Tag 2647 – Blumen und Motorräder.

Erste Male: von einem Willkommensschild und mit einem Strauß Rosen auf der Inspektion begrüßt worden. Das macht man hier wohl so. Ok. Ebenfalls zum ersten Mal großflächig Visitenkarten an den Mann (kein gendern nötig) gebracht.

Was hier auch so ist: Zeit ist relativ. Alles dauert. Von „könnte ich bitte die Rechnung haben“ bis Rechnung gut und gerne 10 Minuten, und das nicht, weil das Hotel understaffed ist oder so. Ich wäre bestimmt geduldiger, wenn ich im Urlaub wäre, klar, aber speziell wenn beim Abendessen ein Livemusiker die ganze Zeit die selben drei Akkorde spielt, darauf aber ganz unterschiedliche Lieder singt, und das auch noch echt laut, sodass man sich nicht mehr unterhalten kann – dann finde ich das sehr anstrengend auch noch ewig auf die Rechnung warten zu müssen.

Inspektion an sich war völlig in Ordnung. Wir sitzen in einem fensterlosen Raum, das ist etwas blöd. man fährt auch über eine Stunde durch den hiesigen Verkehr zur Site, das ist… interessant. Zwar führt eine zweispurige Autobahn da hin, aber es sind eigentlich eher so 5 Spuren, es scheint keinerlei Überholregeln zu geben, man hupt auch einfach um zu sagen, dass man da ist und man fährt so schnell wie man Lust hat. Es ist wild. 5 Menschen auf einem Motorrad und ca. 12 (wirklich nicht übertrieben) in einem Subaru MiniVan. Nirgendwo Schilder zur Geschwindigkeitsbegrenzung. Wah!

Tag 2645 und 2646 – noch mal Piep.

Es war eine lange und anstrengende Reise, insgesamt 23 Stunden. In denen habe ich so 3 x 1 h geschlafen und das auch eher schlecht als recht. Außerdem bin ich jetzt in einem Land, in dem das MB mobiler Daten 5 € kostet, also irgendwas aus dem mobilen Netz machen ist nein-nein. Es gibt außerdem eine Zeitverschiebung, es ist warm und feucht und ich bin dementsprechend im Eimer.

Aber das Essen ist gut und ich hab mich direkt beim Abendessen überfressen und das obwohl ich allem, was nicht sehr heiß ist und allem, was nicht vegetarisch ist, aus dem Weg gehe. Großräumig. Ich möchte die Packung Immodium, die ich mitgenommen habe, lieber vollständig wieder mit zurück nehmen.

Immigrations war an der Reise das größte Problem, weil nur ein Schalter für alle 1.- und Businessclasspassagiere geöffnet war. Bei den Economyclasspassagieren waren sicher 8 Schalter offen. Und so kamen wir Businesskasper, mitten in der Nacht, als allerletzte durch die Visumskontrolle.

Das zweitgrößte Problem war die Domestic Lounge beim längeren Zwischenstopp, denn da hab es keine Möglichkeit, vernünftigzu sitzen. Meine Kollegin und ich saßen von ca. halb drei bis ca. halb fünf auf Barhockern. Nachts. Dann wurden zwei Sessel frei, auf die wir uns stürzten und so kamen wir zu einer der drei Stunden Schlaf.

Ich würde ja Fotos hochladen, aber WordPress sagt, mein Speicherplatz sei voll. Ich hab noch nicht rausgefunden, wie man den aufstockt.

Jetzt fallen die Augen aber auch wirklich zu. Morgen on-Site, 1 Stunde Auto in ständig hupendem Verkehr pro Weg entfernt vom Hotel. Hurra.

Tag 2643 – Pssssst!

Sämtliche Raben unter 1,50 m Körpergröße sind derartig verrotzt, dass das Schlafen sehr schwer fiel. Pippi hat obendrein noch Ohrenschmerzen und saß nach einer Runde „DIE TABLETTE HIIIIILFT NICHT, DAS HEIẞT ICH WERDE FÜR IIIIIIIMMER OHRENSCHMERZEN HABEN!!!“ noch eine Weile mit mir auf dem Sofa. Kuscheln und Erzählen knockte sie dann aber doch um kurz nach zwölf endlich aus. Uff.

Sämtliche Raben über 1,50 m Körpergröße sind übrigens auch verrotzt, tragen das aber verglichen mit der anderen Fraktion nicht nur mit Fassung, sondern eigentlich stoischer Ruhe.

