Das erste, was man heute morgen von Pippi vernehmen konnte, war „Ich hab GEBURTSTAG!“. Der große Tag, seit Monaten darauf gefreut und gehadert, weil es noch „so lange“ dauerte, also auch letzte Woche war es noch „so lange“, ach ja, die Wahrnehmung von Zeit bei Kindern.
Pippi (und wir alle) hatten einen schönen Tag, mit Kuchen, mehr Kuchen, Baden, Hitze, Abhängen (wegen Hitze) und Pizza. Pippi wurde reich beschenkt und besitzt jetzt unter anderem eigene Pokémon-Karten (Herzenswunsch) und ein großes Set mit wild glitzernder Kinderschminke in allen erdenklichen Rosa-lila-blau-Schattierungen. Ein Schelm, der denkt, sie könne dann mein Make-Up in Frieden lassen. Nachdem Pippi sich und Herrn Rabe geschminkt hatte, verabredeten wir, dass ich ihr mal zeige, was davon wo genau hin gehört nicht dass Leute denken, wir vermöbeln sie übel. Nach dem Baden im See waren wir aber alle zu platt (ich war nicht baden, ich hab nur zugeguckt) für irgendwas anderes als rumhängen, also machen wir das wohl morgen.
Pippi hat auch ein Portemonnaie bekommen, weil sie ab jetzt auch Taschengeld bekommt. Da ist sie sofort 10 cm gewachsen. Und eine Uhr. Mit Brille, Uhr und Portemonnaie sieht sie, obwohl das alles rosa ist, schon so groß aus, dass mir ganz Angst und bange wird, dass sie morgen wild pubertiert und übermorgen zum Studieren auszieht.
Ein bisschen darf sie nämlich gerne noch meine große kleine Maus bleiben.
Hachz.
Liebe kleine Rübennase: sei weiter, wie du sein willst, denn genau so bist du ganz wunderbar. Ich komme immer zu allen deinen Shows. Ich hab dich schrecklich doll lieb – deine Mama
Neuer Spaziergangsversuch, deutlich besser als vorgestern. Es wird also.
Unter dem Pflaster haben sich gleich zwei neue Level freigeschaltet, nämlich Berührungsempfindlichkeit und Jucken. Hurra. Das ist aber hauptsächlich nervig und ja ein Zeichen für Heilung, ich klage also nicht nur wenig. Weiterhin kann ich langsam wieder normal klingende Fragen stellen und auch singen – klingt nur seltsam, muss ich noch üben. Ich vermute mal, das ist, wie wenn man an der Hüfte operiert wurde und dann erst mal wieder üben muss, normal zu laufen.
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Pippi fand im Garten zelten so gut, dass sie und Herr Rabe das gleich noch mal machen. Mit Frühstück im Zelt! Ich schlafe also wieder alleine, jedenfalls so lange, bis Michel sich dazu kuschelt. Aber das ist immer noch viel mehr Platz, als mit Herrn Rabe UND Michel im Bett.
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Morgen kommen M. und H. aus Trondheim zu Besuch, Michel ist schon ganz aus dem Häuschen. Siehe oben.
Pippi und Herr Rabe zelten heute im Garten, das hat sich Pippi so gewünscht, beziehungsweise wollte eigentlich nur die im Garten zelten, fand das aber dann doch alleine viel zu gruselig (Michel sagte gleich rundweg nein), also erklärte sich Herr Rabe bereit. Das heißt, solange Michel in seinem Bett bleibt, habe ich das große Bett ganz für mich allein! Ich liege auch schon quer drin. [Disclaimer: ich liebe Herrn Rabe sehr und schlafe auch ausgesprochen gerne mit ihm in einem Bett, aber alleine schlafen ist manchmal einfach so, so gut!]
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Michel und ich haben heute einen Ausflug gemacht, Geburtstagsgeschenke für Pippi kaufen. Für Michel war es gut, weil der ein bisschen Abstand von seinem manchmal etwas sehr energischen Freund brauchte und für mich war es gut, weil der Punkt „Geschenke besorgen“ jetzt erledigt ist und mich nicht mehr stresst. Es war ein richtig netter kleiner Ausflug, bei dem ich viel über mein großes Kind erfahren habe. Der ist schon sehr wohlgeraten, muss ich sagen, und in diesem kleinen Kopf stecken viele kluge und erstaunlich reife Gedanken… und unglaublich viel Faktenwissen über alles mögliche, das manchmal einfach wahllos aus ihm rausblubbert.
