Tag 3006 – Müde.

Ich habe die besten Leserinnen! Vielen Dank! Jetzt muss ich nur noch vier Monate rückwirkend korrigieren…

Habe den ganzen Arbeitstag in einer Schulung gesessen und bin ziemlich durch jetzt. Morgen noch mal, dann ist Wochenende.

Zyklus meldet sich auch schon wieder mit der Nerv-Phase. Erst mal alle und alles hassen. Bald kommt dann die Heule-Phase. Ich bin noch nicht fertig mit überlegen, ob der kleine Effekt der Antidepressiva das Schwitzen wie Sau wert ist.

Immerhin: der Muskelkater ist auf dem Weg der Besserung. Es geht seit mittags ca. stündlich besser. Werde also vermutlich auch dieses Mal überleben.

Nun ja. Ich gehe jetzt ins Bett. Dann gibt es immerhin fast 8 Stunden Schlaf, weil ich wegen der Schulung (fängt spät an und geht lang, weil sie international ist) nicht ganz so früh aufstehen muss.

Tag 2999 und 3000 – Verschnaufen.

Fertig inspiziert. Hurra! Wir waren sogar früher fertig als geplant. So konnte ich den Rest des Arbeitstages (etwa 30 Minuten) nutzen, um meinen Antrag auf mehr Gehalt bei den jährlichen Gehaltsverhandlungen einzureichen. Ich hasse das sehr, weil es so ein ekliger Mischmasch aus selbst verhandeln und die Verhandlung anderen (der Gewerkschaft z.B.) überlassen ist. Wir reichen was ein, mit Begründung warum wir „besser“ als 80% der anderen Angestellten sind, dann geht das durch drei oder vier (weiß ich grad nicht mehr, das System ist so unübersichtlich) Priorisierungsrunden und am Ende kommt irgendwas dabei raus. Involviert ist man selbst nur zu Anfang, danach muss man dem System vertrauen. Letztes Jahr habe ich ein trauriges Prozent durch diesen Prozess bekommen, mein Vertrauen in das System ist gelinde gesagt etwas angeschlagen.

Wie dem auch sei, ich holte dann Pippi ab und fuhr quasi direkt weiter zu meiner Geigenstunde. Die war tatsächlich überraschend gut, ich habe Lob bekommen für meinen Bach (!!!) aber auch Tchaikovsky und er sagte was von Durchbruch und enormer Verbesserung. Wir diskutierten ein paar fortgeschrittene Konzepte, ich erfuhr (durch Schmerz), dass er nicht gut Klavier vom Blatt ablesen kann und um zu vermeiden, dass ich wieder erst in 6 Wochen eine Stunde abgemacht bekomme, haben wir direkt in zwei Wochen den nächsten Termin ausgemacht. Bis dahin werde ich mich im Übertreiben üben, damit ich ein paar extra Sicherheitslayers habe, die ich bei Nervosität einfach abziehen kann und darunter ist es trotzdem noch hübsch, sauber und interessant.

Montag und Dienstag habe ich mir spontan frei genommen und ich werde auch konsequent keinen Finger fürs Werk rühren. Dafür bin ich auch viel zu platt. Und habe zu viel zu tun damit, Bach und Tchaikovsky innerhalb von zwei Wochen fertig zu polieren.

Tag 2992 und 2993 – Geheim geheim.

Heute haben wir bei der Arbeit was lustiges gemacht (oder was Leute wie wir halt so lustig finden, ne?), aber ich darf nicht drüber sprechen.

Ansonsten habe ich zwar die letzten Tage viel (viel viel VIIIIIEEEEL) zu viel gearbeitet, bin aber jetzt on Track mit allem. Also auf sowas wie null. Näher an Null komme ich nicht mehr.

Uff, das war saumäßig anstrengend. Dagegen wird mir die nächste Woche (Inspektion) wahrscheinlich wie Urlaub vorkommen.

Tag 2991 – Auf und ab.

Arbeit war wie erwartet. Beste drei Stunden Arbeit des Tages: als ich mich, nachdem ich nach eigentlich erledigtem Arbeitstag, mich zu Hause noch mal an den Schreibtisch gesetzt habe und da endlich in Frieden ein paar Dinge wegarbeiten konnte. Ohne Unterbrechungen. Hurra!

