Tag 3543 und 3544 – Müde af.

Ich habe von gestern auf heute Ultra schlecht geschlafen, war so um drei Uhr wach, konnte bis 5 nicht mehr einschlafen und um halb sechs musste ich aufstehen. Da kriege ich dann auch mal Migräne von, ja. Besonders schön, wenn man irgendwie inspizieren soll, nebenher. Der Hersteller ist jetzt auch nicht unbedingt einer, wo es nicht ganz so schlimm ist, wenn man mal 5 Minuten nicht ganz dabei ist. Solche haben wir durchaus auch, aber hier ist es nicht so.

Gestern Abend hatten wir ein konspiratives Treffen mit anderen Eltern aus Michels Klasse und jetzt sind wir erst recht sauer. Da hat die Schule uns einfach mal allen erzählt, dass nur unser Kind, als allereinzigstes, total schlimm ist. Alle anderen Kinder kommen total supi mit der Lehrerin klar. Alles ist rosig, nur mit unserem Kind stimmt was nicht. Gemacht wird auch nichts, auch für die anderen Kinder werden die hart erkämpften Maßnahmen, die den Kindern den Schulalltag leichter machen sollen, in einer Form umgesetzt, die sich für die Kinder wie Strafen anfühlen. Einer muss immer in Mathe in einem anderen Raum sitzen, weil er weiter ist, als der Rest. So als Beispiel. Michel wird rausgehängt und vor der ganzen Klasse wird betont, dass er den Computer benutzen darf, während die anderen mit der Hand schreiben, WEIL ER JA ADHS HAT UND SO EINE SCHLECHTE HANDSCHRIFT. Ein anderes Kind wird rausgehängt, weil seine Eltern auf regelmäßigen Treffen mit eben jener Lehrerin bestehen. Generell ist bei allen der Eindruck da, dass es für die Kinder immer schlimmer wird, je mehr wir Eltern intervenieren. Der Frust darüber wird dann an den Kindern ausgelassen. Aber nur an den Jungs. Ich bin wirklich keine Männerrechtlerin, die ständig von der schlimmschlimmschrecklichen Benachteiligung von Jungen im Schulsystem erzählt, aber in diesem Fall ist sehr deutlich, dass die Lehrerin Kinder im allgemeinen nicht und Jungs ganz besonders wenig mag. Es tut mir echt leid für das Ranten, aber die Situation ist geprägt von Willkür und Machtdemonstrationen und das alles ist echt Kacke, vor allem für die Kinder. Wie man es macht, ist es jetzt verkehrt. Mein Verständnis für die Lehrerin ist langsam auch am Ende, die letzte Eskalation kann sie sich komplett alleine auf die Fahne schreiben. Wir haben uns wirklich bemüht, zu Hause nicht schlecht über die Schule oder die Lehrerin zu reden, aber das ist langsam nicht mehr möglich, ohne direkt zu lügen.

So, Rant ende.

Falls Pippi diese Lehrerin im nächsten Jahr als Klassenlehrerin bekommen sollte, wechselt sie die Klasse am ersten Schultag. Das tue ich ihr nicht und uns nicht noch mal an.

Tag 3541 und 3542 – Ächz.

Oha, Hormone. Plötzlicher Abfall von irgendwas, quasi ins Bodenlose, und meine Laune geht direkt mit. Ich will nicht mit meiner Kollegin streiten (muss aber, weil sie Quark gemacht hat), ich will nicht mit meinem Arzt streiten (muss aber, wegen Schilddrüse, die nicht mehr da ist, und anderen Hormonen), ich will nicht mit Michels Lehrerin streiten (muss aber, aus Gründen). Speziell letzteres möchte ich nicht, es sind noch 2 Monate an dieser Schule, herrgottnochmal. Kann man da nicht vielleicht einfach sein lassen, wieder alles anzuzünden? Also die Lehrerin. 12-Jährige sind halt 12-Jährige, da ist manchmal nicht so sehr viel Selbstreflexion und nur rudimentäre Impulskontrolle vorhanden, dass die das nicht so raus haben, die Streichhölzer im Rucksack zu lassen, finde ich relativ normal. Wir arbeiten dran, aber das gleiche erwarte ich auch von einer Lehrerin meines Alters.

