Tag 3515 – Kunst.

Die Kinder hatten heute Korpskonzert, das war echt gut. Die Ansammlung eher spezieller Kinder ist ja immer sehr unterhaltsam und man muss auch nur bei den allerkleinsten ein bisschen atmen und sich in einen schalldichten Raum meditieren. Pippi durfte heute zum ersten Mal Pauke spielen. Ich glaube, sie ist in diesem Schlag-zeug/werk-ding für ihr Alter echt gut. Sie war auch sehr stolz. Und dann hat sie noch gesungen, ganz alleine, und das super gemacht. Ich bin sehr stolz. Michel hat ein stark von John Cages 4‘33 inspiriertes, selbst komponiertes Stück aufgeführt und mit seiner Klassenkameradin etwa 5 Minuten sehr intensiv ins Publikum gestarrt. Der Quatschkopf.

Wahrscheinlich bin ich eigentlich nur sehr müde, aber ich friere mir grad furchtbar den Hintern ab. Auch schon seit über einer Stunde und die Kinder haben alle meine Wärmekissen gemopst. Das ist recht ungünstig, aber ich gehe jetzt auch brav gleich ins Bett, dann ist es morgen bestimmt besser. Als Bonus probiere ich meine neue Schlafbrille aus, die ich gestern auspacken durfte. Ich werde dann jetzt zur Pro-Schläferin, ich werde so erfolgreich schlafen, da kann sich der Rest der Welt aber mal umgucken!

Ansonsten war Konacar heute zur „AU/HU“, oder „EU-Kontrolle“ wie sie hier heißt. Überraschenderweise stößt sie weiterhin keinerlei Gase aus. Ist das nicht schön. Jetzt dürfen wir erst mal wieder 2 Jahre damit rumfahren, stets in der Hoffnjng, dass ihr nicht doch plötzlich so ein Verbrennungsmotor wächst.

Tag 3504 und 3505 – „Allein“.

Herr Rabe ist mit seiner Arbeit eine sehr norwegische Aktivität ausüben, nämlich auf einer Hütte sein. Morgen kommt er zurück, wir klatschen kurz ab und dann fahre ich auf eine Inspektion. Zwar in Norwegen, aber ich bin trotzdem die ganze Woche weg.

Weil Herr Rabe nicht da ist, bin ich hier alleine zuständig und weil ich in der Situation wirklich Angst hatte, von der für heute geplanten zweiten Gürtelroseimpfung wieder so ausgeknockt zu werden, wie nach der ersten Dosis, habe ich den Termin um zwei Wochen verschoben. Vorher habe ich den Beipackzettel und die Produktinformation durchgelesen, ob das auch wirklich kein Problem ist und nein, ist es wirklich gar nicht.

Pippi übernachtet heute bei einer Freundin, ich bin also mit Michel alleine. Michel sieht man am Wochenende eher selten, der spielt die meiste Zeit Minecraft, Roblox oder Fortnite. Zum Essen kommt er mal raus, oder um zum dritten mal zu fragen, wann Herr Rabe wieder kommt oder bei welcher Freundin denn Pippi genau schläft. Oder was „wir“ morgen machen, das ist seine Lieblingsfrage. Ich verstehe das Bedürfnis dahinter, nämlich möglichst genau Bescheid zu wissen, was passieren wird, sehr gut, aber manchmal amüsiert es mich doch, denn Michel ist am Wochenende wirklich nur mit Gewalt zu was anderem als Computer spielen zu bewegen. Was wir anderen machen, könnte ihm ja so gesehen ziemlich egal sein. Aber nein, er muss das alles ganz dringend wissen.

Was ich morgen mache: Aufstehen, Frühstück, Sport, Packen, Geige, Baden, Aufräumen (vielleicht nicht in dieser Reihenfolge), eventuell die üblichen Wochenenddinge wie Wasser am Aquarium tauschen und Blumen gießen, Essen machen, Essen und dann die Kollegin am Flughafen einsammeln und zum Ort fahren, wo wir dann eine Woche lang sind. Da ist auch ungefähr nichts außer dem Hersteller.