Michel hatte gestern einen handfesten Meltdown und war heute überaus friedlich und ausgeglichen. Hausaufgaben hat er zwar auch heute nicht gemacht, aber nach gestern bin ich fast so weit, durchzuboxen, dass er gar keine Hausaufgaben mehr machen muss. Ich habe zwar das Gefühl, dass das neue ADHS-Präparat besser ist als das alte, aber das gestern war nicht schön. Für keinen. Es sind halt keine Wunderpillen.

Apropos Wunderpillen: der Lieblingskollege hat seit zwei Wochen Probleme mit dem Ischias und furchtbare Schmerzen. Ich überhörte heute unbeabsichtigt was, und weiß jetzt, dass ich zum Heulen aufs Klo gehe, andere gehen zum laut Stöhnen aufs Klo. Genau wie bei Michel mit seinen Hausaufgaben würd ich echt gern was machen können, weil er mir so leid tut. Aber seit heute Mittag hat er immerhin Schmerzmittel, die helfen.

Beim Strategiebullshitzeitverschwendungsseminar haben wir „alterndes Inspektorat“ halb scherzhaft als Risiko identifiziert. Lieblingskollege war not amused, aber musste dann zum Arzt, sich große Mengen Schmerzmittel verschreiben lassen. Q.e.d.

Tag 2981 und 2982 – Laune hoch 10.

Es tut mir leid, es geht mir wirklich nicht gut. Es ist bald vorbei, wie jeden Monat, aber jetzt grad ist es wirklich nicht auszuhalten mit mir, nicht mal für mich. Da macht es auch nicht besser, dass

  • Bei der Arbeit alle Lack saufen, inklusive meiner direkten Chefin, die ernsthaft enttäuscht war, dass ich morgen wirklich kein Meeting wahrnehmen kann, weil ich auf einer Inspektion bin. Und die heute morgen auch, nachdem ich auf eine Chatnachricht „hast du kurz Zeit?“ mit „Nein, ich bereite grad eine Inspektion vor“ geantwortet hatte, einfach munter weiter Screenshots vom IT-Projekt schickte und fragte, ob das so soll oder nicht.
  • „Wir“ gestern bei der Kommunalwahl leider echt nicht so gut abgeschnitten haben und „Wir“ (ich habe meine Meinung dazu schon SEHR deutlich gesagt) jetzt unsere Handlungsoptionen ausloten müssen und „Wir“, oder in dem Fall besser „Die“ auch eine Zusammenarbeit in der Position mit unserem Pendant zur AfD nicht per se ausschließen mögen. Ich renne seither innerlich laut schreiend und alles klein hackend im Kreis und möchte, dass es Rückgrat und Integrität vom Himmel regnet.

Tag 2976-2978 – Aufgetaucht.

Die Inspektion war echt ok, aber sehr (sehr) anstrengend. Ich bin jetzt wieder da, aber nicht gesprächig, eher im Gegenteil. Außerdem musste ich heute nach der Inspektion noch beim Piercingstudio vorbei, weil ich den einen Stecker im Ohr ums Verrecken nicht mehr rein bekam (nach 4 Tagen und ein anderer ging problemlos rein, also an zugewachsen lag es definitiv nicht, nur an dicken Fingern und mit kleinen Dingelchen rumfriemeln ohne was zu sehen). Also noch mehr mit Leuten reden. Dann nach Hause und all das ohne Kopfhörer, die waren nämlich leer. Dass ich niemanden erschlagen habe, grenzt an ein Wunder. Auch, dass ich das nicht schon an einem der anderen Tage gemacht habe. Warum tragen manche Leute so viel Parfum? Nicht nur Frauen/Mädchen, auch Männer/Jungs. Man muss doch nicht in Moschus baden, um wohlriechend zu sein! Manche missverstehen aber scheinbar den Sinn einer Dusche und übertünchen starke Shampoo-Gerüche eiskalt mit Moschus. Mozart und andere Perückenheinis wären bestimmt stolz. Moschus ist das Vanille der Männerparfums. Also – nichts für mich. Uahrgh.

Außerdem war gestern ultimatives Zugchaos. Es fuhr einfach gar nichts. Herr Rabe schrieb mir das glücklicherweise, sodass ich direkt vom Hersteller aus ein Taxi nehmen konnte. Aber ein Taxi von Oslo bis nach Eidsvoll ist schon auch nicht billig, um das mal vorsichtig auszudrücken

Tag 2971 – Platt.

