Aber nicht noch mal so viel. Ich hab den ganzen Tag im Bett gelegen, mit Magen, Kopf und Kreislauf. Völlig Schachmatt, als hätte ich das erste mal Alkohol getrunken.
Lag bestimmt an der Ahoi-Brause, die die Nachbarin importiert hat und zum Vodka reichte. Seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht, dann ist der Kater auch gleich wieder wie früher.
Ich hab ein schrecklich schlechtes Gewissen und will auch kein Mitleid. Das war keine coole Aktion.
(Ach ja, zur Info: es war der 40. Geburtstag unseres Nachbarn, also immerhin ein Anlass. Zu wenig gegessen, zu wenig Wasser über den Tag getrunken, schlechte Tagesform und dann waren wir auch noch viel zu spät weil Michel nicht einschlafen konnte und alle waren schon „verzaubert“ als wir ankamen und überhaupt. Alles keine Entschuldigung.)
Noch sieht es aus, als würde unsere Inspektion nächste Woche stattfinden. (Ehrlich, wenn umsonst im März, an meinem Geburtstag, nach Ortdernichtgenanntwerdendarf fahre, oder, nicht auszudenken, dort in Quarantäne muss, zünde ich was an.)
113 insgesamt, 25 davon in Viken, wie unser Fylke jetzt heißt*. 23 in Oslo. Es ist alles sehr schön.
Übrigens brauchen nicht nur Krankenhäuser Mundschütze und Desinfektionsmittel, sondern auch pharmazeutische Hersteller steriler Medikamente, darunter Krankenhausapotheken. Sonst haben die Krankenhäuser irgendwann nix mehr zum Verabreichen. Das ist auch sehr schön.
Zweite Zyklushälfte, ick hör dir trapsen. (SCHÖN! VOLL SUPER!)
Immerhin bin ich so in der passenden Stimmung für den Frauenkampftag.
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*wir hatten eine große Umorganisierung in Norwegen, in deren Zuge diverse Fylke zusammengelegt, anders aufgeteilt und umbenannt wurden. Mich macht daran vor allem fertig, dass ich das erst in der Wetterapp mitbekommen habe. Ich sollte wohl wirklich eine norwegische Zeitung abonnieren oder norwegische Nachrichten gucken, aber wann und wie, ich lese ja nicht mal mehr regelmäßig die Blogs meiner Freunde und Bekannten da draußen.
Hatte heute morgen Lust, beim Sport Musik zu hören. War aber nicht alleine und hab das deshalb gelassen.
Eine Beobachtung aus nun 2 Monaten recht regelmäßigen Trainings im Fitnessraum des Werks (und des Zolls): die allermeisten wärmen sich vorm Sport nicht auf und niemand sich ab. Direkt auf die Gewichte, fertig, los. Ist das eine Legende, dass man sich aufwärmen und nach dem Sport dehnen sollte?
Noch eine Beobachtung: ich kann Stöhner echt nicht ausstehen. Schnaufen geht noch halbwegs, aber die Sorte Mensch, die bei jeder Bewegung Grunz- und Stöhnlaute ausstößt, die kann bitte zu anderen Zeiten trainieren, finde ich. So… samstags.
Pippi hat heute I., der Mutter von B., erzählt, was Herr Rabe und ich machen, wenn sie und Michel bei der Babysitterfamilie übernachten (zuletzt vor Weihnachten, nächstes Mal nach Ostern, welch Dekadenz!), nämlich: tanzen. Und falls Pippi Sie mal fragt, was Erwachsene machen, wenn die Kinder nicht da sind, wissen Sie jetzt auch, was Sie antworten. Tanzen.
(Bevor sie „tanzen“ sagte, brach mir kurz der Schweiß aus, ehrlich gesagt. Auch, weil wir grad vom Klo kamen, weil Pippi musste, und sie mir da Vorträge über die Behaarung erwachsener und kindlicher Vulven anhand naheliegender Beispiele gehalten hatte.)
Pippi hat grad eine ausgeprägte Laberphase. Solche haben wir mit Michel ja schon mehrmals durch, insofern sind wir abgehärtet. Lustig ist, dass es Michel total stört. Die Schnitzel, die mir Michel schon an den Rücken gelabert hat, muss Pippi erst mal aufholen.
Bei der Arbeit stapelt sich alles bis unter die Decke, da kommt Corona (86, niemand ersthaft erkrankt oder im Krankenhaus) grad recht: einige internationale Meetings und andere Dinge fallen aus, das heißt, Leute sind plötzlich doch gar nicht sonstwo sondern im Werk und haben dazu noch nen leeren Terminkalender.
Pippi hat heute den Sehtest wiederholt. Wir hatten alle drei viel Spaß, also Pippi, die Helsesøster und ich.
Pippi hat wieder nicht so super gut gesehen, wenn die Vierecke und Kreise und Häuser und Äpfel etwas kleiner wurden und nun haben wir einen Termin beim Augenarzt gewonnen.