Jetzt mache ich mal das Licht aus, damit das morgen nicht doch noch in Stress ausartet.

Tag 3499 – Alle wieder beisammen.

Herr Rabe und ich haben heute eine Stunde lang am Flughafen rumgestanden, aber die Belohnung kam irgendwann dann doch aus dem Terminal spaziert. Die Kinder hatten eine gute Zeit in Brighton und sind trotzdem auch froh, wieder da zu sein, zumindest Pippi. Michel hat so gar keine Lust auf Schule morgen. Verständlich.

Deutschland hat gewählt. Herr Rabe hat nicht gewählt, weil bei ihm, wie so vielen anderen Auslandsdeutschen (unter anderem wohl dem Botschafter in London), die Wahlunterlagen nicht rechtzeitig ankamen. Das ist Käse, liebes deutsches Wahlsystem.

Es ist ja nun genauso gekommen, wie befürchtet, aber es gibt meiner Meinung nach trotzdem ein paar gute Nachrichten. Eine sehr hohe Wahlbeteiligung – Politikverdrossenheit my ass. Mehr als die Hälfte der Leute haben weder rechts gewählt noch eine Partei, die dann ja doch mit Stimmen von rechts Politik durchdrückt, wenn es ihnen passt. Und es wird mit der Linken ein überraschend starkes Gegengewicht zu den Rechten in der Opposition geben. Denke ich. Hoffe ich. Und dann gucken wir mal, was jetzt von den ganzen vorher großmäulig „ausgeschlossenen“ Koalitionen doch in Frage kommt. (Hauptsache nicht schwarz-braun. Angeblich will der Fritzl ja jetzt doch Die Brandmauer(TM) behalten, aber ich fürchte, sein Brandmäuerchen ist eine halb durchgeweichte, kniehohe Geschichte aus Pappmaché. Aber so, sorry, bescheuert ist hoffentlich nicht mal der Fritzl.)

So. Jetzt Bett. Ich werde meine neuen, gekühlten Schlafmaskenkissen ausprobieren, einfach aus Spaß.

Tag 3496 – Erstmal Sofa.

Den heutigen Tag kann man von meiner Seite getrost vergessen, aufgrund von einer unglücklichen Mischung aus Zyklusende, Wetterumschwung und plötzlicher Entspannung habe ich quasi den ganzen Tag wie verkatert auf dem Sofa rumgehangen. Kopfschmerzen, Kreislauf und allgemeine Schlappheit. Tjanun. Passiert.

Die Kinder haben es sehr gut. Wir haben viele Bilder bekommen, heute waren sie in einem Zoo und haben alle möglichen Reptilien anfassen dürfen. Michel hat mich auch heute Morgen angerufen, weil das Paket mit den Schlafmasken, die ich zu meiner Schwägerin bestellt hatte, endlich angekommen ist, und er wissen wollte, was da drin ist. Eine der Schlafmasken hatte ich für ihn bestellt, nachdem er mir neulich meine geklaut hat, weil er die so toll findet. Dann hat er, als er krank war, gefühlt fünf Liter da rein geschwitzt, das fand ich wiederum nicht so toll (obwohl man die Masken in der Maschine waschen kann, was ich dann auch direkt gemacht habe). Generell finde ich das ja eine der ätzenderen Nebenwirkungen am Kinder haben, dass die so gar keinen Respekt davor haben, was MIR gehört. Schlafmasken, Lippenpflegestifte, Nasenspray, Zahnpasta, Pinzetten, selbst das Dings zum Mitesser entfernen. Alles wird mir gemopst. Dann sage ich, ich hätte es gerne wieder, zu beiden Kindern, und dann taucht es irgendwann ganz zufällig wieder auf. Jedenfalls habe ich Michel eine eigene Schlafmaske bestellt und mir ein Upgrade für meine, und extra Augenkissen für geschwollene Augen (Post Meltdown. Passiert ja auch mal.). Letztere kann man kühlen, weshalb die eventuell auch bei Migräne ganz angenehm sind. Michel hat beim Paket aufmachen dann natürlich gleich die Werbung für die weiteren Produkte studiert und möchte jetzt am liebsten ebenfalls direkt upgraden – auf eine Schlafbrille mit extra Gewicht. Das wiederum stelle ich mir ja ganz furchtbar vor. Aber ich denke eh, wir gucken erst mal, ob er die Basisversion denn tatsächlich dauerhaft nutzt.