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Der Ausflug ging kräftemäßig ganz gut, es scheint doch, als ginge es wirklich aufwärts. Ohne Paracetamol ins Bett war aber ne blöde Idee. Heute habe ich Geige gespielt, ich hatte ein bisschen Schiss, dass die am Hals drückt, aber das tut sie nicht, beziehungsweise weiter an der Seite, genau neben dem Pflaster (und auch da hinterlässt nur die Zwinge der Kinnstütze eine kleine Druckstelle am Schlüsselbein). Uff, da kann ich mir ja wenigstens die Zeit mit einer weiteren Aktivität vertreiben. Bei Kreislauf kann ich ja auch im Sitzen spielen, aber auch der war heute schon viel zuverlässiger als gestern noch.
Heute haben wir mit (Teilen) der Babysitterfamilie gegrillt, nachdem wir uns seit… ewig ja fast gar nicht gesehen haben und wenn, dann immer nur mit riesigem Abstand. Nun ist S. aber schon eine ganze Weile wegen ihrer Vorerkrankungen voll geimpft und das Wetter ist gut genug, um die ganze Zeit draußen zu sitzen und sogar – dank Wind – im Haus für Durchzug zu sorgen. Man muss ja auch mal aufs Klo.
Das war sehr schön, wir schnackten einfach ewig lang und holten ein bisschen auf, was in den letzten anderthalb Jahren einfach nicht ging.
Dabei wieder festgestellt, dass ich wirklich keine Lust mehr auf diese Dreckspandemie habe. Für mich und viele andere ist sie nicht vorbei, es läuft immer im Hinterkopf ne ganze Menge Coronakram mit und das nervt. So. Uff.
Etwas lustig war, S. und A. Schnelltests zum Selbstgebrauch zu erklären. Die kann man hier zwar für nichts offizielles gebrauchen, aber sie sind ein gutes Mittel zur Beruhigung bei unspezifischen, leichten Erkältungs- oder auch Heuschnupfensymptomen, die „allerhöchstwahrscheinlich nicht Corona sind, aber man weiß ja nie“. Schnelltests kommen hier überhaupt grad erst auf, seit kurzem kann man sie in einer Art Drogeriekette und wohl auch einer Baumarktkette für Profibedarf kaufen. Wenn man nen offiziellen Test braucht, kann man zu einer Privatklinik fahren, die dann genau so einen Schnelltest mit einem machen und dafür 120€ (!!!) kassieren. Mit dem Ergebnis kann man dann aber beispielsweise verreisen. Und dann werden ständig die Farben von allem geändert und man kommt nicht mehr problemlos zurück, aber das ist eine ganz andere Geschichte.
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Weiterhin haben wir Michel heute erklärt, wie wir uns das mit meiner Operation vorstellen, dass nämlich die Babysittertochter bei uns schlafen wird, damit sie da ist, wenn die Kinder aufwachen, bevor Herr Rabe wieder da ist. Davon war Michel ganz und gar nicht begeistert, nach einigem Getobe und Gemotze bekam ich aus ihm raus, dass er wohl schlimm fand, dass ein mal morgens Oma in unserem Bett lag statt uns. Das war, als Pippi geboren wurde, da war er also noch nicht mal drei Jahre alt und wir dachten eigentlich damals, dass das alles recht gut geklappt hätte – hoppla, Kind traumatisiert. Für die Operation einigten wir uns dann darauf, dass wir Bescheid sagen, wenn wir fahren und ihn dafür auch wecken, damit er Bescheid weiß. Damit konnte er sich anfreunden und nun hat er ja auch noch ein paar Tage Zeit, um das sacken zu lassen und auf seine Art zu planen. (Beim ins Bett bringen kam dann noch die Frage auf, wie wir das machen, wenn Herr Rabe mich aus dem Krankenhaus wieder abholt. Da haben wir noch gar nicht groß drüber nachgedacht, ich denke, Herr Rabe nimmt die Kinder einfach mit. Auch damit war Michel zufrieden.) Generell scheint seine Art der Vorbereitung, was ja auch Bewältigung von Ängsten* ist, auf „alles wissen“ hinauszulaufen, was ich gut verstehen kann, ich bin und war immer schon genau so. Vermutlich mochte er auch schon als Kleinkind keine Überraschungen und hat es einfach noch nicht so mitteilen können. Und wir dachten damals halt, wenn wir fahren, wenn er noch wach ist (ich hatte mich ja extra aufs Sofa gesetzt, um die wirklich ordentlich anziehenden Wehen zu veratmen, während Herr Rabe ihn ins Bett brachte), kommt er sicher nicht zur Ruhe und wenn er die Oma morgens erst suchen muss und das Bett ganz leer ist, wäre er sicher verwirrt. Tjanun, jetzt im Nachhinein können wir es auch nicht ändern.
