hälfte vom Bett, während Michel halb auf mir und halb auf seinem riesigen Kuscheltier „Bunti“ liegt.

Aber was soll‘s. Ich bin ab Sonntag sechs Nächte in einem Hotel und da sind keine anderen Menschen in meinem Bett, da kann ich nach- und vorschlafen.

Tag 2226 – Schulkinder.

Zwei Kinder am gleichen Ort abliefern – das wird ein Traum.

Zwei Kinder pünktlich abliefern – das wird ein Albtraum.

Aber das ist ja heute noch egal. Pippis Einschulung war gelungen, würde ich sagen, und ich finde, man kann das bei gutem Wetter ruhig beibehalten, dass solche Dinge draußen stattfinden, ich finde (und das geht bestimmt nicht nur mir so) große Mengen Menschen unter freiem Himmel viel weniger anstrengend, als in der sonst üblichen Turnhalle.

Pippi hatte einen super Tag und hat quasi nonstop geredet. Ich hoffe, sie hat dann irgendwann doch mal damit aufgehört, sonst täte mir die Lehrerin sehr leid. Pippi war halt aufgeregt und dann muss das alles raus, was in ihrem Kopf passiert, und das ist eine Menge.

Zu Pippis Klasse kann ich noch nicht so viel sagen. Es könnte auf den ersten Blick gerne etwas kulturell diverser sein, aber man kann ja aus Namen und Gesichtern solche Dinge nur höchst unzuverlässig ableiten (allerdings sind es schon viele sehr deutlich norwegische* Namen). Die Lehrerin, I., scheint nett zu sein und auch von der eher durchsetzungsstarken Sorte, jedenfalls auf den ersten Blick.

Auch Michel hatte einen guten 1. Tag als Viertklässler, jedenfalls kam er nach Hause und sagte, es sei gut, wieder zurück [in der Schule] zu sein.

Pippi ist übrigens recht lang, gemessen an anderen Erstklässler*Innen. Trotzdem sieht es ein bisschen nach Rucksack auf Beinen aus.

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* Kategorie deutlich norwegisch**: Marthe, Synnøve, Øystein, Stian; Dem gegenüber stehen Namen wie Henrik, Martin, Bastian, Alexander, Maximilian, Karoline, Kristin, Ida, Eva, Mona… also Namen, die es so auch (vielleicht in anderer Schreibweise) anderswo gibt.

** nordisch

Tag 2225 – Tabula rasa.

Hier werfen große Ereignisse ihre Schatten voraus. Da ist ein leerer Plan (nicht mal Essen steht drauf, das sollte eigentlich anders sein, ist über die Ferien aber so eingerissen), der mit allerlei Hobbies und Verpflichtungen gefüllt werden will. Vor einem Jahr haben wir auch Bürotage eingetragen, haha, wie lustig wir waren. Das machen wir wohl erst mal nicht.

Im Spiegelbild der Wasserkanister, weil wir mal wieder unser (Trink-)Wasser abkochen sollen. Hach ja, gut, dass wir die Hamstervorratskanister haben.

Morgen ist hier großer Tag.

Schultüte und kleine Schultüte, wie auch Pippi sie bekommen hat, als Michel eingeschult wurde.

Ich musste da selbst basteln, Schultüten gibt es hier ja nicht, also auch keine Bastelsets. Der „Pippi darf ihn nicht in die Finger kriegen“-Flüssigkleber ist jetzt leer (Nachschub schon besorgt), ich habe den gefühlt 35. Anspitzer für Michel gekauft, beschriftet und in seine kleine Tüte gepackt, sowie Radiergummis und keinen neuen Bleistift, weil seiner zwar zerkaut ist, aber die Mine noch intakt und ein neuer sofort ebenfalls zerkaut wäre. Herr Rabe sagt, das habe er auch als Kind gemacht. Ürgs. Pippi kriegt viel Mal- und Bastelkram und beide ein kleines bisschen Süßigkeiten. Schultüten haben hier ja gar keine Tradition, da fände ich es falsch, drei Welpen und eine Diamantkette da rein zu tun. Es ist so schon besonders genug und ich glaube, Pippi wird ausrasten vor Freude.

Hach, schon Schulkind. Die kleine Zwergmaus, die hat doch eben erst laufen gelernt.

Tag 2219 – Hrmpfgrml.

Ich bin ein wenig grummelig-schlechtlaunig. Ohne echten Anlass, also sind’s wahrscheinlich bloß Hormone.