Wenn Sie sich jetzt fragen, was das für spezielle Schlafbrillen sind: die Marke heißt Manta, ich habe jetzt seit eineinhalb Jahren das Basismodell und bin sehr zufrieden. Es ist genau genommen die einzige Schlafbrille, die ich bei meiner Augenform tragen kann. Alle anderen, die ich probiert habe, drücken auf den Augapfel und dann kann ich morgens nicht richtig sehen, weil der Augapfel minimal platt gedrückt ist. Die von Manta haben aber einen gepolsterten Ring ums Auge rum, der einengen bis zwei Zentimeter Abstand zwischen Auge und Maske schafft. Ich kann die Augen unten drunter sogar aufmachen, wenn ich will. Auf der Seite schlafen geht auch gut, weil die Ringe außen, also an der Schläfe, abgeflacht sind. Ich bin davon sehr überzeugt und schlafe damit besser als ohne, auch im Winter, wenn es nicht um vier Uhr morgens schon hell wird. Von der Werbung hier habe ich nichts, das ist wirklich reine Überzeugung. Der Kundenservice ist im Übrigen auch sehr nett und hilfsbereit, zumindest der in UK (mit anderen hatte ich noch keinen Kontakt).

Morgen wird hoffentlich produktiver. Abends gehen wir aus, wie so Erwachsene an einem Freitag Abend. Spannend.

Tag 3494 und 3495 – Kinder erfolgreich verschickt.

Huff, was für ein Akt. Zwei aufgeregte Kinder zum Packen überreden, dann dazu überreden, einen Teil der Sachen wieder auszupacken, weil sie ja gar nicht auf eine vierwöchige Reise gehen, dann dazu überreden eine der Dauer des Aufenthaltes angemessene Anzahl Unterhosen mitzunehmen. Mehrmals selbst dabei kurz vorm Meltdown sein, weil die Kinder wild durch die Gegend springen und random IRGENDWELCHE Dinge tun, die nur marginal mit Packen zu tun haben. Außerdem ist Zyklusende sehr sehr bald und es ist Laune und Migräne (gestern) und überhaupt alles.

Heute ging dann alles verhältnismäßig glatt, jedenfalls für mich, denn ich ging nur bis zur Sicherheitskontrolle mit. Wir hatten Pippi fürs unbegleitete Fliegen angemeldet, Michel konnte da ein bisschen von nutznießen, aber hatte keine „eigene“ Betreuung. Herr Rabe konnte die zwei durch die Sicherheitskontrolle und bis zur Passkontrolle begleiten, mit einem „Begleiterpass“. Da standen sie dann ewig rum, weil der Flug verspätet war, allein reisende Kinder aber erst kurz vor knapp an der Passkontrolle abgeholt werden. Aber irgendwann kam dann doch jemand und dann musste Herr Rabe „nur noch“ warten, bis das Flugzeug tatsächlich in der Luft war.

Von der Schwägerin bekamen wir Updates vom Abholen und vom Abendessen, von den Kindern selbst kam bisher gar nichts. Dann geht es ihnen wohl gut.

Herr Rabe und ich versuchen uns derweil an die Stille zu gewöhnen. Ich hab obendrein ja auch noch den Rest der Woche frei, so viel freie Zeit ohne Verantwortung, es ist der Wahnsinn!