Außerdem war Tanzen und wir haben die Choreografie gefühlt 35 mal durchgetanzt, davon 4 oder 5 mal im großen Saal (der immer noch kleiner ist, als die Bühne). Jetzt fühlt sich mein linkes Bein an, als würde es heute Nacht einfach abfallen, unter dem großen Zeh hat sich eine richtig miese Blase gebildet und ich bin so platt und weinerlich und generell unpässlich.

Jaja, ich nehm ja meine Pillen schon.

Tag 3538 – 3540 – Viel.

Hier ist ein bisschen viel los und zusammen mit der Zeitumstellung von letzter Woche, die immer noch mit sich bringt, dass ich viel zu spät ins Bett komme, ist das alles nicht so gut.

Donnerstag war ich im Büro, dann da beim Sport und dann wollte ich mir noch kurz die Haare schneiden lassen, was dann aber länger dauerte wegen Wartezeit und dann war es nicht mal gut. Was mir aber erst heute so richtig auffiel, dass zum Beispiel um die Ohren rum nicht richtig geschnitten wurde, sodass da noch lange Haare abstehen. Jedenfalls war es Donnerstag dann am Ende spät.

Gestern habe ich einige Überstunden gemacht, damit ein Report eventuell Montag fertig werden kann. Das ist langweilig für Sie zu hören. Das interessanteste, was passiert ist, war, dass ich bei einem Zuhör-Meeting erfahren habe, dass manche Männer sich Eigenfett an ihren Willy transplantieren lassen, damit der dicker wird. Ja. The more you know.

Heute habe ich Michel und seine Kumpels ins Kino gebracht, die haben den Minecraft-Film angeschaut. Das war wohl gut. Danach bin ich mit Pippi nach Oslo gefahren (wo Herr Rabe heute einen Workshop hatte) und habe viel Geld ausgegeben. Pippi hat jetzt „Marschschuhe“, die ihr passen, also komplett schwarze, bequeme Turnschuhe mit guter Sohle, um damit am 17. Mai den ganzen Tag zu marschieren. Aus der Damenabteilung, weil Pippi für eine Neunjährige enorm große Füße hat. Außerdem hatte die Damenabteilung ein viel größeres Angebot. Ich habe jetzt richtige Laufschuhe, für meine gelegentlichen Joggingtouren. Mit Laufbandanalyse und Fußabdruck-Analyse und allem. Wenn man da hin geht und sagt „Ich hasse laufen, aber ich mache es halt und die Schuhe sollten mich vielleicht nicht auch noch daran hindern“ verstehen die das erstaunlich gut und jetzt habe ich einen soliden Hobbyschuh mit guter Dämpfung, der breit und stabil ist und mit dem man keine Rennen gewinnt, aber der die Gelenke nett behandelt. Das war auch ein relativ günstiges unter all den absurd teuren Modellen.

Pippi hat in Oslo ein Dubai-Eis gegessen, das ihr gar nicht mal so gut geschmeckt hat. Aber wenn man neun ist, muss man das grade trotzdem haben.

Danach war ich ziemlich gar und bin im Zug nach Hause eingeschlafen. Anstrengend, dieses draußen sein.

Tag 3533 – So groß!