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* das ist grad eh ein Thema, ganz alterstypisch passiert da bei ihm grad viel und jetzt glaubt er, seine kleine Schwester sei „tougher“ als er. Ich habe ihm dann erklärt, dass Pippi solche Ängste (vor Tod etc.) einfach noch nicht hat, weil sie noch zu klein ist und sich das erst später im Gehirn entwickelt, nicht weil sie tougher ist. Das fand er spannend und scheinbar auch einleuchtend und ich hoffe, damit konnte ich ihm einen Teil der Angst vor der Angst nehmen. Und ich muss jetzt vermutlich erst mal kindliche neurologische Entwicklung studieren, um Michel das alles erklären zu können.
Wir waren ja nun zwei Tage im Freizeitpark, beziehungsweise einen Tag im Freizeitpark, einen Tag im Kinderbauernhof. Das war der Hunderfossen Park in Lillehammer, wenn Sie zufällig mal da sind und Kinder so im Alter von 3-10 Jahre haben, fahren sie da ruhig vorbei, das ist sehr schön da. Für größere Kinder ist es glaube ich zu lahm, aber für die Altersklasse von Pippi und Michel jetzt (also fast sechs und bald neun) gibt es ganz viel zu sehen, zu machen und zu erleben, aber angenehm ruhig (für einen Freizeitpark). Es laufen KEINE Gestalten in Kostümen rum und auf Kinder zu, es ist nicht überall ständig Musik und der Park ist groß genug, dass sich die Menschen darin recht gut verteilen*.
Wir konnten mal wieder sehr schön beobachten, wie unterschiedlich unsere Kinder sind. Während Pippi ihren „Führerschein“ machte (auf einem kleinen Elektro-Mercedes AMG, wenn schon, denn schon!) war ich mit Michel erst mal im Energisenteret, einer Art Mitmachausstellung zu verschiedenen Aspekten von Energie – Licht, Wasser, Wärme, Biomasse, smarte Häuser und Tierhaltung, inklusive „Wie man sich in einen Schweinestall einschleust“
Mit Dusche! (Man musste aber nicht in echt duschen.)
Dort konnte man an einer Umfrage teilnehmen, bei der man auch was gewinnen konnte. Michel ist unter anderem der Meinung, dass wir alle der Umwelt zuliebe weniger Fleisch essen sollten und dass Erwachsene in Klimafragen mehr auf Kinder hören sollten, weil die es schließlich in vollem Umfang ausbaden müssen, was heute so verzapft wird. Ich finde, ich habe ein sehr kluges Kind.
Anekdote: Michel wird in absoluter Dunkelheit leicht panisch, auch wenn er die ganze Zeit Körperkontakt zu mir hat. Außerdem fand er völlig unerhört, dass ich, um den Umfragezettel an der richtigen Stelle wieder abzugeben, einfach an der Schlange am Eingang des Energisenterets vorbei gegangen bin, er fand, wir sollten uns lieber anstellen, auch wenn wir mit dem senter an sich ja schon durch waren.
Als nächstes wollten wir dann gerne Achterbahn fahren. Alle zusammen. Der Park hat genau eine richtige Achterbahn, die recht harmlos** ist, alles das, was bei mir zu grenzwertigem Grusel, auch wenn der ja das Schöne an der Sache ist, führt – Loopings, Holzgerüste, nahe 90 Grad-Gefälle, frei baumelnde Beine – hat die nicht. Michel befürchtete aber in der Schlange stehend zusehends immer mehr. Dass die Achterbahn kaputt gehen könnte und entgleist. Dass die Sicherungen an den Sitzen aufgehen könnten und man rausfliegt. Dass die Sonnencreme macht, dass er zu flutschig wird. Trotz Versicherungen, dass all das sehr unwahrscheinlich ist, wollte er dann, als wir an der Reihe gewesen wären, doch einfach lieber nicht, also setzte ich mit ihm aus und wartete auf Pippi und Herrn Rabe, die ohne uns fuhren. Pippi hatte jedoch die Kräfte, die auf einen wirken, nicht vorhergesehen und will jetzt nie wieder Achterbahn fahren. Nach einigen Minuten auf dem Arm ging es wieder bei ihr und wir spazierten weiter.