Was heute sehr gut war: Michel hat ja gestern und heute an einem Korps-Projekt teilgenommen, wo sie Stomp gemacht haben. Heute war ein kleines Konzert für die Eltern, das war richtig cool (und sehr laut), sie haben unter anderem mit leuchtenden Plastik-Drumsticks auf Plastikfässer eingedroschen. Sehr gut war auch, dass ich da ne Mundbinde auf hatte (norwegisches Mundbindentragen ist wieder beim Status vom Juni 2020 angekommen, als würden die Dinger auch wieder 5€ pro Stück kosten…), weil so schwer unterdrückbares Schmunzeln einfacher zu verstecken ist. Aber es war halt auch wirklich wie so eine Klischee-Schulaufführung, wenn alles sich (rhythmisch nahezu einheitlich) mit einem letzten Crescendo zum finalen „BUMM!“ steigert und dann hört man noch ein einzelnes, aber beherztes „bumm.“ hinterher. Das wichtigste ist ja, dass es Michel Spaß gemacht hat und das hat es wohl. Die Korps-Leute sind halt auch eine nette und leicht weirde Truppe, er kennt ja zumindest die Erwachsenen da auch schon aus der Schule, und auch viele Kinder hatte ich zumindest schon mal gesehen (das heißt natürlich für Michel nichts, der sagte auch beim Schwimmkurs zu mir „Ich glaube, das da ist ein Junge aus meiner Klasse.“).

Projekt „Überstunden abfeiern“ läuft leider nicht so super. Trotz Stomp-Aufführung, Pass beantragen und ein Paket Ökofleisch abholen mitten am Tag. Das Problem ist, dass die Arbeit gar nicht automatisch weniger wird, wenn man versucht, nur 5,5-6 Stunden am Tag zu arbeiten. Die reicht normalerweise ja eher so für mindestens 9 Arbeitsstunden am Tag (ja, das haben Sie richtig gelesen, ich hab auch mal ausgerechnet, dass die Inspektoren bei uns im Schnitt 120 % arbeiten, aber bei uns arbeitet leider kein Wayne, den das interessieren könnte… Wahrscheinlich hat Wayne wegen dem Gehalt nicht angemessener Arbeitsbelastung gekündigt) und so ist es eigentlich auch jetzt, es bleibt also was liegen. Manche Sachen kann ich relativ gefahrlos erst mal liegen lassen, andere nicht, so einfach ist das. So abgestumpft, dass ich Fristen verstreichen lassen kann oder völlig unvorbereitet in Meetings gehe, zu denen man im Vorfeld einen Haufen Zeug hätte lesen müssen, bin ich auch noch nicht. Solange meine Chefin im Urlaub ist und ich das deshalb nicht mit ihr besprechen kann, nennt sich mein Workaround Schatten-Buchführung. Letztlich ist ja ein Teil des Problems, dass ich nicht so viel Ferien genommen habe, wie ursprünglich beabsichtigt, weil ich stattdessen ja krank geschrieben war. Da kann man nicht einfach sagen „Tja, dann feier die Stunden halt woanders ab, aber bitte bis Ende August und deine Arbeitsaufgaben werden kein Mü reduziert“, so läuft das nicht, nicht mal im öffentlichen Dienst. Grade im öffentlichen Dienst und mit fachorganisierten Angestellten nicht (hier Sonnebrillensmiley denken).

Wir werden sehen, was das alles noch gibt. Erst mal habe ich ja nächste Woche auch noch mal frei, die Überstunden eben. ich freu mich, es ist zwar Mittwoch einiges los, an den anderen Tagen sind die Kinder allerdings mindestens halbtags aus dem Haus, Hurra!

Und morgen werde ich ein bisschen mit Pivotdiagrammen herumprotzen, hähähä. Weil ich’s nämlich kann.

Tag 2216 – Kleine Kinder, kleine Sorgen…

Herrje, kann ich bitte Zahnen und Windelausschlag noch mal sehen? Ich würd Michel grad so gerne helfen, aber mehr als immer noch hier liegen, weil er absolut nicht schlafen kann und sehr verzweifelt darüber und vieles andere ist, und ihm versichern, dass das gar nicht schlimm ist und ich einfach nur will, dass es ihm gut geht, fällt mir halt grad auch nicht ein. „Grad“ ist maßlos untertrieben, ich würd mir die linke Hand abhacken, wenn ich nur wüsste, dass das alles für ihn lösen würde, aber ich bin komplett ratlos.