Pippi, die kleine Zwergmaus, braucht für die Ballettaufführung ein weißes Spaghettiträgertop. Ein solches zu bekommen ist zur Zeit ein ziemliches Projekt. Denn Mädchen mit Größe (so grob) 140 tragen keine normalen, engen, weißen Spaghettiträgertops. Sie können ganz einfach nicht. Was sie tragen können, laut Läden, sind alle möglichen mehr oder noch mehr gruseligen Varianten von bauchfrei und gleichzeitig extrabreit. Für Mädchen in dem Alter einkaufen ist eh schwer, weil ich nicht finde, dass die rumlaufen müssen wie zu klein geratene 15-Jährige, aber die Läden finden das schon. Wenn man dann noch etwas ganz spezifisches braucht, das zwar simpel aber grad nicht in Mode ist… ja, viel Spaß.

Ich war wirklich drauf und dran, was zu nähen, aber scheue vor den Trägern zurück, die werden bei mir höchstwahrscheinlich ömmelig (sowohl aufgrund von Können als auch aufgrund von technischer Ausstattung, die ich hier habe). Lieber 15 T-Shirts als ein Spaghettiträgertop.

Aber dann fanden wir in exakt einem Laden ein einsames, weißes Spaghettiträgertop in XS für Damen. Das ist ein bisschen lang, weil vor allem die Träger zu lang sind, aber die kann man ja kürzen. Halleluja, Operation weißes Top abgeschlossen.

Pippi freut sich übrigens am meisten darauf, dass sie dann einen Ballettdutt kriegt. Denn dann müssen wir ihr Gel oder Ähnliches kaufen, um die fusseligen Härchen anzukleben. Bei der Ballettaufführung ist Haarspray verboten (ganz einfach weil man sonst in der Umkleide erstickt, wenn da 100 Mädels gleichzeitig ihre Haare mit Haarspray fixieren). Und ich sage es mal so: so lange die Diskussion ist, dass sie unbedingt Haargel haben will, und nicht, dass sie unbedingt rumlaufen will wie Christina Aguilera anno 1999, bin ich zufrieden. Weil letzteres kommt auch noch, ganz bestimmt.

(Ja, ich höre mich an wie meine eigene Mutter und beide Omas. Merke ich selber und finde ich in dem Fall auch gar nicht schlimm.)

Tag 3532 – Nicht viel zu erzählen.

Aber gute Nachricht: Pippi geht es viel besser. Sie quatscht einem wieder drei Schnitzel an die Backe und singt wieder den ganzen Tag. Sie verstreut zwar nach wie vor überall gebrauchte Taschentücher, aber auch das bedeutet immerhin, dass sie Taschentücher benutzt und nicht Ärmel und Ähnliches. Think pink.

Apropos Pippi singt: zur Zeit mag sie sehr gerne das Lied „Willst du“ von Alligatoah. Ich kann das verstehen, ich mag das auch. Allerdings hoffentlich aus ganz anderen Gründen. Weil ich hoffe, dass sie den Text nicht versteht. Ähäm. Generell ist Alligatoah jetzt vielleicht nicht die optimale Musik für eine Neunjährige. Dann doch lieber Nina Chuba.

Tag 3531 – Alltag?

Eigentlich wäre ja heute Sport gewesen, aber seit gestern ist leider Pippi krank und dann hatte ich eben Homeoffice. Pippi hat irgendeine sehr fette Erkältung mit Fieber, Kopfschmerzen und schier unendlichen Mengen Rotz, also nichts, wo man jetzt in Panik geraten muss, aber auch nichts, mit dem sie fröhlich herumspringt oder zur Schule kann.

Homeoffice war auch echt besser so, denn ich habe nach langer Zeit mal wieder IT-Projekt-Dinge getan und bin da schon wieder kurz davor, alles anzuzünden. Neuester Clou, den sich irgendwer ausgedacht hat: nach dem neuen, großen Release, der im Sommer kommt und wegen dem wir, die das System schon seit bald drei Jahren benutzen, seit letztem Sommer nur noch ganz kritische Bugfixes bekommen, sollen wir weiter in unserer kleinen Ömmelecke arbeiten, während der neue Release ein shiny Facelift bekommt, aber halt getrennt von uns. Bei uns ist es ja unaufgeräumt und chaotisch, das will ja niemand. Dass wir User dafür nichts können ist denen, die das ausgedacht haben, egal. Dass es komplett bescheuerte Ressourcenverschwendung ist, zwei verschiedene User Interfaces für das gleiche System zu maintainen, ist auch egal. Hauptsache, wir werden noch mal dafür abgestraft, dass wir die Versuchskaninchen waren.