Hab’s übertrieben diese Woche, Dienstag tanzen (erstes Mal nach den Ferien, neuer Kurs, neue Leute usw.), Mittwoch „Abschied“ eines hochprofilierten Mitarbeiters des Werkes (1,5 Stunden Vorlesung plus Reden und Kuchen) in den Ruhestand, anschließend weiter Arbeit bis viel zu spät, Donnerstag Vortrag, heute Geigenstunde. Vier mal im Büro gewesen. Vier mal in der Kantine gegessen. Vier mal hin und her Zug gefahren, keiner der Züge war pünktlich außer dem einen, den ich verpasst habe, weil die T-Bane zu spät kam. Einmal musste ich Bus ab Eidsvoll Verk fahren. Einmal musste ich ab Lillestrøm stehen, weil der Zug so bumsvoll war (Freitag Nachmittag im Zug nach Lillehammer, wenn gutes Wetter angekündigt ist, ist für Hartgesottene oder die mit Platzreservierung). Es ist immer noch Wasser im Bahnhof und wir kommen nur ein Mal pro Stunde nach Hause.

All das war ein bisschen zu viel, das merke ich aber erst seit es vorbei ist. Bin einfach hundemüde und noch näher am Wasser gebaut, als eh schon*. Gestern habe ich ja offenbar schon vergessen, den Beitrag zu veröffentlichen, dabei ist das ein Klick und fertig.

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*und dann gucke ich noch die letzte Folge der zweiten Staffel von The Bear, das war keine so gute Idee, schon allein weil es nicht vorbei sein soll. Das ist echt eine der besten Serien seit… immer, vermutlich. Obwohl oder gerade weil einzelne Folgen echt hart anzuschauen sind und zwar nicht, weil sie auf die Tränendrüse drücken oder irgendwie brutal sind, sondern aus anderen Gründen. Unter anderem die erste Folge ist so, wenn Sie die Serie also nicht kennen, lassen Sie sich nicht von der ersten Folge abschrecken.

Tag 2963 und 2964 – Nichts zu erzählen.

Es ist nicht viel passiert, weder gestern noch heute. Ich hab sehr viel gearbeitet, zu viel, bin aber ein gutes Stück weit gekommen und die anderen Aufgaben müssen halt bis nächste Woche warten. Heute abend, also jetzt, ist Herr Rabe spontan weg, weil er sich zur Flohmarkt-Nachtwache hat belabern lassen. Der kommt irgendwann gegen drei wieder. Michel ist morgens ein Kotzbrocken, Pippi morgens trödelig, also wie immer. Neu ist nur, dass beide mit dem Fahrrad zur Schule fahren und wir morgens kein Elterntaxi sind. Pippi setzen wir nach dem Sport-Hort, zu dem sie ja mit dem Bus hinfahren, wieder an der Schule ab, damit sie ihr Fahrrad nach Hause fahren kann. Seit Mittwoch fährt sie mit Michels altem Fahrrad und sieht darauf super groß aus. Oder klein, wie man‘s nimmt, weil ihre Beine so lang sind ist nämlich der Sattel gar nicht mal ganz unten, und dann sieht es aus, als wäre das Rad viel zu groß für sie, dabei sind es nur die Proportionen, die etwas Off sind.

Morgen fahre ich mit Pippi nach Oslo, Ballettschuhe kaufen. Die von letztem Jahr sind viel zu klein und außerdem wünscht sich Pippi so sehr ein richtiges Trikot, was ich aber echt sie anprobieren lassen möchte, genauso wie eine Strumpfhose, wegen der Proportionen eben. Vielleicht, wenn ich die Nerven dazu habe, nehmen wir noch Michel mit, der Schuhe für den Herbst braucht. Ihn dafür an den Ohren aus dem Haus schleifen kommt allerdings nicht in Frage, dafür sind mir meine Nerven und mein Wochenende zu schade. Nachdem er sich schon bei dem Versuch, die Nasenkissen an die Brille montieren zu lassen (was er gerne wollte!) aufgeführt hat, als sei es grauenvollste Kinderfolter ihn dafür aus dem Haus zu zerren, bin ich wenig motiviert, das morgen mit ihm durchzuziehen, lasse mich aber natürlich gerne positiv überraschen. Ist das schon Pubertät? Wird das dann eventuell noch schlimmer? Ich fürchte es.