Anekdote: Pippi fragte mich, wie es in der Steinzeit gewesen sei. Ich sagte, das wisse ich nicht, weil ich da noch nicht geboren gewesen sei. „Ja, Mama, aber deine Mama ja!“ Das muss ich morgen der Oma erzählen, da „freut“ sie sich bestimmt, gnihihi.

Tag 2642 – Platt und so weiter.

Während Herr Rabe heute mit Carona voller aufgekratzter Jungs in den Trampolinpark fuhr, um Michels Geburtstag (vor-) zu feiern, fuhr ich mit Pippi ins Schwimmbad. Man muss das nutzen, dass 1.-3.-Klässler*Innen, die in der Kommune zur Schule gehen, da freien Eintritt bekommen. Außerdem fand Pippi natürlich extrem ungerecht, dass sie nicht mit in den Trampolinpark konnte.

Herr Rabe klingelten nachher die Ohren, aber es war wohl gut.

Mir klingelte nachher auch alles Mögliche, aber auch Pippi hatte Spaß.

Nachmittags versuchte ich erfolglos, einige Menschen zwecks Listenerstellung für die Kommunalwahl nächstes Jahr zu erreichen. Der einzige, den ich erreichte, meinte, ich sei eigentlich doch auch ne tolle Kandidatin. Ja, äh, danke für‘s Kompliment, aber nein danke und darum geht’s ja auch gar nicht, sondern um dich! (Sagte ich nicht, oder besser: ich hörte nach danke fürs Kompliment auf.)

Danach räumte ich sehr lange die seit Wochen angestaute Wäsche in die Kinderschränke. Haben die viel Klamotten, ey. Vor allem wenn sich alles so im Elternschlafzimmer stapelt, in unterschiedlichen Stadien des Zusammengelegtseins (vorher, während und nachher – wenn nämlich schon mal wer im Korb gewühlt und alles wieder auseinandergerupft hat).

Weil ich morgen Carona zum Service fahre, bei dem auch die Reifen gewechselt werden, wuppte ich „mal grad“ die Winterreifen ins Auto. Die sind scheiße schwer. Macht keinen Spaß, die durch die Gegend zu tragen.

Dann war irgendwie schon 18 Uhr, die Erwachsenen hatten Hunger, aber keine Lust zu kochen, also taute ich Mac‘n‘Cheese auf.

Essen, Kinder ins Bett, Geige gespielt und Geige eingepackt, weil auch die morgen zum Service geht (wenn ich eh auf langer Jobreise bin, darf der Geigenbauer die ganzen „nackten“ Ecken mit Lack bedecken, damit ich nicht mehr mit dem Staubtuch am Holz hängen bleibe). Brotdosen gemacht, aufgeräumt, Wäsche angestellt, und jetzt freue ich mich auf das Zähne putzen. Wir haben für uns Erwachsene absolute Luxus-Zahnbürsten (elektrisch und im Angebot, sonst wären mir die auch echt zu teuer gewesen) gekauft, da fühlen sich die Zähne nach dem Putzen echt an, wie nach ner Zahnreinigung beim Zahnarzt. So glatt und sauber bis an den Zahnfleischrand und, es ist ein Wunder, aber ich kriege nicht mal Zahnfleischbluten davon. Ich kann da gerne in zwei Wochen noch mal ein Update zu geben, weil ich am Zyklusende immer gern so ziemlich überall blute (Zahnfleisch, Nase…). Aber bisher bin ich sehr begeistert.

Außerdem bin ich gespannt, ob ich recht damit habe, dass die Zahnbürste auf irgendwas zwischen A und C summt.

Update: C it is, aber ein bisschen flat, 258,9 Hertz.

Tag 2641 – Tiere!

Achtung Achtung, ich habe Sie gewarnt, Bilder aus dem Reptilienpark, es sind auch Schlangen und Spinnen dabei, allerdings erst weiter unten.

Unverfängliches Bild eines Geburtstags-Muffins. Herr Rabe hat noch sechs weitere dieser Schlangen gemacht, Hut ab, da hatte ich wohl mit der Muffinproduktion den einfacheren Job.
Kein Reptil.
Mitbewohner der Äffchens.
Chamäleon 1
Chamäleon 2
Minikrokodil
Etwas größeres Krokodil (Alligator) hinter Kind
Gekko
Gekko Suchbild
Skeptische Echse
Schlecht gelaunte Kröte
Zirpende Frösche (die sind sehr sehr giftig und hören sich an wie sehr kleine Vögel)
Kommen wir unpassend?
Viel zu viele Beine.
Gruselnetz lässt zu viele Beine erahnen, macht Fotografieren von Tier aber schwierig. Es ist ein sehr flauschiges Tier, das da wohnt.
Hinter doppelt Glas. Überraschend klein, so eine schwarze Witwe. Unten im Haus lag auch die letzte Mahlzeit oder der letzte Partner oder beides in einem noch rum…
Herumhängende Schlange
Herumliegende Schlange (eine Kornnatter, so eine möchte Michel gern haben)
Überaus wache und große Schlange

So, jetzt habe ich eine neue Aufgabe: rauskriegen, wie man bei WordPress mehr Speicherplatz für Medien bekommt.