Immerhin bin ich da inzwischen eiskalt und stelle Inspektorinnenfragen an egal wen, sollen sie mich halt für respektlos halten. Inspektorinnenfragen sind solche, bei denen man nicht locker lässt, bis man eine Erklärung bekommen hat, die man begreift, oder bis das Gegenüber aufgibt und sagt „stimmt, war doof von uns“. „Warum?“ ist ein guter Einstieg für solche Fragen.

Im Homeoffice kann ich auch getrost ungeschminkt rumsitzen. Das ist zur Zeit ein Vorteil, denn meine Haut mag, wie jedes Jahr, den Frühling eher nicht so und blüht Pickelmäßig so richtig schon auf. Das nervt mich sehr, dann friemele ich an den Pickeln rum, weil die mich so nerven und dann wird es natürlich alles noch viel schlimmer. Ein frühlingshafter Teufelskreis.

Tag 3524 und 3525 – Ächz.

Gestern habe ich es vermutlich beim Sport übertrieben. Ich merkte zwar, dass ich nicht so mega leistungsfähig war, aber zog trotzdem durch (weil ich zwanghaft Dinge durchziehe, die ich mir vorgenommen habe) und zu Hause bekam ich dann die Quittung in Form von bleierner Müdigkeit. Nachdem ich Michel um halb neun von seinem Kumpel abgeholt hatte, brachte ich Pippi ins Bett, döste da ein, und kroch von da mehr oder weniger in mein eigenes Bett. Heute wachte ich mit mörderischen Kopfschmerzen auf, die sich bis Mittags zu einer Migräne verschoben. Könnte auch Zyklusendemigräne gewesen sein. Ist auch egal, jedenfalls war mit mir nicht so richtig viel los heute und da der Arbeitstag trotz Homeoffice auch in höchstem Maße chaotisch lief, bekam ich gefühlt nichts produktives gebacken.

Immerhin habe ich abends heute Geige gespielt und noch eine halbe Stunde leichtes Yoga-Stretching für meine sehr müden Muskeln gemacht. Und immerhin war das Geige spielen nicht so grausig wie Mittwoch.

Was Mittwoch los war, weiß ich auch nicht. Der Arbeitstag war eigentlich ganz gut gewesen, ich habe viel weg geschafft. Mittags hatte ich ein „Kaffee-Date“ mit unserem neuen Direktor, das konnte man vor ein paar Wochen mal buchen. Ich weiß jetzt, dass ihn tatsächlich außer Krisenbereitschaft nichts interessiert. Ein bisschen schade ist das. Und ein bisschen lächerlich auch, wie jetzt alle versuchen, ihr kleines Nischenthema als irgendwie bereitschaftsrelevant zu verkaufen, egal wie viel Phantasie das erfordert. Aber Nachmittags beim Geige spielen habe ich mich echt angestellt, als hätte ich grad erst nach 15 Jahren Pause wieder angefangen. Etwas bedröppelt zockelte ich danach zum Burlesque-Kurs, aber da kann ich immerhin Sachen. Ich merkte, dass ich ausgesprochen gut gehen kann, also laufen, von einem Ende des Raums zum anderen, im Takt, elegant, langsam, schnell, mit und ohne Arme, mit und ohne über Kreuz und Step touch und wasweißich. Sag mir, wie ich laufen soll, ich laufe. Ich präsentiere meine Ferse und mein Dekolleté und hebe die Arme aus dem Rücken und dabei habe ich auch noch Spaß. Viele andere schauen verzweifelt auf ihre Füße bei allem, was nicht stumpf geradeaus laufen ist, und verlieren auch dabei nach drei Schritten den Takt. Ich denke, ich sollte mehr laufen. Gehen. Schreiten. Ein bisschen ausdrucksvoll rumstehen vielleicht.