Das Aussuchen der Prämie nach dem Sehtest dauerte länger als der Sehtest selbst, Pippi war da sehr gründlich und musste auch alles kommentieren, was in der Box lag.
Ach ja. Die kleine, überaus niedliche, Rübennase.
(Ich hatte danach auch noch ein positives Erlebnis bei der Blutabnahme bei der Hausärztin, da kommt es wohl sehr drauf an, an wen man hinsichtlich Terminvergabe und auch Blutentnahme selbst gerät und heute hatte ich Glück.)
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Vielen Dank für all Ihre guten Wünsche. Ich stand heute zwar noch etwas neben mir (unter anderem habe ich mein Mittagessen verloren) aber es ging schon viel besser als gestern. Insgesamt ist das Gefühl so etwa wie nach einem langen Tag im Freizeitpark: Adrenalinkater. (Minus die Freizeitparkeuphorie, leider.)
Ich weiß nicht, wie man die Kommentarfunktion für einzelne Beiträge ausstellt. Ich will auch jetzt keine Energie darauf verwenden, es herauszufinden. Ich wünsche mir deshalb, dass nicht kommentiert wird.
Ich habe keinen Krebs. Ich dachte jetzt eine Woche lang mit aller Macht nicht daran, dass ich Krebs haben könnte. Die Statistiken auf meiner Seite, die Familiengeschichte auf meiner Seite, kein Krebs. Trotzdem war da was, ich hab’s gefühlt, Herr Rabe hat’s gefühlt und der Gynäkologe, bei dem ich dann letzte Woche sehr spontan war (es lebe die Privatklinik) fühlte es auch und sagte halt leider nicht „pffffft das ist bloß eine verstopfte Drüse“ sondern „das müssen wir anschauen“.
Und deshalb wurde heute jede meiner Brüste zweimal zu einem Pfannkuchen gepresst und danach mit kaltem Ultraschallgel besprotzt und darauf mit dem Ultraschallkopf herumgefahren und ich habe keinen Krebs.
Das einzige was ich habe ist ein bisschen verdickte Haut, da wo, ich schwöre, gestern noch ein Knubbel war, und gleich mehrere Zysten, die ich aber bisher noch nicht mal bemerkt hatte. Hypochondrie hab ich wohl auch und ein schlechtes Gewissen, das Gesundheitssystem in dieser Situation (33) mit nichts verdickter Haut einem Knubbel, der so spontan verschwand, wie er gekommen war, zu belämmern, das eh. Migräne hab ich auch (erwartbar).
Was mir nicht klar war, ist, dass ich gar keine Korken knallen lasse. Ich dachte, ich wär danach irgendwie erleichtert. Bin ich auch. Irgendwie halt. Aber die erste, die zweite, die siebenundzwanzigste Reaktion, nach der ich das Bedürfnis hatte und habe, ist wie ein Kleinkind in Tränen auszubrechen und mich irgendwo zusammenzurollen. Ich will Kuchen und Eis und Schokolade (da spricht eventuell auch die Migräne) und dass mir wer übern Rücken streichelt und sagt, dass alles ok ist. Dann möchte ich drei Tage Urlaub.
Leider ging heulen bis jetzt nicht. In der U-Bahn hätten Leute wohl den psychologischen Notdienst geholt. Bei der Arbeit hätte ich mit Leuten reden müssen (voll schön mit so nem Großraumbüro!). Nach der Arbeit Zug, Kindergarten, Hort (in der Sporthalle, wo mir allein drei Nachbarn über den Weg liefen) und dann mit den Kindern allein zu Hause. Verantwortung, weiter machen.
Ich will nicht stark sein. Ich war jetzt ne Woche lang deutlich über meine Kapazitäten hinaus stark und jetzt kann ich nicht mehr.
Herr Rabe ist nicht da, ich habe weder Schokolade noch Kuchen noch Eis, ich hab abgekochtes, lauwarmes Wasser und Lakritz (immerhin).
Die Vorräte sind verstaut! Es ist noch kein System erdacht, also doch, erdacht schon, aber ich habe es Herrn Rabe noch nicht mitgeteilt. Wir haben aber alles unterbekommen und es ist jetzt aufgeräumter als vorher, das ist überaus befriedigend.
Weiterhin habe ich heute dreieinhalb Stunden lang Moussaka gekocht, das mache ich nicht noch mal. So lecker das ist, und so gerne ich koche, aber nein. Ain’t nobody got time for that. (Und ungeplant, weil das Rezept eine (1!!!) Stunde vorsieht, schon mal gar nicht.)
Schwupp, Wochenende schon wieder um. Ich halte mich (innerlich) weinend am Bett fest. Ich bin noch nicht bereit für eine neue Woche und für diese im Speziellen nicht.