Tag 2640 – Kleinere Katastrophen.

Bilder von Tieren mit 0-1000 Beinen doch erst morgen, hier ist grade ein kleineres Kataströphchen passiert, weil ich ein Trottel bin und kein Internet haben sollte. Muss mich jetzt erst mal und sehr dringend darum kümmern, weil ich sonst auch nicht schlafen kann. Habe keinen Kopf für anderes.

Niemand blutet oder so. Alles gut. Alle gesund. Nur Reisevorbereitungskataströphchen.

Tag 2639 – 11.000 Schritte in neuen Schuhen.

Neulich nölte ich ja über meinen wehen Fuß, der dank Hallux leider keine engen Schuhe mehr akzeptiert. Da ist gar nicht mal das Problem, dass Schuhe am Hallux an sich drücken, sondern das Abrollen über den großen Zeh. Wenn der Zeh durch den Schuh nach innen gebogen wird, tut das Abrollen am Gelenk des großen Zehs weh. Bei jedem Schritt und über den Tag immer mehr. Weiche Schuhe helfen daher nur bedingt, das wichtigste ist, dass sie vorne sehr breit sind, sodass ich den Vorderfuß komplett ausbreiten und gerade über den großen Zeh abrollen kann. Das bieten Barfußschuhe, aber die sind echt teuer und oft gar nicht mal so schön, ich habe da geguckt und, naja. War underwhelmed.

Winterstiefel, die vorne sehr breit sind, habe ich ja bei Finn gekauft und aus Frust über hässliche Barfußschuhe guckte ich noch mal nach der Marke bei Finn. Und siehe da, da gab es sogar welche, in blau, die sind zwar keine Barfußschuhe, aber die Sohle ist sehr flach (also eigentlich komplett flach) und dünn und vorne sind sie breit. Obermaterial Leder, also mit Zeit dehnbar und robust. Weil gebraucht (angeblich zwei mal getragen und dann als zu klein befunden) echt bezahlbar. Auf gut Glück kaufte ich die.

Heute kamen sie an und sie sind nicht blau sondern schwarz. Tja. Egal, ich zog sie trotzdem sofort an, denn ich wollte mit Michel in den Reptilienpark in Oslo fahren. Das ist ein ganz toller Ort, falls Sie uns mal besuchen und interessiert an nicht nur Reptilien, sondern auch Amphibien, Insekten und Spinnen sind, gehen wir da hin. Ich durfte auch mal Bob, die Python halten und sagen Sie es Michel nicht, aber die Tür, die er bezüglich Schlangenhaltung beharrlich einzurennen versucht, steht bereits sperrangelweit offen. Ich kann gerne morgen Bilder posten, aber ich warne dann lieber heute mal: Schlangen und Spinnen. Wenn sie eins von beidem auch auf Bildern nicht abkönnen, überspringen Sie den morgigen Artikel lieber.

Jedenfalls gingen wir in den Reptilienpark, danach einen Burger essen, kurz beim Geigenbauer vorbeischauen, dann zum Japan-Laden, dann zurück nach Hause (also wir gingen natürlich den allergrößten Teil des Weges nicht, sondern fuhren mit dem Zug), zu Hause räumte ich hektisch auf (ohne Schuhe) und abends ging ich mit Herrn Rabe ins (Sitzplatz-)Konzert, also noch mal nach Oslo und zurück. Insgesamt laut Uhr 12.470 Schritte, vermutlich etwa 11.000 Schritte davon in den neuen Schuhen.

Jetzt habe ich seltsame Schmerzen. Meine Waden tun weh, meine Plantarsehne links meldet sich, die Oberschenkel fühlen sich an, als hätte ich Sport gemacht. Das einzige, was nicht wehtut, ist der rechte große Zeh. Ich merkte schon beim Gehen, dass ich Dinge anders machen müsste, weil es sich „platschig“ anfühlte, wie ich ging. Es ist halt keine Federung in der Sohle. Neulich wurde mir bei YouTube ein Video von einem Barfußschuh-Guru angespült, und all das ist wohl total normal, wenn man auf ganz flache Schuhe umsteigt. Mir war nur nicht klar, dass meine bisherigen Schuhe scheinbar doch sehr wenig mit barfuß gemein hatten, auch die flachen, breiten, super weichen nicht.