Was ich auch Mittwoch gelernt habe: ich kann ganz passabel elegant ein Korsett ausziehen. Aber mich selber da einschnüren ist gar nicht so einfach. Und hinter dem Rücken eine Schleife binden auch nicht.

Dienstag waren wir beim Elternabend der Jugendschule für Michel. Das sind die Jahrgangsstufen 8-10. Jetzt müssen sie schon mal wählen, welche Wahlfächer sie haben wollen (da gibt es so Sachen wie „Kulturerbe“, „Outdoorleben“ und „Einsatz für Andere“) und vor allem, ob sie eine zweite Fremdsprache anfangen wollen oder nicht. Wenn sie das nicht jetzt machen, müssen sie in der Oberstufe drei Jahre lang eine zweite Fremdsprache habe. Michel wollte gerne Deutsch als „Fremd-“Sprache machen, das wollten wir aber nicht und dann waren wir in einem sehr unlustigen Kreis aus Spanisch-Deutsch-Keins von beidem gefangen, den wir mit Michel 3849 mal durchexerzierten. Am Ende wählte er dann doch Spanisch, aber der Weg dahin war schwierig. Er kann dann in der Oberstufe in Deutsch ein „Muttersprache-Examen“ ablegen und bekommt die Note angerechnet, als wäre er sechs Jahre lang fleißig zum Deutschunterricht gegangen. Da muss er ein bisschen Grammatik und Rechtschreibung für lernen, aber da ist ja auch noch Zeit. Besser, als sich in der kompletten Jugendschule im Deutschunterricht mit allen anderen, die blutige Anfänger*innen sind, zu Tode zu langweilen. Auf jeden Fall für ein Kind mit ADHS.

Das Muttersprache-Examen kann man übrigens in ganz vielen verschiedenen Sprachen machen. Auch in Sprachen, die nicht in der Schule unterrichtet werden, wie Arabisch oder Finnisch. Das finde ich sehr gut. Es ist nicht alles schlecht oder seltsam hier.

Jedenfalls hat Michel mit seiner Wahl Frieden gemacht und jetzt will er Spanisch „dann auch gut machen“ und schon mal mit Duolingo üben. Wir sind alle froh, dass das Thema erstmal erledigt ist.

Tag 3520 – Noch mehr Gejammer.

Heute habe ich den ganzen Tag durchgehangen. Ein verschenkter Tag.

Hier ist auch nur Streit, keine besonders tolle Stimmung. Kinder tanzen uns auf der Nase rum und wundern sich dann, dass es ab und an ne Ansage deshalb gibt. Wahrscheinlich sind die Ansagen noch viel zu selten.

Michels Hausaufgaben wundern mich ebenfalls immer mehr. Warum muss er in der siebten Klasse Seitenweise Multiplikationsaufgaben aus dem kleinen Einmaleins lösen? Er sagt selbst, das seien Drittklässleraufgaben. Das ist absurd langweilig und auch frustrierend, wenn man immer nur umblättert und dann kommt noch so eine Seite. Und noch eine. Und noch eine. Ich sehe ja eh den Sinn von Hausaufgaben nicht unbedingt, aber das hat lange jeden mit viel gutem Willen zu findenden Restsinn verloren. Reines Mengentraining, in wirklich großen Mengen, aber dafür auf nem Niveau, das Pippi wahrscheinlich unterfordern würde.

Und darüber streiten wir dann halt auch noch.

Tag 3515 – Kunst.