Den Kindern hat glaube ich am besten gefallen, dass es da ein kleines Schwimmbad gibt, mit in erster Linie viel Wasserspielzeug. Das wussten wir vorher und hatten deshalb auch Badesachen dabei, und während Pippi und Michel in maximal knietiefem Wasser plantschten***, aßen Herr Rabe und ich das einzige vegetarische Essen, das ich weit und breit auftreiben konnte. Ach, Norwegen, du und dein Schinken-und-Hühnchen-Wahn. Es war eine Focaccia mit Tomaten, Pesto und Mozarella, an sich lecker aber etwas sehr fettig.
Bei den Kindern stand ebenfalls hoch im Kurs der kleine „Aussichtsturm“, auf den man sich selbst hochziehen muss (maschinell unterstützt). Dadurch hat das höhenängstliche Kind selbst in der Hand, wie schnell es wie hoch geht, unter „HÖHER! HÖHER!“-Rufen der kleinen Schwester zwar, aber auch die ist ja noch drei bis sieben mal mit ihm mit gefahren.
Fast zum Schluss nahmen wir noch die „Rafting“-Bahn, bei der alle, Kinder wie Erwachsene, einen Heidenspaß hatten.
Eigentlich waren dann alle schon ziemlich gar, Michel wurde zappelig und motzig und Pippi weinerlich, und wir tauschten den Märchenzug gegen „4D“-Kino ein. Das soll so viel heißen, wie „Kino mit visuellen Tiefeneindrücken durch polarisiertes Licht und entsprechende Brillen plus Wind-, Sprühnebel- und Seifenblasenerzeugung über in das Mobiliar integrierte Düsen“. Der Film war eine Art Fortsetzung von „Der kleine Prinz“ und sehr niedlich und nett gemacht, aber am Ende mit dem größten Plothole aller Zeiten****. Den Kindern fiel das nicht weiter auf und sie waren danach auch entspannter und bereit, zum Campingplatz zu fahren. Das nächste mal machen wir dann auch noch das 5D-Dings mit, einfach um zu erfahren, was die 5. Dimension sein soll. Vermutlich Bewegung, aber herrje, so viele seltsam verwendete Ds!
Zu dem Bauernhof gibt es nicht soooo viel zu sagen, außer, dass mir die meisten Tiere da ziemlich leid tun*****, und wenn ich eine Streichelzooziege wäre, würde ich mich auch sehr schnell darauf spezialisieren, kleinen, unbedarften Menschenkindern die Futtertüte im Ganzen zu entreißen. Volle Soli mit den Ziegen! Michel fand die Minischweine gut, Pippi die Kaninchen, beide die Truthähne, die haben nämlich sehr hübsche Federn. Und die „Försterautos“, mit denen Kinder eine Runde durch den Wald drehen können, inklusive dicker Pfütze, durch die man fahren muss. Ich hab mich mit einem Esel angefreundet und ein fremdes Kind zurechtgewiesen, das die Pferde mit den Futterpellets fütterte, obwohl jedem mit Kauf der Tüte mehrmals gesagt wird, dass man alle Tiere damit füttern darf, AUSSER PFERDE UND ESEL. Man bekommt dann auch noch einen Zettel, auf dem genau das steht. Aber die Eltern dieses speziellen Kindes waren auch nirgends zu sehen, sonst hätte ich denen das auch noch mal gesagt.
Insgesamt hatten wir 2 gute Tage alle zusammen, das war nötig und richtig.
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So langsam setzt bei mir Erholung ein, nach zweieinhalb Wochen Ferien. Interessant, auch im Hinblick auf zukünftige Ferien.
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* nun ist natürlich grad Corona und laut Webseite sind die Besucherzahlen beschränkt worden, also vielleicht ist es da sonst brechend voll und superlaut und es gibt ständig Feuerwerk. Ich glaube es aber nicht.