Ich werde mal weiter beobachten, wie mir das so zusagt. Insbesondere die Plantarsehne macht mir Sorgen, ich trage ja aus guten (medizinischen) Gründen sonst oft Einlagen. Andererseits trage ich die oft den ganzen Sommer über nicht und kriege auch nach Wochen in Flip-Flops kein Aua unterm Fuß.

Und sind sie hässlich? Naja, sie sind nicht super schön. Aber es gibt sie auch in sehr vielen anderen Farben, unter anderem blau, falls ich mich doch so daran gewöhne, dass ich keine anderen Schuhe mehr haben will.

Vielleicht wird das so ein neues Menstruationstassending. Ich möchte es gern mögen, der Anfang ist (sehr, im Falle der Menstruationstasse) holprig, aber irgendwann kann ich mir gar nichts anderes mehr vorstellen und will nie mehr zurück.

Tag 2638 – Verlaufen.

Heute war ich, denn ich hatte ja „frei“*, in einem Einkaufszentrum. Wir erinnern uns an den nicht stattgefunden Haarschnitt. Außerdem hatte ich elektrische Zahnbürsten mit Click&Collect bestellt, weil sie im Angebot waren. Das ist aber eigentlich ein Thema für sich. Jedenfalls hatte der Laden der Kette, bei der sie im Angebot waren, im Einkaufszentrum in Jessheim die Zahnbürsten nicht auf Lager, aber der in Strømmen, also fast Oslo. Was soll’s, ich hatte ja frei, also fuhr ich nach Strømmen. In ein mir unbekanntes Einkaufszentrum. Tolle Idee, wie sich rausstellen sollte.

Es begann damit, dass ich die Einfahrt zum Parkhaus nicht fand. Eine Ausfahrt, ja, aber keine Einfahrt. Vielleicht muss man sich reinbeamen, inklusive Auto. Jedenfalls kurvte ich ein bisschen um das Einkaufszentrum herum und sah schließlich ein Schild mit „600 neue Parkplätze!“ und dachte, was soll’s, solange man auch reinkommt, ist mir inzwischen alles recht. Und tatsächlich war da auch eine Einfahrt (gut, die weckte ein bisschen dänische Parkhaustraumata wieder zum Leben aber ich überwand meine Angst und das Genörgel des Autos) und ich parkte direkt in der 1. Etage.

Im Einkaufszentrum merkte ich schnell, dass es unfassbar unübersichtlich ist. Dagegen ist Jessheim, wo ich mich ja auch schon mal verlaufen habe, ein Planungstraum. Nach langem Gesuche fand ich immerhin eine Infotafel und schaffte es dann, anhand von Landmarken (a la bei Big Bite links, gegenüber von Lindex die Rolltreppe hoch, dann rechts und am Fahrstuhl wieder rechts) den Friseur zu finden. Rein, sofort dran und nach ungelogen 11 Minuten wieder draußen. Und deshalb möchte ich nicht mehr Geld dafür bezahlen, als ich muss.

Die nächste Etappe war der Click&Collect-Laden. Meine Landmarkenstrategie löste sich in Wohlgefallen auf, als ich merkte, dass es auch noch mehrere Gebäudeteile gibt, nämlich alt und neu. Zu kompliziert für mich, ich vergaß, wo ich hinmusste und verlief mich ordentlich. Irgendwann fand ich dieses Mal einen Stand mit physischen Karten über das Einkaufszentrum und nahm gleich eine mit.

Das half quasi gar nicht, trial and error half auch nicht, fragen wollte ich nicht, also versuchte ich im Endeffekt ein paar neue Wege und stand tatsächlich irgendwann vor dem richtigen Laden. Rein, Bestellung abgeholt, raus.

Jetzt also nur noch zurück ins Parkhaus und nach Hause.

Wir erinnern uns daran: es gibt zwei Parkhäuser. Das eine ist alt, das andere nicht. Das eine ist alt genug, um auf der Karte eingezeichnet zu sein. Das andere nicht. Ich stand im neuen.

All das hatte ich zu diesem Zeitpunkt nach meinen Irrwegen im Einkaufszentrum bereits vergessen und eben jene Irrwege machten es auch unmöglich, einfach den selben Weg wieder zurück zu gehen.

Ich versuchte es also mit der Karte. Erfolglos.

Dann sah ich ein P. Und ging hin. Und ging in die erste Etage des Parkhauses und… das sah alles ganz anders aus. Das Auto war ebenfalls nicht da.