Die Kinder hatten heute Korpskonzert, das war echt gut. Die Ansammlung eher spezieller Kinder ist ja immer sehr unterhaltsam und man muss auch nur bei den allerkleinsten ein bisschen atmen und sich in einen schalldichten Raum meditieren. Pippi durfte heute zum ersten Mal Pauke spielen. Ich glaube, sie ist in diesem Schlag-zeug/werk-ding für ihr Alter echt gut. Sie war auch sehr stolz. Und dann hat sie noch gesungen, ganz alleine, und das super gemacht. Ich bin sehr stolz. Michel hat ein stark von John Cages 4‘33 inspiriertes, selbst komponiertes Stück aufgeführt und mit seiner Klassenkameradin etwa 5 Minuten sehr intensiv ins Publikum gestarrt. Der Quatschkopf.

Wahrscheinlich bin ich eigentlich nur sehr müde, aber ich friere mir grad furchtbar den Hintern ab. Auch schon seit über einer Stunde und die Kinder haben alle meine Wärmekissen gemopst. Das ist recht ungünstig, aber ich gehe jetzt auch brav gleich ins Bett, dann ist es morgen bestimmt besser. Als Bonus probiere ich meine neue Schlafbrille aus, die ich gestern auspacken durfte. Ich werde dann jetzt zur Pro-Schläferin, ich werde so erfolgreich schlafen, da kann sich der Rest der Welt aber mal umgucken!

Ansonsten war Konacar heute zur „AU/HU“, oder „EU-Kontrolle“ wie sie hier heißt. Überraschenderweise stößt sie weiterhin keinerlei Gase aus. Ist das nicht schön. Jetzt dürfen wir erst mal wieder 2 Jahre damit rumfahren, stets in der Hoffnjng, dass ihr nicht doch plötzlich so ein Verbrennungsmotor wächst.

Tag 3504 und 3505 – „Allein“.

Herr Rabe ist mit seiner Arbeit eine sehr norwegische Aktivität ausüben, nämlich auf einer Hütte sein. Morgen kommt er zurück, wir klatschen kurz ab und dann fahre ich auf eine Inspektion. Zwar in Norwegen, aber ich bin trotzdem die ganze Woche weg.

Weil Herr Rabe nicht da ist, bin ich hier alleine zuständig und weil ich in der Situation wirklich Angst hatte, von der für heute geplanten zweiten Gürtelroseimpfung wieder so ausgeknockt zu werden, wie nach der ersten Dosis, habe ich den Termin um zwei Wochen verschoben. Vorher habe ich den Beipackzettel und die Produktinformation durchgelesen, ob das auch wirklich kein Problem ist und nein, ist es wirklich gar nicht.

Pippi übernachtet heute bei einer Freundin, ich bin also mit Michel alleine. Michel sieht man am Wochenende eher selten, der spielt die meiste Zeit Minecraft, Roblox oder Fortnite. Zum Essen kommt er mal raus, oder um zum dritten mal zu fragen, wann Herr Rabe wieder kommt oder bei welcher Freundin denn Pippi genau schläft. Oder was „wir“ morgen machen, das ist seine Lieblingsfrage. Ich verstehe das Bedürfnis dahinter, nämlich möglichst genau Bescheid zu wissen, was passieren wird, sehr gut, aber manchmal amüsiert es mich doch, denn Michel ist am Wochenende wirklich nur mit Gewalt zu was anderem als Computer spielen zu bewegen. Was wir anderen machen, könnte ihm ja so gesehen ziemlich egal sein. Aber nein, er muss das alles ganz dringend wissen.

Was ich morgen mache: Aufstehen, Frühstück, Sport, Packen, Geige, Baden, Aufräumen (vielleicht nicht in dieser Reihenfolge), eventuell die üblichen Wochenenddinge wie Wasser am Aquarium tauschen und Blumen gießen, Essen machen, Essen und dann die Kollegin am Flughafen einsammeln und zum Ort fahren, wo wir dann eine Woche lang sind. Da ist auch ungefähr nichts außer dem Hersteller.

Jetzt mache ich mal das Licht aus, damit das morgen nicht doch noch in Stress ausartet.