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Heute ging ein neuer Burlesque-Kurs los, hach. Jetzt muss ich ein Korsett kaufen, ohjemine. Und ich muss auch echt mal mit meinem Fuß zum Arzt, komme mir aber etwas albern dabei vor. „Hallo, mein Zeh tut weh, zu viel gestrippt…“ Deshalb habe ich das auch seit zwei Monaten rausgeschoben, aber es wird halt einfach nicht besser. (Der sagt dann bestimmt, dass ich halt weder Ballett noch Burlesque machen sollte, bis das(TM) weg ist, aber das kommt leider gar nicht in die Tüte, schon mal gar nicht ohne zu wissen, was genau das(TM) ist. Ja, eher schwierige, starrsinnige, besserwisserige Patientin hier.)

Tag 3491 und 3492 – Dies und das.

Michel ist krank. Ich vermute, da der Verlauf bisher exakt gleich ist, dass es die Krankheit vom Lieblingskollegen ist. Dann müsste es ihm morgen schon viel besser gehen. Gestern und heute war aber nicht gut, er hat nur im Bett rumgehangen mit Fieber und Kopfschmerzen. Wenn die Paracetamol grad mal wirkte, kam er essen und verzog sich dann direkt wieder ins Bett. Armer Zwerg. Wie gesagt erwarte ich baldige Besserung, aber schon ist das grad nicht. Ich hoffe nur wirklich inständig, dass sich Pippi nicht ansteckt. Die zwei sollen eigentlich ja am Mittwoch zu ihrer Tante nach England reisen. Und heute schlief Pippi einfach um sechs auf dem Sofa ein, aber das kann auch daran gelegen haben, dass sie bei einer Freundin übernachtet hat und die vermutlich nicht so viel geschlafen haben.

Gestern und heute war ebenfalls wunderbarstes Winterwetter. Wir haben, nachdem wir das mit Michel abgeklärt hatten, das genutzt um Pippi und ihre Freundin auf die Eisbahn zu schleppen. Das ist ja was, was ich an norwegischem Winter sehr liebe, überall kostenlose Eisbahnen. Ich habe nur festgestellt, dass meine Schlittschuhe dringend einen Schliff brauchen.

Abends haben aus Faulheit indisches Essen bestellt. Das war mega lecker. Heute war das auch noch mal lecker, weil jede Menge Reis und zwei Soßen übrig geblieben waren. Heute war es auch gleich noch mal 50% schärfer als gestern. Eine sehr gute Idee von mir.

Heute haben Herr Rabe und ich einen längeren Spaziergang gemacht und ansonsten war nicht so viel. Nachdem ich (Achtung Wechselwarmencontent) Freitag Abend erst gegoogelt habe, wie lange Pythons so gemeinhin brauchen, um ein Häufchen zu machen, beziehungsweise, wann man sich Sorgen machen muss, und daraufhin gelernt habe, dass mehrere Wochen bis Monate noch kein Grund zur Besorgnis sind, präsentierte mir Monty heute ihr Ergebnis von vier Wochen aufsparen. Auf ne Art gut, weil so ganz unbesorgt bin ich ja dann doch nicht gewesen.

Hier, gleich, ist übrigens ein Bild von ihr (im Terrarium) und warum ich glaube, dass sie ein Weibchen ist. Sie ist einfach schon echt lang, für eineinhalb Jahre. Ganz gut im Futter ist sie auch, aber wenn es nach ihr ginge, wäre sie noch viel besser im Futter, sie streift schon wieder seit Tagen abends durchs Terrarium.

Tag 3478 – Weiter nichts zu erzählen.

Hier passiert, was immer am Wochenende passiert. Blumen gießen, Aquarienwasser tauschen, Stundenpläne ausdrucken, die Woche durchsprechen. Wäsche waschen, aufräumen. Sport, Geige. Pippi hatte etwas Besuch von einer Klassenkameradin. Michel hat hauptsächlich gedaddelt und war zwischendurch mal baden, unter anderem, um diese Lockenpracht zu pflegen:

Ich habe meine Haare nachgefärbt und jetzt sind sie wieder leuchtend Flamingo Pink und nicht mehr total ausgewaschen hellrosa-pfirsich.