Ich wanderte ein bisschen ratlos im Parkhaus herum, aber es half nichts. Dann kam ich auf die grandiose Idee, aus dem Parkhaus raus zu gehen und die Einfahrt wieder zu finden.

Auch außen sah alles anders aus.

Die Tesla App sagte mir, ich entferne mich immer weiter vom Auto.

Ich probierte die zweite Etage.

Ich probierte das Untergeschoss.

Ich lief einmal komplett ums Parkhaus, das zugegebenermaßen nicht mehr ganz so aussah, wie vorher.

Das Auto blieb verschwinden.

Ich checkte noch mal die Tesla-App. Mein Standort hatte sich jetzt aktualisiert und zeigte sehr deutlich, dass ich am komplett falschen Ende des Einkaufszentrums war.

Also musste ich „nur“ queer durchs Einkaufszentrum laufen (es gibt da ja keinen geradlinigen Weg!) und in das andere Parkhaus.

Auch das war wieder ein Akt und wenn ich 30 Jahre jünger wäre hätte ich mich spätestens da heulend auf den Boden geworfen, aber irgendwann fand ich tatsächlich einen Ausgang, der dem Eingang ähnelte, durch den ich reingekommen war. Auch das Parkhaus sah so aus, wie das, in dem ich geparkt hatte. Sogar mein Auto stand darin! Dolles Ding.

Das liest sich jetzt so lustig, aber es hat ungelogen 40 Minuten gedauert, das Auto wieder zu finden.

Das wird nicht mein Lieblings-Einkaufszentrum.

Abends habe ich dann übrigens noch einen Zug verpasst, weil ich eine Abkürzung nehmen wollte, mich aber verlief. Im Bahnhof von Oslo, als wäre ich da nicht ständig. Ich habe wirklich den Orientierungssinn eines Grashalms.

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*nur 1,5 h Arbeit heute

Tag 2637 – Urlaub?

Hmm naja naja, der Arbeitstag lief eher so semi-erfolgreich und das heißt leider, dass ich mir nicht drei Tage frei nehmen kann. Also könnte schon, natürlich, ich könnte ja auch morgen vom Bus überfahren werden und dann würde ja auch die Welt nicht untergehen. Aber da ich gleichzeitig auch möchte, dass „die da draußen“ Antworten auf ihre brennenden Fragen zeitnah halbwegs fristgerecht bekommen, tja. Tjaja.

Aber ein bisschen frei mache ich schon. Vermutlich werde ich einen Arbeitstag auf drei Tage aufteilen und allgemein eine ruhige Kugel schieben. Laut Auto-Reply kann man von mir vor Montag keine Mail erwarten und der Wecker ist auch aus, alles was ich tue ist also Bonus.

Was ich aber auf jeden Fall machen muss, und zwar noch diese Woche: meine Gehaltsforderung fertig machen. Frustrierender Weise mit den selben Argumenten wie letztes Jahr, ich hinke da also (obwohl ich letztes Jahr echt nicht so wenig mehr bekommen hab) irgendwie hinterher und das macht, dass ich mir dezent verarscht vorkomme.

Ach was war das schön, als man noch nicht jedes Jahr aufs neue drum kämpfen musste, ein der Arbeitsleistung, Arbeitsbelastung und Qualifikation angemessenes Gehalt zu bekommen. Ich hasse sowas ja sehr.

Ansonsten war heute hier ein wenig Kinderdrama. Michel ist auf dem Trampolin blöd auf den Nacken gefallen und hat sich aufgrund eines Knackens der Wirbel furchtbar erschreckt und meint jetzt, sein Hals ist gebrochen. Zur einen Seite könne er gar nicht gucken und nach unten auch nicht. Also außer auf der einen Seite ist der Fernseher oder unten der Laptop und man hat grad vergessen, dass man ja einen mindestens gebrochenen Hals hat, dann kann man den Kopf ganz normal bewegen. Pippi packte jedoch die große Eifersucht, weil ich Michel tröstete. Ich hätte Michel lieber als sie, überhaupt hat niemand sie lieb und dieses und jenes Kind war im Hort doof zu ihr und apropos Hort ist es auch brutal ungerecht, dass sie da hin muss und Michel nicht. Wie immer bei Pippi war das Drama aber wesentlich kurzlebiger als bei Michel und bei „morgen geht ihr mit dem Hort in die Bibliothek und da ist eine Veranstaltung mit Reptilien“ plötzlich vergessen. Fünf Minuten später stand sie schon wieder singend vorm Spiegel. Da war Michel noch motzig und rieb sich den Nacken. Es ist wirklich faszinierend, wie unterschiedlich die zwei sind.