Tag 2278 – Schon klar.

Sie erwarten hier content. Aber auch heute kann ich keinen liefern. Das spannendste berichtbare was heute passiert ist, ist, dass ich einen kompletten Ørret (Lachsforelle) gekauft habe, tiefgefroren, ohne zu schnallen, dass der noch nicht ausgenommen ist und niemals bis zum Abendessen komplett aufgetaut sein würde. Außerdem sitzt eine Lachlaus dran, ebenfalls tiefgefroren. Heute gab es dann doch Lachsfilet und morgen gibt es ørret (ohne Laus).

Lustige Anekdote des Tages: wie Michel den kompletten Fisch mit leicht übertriebenem Ausholen, gefolgt von einem lauten Klonk auf das Warentransbortband wuchtete, die Kassiererin etwas pikiert schaute und Michel trocken zu ihr sagte „Der ist schon tot“.

Tag 2276 – Smirk + grin.

Hurra, die Familie ist wieder da. Ein Familienmitglied ist um einen Milchzahn ärmer:

Der allererste Milchzahn ist raus!

Der Zahn war schon seit Ewigkeiten lose und dann immer loser und heute war er dann plötzlich ganz ab von seinem seidenen Faden. Warum sagt man eigentlich seidener Faden? Seide ist doch sehr reißfest? Seltsam. Jedenfalls ist das natürlich eine große Sache für Pippi und war auch schon länger Thema, inklusive „aber ich mag den Zahn doch, der soll nicht ausfallen!“. Jetzt freut sie sich sehr, ihre Zahnlücke schnellstmöglich allen zu zeigen. Montag wird sie vermutlich einfach deshalb dauergrinsen, damit aaaaaalle das sehen.

Wie man an der Farbe sieht, ist der benachbarte Schneidezahn auch schon lose. Hach, große Kinder sind toll.

Heute Nacht kommt die Zahnfee und bringt ein kleines Geschenk. Danach kommt aber keine Zahnfee mehr, weil die arme für uns zuständige Zahnfee ja so einen weiten Weg aus Deutschland zu uns hat. Das hat sich bei Michel bewährt, daran halten wir fest.

Ich musste heute eine Pause von der Arbeit haben und habe meine schiefe Narbe mit meinen herausragenden Bildbearbeitungsskills zu Quatsch gemacht:

Smirk-emoji am Hals.

Ja, ich bin sehr erwachsen.

Mit dem Narbenstatus an sich bin ich sehr zufrieden, das wird schon werden, aber warum man ein mittig sitzendes Organ nicht durch einen mittigen Schnitt entfernen konnte, erschließt sich mir nicht. Vorläufig klebe ich weiter einen Tapestreifen so drauf, dass wenigstens der mittig sitzt und hoffe einfach, dass man, wenn die Narbe heller geworden ist, da wirklich nichts mehr von sieht.

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P.S. ich habe den gestrigen Beitrag wirklich gestern geschrieben, ehrlich ganz in echt, ich hab nur (offenbar) nicht auf „publizieren“ gedrückt. Hoppla.

Tag 2275 – Koko Frau macht koko jobb.

Hmmja, wird Zeit, dass die Familie zurück kommt und mich davon abhält, 24/7 zu arbeiten.

Andererseits ist es auch ganz schön, wenn Michel anruft und ins Telefon brüllt „MAMA! HIER IST EIN MINK!!!“. Nehme an, der Marder ist taub, sonst wäre er vermutlich nicht einfach sitzen geblieben bei dem Lärm.

Morgen arbeite ich noch vormittags ein wenig und den Rest des Arbeitstages feiere ich ab. Freitag arbeite ich vermutlich so 2-3 Stunden und selbst das nur unter Protest. Heute hat zum Abschluss des Arbeitstages mein Outlook gestreikt, weshalb ich um [Zeit zu der man nicht arbeiten sollte] noch den (grünen) Kollegen angerufen habe, um ihn zu bitten, zu einem Meeting einzuladen. Der Kollege arbeitet auch öfter mal spät abends, wir wollen aus Gründen eine Partei zusammen gründen, die die Interessen von Spätschläfer*Innen* vertritt, und ich wusste, dass er heute noch lange arbeiten würde, aber wir haben da im Werk schon flächendeckend einen am Apfel, ja.

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*erstes Ziel: den norwegischen Begriff „B-Mensch“ ( als Gegensatz zu A-Mensch = Frühaufsteher*In) wegen abwertender Sprache abschaffen. Danach die Weltherrschaft, Abschaffung von Kernarbeitszeit für alle, Gruppenaktivitäten auch ab 22 Uhr noch und Schulbeginn gestaffelt und angepasst an individuelle Bedürfnisse von Lehrpersonen und Kindern. Wir sind empfänglich für Lobbyarbeit in Richtung Abschaffung der Uhrzeitumstellungsblödsinns. Wählt uns, wir sind super für alle, sogar für Frühaufsteher*Innen.