** also wenn man die Maßstäbe von Heidepark Soltau und co. anlegt
*** ein Hoch auf Kinder, bei denen man wenigstens in der Tiefe keine Angst mehr haben muss, dass sie sofort ertrinken, wenn sie nur umkippen
**** vielleicht war der Film eigentlich wesentlich länger und wurde auf 15 Minuten amputiert, es wirkte etwas so
***** welche Tiere mögen schon ständig von random Menschenkindern begrabbelt werden
Also, Pippi hat ja aus Gründen nie einen Kindergeburtstag mit den Kindergartenkindern gehabt. Hauptsächlicher Grund dafür ist, dass sie halt mitten in den Fellesferien Geburtstag hat und da tendenziell ca. alle im Urlaub sind. Letztes Jahr nicht, aber dafür war Corona und das Einladen von jeder Menge Kinder nicht so angesagt, draußen und selbe Kohorte hin oder her (in den Ferien fallen ja auch eh die Kohorten weg). Es ist ja auch verpönt, nur wenige Kinder einzuladen, es gilt die Regel „die ganze Gruppe oder wenigstens alle Mädchen oder alle Jungen“. So soll vermieden werden, dass einzelne Kinder ausgeschlossen werden und naja, ich hab darüber glaube ich schon mal gemotzt, vermutlich mehrmals. Wir haben die 2015er und 2016er Kinder eingeladen, alle geht nicht, das sind 15 Kinder oder so, alle Mädchen wären dann die jüngsten 3 Jahre alt und in dem Alter Geschlechtertrennung forcieren finde ich total daneben. Das ist alles Käse. (Vermutlich wird mein Antrag auf norwegische Staatsbürgerschaft abgelehnt, wenn das UDI das hier liest.)
Dann hatte ich mich auch noch verzählt beim Einladen und es kamen 9 Gäste statt 7, das war so nicht geplant, klappte aber trotzdem. Ich habe morgens angefangen, mich ernsthaft darauf vorzubereiten, dass es laut und wuselig werden würde und es war laut und wuselig, aber ich überstand das dieses mal ohne ernstzunehmende Ausfälle (vielleicht lag es an der Schicksalsergebenheit). Michel hingegen versuchte es kurz, geriet aber durch das laut und wuselig so unter Stress, dass er sich schnell wieder in sein Zimmer zurückzog. Nur noch so 28 Jahre und er schafft das auch ohne Tränen…
Ansonsten: beste Leihgabe ist die Badeinsel. Im Grunde hätten wir auch zwei Stunden nur damit rumbekommen. Dazu gab es Kuchenpicknick auf Decken, die Meerschweinchen angucken durfte man nur, wenn man von draußen Löwenzahn mitbrachte und mehr als angucken und sich anhören, dass Meerschweinchen dolle Angst vor wuseligen, lauten und sich schnell bewegenden Menschen haben, weil sie dann denken, dass sie gleich Abendessen werden, war nicht drin und wurde auch akzeptiert. Würstchen hätten wir nicht haben müssen, nach dem Kuchen war niemand mehr hungrig. Ein dritter Erwachsener war da und nötig, es waren einfach zu viele Kinder für zwei Erwachsene und einen sich verkriechenden Michel. (Sorry, Vater von J., das war nicht so geplant, dass du mit beaufsichtigen musst, aber danke.)
Lessons learned: bei so vielen Kindern, die alle aufgedreht sind, heulen garantiert zwischendurch welche, mit 5-6 Jahren hören die aber schnell wieder auf, wenn man sich das „der/die hat…!“ geduldig angehört und verständnisvoll genickt hat.
Den EPI-Pen des stark gegen Wespenstiche allergischen Kindes mussten wir nicht anwenden, aber so Anrufe am Morgen, in denen man für derlei Dinge detaillierte Gebrauchsanweisungen bekommt, machen auch wach, ja.
Piñata ist weiterhin der Hit. Da passen aber Goldtaler nicht rein und kleine Smarties-Päckchen sind ne blöde Idee, die gehen da drin zur Hälfte auf (fürs nächste Mal merken).
Beste Sätze:
„Darf ich in die Büsche pullern?“ (-„Nein, wir haben ein Klo dafür, sogar zwei.“)
„DU DARFST NICHT AUF MEINEN GEBURTSTAG KOMMEN!“ – „DU DARFST EH NICHT AUF MEINEN GEBURTSTAG KOMMEN! WIR SIND DANN NICHT MEHR IN DER SELBEN KOHORTE!“
„Möchtest du keine Süßigkeitentüte haben?“ – „Nein, ich hab bei I. gegessen, ich hab keinen Hunger.“
(Und mir sind inzwischen 27 Grad zu warm, auf der Terrasse wird man da auch schön langsam durchgekocht.)