Außerdem haben wir das Wochenende genutzt, um den Sofabezug zu waschen. Da haben wir ja vor ein paar Jahren in einen neuen Bezug investiert, statt in ein neues Sofa und sind immer noch sehr zufrieden mit dieser Lösung.

Routine-Wochenenden ohne Aufregung sind eigentlich wirklich sehr schön.

Jetzt muss ich versuchen, die Augen versuchen. Es ist jetzt nicht mehr der Jet Lag. Jetzt ist es nur noch das normale Dasein als Eule.

Tag 3441 – Kebab.

Nachdem wir ja tagelang nur rumgegammelt haben und wegen Wetter bzw. Untergrund (vereist) das Haus nicht verlassen haben, sind Herr Rabe, Michel und ich heute in die Hauptstadt gefahren. Die Kinder haben neue Handys zu Weihnachten bekommen, aber wir hatten noch keine Bumper besorgt und das wollten wir heute tun. Erst habe ich mich total gefreut. Dann wurde mir klar, dass das bedeutet, dass da überall Leute sind. Leute, die im Zug laut telefonieren. Leute, die im Zug laut mit ihrer Freundin diskutieren („Du schenkst mir nen DILDO??? Würdest du deiner Mutter erzählen, dass du mir nen DILDO schenkst???“). Leute in Oslo die da Dinge tun, Bumper kaufen und ähnliches. War eigentlich doch ganz schön zu Hause.

Aber weil wir dann ja schon mal da waren, erfüllten wir Michel noch einen Wunsch und gingen Kebab essen. Er hat nämlich behauptet, er habe das noch nie gegessen und als Deutscher (!) geht das ja nicht. Das traditionelle deutsche Essen, der Döner. Aber hey, besser als wenn er sich Eisbein wünscht. Herr Rabe hatte auch eine Dönerbude mit echtem Dönerspieß aufgetan (hier kommt sonst so ne Beleidigung des Begriffes Kebab oft aus der Pfanne, ist also eigentlich Geschnetzeltes), der auch „bisschen scharf“ anbot und es fühlte sich alles sehr heimisch an. Jedenfalls für Herrn Rabe und mich. Michel war nicht so sehr angetan, das war ihm alles ein bisschen zu durcheinander. Aber jetzt hat er es mal probiert.

Tag 3435 und 3436 – Weihnachtsvorbereitungen.

Hier passieren so Dinge, die gewöhnlich kurz vor Weihnachten passieren. Last Minute Geschenke werden gekauft, gestern haben wir einen Weihnachtsbaum geholt, Essen wird geplant und vorbereitet. Ich habe gestern beim Bauern Kartoffeln gekauft, war aber schlau genug, erst mal eine davon als Test zu kochen und nope, diese Sorte wird sich nicht zu normalen Salzkartoffeln machen lassen. Aber die wird bestimmt zu guten Klößen. Für „Janssons Frestelse“ (eine traditionelle schwedische Kartoffelbeilage) brauchen wir allerdings andere Kartoffeln, die nicht zerfallen, bevor sie überhaupt gar sind. Note to self: „Hoff“-Kartoffeln sind nicht aus Witz DIE Pommes-Kartoffeln, die sind halt zu nix anderem zu gebrauchen. Schmecken auch enttäuschend wenig. Ich bin von diesen Kartoffeln echt unterwältigt.

Abends haben wir gestern mit Pippi Harry Potter gesehen, wir sind jetzt beim 6. Teil. Es ist ziemlich gruselig und sie hängt einem quasi dauernd auf dem Arm, aber möchte unbedingt weiter gucken. Gestern war sie dann aber genau passend zu der Stelle, wo Harry und Dumbledore aufbrechen, um dieses Medaillon von der Insel mit den Inferi zu holen, zu müde, und dann haben wir die wirklich schlimme letzte halbe Stunde des Films heute nachgeholt.