Tag 2274 – Außer Arbeit wenig gewesen.

Ich lebe das happy life des alleinseins. Dieser Tage beinhaltet das leider sehr viel Arbeit, das Problem bei solchen Inspektionen wie der letzte Woche ist (wenn man sie leitet) ein Haufen Nachbereitungsarbeit. Ein absurd großer Haufen. Das ist auch Zeug, das ich nicht herumliegen lassen kann, wenn hier Leute sind. Das würde ich nicht mal im Büro auf meinem Tisch liegen lassen, jedenfalls jetzt noch nicht.

Wie gesagt, das wird ein spannender Herbst.

Tag 2272 – Besuch!

Wow, erster Besuch aus dem Ausland seit Corona. Alle sind sehr aufgeregt, Besuch wie Besuchte, alt und jung.

Ich könnte noch so zwei Tage Wochenende gebrauchen, muss ich sagen. Die Kinder haben ja Herbstferien, und ich… nicht. Gemein.

Stattdessen habe ich mir irgendwie in der Schulter was verklemmt oder so, in bestimmten (leider im Alltag recht üblichen) Positionen tut es beim Atmen, Lachen, Singen, Husten, also eigentlich immer, absurd weh. Wenn es nicht gestern Abend erst angefangen hätte und da sehr plötzlich gekommen wäre (allerdings ohne dass ich es irgendeinem bestimmten Anlass zuschreiben könnte), würde ich es ja auf meinen Sturz am Donnerstag Abend schieben. So oder so ist es blöd. Ein Hoch auf die Pharmaindustrie, die für solche Zwecke Schmerzmittel vertreibt.

Tag 2270 – Illegal.

Die bisher wirklich am meisten andere Inspektion ist überstanden. Zumindest der on-Site-Teil. Ich habe noch mal ganz andere, ungeahnte Level von Erwachsensein freigeschaltet und aus vollkommen unerwarteten Richtungen Lob bekommen und bin über all dem nicht in Tränen ausgebrochen, yeah. Zwischendurch wollte ich sehr gerne auf den Arm, stattdessen war ich halt Die Inspekteurin(TM). Freundlich, offen, fachlich integer und seriös. Immerhin gehört Verbergen von Gefühlen (zum Beispiel auf den Arm zu wollen) zu meinen Kernkompetenzen.

Wie viele Stunden Arbeit das nun waren, ist mit total ausgelutschtem Hirn nicht mehr so leicht festzustellen, was wohl heißt, dass es viel zu viele waren. Das sagt auch die Zeiterfassung, die mir Mecker-Mails schickt, welche Paragraphen im Arbeitszeitgesetz ich alle überschritten habe. So ca. alle, aber die für die wöchentliche Arbeitszeit kommt erst Montag.

Der Abend war zum runter kommen gedacht, sowie zum Feiern. Ich habe das diese Woche wirklich gut gemacht (wurde mir gesagt und ich versuche mir das auch selbst zu sagen – der Impostor stark in mir ist). Deshalb war ich auf dem Rückweg auch noch schnell im Vinmonopolet und habe streng nach Hübschheit des Etiketts eine Flasche veganen Biosekt gekauft, der tatsächlich sehr lecker ist. Da gehen sie hin, die staatlichen Spesen…

Man muss meinen Job schon sehr mögen, um ihn überhaupt freiwillig zu machen. Gott sei Dank liebe ich ihn nach wie vor.

Nach ausgiebigem Riechen an den Kindern und Herrn Rabe ist jetzt aber WIRKLICH Schlafenszeit. Aus verwaltungsrechtlichen Gründen müsste ich eigentlich am Wochenende noch mehr arbeiten, aber die Vorschrift übertrete ich nun auch, ist auch schon egal.

Tag 2269 – Autschn.

Als Tagesabschluss erst mal vorm Hotel volle Möhre hingelegt. Ist irgendwie auch schon egal, nur etwas peinlich. Die Hotelangestellten kamen rausgestürzt und dachten bestimmt, ich hätte gesoffen, dabei bin ich einfach nur heillos überarbeitet und müde und hab eine Stufe nicht gesehen, weil ich damit beschäftigt war, die heutigen 15 Stunden Arbeit in die Zeiterfassungsapp zu töckeln. Mein Hirn ist totaler Brei und mir graut aus Gründen schon vor den nächsten Wochen und Monaten. Und jetzt hab ich halt auch noch einen aufgeschürften Ellenbogen und eine kaputte Strumpfhose.

Morgen noch, dann kann ich hoffentlich erst mal einfach schlafen. Schlafen wäre super.