Es ist herzzerreißend.

Tag 2215 – Zusammenhangloses Gefasel.

Wir ernten wieder, also ich ernte, also ich pflücke eine Dreiviertel Stunde lang Himbeeren, was schön ist, denn das ist Alleinezeit. Die Meerschweinchen und die Schnecken finden auch gut, dass wir ernten, denn da fallen alle möglichen Blätter bei ab (Salat und diverse Beete für die Schweinchen, Kohl für die Schnecken) und da oben wächst noch tonnenweise köstliches Unkraut und Gräser, was hier neulich von der Kommune abgeholzt wurde, da hab ich den Schweinchen einen großen Arm voll von mitgebracht. Erwarte, dass mir die Schweinchen demnächst ein Denkmal aus Kötteln errichten.

Michel leidet selbst unter seiner Wut und kriegt sie doch nicht in den Griff, ach, ach. Ich hab da auch wenig Tipps, Wut gehört ja auch nicht zu den Gefühlen, die ich gut steuern kann. Armer Zwerg. (ICH BIN KEIN ZWERG! Würde er jetzt sagen. Und dann würd ich „Doch, du bist mein Zwerg.“ sagen.)

Michel scheint generell grad ne Phase zu haben, in der er gern insgesamt anders wäre – weniger wütend, weniger ängstlich, cooler, nachts durchschlafend, you name it*. Heute wollte er wissen, wie lange er wohl noch so viel Angst haben müsse. „Das weiß ich leider nicht“ führte zu sofortigem Aufbrausen, „vielleicht so 1-2 Jahre, würd ich tippen? fand er auch nicht so erquicklich. Wir hoffen einfach alle gemeinsam auf ein baldiges Ende der Phase, ich besonders auf das Ende der „ich will nicht SO [hier beliebige Eigenschaft einfügen] sein!“-Phase. Armer Zwerg.

Aus schierer Verzweiflung über den Stuss, den die Senterpartiet** hier im Wahlkampf so von sich gibt, bin ich heute den norwegischen Grünen beigetreten. Rettet die Wale, oehhhoehhh, jaja, aber rettet vor allem das Klima, jedenfalls das, was noch zu retten ist. In Norwegen traue ich das keiner anderen Partei zu, außerdem brauchen die hier echt noch Unterstützung, es sieht nicht so aus, als kämen die bei der Stortingswahl über die 4%(?)-Hürde. Klimaschutz, auch wenn der Weg tut***, ist ein bisschen unpopulär, in so ner Ölnation. Ich kann da nicht einfach weiter zugucken und mich auf meiner mangelnden Wahlberechtigung ausruhen.

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*vielleicht hab ich das mit dem Durchschlafen auch zu oft gesagt. Ich fühle mich jetzt wie die schlimmste Mutter der Welt. Ich wäre gern anders, nämlich eine bessere Mutter.

**„Bauernpartei“, hier in Eidsvoll bei den ganzen Bauern stärkste Kraft, huff. Man könnte sie auch „Öl, Fleisch und Traktordieselpartei“ nennen.

***das Klima nicht schützen und die Katastrophe einfach eskalieren lassen, wird mehr weh tun und auch mehr Geld kosten https://www.oecd.org/fr/environnement/climate-change-consequences-of-inaction.htm

Tag 2214 – Erledigt, erledigt, erledigt…

Die To-Do-Liste wurde diese Woche gut abgearbeitet und immerhin 4 Überstunden abgefeiert. Trotz Sommerarbeitszeit! Ich bin stolz auf mich.

Leider ergaben sich aus 2 der Punkte („XYZ Dokument lesen“) weitere To-Dos („XYZ zu Checkliste hinzufügen“), nächste Woche wird mir also auch nicht langweilig.

Pippis Pass ist jetzt beantragt. Sie war sehr niedlich, selbst als sie zu Herrn Rabes Chef (wir waren auf dem Weg kurz in Büro, weil Herr Rabe was abholen musste) als allererstes sagte „DU BIST GANZ KAHL!“. Sie kennt nicht soooo viele glatzköpfige Männer, ähäm. Der Chef nahm das mit Humor, hat ja selbst Kinder, wenn auch wesentlich ältere. Leider war sie, solange wir nicht mit Fremden in Räumen waren, eher zum „versehentlich“ irgendwo vergessen, Michel auch und huff, was freue ich mich auf nächste Woche, wenn die BEIDE GANZTÄGIG aus dem Haus sind. Die Erwachsenen hier im Haus brauchen Urlaub von den Ferien. Das können Sie jetzt verurteilen, oder sie laufen erst mal ein bisschen in unseren Schuhen, gerne auch auf Probe, Herr Rabe und ich ziehen so lange ins Hotel, während Sie alles viel besser machen.