Pippi findet Knutschen in Filmen immer noch sehr eklig. Knutschen in echt auch, das wird bei Herrn Rabe und mir immer mit sehr angewiderten Geräuschen kommentiert.

Herr Rabe und ich haben endlich an unserem Exit-Adventskalender weitergerätselt. Wir hinken da ein paar Tage hinterher, aber es ist wieder sehr lustig.

Unsere anderen Adventskalender sind Tee-Adventskalender von dm, da waren bisher nur wenige (vielleicht so 3?) Tees dabei, die ich wirklich gar nicht mochte, aber einer davon war heute. Ich mag wirklich echt keinen grünen Tee. Wirklich gar nicht. Ich hab’s probiert, aber nee. Nicht für mich. Ein anderer, den ich gar nicht mochte, war einer, der schmeckte, als würde man sich Meerschweinchenheu als Tee aufgießen. Also, das ist bestimmt für andere ein Hochgenuss, aber ich bleibe bei Früchte- und Kräutertees und mache weiter um Gräser und Grünen (und schwarzen und weißen und so weiter) Tee einen weiten Bogen.

Heute Abend habe ich mir ein halbes Glas Rotwein, den Rest aus einer Flasche, an der ich schon ewig rumtrinke, eingeschenkt. Pippi fragte daraufhin, ob das „koffeinfreies Bier“ sei. Ich finde, das ist eine Markt- oder zumindest eine Marketing-Lücke.

Tag 3426 und 3427 – Vorführen.

Ich muss sehr kurz machen, weil ich echt kurz vorm Koma bin. Ich vertiefe das dann morgen alles, in wacher, und vielleicht mit Fotos. Es ist jetzt ja vollbracht, und ich kann wieder andere Dinge tun. So wie bloggen. Und Geige spielen.

Michel hatte gestern Weihnachtsball, eine Tradition an seiner Schule für die Siebtklässler. Das ist ja deren letztes Jahr an dieser Schule und statt Weihnachtsfeier machen sie dann einen Ball. Michel war sehr stylisch im mintgrünen Anzug unterwegs. Mit Krawatte und allem. Viele der Mädchen trugen „richtige“ Ballkleider, was Michel doof fand, weil er dann da dauernd drauf getreten ist. Aber apropos Mädchen: Michel hat eine Rede gehalten, bei der er die Mädchen der Stufe besungen hat. Das hat ihn seit längerem sehr beschäftigt und einen Meltdown hatte er auch deshalb schon, aber dann haben wir uns Dienstag hingesetzt, zusammen die Rede geschrieben und er hat die geübt und auf Kärtchen dabei gehabt und es dann auch durchgezogen und viel Lob bekommen. Gestern auf dem Weg zum Ball fragte er mich noch „Mama, du tanzt doch auf Bühnen, hast du irgendwelche Tipps?“ und ich sagte nicht, dass ich komplett abdrehe, bevor ich auf eine Bühne gehe, und ein nervöses Wrack mit einem Puls von 180 bin. Sondern ich sagte „Man muss immer dran denken: man stirbt nicht. Man denkt das, aber es ist nicht so.“ (Ja, hmm, ob das jetzt so pädagogisch sinnvoll war, aber er ist 12.)

Schlaue Gedanken, die mich nicht davon abhielten, ein nervöses Wrack mit einem Puls von 180 zu sein. Heute. Zwei mal. Wobei das eine mal sogar recht gechillt war, jedenfalls wenn das zweite mal der Maßstab ist.

Heute Morgen hatte ich so eine Art Show-Inspektion. Dabei haben eine Kollegin und ich eine interne Datenbank inspiziert. Während all unsere Kolleginnen und Kollegen zuguckten. Hurra. Aber trotzdem nichts gegen…

… Trommelwirbel…

… ein Solo bei einer Burlesque-Show. Komplett mit ausziehen und allem. Mit selbst gemachter Choreographie. In selbst gemachtem Kostüm. Nach einem viertel Jahr Kurs.

(Und zwei Gruppennummern.)

So, da wissen Sie das jetzt auch.

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