P.S. abends ist er aber immer noch sehr kuschelig und auch kommunikativ, das ist schön. Er ist ja eigentlich auch sehr umsichtig und daran interessiert, dass es allen um ihn rum gut geht, nur vergisst er das in akuter Muffel- oder Motzlaune gerne mal. Ich hoffe, auch für ihn, dass das irgendwann wieder weg geht.

Tag 2962 – Blob.

Heute war ein so lalaer Tag, ehrlich gesagt. Gefühlt nichts bei der Arbeit geschafft (stimmt natürlich nicht, ist aber gern das Gefühl, was sich festsetzt, wenn ich den ganzen Tag in Meetings hänge). Dann hat der Optiker, beim Versuch, Nasenkissen (?) an Michels Brille zu montieren, die Brille kaputt gemacht und jetzt muss erst ein neues Gestell bestellt werden. Es wäre dann so eine Kartoffelaktion gewesen, mit lokalen Bauern, um zu zeigen, wie viel Kartoffeln man auf einem sehr kleinen Acker anbauen kann und damit darauf aufmerksam zu machen, dass wir Ackerflächen bewahren statt bebauen sollten. Die ließ ich aber spontan ausfallen, weil es, kaum hatte ich Pippi an der Schule abgesetzt, damit sie ihr Rad nach Hause fahren kann, anfing, total zu schütten. Statt zum Acker fuhr ich deshalb nach Hause, wartete da auf mein pitschnasses Kind und steckte es zum Auftauen in die Badewanne.

Danach habe ich aber sehr lecker gekocht. Immerhin.

Abends entdeckte ich an Pippis Stirn eine fette Beule. Das ist aber gar keine Beule, sondern ein Mückenstich. Genau wie am Auge. Und am Schienenbein, am Fußgelenk und in der Kniekehle. Überall, ich übertreibe nicht, Aprikosengroße, warme, schmerzhafte (wahrscheinlich allein durch die Schwellung) Beulen. Aus Ratlosigkeit gab ich ihr eine Ceterizin, aber am liebsten möchte ich unser Haus mit DEET einsprühen wie in den Tropen und Pippi einen Schutzanzug aus Mückennetzen anziehen. Was sind das für Mördermücken, die sie da erwischt haben? Oder was haben die vorher gestochen? Ich denke lieber nicht weiter da drüber nach.

Tag 2960 – Hrrm!

Morgen wird super anstrengend. Heute war auch schon anstrengend, unter anderem hatte ich für meinen Geschmack schon wieder viel zu viel mit dem IT-Projekt zu tun. Das IT-Projekt ist inzwischen direkt aus Absurdistan importiert, heute haben wir eine Dreiviertelstunde damit zugebracht, herauszufinden, dass bis auf mich niemand die richtige Lizenz hat, um etwas wichtiges tun zu können. Dass alle diese Leute Lizenzen brauchen, habe ich Anfang des Jahres (oder vielleicht war es auch tatsächlich noch vor Weihnachten), noch mal im April und noch mal, mit dringend und sechs Ausrufezeichen, am Freitag angemeldet. Es ist einfach GAR NICHTS passiert. Nichts. Im Gegenteil, ich bekam heute die gleiche Nachricht wie vor ein paar Monaten schon: wir haben 8 Lizenzen, 4 davon sind frei. Ja Herrschaftszeiten warum sind dann nicht die 4 freien vor Monaten schon zugeteilt worden, und die fehlenden dann bestellt??? Arrrgh. Ich raufe mir noch alle Haare deshalb aus.

Abends konnte ich immerhin mit beiden Kindern (nacheinander) kuscheln, mich dann von Pippi anschnarchen lassen und von Michel Fragen zum Thema Haare in den Bauch gefragt bekommen. Michel findet sein „Mushroom Cloud Hair“ doof, und hätte es lieber glatt nach hinten gekämmt. Gleichzeitig empfindet er täglich duschen aber als Zumutung, Gel kommt also auch nicht in Frage. Auf meine Aussage, dass ich seine Haare super finde und das ganz sicher ganz viele andere auch tun, kam nur das Michel-typische „Hrrm!“, aber mit einem kleinen Grinsen. Ich kann außerdem vermelden, dass ich Michel erfolgreich beigebracht habe, auf „Ich hab dich lieb“ mit „Ich hab dich auch lieb“ zu antworten (sofern er das so meint), statt, wie früher, mit „Ich weiß, warum sagst du mir das?“. Ich hab den ja schon sehr lieb, den inzwischen sehr großen und schlacksigen Zwerg mit seinem Lockenkopf.