Ich habe endlich rausbekommen, wie sich Michel in seine Mobilbank einloggen kann, das scheiterte bisher an einem nicht zugesandten PIN und der Tatsache, dass Michel nicht von Nummern kontaktiert werden kann, die nicht in seinem Handy gespeichert sind (also die wir in sein Handy gespeichert haben), also auch nicht von der Bank, die versucht hatte, ihm einen Code zuzuschicken. Jetzt ist aber alles eingerichtet, Michel hat den Einmalcode in einen persönlichen PIN-Code geändert und zumindest kann er jetzt auch dem Handy seinen Kontostand nachschauen (viel mehr geht mit seinem Konto eh nicht, eigentlich geht nur Kartenzahlung in physischen Geschäften und Geld abheben).

Montag rufe ich diverse Zahnärzte an und mache Termine und vielleicht rufe ich auch das Impfzentrum an, auch wenn das keine Lust hat, Zweitdosentermine zu ändern und lieber nach einer diffusen Prio-Liste die Leute kurzfristig anruft, wenn sie mal Dosen übrig haben. Leider schreiben so ziemlich alle Medien, dass so ziemlich alle sagen, dass das Intervall verkürzt wird und das FHI sagt, alle sollen so schnell wie möglich Dose 2 bekommen. Die Angst vor Delta ist endlich in Norwegen angekommen. Ich bin sehr gespannt ob beispielsweise übernächste Woche mein Handy klingelt und ich spontan zu Dose 2 antanzen soll. Und wenn man dann nicht in 5 Minuten da sein kann, heißt es dann „wollte nicht“?

Wir werden sehen.

Tag 2213 – Bloß schnell schlafen.

Hurra, ich darf ganz offiziell wieder baden! Ich habe mich also in sehr warmem Wasser gründlich eingeweicht, die Haare mit Silbershampoo einwirken lassen und leider keine Tuchmaske gemacht, weil die ne halbe Stunde hätte drauf liegen müssen und ich befürchtete, dann dabei einzuschlafen. Nach der Badewanne war das Tape am Hals gut aufgeweicht und ging ganz leicht ab, darunter saß einiges an tote-Hautschüppchen-Schmodder, den ich erst mal wegrubbelte, bevor neues Tape draufkam. Nur noch 50 mal üben und dann ist das Tape der Woche bestimmt auch nicht mehr schief oder zu breit oder zu hoch oder zu tief.

Morgen machen wir einen Familienausflug nach Oslo, um Pippis neuen Pass zu beantragen. Aus Gründen fahren wir alle, yeah, das wird super, um 08:30 Uhr im Zug zu sitzen mit Allemann. Pippi wird einen richtigen Reisepass kriegen, weil, wie ich heute las, nach dem 1.1.21 ausgestellte Kinderreisepässe nur noch ein Jahr lang gültig sind, danach kann man die jetzt um jeweils ein Jahr verlängern, wenn man ein neues Foto mitbringt. Was ja sinnvoll ist, weil so sieht Pippi wirklich gar nicht mehr aus:

Oh! Kein Hals.

Jedenfalls ist mir das zu doof, jedes Jahr mit Mann und Maus zur Botschaft zu gondeln, deshalb gibt es jetzt einen normalen Reisepass für sie, mit 5 Jahren Gültigkeit. Einziger Nachteil: höhere Passgebühr und wir können den neuen Pass nicht gleich mitnehmen, weil den, im Gegensatz zum Kinderreisepass, die Botschaft nicht selbst drucken kann. Wir müssen also morgen auch noch irgendwo einen Haufen Briefmarken auftreiben, weil ich ebenfalls keine Lust habe, fürs Ausweis abholen in drei bis vier Wochen wieder nach Oslo zu fahren. Noch ist ja reines Homeoffice – und wenn kein Homeoffice mehr ist, sind unsere Büros nicht mal eben nebenan und so gloriose Öffnungszeiten hat die Botschaft leider nicht, dass man mal schnell vor oder nach der Arbeit da vorbei geht.

Deshalb mache ich jetzt das Licht aus. Die erste Arbeitswoche nach den „großen Ferien“ war ganz schön anstrengend.