Pippi wollte unbedingt den klassisch norwegischen Geburtstagskuchen, Schokokuchen mit Creme und Streuseln. Streusel in Rennbahnform, bitte. Der Kuchen ist eine berühmte norwegische Backmischung, die ich dann auch zum ersten Mal zubereitet habe. Frevel, aber wenn das Kind es so wünscht, soll es so sein. Vielleicht lässt sich auch das UDI so besänftigen?Wenn schon Quatsch, dann Quatsch mit Soße.
Wir haben heute zum letzten Mal ein Kind aus dem Kindergarten abgeholt. Was für ein Glück wir mit diesem Kindergarten hatten, und auch mit dem Trondheimer Kindergarten. So liebevolle Erzieher*Innen, mit vielen verschiedenen Hintergründen und Persönlichkeiten. So viele andere Kinder, mit all dem, was die wiederum mitbringen. Ich glaube, Pippi ist jetzt wirklich gut gerüstet für die Schule, und ich bin sicher, dass sie „ihren“ Kindergarten ganz überwiegend positiv erlebt hat und in Erinnerung behalten wird. Wie sie sich entwickelt hätte, wenn sie nie zum Kindergarten gegangen wäre, kann man natürlich nicht wissen, insofern ist das eigentlich unlauter, zu sagen, dass der Kindergarten diese Schulreife maßgeblich erreicht hat. Dann sage ich das einfach nicht, hehe.
Ein kleines Tränchen musste ich aber schon verdrücken, als die kleine Maus, die eben noch in Winteranzügen in Größe 86 versank, da aus dem Kindergarten herausradelte, in einem Affenzahn Rennen um den Platz mit ihren Zwillingskumpels veranstaltend. So groß schon!
Und jetzt sind erst mal vier Wochen Ferien für ALLE hier im Haus. Uff. Es wird auch Zeit.
Michel hatte heute keinen Sport-Hort, sondern eine Ferienaktivität des Handarbeitsvereins. Das war anfangs wegen Rabeninterner Kommunikationsschwierigkeiten etwas holprig, aber er ist dann doch da geblieben mit der Aussicht auf Schnitzen. Und siehe da: er fand es super gut und noch besser als das Schnitzen war das Nähen. Er hat sich einen Turnbeutel gemacht, in seinen Lieblingsfarben. (Turnbeutel war vorgegeben, Stoff durften sie aussuchen, Kordel wurde selbst geflochten.) Weitere Ausbeute: diverse Lesezeichen, ein geschnitzter Zauberstab und ein gestickter Smiley.
Ich habe derweil die Küche aufgeräumt und tatsächlich die Füße hochgelegt, weil diese Kommunikationsschwierigkeiten mich ein paar zu viele Nerven gekostet hatten. Nachmittags habe ich einen Ausflug zur Miljøstation gemacht, Müll wegbringen. Es hatte sich schon wieder einiges angesammelt und da wir uns endlich committed haben, am Samstag Pippis Geburtstag vorzufeiern*, dachte ich, es sei gut, dann hier nicht noch jede Menge große Pappkartons und Styroporverpackungszeugs unterm Carport herumfliegen zu haben.
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*brillante Ideen für 500
*der Aberglaube stark in mir ist, aber Vorfeiern ist in Norwegen total normal und da denkt sich außer uns bekloppten Deutschen keine*r was bei
Ich gewann den Augenarzttermin. Das war etwas chaotisch alles und ich die schlimme Karrieremutti, die nebenher an Meetings teilnimmt, weil ich nicht mit dem Verabreichen von Augentropfen inklusive Zeit, bis die wirken, gerechnet hatte. Fazit des Augenarztes: weiter Brille tragen, Stärke passt noch, und „Sie ist sehr bereit für Schule, oder?“. Hmmja, ist sie.
Arbeit, da IT-Dings und überaus schlecht gelaunter Kollege.