Angesichts der allgegenwärtigen* Coronavirus-Panik haben wir heute endlich in Angriff genommen, was mir schon länger ein schlechtes Gewissen macht, nämlich: Katastrophenbereitschaft. Wie in wahrscheinlich jedem Land wird auch hier regelmäßig eine Broschüre rausgegeben, wenn man die nicht mehr parat hat, kann man auch alles im Internet nachlesen, und da steht dann, man soll alles zu Hause haben, um im Fall der Fälle 3 Tage ohne Wasser und Strom auszukommen. Auf Norwegisch sieht das so aus:
Dazu kam gestern eine Mail vom Kindergarten, dass „viele Tausend Menschen“ in Norwegen zur Zeit in „hjemmekarantene“ seien, also zu Hause in Quarantäne und seien wir mal ehrlich: ich habe null Lust, dann noch überlegen zu müssen, wie ich gegebenenfalls an Essen komme, wen ich bitten könnte, wo ich bestellen könnte und so weiter also haben wir heute Prepper-Tag gemacht und beide Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Jetzt haben wir ausreichend Gas für den Gaskocher, immerhin einen Plan, Sprit für den Spritkocher zu kaufen, einen Kamin und Schlafsäcke haben wir eh und auch Holz für den Ofen, aber nun haben wir auch Streichhölzer. Wir haben Kanister, in die wir morgen Wasser füllen und wir haben 3×4 Dosen mit Essen, die wir alle hoffen, niemals essen zu müssen. Ich habe sogar Jodtabletten für die Kinder gekauft und muss glaube ich gleich noch ein Glas Wein trinken, um die „Die Wolke“-Bilder aus meinem Kopf zu verbannen.
Für den unwahrscheinlichen Fall einer Quarantäne haben wir reichlich Nudeln und noch keinen Reis, weil wir den im (oh the irony) Asialaden kaufen. Wir haben Dosen mit Tomaten und Gemüse und wir haben 4 Flaschen Ketchup. 4 Tüten Haferflocken (von der Katastrophenliste oben), Mehl und Trockenhefe, Zucker, Saft und Trockenobst und Knäckebrot.
Die Mengen heute waren nicht mehr so ganz Haushaltsüblich und ich empfehle das nicht, sowas mit Kindern im Schlepptau zu machen, jedenfalls nicht meinen, die dabei, OH THE IRONY! im Laden alles anlecken. Es ist auch echt teuer, wenn man alles auf einmal kauft, lieber mal hier nen Kanister und mal da ne Dose extra kaufen, schont Nerven und Geldbeutel. Aber tjanun, wenn mich der Rappel packt**, dann ist das so und ich mache das dann eben nur einmal und dafür so richtig.
Morgen wird das dann alles hübsch katalogisiert und ein rotierendes System für so Sachen wie Nudeln, Saft und Haferflocken erdacht, damit das nicht abläuft. Wenn wir schon preppern, dann mit Exceltabelle. Für die Jodtabletten habe ich mir schon einen Termin ins Handy gespeichert, wenn sie ablaufen, das mache ich für die Dosen wohl auch, weil die sonst nie im Leben wegkommen.
Sie dürfen jetzt gerne lästern. (Und nein, ich hab weder Desinfektionsmittel noch Mundschütze gekauft. Seife schon, aber die brauchten wir eh.)
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*das ist ein Witz. Hier in Norwegen sind die Regale voll und die Augenbrauen des Kassierers angesichts eines Supermarktbandes voll mit absurden Mengen Dosen und Nudeln und 1 Zucchini, 1 Paprika, 1 Packung Lachs und 2 Gurken ganz oben.
**oder ich aus Gründen nicht allzu viel Zeit zum nachdenken haben will
Meh, Geheimhaltung. Ich wollte so gern erzählen, dass ich mich im Beruf weiter spezialisiere und hoffentlich bald was machen kann, was tatsächlich meiner Ausbildung deutlich näher kommt als der einer Pharmazeutin (hihi), aber. Geheim, geheim.
Wir haben jetzt einen Notified Body in Norwegen und alle so Yeah. Das haben wir heute zum gefühlt vierten mal gefeiert. Ich hätte irgendwie lieber gearbeitet, ich bin nämlich heute mal wieder wegen tausend anderer Sachen nicht mit den sich eh schon auf dem Schreibtisch und in der Outlook-Task-Liste stapelnden Aufgaben fertig geworden. Uffz.
Weiter keine Leichtigkeit. Nichts verändert, aber mehr Zeit, drüber nachzudenken, da Inspektion erledigt.
(Ich bin so müde, ich fürchte die Schilddrüsenblocker sind überdosiert. So schön, dass ich einen guten Dialog mit meiner Hausärztin habe, die mich ständig auf dem Laufenden hält um die Dosis schnell ändern zu können*.)
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*ich habe seit „die Werte sind schon viel besser“ vor zwei Wochen nichts mehr gehört. Weder Werte, noch Dosis-Anpassung, noch, wann ich eine neue Probe abliefern soll. Bin dezent angepisst.