Zwischendrin (also wirklich quasi im Wortsinn, Meeting zu Hause angefangen, im Auto und in der Schlange weiter geführt, kurz ausgemacht und beim anschließenden Warten im Wartezimmer und auf der Rückfahrt weiter teilgenommen) Dinge getan, von denen ich den Eindruck habe, dass sie nicht passiert sind, wenn man keine Bilder davon postet:
1. Impfdosis.
Ich hatte meine Hausärztin nämlich angeschrieben, nachdem ich herausgefunden hatte, dass man besser nicht zeitlich rund um eine OP geimpft werden sollte, eine OP aber gleichzeitig das Risiko, schwer an Corona zu erkranken, erheblich (wenn auch vorübergehend) steigert. Meine Hausärztin hat dann beim Impfzentrum angerufen, die bestätigt haben, dass ich damit sozusagen der Gruppe „18-44 mit Vorerkrankungen“ zugerechnet würde, die… schon fertig ist mit Impfen. Das Impfzentrum rief mich also an und gab mir einen Termin, aber so richtig konnte ich das erst glauben, als mein Arm anfing, weh zu tun.
Anekdote: unerwartete Fragen, die mir gestellt wurden. 1. „Nehmen Sie Betablocker?“ 2. „Sind Sie Links- oder Rechtshänderin?“, 3. „Schlafen Sie auf dem linken Arm?“
Den Termin zur Zweitimpfung nehme ich erst ernst, wenn sich der Tag nähert. In den letzten Wochen wurden hier mehrmals die Impfintervalle geändert und Termine verschoben und weiß nicht was… kann ja auch gut sein, dass, wenn im Juli alle außer uns verreist sind, Leute zur Zweitimpfung nicht auftauchen und sie dann andere terminlich vorziehen. Who knows, insofern beschäftige ich mich mit dem Termin noch nicht wirklich.
Naja, danach jedenfalls weiter Arbeit, dann Kindergartenabschlussfest. Die Vorschulkinder bekamen ihre Mappen mit ausgewählten Kunstwerken ausgeteilt, es gab Pølse, Kuchen und Eis und 6 (Vorschulgruppe plus Michel) aufgekratzte Kinder, die auf Zucker und Aufregung durch den „Apfelgarten“ sprangen. Pippi tanzte und sang ein improvisiertes Stück vor und auch in der kurzen Rede für jeden erwähnte Tante E. Pippis große Kreativität. Die schäumt halt den ganzen Tag vor Ideen, es kommt immer Geräusch aus dem Kind und still sitzen ist auch nicht so ihres, aber sie kann die Energie wirklich gut in Kunst aller Art kanalisieren, ist Melodie-, Text- und Choreografiesicher (alles keine Selbstverständlichkeit mit 5, 15 oder 50!) und liebt es, eine Bühne zu haben. Hoffentlich kann sie sich das bewahren.
Ich werd den Kindergarten ein bisschen vermissen, aber ich freue mich auch drauf, kein Kindergartenkind mehr zu haben.
<3 bester Kindergarten.
Nach Hause, 18 Minuten Geige Kurzprogramm (16 Minuten Vibrato-Übung „Katze quälen“ und Rieding op. 35 2. Satz zum Anwenden) und auf zum Tanzen. Ja, das soll man nicht, und liebe Kinder, do not try this at home or at all, man soll sich schonen nach der Coronaimpfung. Aber außer Aua im Arm und absurdem Durst fühlte ich mich ok, und ich bin sehr unflexibel und das Tanzen war geplant, also fuhr ich wieder zum Kindergarten und wir tanzten auf der Wiese und drehten davon ein Video. Derweil regnete es. Doll.
Beweisfoto „Wir sind härter als das Wetter, WIR SIND MODERNE VOKSEN“.
Voll dramatisch so, im Regen. Aber immerhin hielt das Make-up, bis auf den Maskara hatte ich eigentlich nicht damit gerechnet. Und eigentlich war das so sogar besser als zum Beispiel Sonne bei 30 Grad, wo man sich dann auch um neun Uhr abends noch kaputt schwitzt und auf dem Video alle gegen die Sonne blinzeln.
Danach Dusche, ein wohlverdientes Eis im Bett, und jetzt gedenke ich mich der impf- oder Uhrzeitbedingten Müdigkeit hinzugeben. Auf meinem linken Arm schlafe ich eher nicht, denke ich, aber sonst geht’s echt grad. Und nicht mehr so viel Angst davor haben müssen, dass ich mich im Krankenhaus (wir erinnern uns, die Krankenhausangestellten tragen nicht alle immer Maske) mit Covid anstecke und postoperativ richtig fett krank werde, das ist auch sehr viel wert. Husten ist bestimmt auch nicht toll für ne Wunde oder frische Narbe am Hals. Jetzt noch Daumen drücken, dass Delta nicht einmal durch Norwegen eskaliert.